Apollo-17-Landeplatz: Ein schärferer Blick

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Credit: NASA / GSFC / Arizona State Univ. / Lunar Reconnaissance Orbiter

Beschreibung: Diese Ansicht des Landeplatzes von Apollo 17 im Taurus-Littrow-Tal, die am höchsten aufgelöste, die jemals vom Weltraum aus gemachte, wurde letzten Monat vom Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) aufgenommen. Die hoch aufgelösten Bilddaten wurden aufgenommen, als die Umlaufbahn des LRO modifiziert wurde, um eine Annäherung von nur zirka 22 Kilometern zu erreichen, während er einige Apollo-Landeplätze passierte. Diese Höhe ist nur ungefähr zweimal so hoch, wie ein Verkehrsflugzeug auf der Erde fliegt. Auf diesem Bild sind die zurückgelassene Abstiegsstufe der Mondlandefähre Challenger (Einschub) und der Mondrover (LRV) auf seinem endgültigen Parkplatz beschriftet sowie das Apollo Lunar Surface Experiments Package (ALSEP), das zurückgelassen wurde, um die Umwelt und das Innere des Mondes zu überwachen. Deutliche, doppelte Spuren des Mondrovers und die Fußspuren, die von den Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt gezogen wurden – den letzten Menschen, die über die Mondoberfläche gingen -, sind an der Landestelle von Apollo 17 ebenfalls leicht erkennbar.

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SDSS J102915+172927: Ein Stern, den es nicht geben dürfte

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Bildcredit: ESO, DSS2

Beschreibung: Warum enthält dieser Stern so wenig schwere Elemente? Sterne, die in der Generation unserer Sonne entstanden sind, sind mit Elementen angereichert, die schwerer als Wasserstoff und Helium sind und in ihre Atmosphäre gemischt sind. Sterne, die in der Generation vor unserer Sonne entstanden sind – Population-II-Sterne, also jene Sterne, die einen Großteil der schweren Elemente erzeugten, die wir heute vorfinden -, enthalten einige wenige Elemente, die schwerer sind als H und He. Weiters müssten sogar die flüchtigen, nie beobachteten ersten Sternen im Universum, die so genannten Population-III-Sterne, Prognosen zufolge eine große Masse haben und eine gewisse Menge an schweren Elementen enthalten. Der massearme Milchstraßenstern SDSS J102915+172927 jedoch scheint unter anderem weniger Metalle zu enthalten, als  je bei einem Stern für möglich gehalten wurde, darunter mindestens 50 Mal weniger Lithium, als beim Urknall entstand. Die ungewöhnliche Natur dieses Sterns, der im Rahmen der Sloan Digital Sky Survey (SDSS) katalogisiert wurde und oben abgebildet ist, wurde durch detailreiche spektroskopische Beobachtungen mit einem der großen VLT-Teleskope in Chile entdeckt. Viele Modelle für Sternbildung lassen den Schluss zu, dass ein solcher Stern nicht einmal entstanden sein dürfte. Die Untersuchung des Sterns geht weiter, wobei eine der führenden Hypothesen besagt, dass das fragile, ursprüngliche Lithium im heißen Kern des Sterns zerstört wurde.

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M6: Der Schmetterlingshaufen

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Bildcredit und Bildrechte: Sergio Eguivar Buenos Aires Skies

Beschreibung: Für manche sieht der Umriss des offenen Sternhaufens M6 wie ein Schmetterling aus. M6, auch als NGC 6405 bekannt, umfasst etwa 20 Lichtjahre und ist ungefähr 2000 Lichtjahre entfernt. Am besten ist M6 in dunkler Umgebung mit einem Fernglas im Sternbild Skorpion zu beobachten, wobei er am Himmel etwa die gleiche Ausdehnung wie der Vollmond hat. Wie andere offene Haufen besteht M6 überwiegend aus jungen, blauen Sternen, obwohl die hellsten Sterne fast orange sind. M6 ist schätzungsweise 100 Millionen Jahre alt. Die Bestimmung der Entfernung zu Sternhaufen wie M6 hilft Astronomen, die Entfernungsskala des Universums zu kalibrieren.

APOD-Rückschau: offene Sternhaufen
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HH 47: Ein junger Sternenstrom expandiert


Bildcredit: NASA, ESA und P. Haritgan (Rice U.)

Beschreibung: Sterne bleiben, wo sie sind. Nebel scheinen das auch zu tun. Tag für Tag. Jahr für Jahr. In Anbetracht der gewaltigen Entfernungen in der Astronomie scheinen sogar schnell bewegte Objekte ihre Erscheinung im Laufe eines Menschenlebens nicht zu verändern. Normalerweise. Eine kürzlich entdeckte, spektakuläre Ausnahme ist jedoch der überschallschnelle Strom im Sternbildungsobjekt Herbig Haro 47. HH 47 ist so nahe – und die Ströme bewegen sich so schnell -, dass Bilder des Weltraumteleskops Hubble von 1994 bis 2008 zu einem Zeitrafferfilm zusammengefügt wurden, der zeigt, wie sich ein mächtiger Strom ausdehnt. Oben sind Ströme aus Plasma zu sehen, die weiter als die 10.000-fache Erde-Sonne-Distanz mit Geschwindigkeiten von mehr als 150 Kilometern pro Sekunde aus einer Sternbildungsregion herausschießen. Untersuchungen, wie sich diese Ströme entwickeln, liefern nicht nur Hinweise darauf, wie sich der Stern in HH 47 bildet, sondern auch, wie sich Sterne wie etwa unsere Sonne vor Milliarden Jahren gebildet haben. HH 47 steht zirka 1500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schiffssegel (Vela).

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Im Schatten Saturns

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Bildcredit: Cassini Imaging Team, SSI, JPL, ESA, NASA

Beschreibung: Im Schatten Saturns geschehen unerwartete Wunder. Die robotische Raumsonde Cassini, die derzeit um Saturn kreist, trat 2006 für 12 Stunden in den Schatten des Riesenplaneten und blickte zurück zur verfinsterten Sonne. Cassini sah eine Ansicht wie kaum eine Zweite. Erstens ist die Nachtseite Saturns offensichtlich teilweise von Licht erhellt, das von seinem eigenen majestätischen Ringsystem reflektiert wird. Weiters erscheinen auf diesem überzeichneten Farbbild die Ringe selbst vor Saturn als dunkle Silhouette, abseits von Saturn jedoch relativ hell, wobei sie das Sonnenlicht leicht streuen. Saturns Ringe sind so stark aufgehellt, dass neue Ringe entdeckt wurden, wenngleich sie auf diesem Bild schwierig zu erkennen sind. Außergewöhnlich detailreich ist jedoch Saturns E-Ring zu sehen – jener Ring, der von den kürzlich entdeckten Eisfontänen des Mondes Enceladus erzeugt wird, und der äußerste, oben sichtbare Ring. Links in weiter Ferne, knapp über den hellen Hauptringen, steht der leicht zu übersehende, blasse, blaue Punkt der Erde.

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Komet Garradd passiert zehntausend Sterne

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Credit: Richard Tresch Fienberg (AAS)

Beschreibung: Komet Garradd wird immer heller, während er über den Nordhimmel wandert. Letzte Woche passierte der grüne Komet, der mit einem Fernglas zu sehen und an seiner grünen Koma erkennbar ist, fast genau vor dem Kugelsternhaufen M71. M71 wurde früher für einen offenen Sternhaufen gehalten, inzwischen ist er als einer der älteren Kugelsternhaufen bekannt und enthält mehr als 10.000 Sterne.

Das fotogene Duo wurde mit einer Standard-Digitalkamera mit einer 10-Minuten-Weitwinkelaufnahme in Richtung des nördlichen Sternbildes Pfeil (Sagitta) aufgenommen. Die Sterne Sham (Alpha Sagittae), Beta Sagittae, Gamma Sagittae und der Doppelstern Delta Sagittae sind als diagonal verlaufendes Band zu sehen, das von links oben abwärts läuft. Komet C/2009 P1 (Garradd) ist noch monatelang am Nordhimmel zu sehen und erreicht im Dezember seinen sonnennächsten Punkt.

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Herschel sieht die Milchstraße

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Credit: ESA, SPIRE und PACS Consortia

Beschreibung: Mit einem 3,5-Meter-Spiegel, der größer ist als der des Weltraumteleskops Hubble, erforscht das ESA-Weltraumobservatorium Herschel das Universum in infraroten Wellenlängen. Herschel wurde nach dem deutschstämmigen britischen Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel benannt, der vor mehr als 200 Jahren infrarotes Licht vor entdeckte. Herschels empfindliche Kameras lieferten zusammen diese spektakuläre Himmelslandschaft mit Blick zum Sternbild Kreuz des Südens. Die erstklassige Falschfarbenansicht im fernen Infrarot umfasst etwa 2 Grad und zeigt sehr detailreich die kalten Staubwolken unserer Galaxis, wobei ein auffallender, zusammenhängender Irrgarten aus Fasern und Sternbildungsregionen zu sehen ist. Mittels solcher Untersuchungen großer Bereiche der galaktischen Ebene sollen die Geheimnisse der Sternbildung enthüllt werden.

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M27: Kein Komet

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Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Beschreibung: Während der Astronom Charles Messier am Himmel des 18. Jahrhunderts in Frankreich Kometen jagte, erstellte der er fleißig eine Liste von Dingen, die er fand, und die definitiv kein Komet waren. Dies ist Nummer 27 auf seiner inzwischen berühmten Kein-Komet-Liste. Ein Astronom des 21. Jahrhunderts würde das Objekt als planetarischen Nebel erkennen, doch es ist auch kein Planet, obwohl es in einem kleinen Teleskop rund und planetenähnlich aussieht. Messier 27 (M27) ist ein ausgezeichnetes Beispiel eines gasförmigen Emissionsnebels, der entsteht, wenn der nukleare Treibstoff im Kern eines sonnenähnlichen Sterns zur Neige geht. Der Nebel entsteht, wenn die äußeren Schichten eines Sterns in den Weltraum abgestoßen werden, wobei ein sichtbares Leuchten entsteht, indem die Atome vom intensiven, aber ultravioletten Licht des sterbenden Sterns angeregt werden. Die schöne, interstellare Gaswolke, die landläufig auch Hantelnebel genannt wird, hat einen Durchmesser von mehr als 2,5 Lichtjahren und liegt ungefähr 1200 Lichtjahre entfernt im Sternbild Füchslein (Vulpecula). Dieses eindrucksvolle Farbkomposit betont Details in der gut untersuchten Zentralregion sowie blassere, selten abgebildete Strukturen im äußeren Hof des Nebels. Es wurde aus Breit- und Schmalbandbildern erstellt, die mit Filtern aufgenommen wurden, welche für die Emissionen von Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen durchlässig sind.

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