Wolkige Nacht der Nordlichter

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Bildcredit und Bildrechte: Fredrick Broms (Northern Lights Photography)

Beschreibung: Am 26. September traf ein großer koronaler Massenauswurf der Sonne auf die Magnetosphäre der Erde und erzeugte einen heftigen geomagnetischen Sturm und ausgedehnte Polarlichter. Auf dem obigen Bild wurde etwa zur lokalen Mitternachtsstunde auf der Insel Kvaløya vor Tromsø im Norden Norwegens das intensive, von Regenwolken umrahmte Leuchten fotografiert. Die orange gefärbten Wolken erscheinen ebenfalls als Silhouetten, weil sich die oberen Enden der farbig schimmernden Gardinen der Nordlichter weit über 100 Kilometer über dem Boden befinden. Obwohl die Polarlichtstrahlen parallel verlaufen, entspringen sie durch die Perspektive aus einem Fluchtpunkt im Zenit. Nahe dem unteren Bildrand der Szenerie leuchten der noch viel weiter entfernte Sternhaufen der Plejaden und der helle Planet Jupiter durch dieses wolkige Nordlicht.

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Weitwinkelfeld mit Kokon-Nebel

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Bildcredit und Bildrechte: Tony Hallas

Beschreibung: Auf diesem überfüllten Sternfeld, das etwa 3 Grad im hoch fliegenden Sternbild Schwan umfasst, fällt der Kokon-Nebel ins Auge. Dieser kosmische Kokon, eine kompakte Sternbildungsregion, unterstreicht einen langen Schweif undurchsichtiger interstellarer Staubwolken. Der Nebel, katalogisiert als IC 5146, ist fast 15 Lichtjahre groß und etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Wie andere Sternbildungsregionen fällt er durch sein rot leuchtendes Wasserstoffgas auf, das von jungen, heißen Sternen angeregt wird, sowie blaues, von Staub reflektiertes Sternenlicht am Rand einer ansonsten unsichtbaren Molekülwolke. Der helle Stern nahe der Mitte dieses Nebels ist wahrscheinlich nur wenige Hunderttausend Jahre alt und liefert die Energie für das Leuchten des Nebels, während er eine Höhle im Sterne bildenden Staub und Gas der Molekülwolke freiräumt. Doch die langen, staubhaltigen Filamente, die auf diesem im sichtbaren Licht aufgenommenen Bild dunkel erscheinen, verstecken selbst Sterne, die sich gerade bilden, und die in infraroten Wellenlängen zu sehen sind.

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Gewaltige Sonnenfleckengruppe AR 1302 löst eine Eruption aus

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Bildcredit: jp-Brahic

Beschreibung: Einer der aktivsten Sonnenfleckengruppen der letzten Jahre zieht derzeit über die Sonne. AR 1302 tauchte letzte Woche erstmals am Sonnenrand auf und ist so groß, dass sie ohne Teleskop zu sehen ist. Koronale Massenauswürfe von AR 1302 verursachten bereits starke geomagnetische Stürme sowie bemerkenswerte Polarlichtaktivität an beiden Erdpolen. Wie oben zu sehen ist, hing Plasma magnetisch über der Sonnenoberfläche, nachdem AR 1302 letzten Donnerstag eine Sonnenfackel der Klasse X ausgestoßen hatte. Die eingefügte Erde veranschaulicht den Größenvergleich. Obwohl am Samstag eine weitere X-Klassen-Fackel ausgestoßen wurde, haben bisher keine Eruptionen von AR 1302 die Erde direkt getroffen. Die Sonnenfleckengruppe AR 1302 wird sich weiterentwickeln, aber wahrscheinlich nächste Woche noch auf der Sonne sichtbar bleiben.

Galerie: Aktuelle Bilder der Sonnenfleckengruppe AR 1302
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Über den Planeten Erde fliegen


Bildcredit: NASA; Danksagung: Infinity Imagined

Beschreibung: Haben Sie je davon geträumt, hoch über der Erde zu fliegen? Astronauten, die die Internationale Raumstation besuchen, tun das jeden Tag und kreisen zweimal in drei Stunden um unseren rastlosen Planeten. Das oben gezeigte Zeitraffer-Video, das aus in diesem Monat fotografierten Bildern erstellt wurde, ist ein eindrucksvolles Beispiel der Ansichten, die sie sehen. Während die ISS um die nächtliche Hälfte der Erdkugel rast, sind vertraute Sternbilder darüber zu sehen. Ein Aerosol-Nebel der dünnen Erdatmosphäre ist als schmaler, farbiger Ring am Horizont sichtbar. Viele Wunder schwirren darunter vorbei, darunter riesige, weiße Wolkenbänke, große Gebiete mit tiefen, blauen Meeren, Land, das von den Lichtern großer und kleiner Städte beleuchtet ist sowie Sturmwolken, die von Blitzen aufgehellt werden. Das Video beginnt über dem Nordpazifik, führt vom Nordwesten Amerikas nach Südamerika und endet nahe der Antarktis, wo endlich das Tageslicht beginnt.

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Trockeneisgruben auf dem Mars

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Bildcredit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Beschreibung: Teile des Mars tauen auf. Rund um den Südpol des Mars verdampft gegen Ende jedes Marssommers durch das warme Wetter ein Teil der riesigen Kohlendioxid-Eiskappe. Gruben treten auf und dehnen sich aus, während das Kohlendioxid-Trockeneis direkt zu Gas sublimiert. Diese Gruben in der Eishülle sehen aus, als wären sie von Gold gesäumt, doch die genaue Zusammensetzung des Staubs, der die Grubenwände betont, ist unbekannt. Die runden Absenkungen in der Bildmitte haben einen Durchmesser von etwa 60 Metern. Die HiRISE-Kamera an Bord des Mars Reconnaissance Orbiter im Marsorbit fotografierte das obige Bild Ende Juli. Im Laufe der kommenden Monate herrschen, wenn der Mars seine Reise um die Sonne fortsetzt, kältere Jahreszeiten vor, und die dünne Luft wird kalt genug, um nicht nur das Tauwetter zu beenden, sondern sogar einmal mehr neue Schichten aus festem Kohlendioxideis zu frieren.

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Eine riesige Tsunami-Stoßwelle auf der Sonne

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Bildcredit: NSO/AURA/NSF und USAF-Forschungslabor

Beschreibung: So große Tsunamis gibt es auf der Erde nicht. 2006 erzeugte die riesige Sonnenfackel eines erdgroßen Sonnenflecks eine tsunamiartige Druckwelle, die selbst für die Sonne spektakulär war. Auf dem obigen Bild, das mit dem Teleskop des Optical Solar Patrol Network (OSPAN) in New Mexico (USA) aufgenommen wurde, ist zu sehen, wie die Tsunamiwelle von der Aktiven Region AR 10930 ausgeht. Die dabei entstandene Stoßwelle, die fachsprachlich als Moreton-Welle bezeichnet wird, komprimierte und erhitzte Gase, darunter Wasserstoff in der Photosphäre der Sonne, was vorübergehend ein helleres Leuchten erzeugte. Das obige Bild wurde in einer sehr speziellen roten Farbe aufgenommen, die nur von Wasserstoff abgestrahlt wird. Der tobende Tsunami entfernte einige aktive Sonnenfilamente, viele davon bildeten sich später erneut. Der Sonnentsunami breitete sich mit fast einer Million Kilometer pro Stunde aus und umkreiste die ganze Sonne in wenigen Minuten.

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Mangaias Milchstraße

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Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN)

Beschreibung: Von Sagittarius bis Carina leuchtet die Milchstraße an diesem dunklen Nachthimmel über dem üppig bewachsenen Inselparadies Mangaia des Planeten Erde. Diese prächtige Himmelslandschaft, ein vertrauter Anblick für Bewohner der Südhalbkugel, umfasst das gewölbte galaktische Zentrum oben links und die hellen Sterne Alpha und Beta Centauri rechts der Mitte. Die etwa 10 Kilometer große vulkanische Insel Mangaia ist die südlichste der Cookinseln. Geologen schätzen, dass sie mit einem Alter von 18 Millionen Jahren die älteste Insel im Pazifischen Ozean ist. Natürlich ist die Milchstraße etwas älter, wobei die ältesten Sterne der Galaxis vermutlich älter als 13 Milliarden Jahre sind. (Hinweis des Herausgebers: Dieses Bild wurde beim Royal Greenwich Observatory’s Astronomy Photographer of the Year zum Siegerfoto in der Kategorie Erde und Weltraum gekürt.)

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September-Polarlicht

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Bildcredit und Bildrechte: Yuichi Takasaka / TWAN / www.blue-moon.ca

Beschreibung: Die September-Tag- und Nachtgleiche kommt heute um 0905 UT. Wenn die Sonne den Himmelsäquator kreuzt und sich nach Süden bewegt, beginnt auf der Südhalbkugel der Frühling und im Norden der Herbst. Und obwohl die jahreszeitliche Verbindung unklar ist, bringen sowohl Frühling als auch Herbst eine Zunahme an geomagnetischen Stürmen. Daher kündet, weil die Polarlichter länger werden, die Tag- und Nachtgleiche auch den Beginn einer guten Saison für Polarlichtbeobachtung an. Diese Schleier aus schimmerndem, grünem Septemberlicht, die zu Beginn dieses Monats fotografiert wurden, breiten sich über eine prächtige Nachthimmelslandschaft. Im Vordergrund liegt der Hidden Lake Territorial Park in der Nähe von Yellowknife in den kanadischen Nordwest-Territorien. Ruhiges Wasser reflektiert das Polarlicht, wobei die Strichspuren heller Sterne durch das faszinierende Himmelsleuchten dringen. Natürlich sind, da sie in Höhen von etwa 100 Kilometern auftreten, Polarlichter des Planeten Erde auch vom Weltraum aus sichtbar.

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Arp 272

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Credit: Hubble Legacy Archive, ESA, NASA; Bearbeitung: Martin Pugh

Beschreibung: Zwei große, kollidierende Galaxien mit verketteten Spiralarmen sind auf diesem bemerkenswerten kosmischen Porträt zu sehen, das unter Verwendung von Bilddaten aus dem Hubble Legacy Archive erstellt wurde. Diese beiden sind im Atlas ungewöhnlicher Galaxien des Astronomen Halton Arp als Arp 272 katalogisiert und sind auch als NGC 6050 unten in der Mitte und IC 1179 oben rechts bekannt. Eine dritte Galaxie, wahrscheinlich ebenfalls Mitglied des interagierenden Systems, ist links über der größeren Spirale NGC 6050 zu sehen. Sie liegen an die 450 Millionen Lichtjahre entfernt im Herkules-Galaxienhaufen. In der geschätzten Entfernung umfasst das Bild mehr als 150.000 Lichtjahre. Obwohl dieses Szenario tatsächlich seltsam aussieht, ist mittlerweile bekannt, dass Galaxienkollisionen und mögliche Verschmelzungen häufig vorkommen, wobei Arp 272 ein Stadium in diesem unausweichlichen Prozess darstellt. Es ist sogar bekannt, dass die nahe gelegene Spiralgalaxie Andromeda sich unserer eigenen Galaxie nähert, und Arp 272 könnte ein Ausblick auf die Kollision in ferner Zukunft zwischen Andromeda und der Milchstraße sein.

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Plejaden-Deep-Field

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Bildcredit und Bildrechte: Stanislav Volskiy

Beschreibung: Haben Sie jemals den Sternhaufen der Plejaden gesehen? Sogar wenn das der Fall ist, haben Sie vielleicht niemals so gesehen: alles voller Staub. Die hellen Sterne der Plejaden, des vielleicht berühmtesten Sternhaufens am Himmel, sind ohne Fernglas sogar mitten in einer lichtverschmutzten Stadt zu sehen. Mit einer langen Belichtungszeit an einem dunklen Ort wird jedoch die Staubwolke, welche den Sternhaufen der Plejaden umgibt, sehr augenfällig. Das obige Bild zu fotografieren dauerte etwa 30 Stunden und bedeckt am Himmel eine mehrfache Fläche des Vollmondes. Die Plejaden, auch bekannt als die sieben Schwestern und M45, stehen etwa 400 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier (Taurus). Eine bekannte Sage mit moderner Wende besagt, dass einer der helleren Sterne verblasste, nachdem der Haufen benannt wurde, weshalb mit bloßem Auge nur sechs Sterne sichtbar sind. Die tatsächliche Anzahl an sichtbaren Plejaden-Sternen beträgt jedoch mehr oder weniger als sieben, je nach Dunkelheit des umgebenden Himmels und der Klarheit des Sehvermögens des Beobachters.

APOD-Rückblick: Der Sternhaufen der Plejaden
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Kepler-16b: Ein Planet mit zwei Sonnen


Credit für das Illustrations-Video: NASA, JPL-Caltech, T. Pyle; Danksagung: djxatlanta

Beschreibung: Wenn man lange genug wach bleibt, sieht man, wie beide Sonnen untergehen. Das könnte ein landläufiges Sprichwort von Lebewesen sein, die in der Atmosphäre von Kepler 16b schweben, einem Planeten, der kürzlich vom Satelliten Kepler im Weltraum entdeckt wurde. Das obige animierte Video zeigt, wie das Planetensystem von einem Raumschiff aus aussehen könnte. Obwohl Mehrfachsternsysteme relativ häufig vorkommen, ist dies das erste uns bekannte, das einen Planeten besitzt. Weil sich unsere Erde in der Umlaufebene beider Sterne und des Planeten befindet, bedeckt von uns aus gesehen jeder Körper die anderen zu verschiedenen Zeiten, wobei messbare Lichtabfälle zu beobachten sind. Die regelmäßigen Bedeckungen erlauben bei Kepler 16b die genaueste Massen- und Radiusbestimmung, die je bei einem Planeten außerhalb unseres Sonnensystems möglich war. Einen Planeten wie Saturn in einer Umlaufbahn wie der Venus zu finden – so nahe an einem Doppelstern – war eine Überraschung und wird sicherlich zu einem Forschungsgegenstand werden.

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