Perihel und Aphel

Vergleich zwischen dem scheinbaren Durchmesser der Sonne zum Perihel (Sonnennähe) und Aphel (Sonnenferne).

Bildcredit und Bildrechte: Richard Jaworski

Beschreibung: Am 5. Juli 2021 erreichte die Erde das Aphel 2021, das ist der sonnenfernste Punkt auf ihrer elliptischen Bahn. Natürlich beeinflusst die Entfernung der Erde von der Sonne nicht die Jahreszeiten. Diese sind abhängig von der Neigung der Rotationsachse der Erde, daher ist im Juli auf der Nordhalbkugel immer noch Sommer und auf der Südhalbkugel Winter.

Doch es bedeutet, dass am 5. Juli die Sonne – vom Planeten Erde aus betrachtet – ihre kleinste scheinbare Größe hatte. Dieses Komposit vergleicht zwei Bilder der Sonne, die mit demselben Teleskop und derselben Kamera fotografiert wurden. Die linke Hälfte entstand nahe dem Perihel 2021 (2. Januar), dem sonnennächsten Punkt auf der Erdbahn. Das rechte Bild wurde kurz vor dem Aphel 2021 fotografiert.

Der Unterschied des scheinbaren Durchmessers der Sonne zwischen Perihel und Aphel ist normalerweise schwierig zu erkennen, da er nur etwas mehr als 3 Prozent beträgt.

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AR2835: Inseln in der Photosphäre

Die Aktiven Region AR2835 ist die größte Aktive Region, die derzeit die Sonne kreuzt.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Teoh, Heng-Ee-Observatorium, Penang, Malaysia

Beschreibung: Sonnenflecken sind dunkle Inseln in der Photosphäre – das ist die helle Oberfläche der Sonne. Diese Flecken sind so groß wie Planeten, sie schwimmen in einem Meer aus leuchtendem Plasma und sind an starken Magnetfeldern verankert. Sonnenflecken befinden sich in aktiven Sonnenregionen. Sie wirken nur deshalb dunkel, weil sie etwas kühler sind, ihre Temperatur beträgt etwa 4000 Kelvin. Im Vergleich dazu herrschen auf der umgebenden Sonnenoberfläche Temperaturen von 6000 Kelvin.

Diese Sonnenflecken liegen in der Aktiven Region AR2835. Es ist die größte Aktive Region, die derzeit die Sonne kreuzt. Diese scharfe Teleskop-Nahaufnahme vom 1. Juli zeigt sie in einem Sichtfeld, das etwa 150.000 Kilometer breit ist, das entspricht mehr als zehn Erddurchmessern. Aktive Sonnenregionen mit ihren mächtigen Magnetfeldern sind häufig für Sonnenfackeln und koronale Massenauswürfe verantwortlich, das sind Stürme, die das Weltraumwetter in Erdnähe beeinflussen.

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Papermoon-Sonnenfinsternis

Dieses fantastische Bild vom Sonnenuntergang in Xilin Gol in der Inneren Mongolei in China zeigt Sonne und Mond bei der partiellen Sonnenfinsternis.

Bildcredit und Bildrechte: Wang Letian (Augen bei Nacht)

Beschreibung: Es erinnert an einen Papiermond, der an einer gemalten Sonne vorbei segelt. Doch es sind keine Kartonwolken. Und es ist kein Fantasiebild. Dieses Bild eines orangefarbenen Himmels ist echt – es ist ein digitales Komposit aus zwei Aufnahmen der Sonnenfinsternis, die Anfang des Monats stattfand. Die erste Aufnahme wurde mit einem gewöhnlichen Teleskop gemacht, das die überbelichtete Sonne und den unterbelichteten Mond erfasste. Das zweite Bild wurde mit einem Sonnenteleskop fotografiert, um Details der Chromosphäre der Sonne im Hintergrund zu zeigen.

Die leinwandähnliche Struktur der Sonne entstand durch die Abbildung in einem besonderen Rotton, der von Wasserstoff abgestrahlt wird. Am Sonnenrand seht ihr mehrere Protuberanzen. Das Bild wurde kurz vor Sonnenuntergang in Xilin Gol in der Inneren Mongolei in China fotografiert. Die Idee, dass der Mond aus dichtem Gestein, die Sonne aus heißem Gas und Wolken aus schwebenden Wasser- und Eiströpfchen bestehen, ist ebenfalls keine Fantasie.

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Bildpunkte in der Sonne

Die Sonne in H-Alpha-Licht mit den Silhouetten der Internationalen Raumstation und Chinas neuer Raumstation Tiangong.

Bildcredit und Bildrechte: Wang Letian (Augen bei Nacht)

Beschreibung: Diese beiden Bilder wurden aus Video-Einzelbildern erstellt. Sie wurden sie mit einem sicheren Sonnenteleskop und einem H-Alpha-Filter fotografiert und  zeigen interessante Details der Sonnenoberfläche sowie gewaltige Protuberanzen vom 6. Juni (oben) und 18. Juni am Sonnenrand.

Diese Aufnahmen aus Peking (China) zeigen auch die Silhouetten der Internationalen Raumstation und Chinas neuer Raumstation Tiangong vor der hellen Sonne, während sie vorüberzogen. Die Internationale Raumstation liegt im unteren Bildfeld nahe der Mitte, sie kreuzt die Sonnenscheibe links neben der hellen aktiven Region AR2833 und unter einem großen, bogenförmigen Sonnenfilament.

Die chinesische Raumstation befindet sich im oberen Bildfeld rechts neben der Mitte unter der aktiven Sonnenregion AR2827, ihr seht sie als kleine Kombination aus den Formen „+“ und „-„.

Die Bilder der vorbeiziehenden Außenposten im Orbit wurden mit derselben Ausrüstung und mit der gleichen Auflösung fotografiert, wobei die Internationale Raumstation ungefähr 492 Kilometer entfernt ist. Die chinesische Raumstation war mehr als 400 Kilometer von der Kamera entfernt.

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Sonnenaufgang zur Sonnenwende über Stonehenge

Sonnenaufgang zur Sommersonnenwende 2008 bei Stonehenge in Großbritannien.

Bildcredit und Bildrechte: Max Alexander, STFC, SPL

Beschreibung: Heute erreicht die Sonne den nördlichsten Punkt am Himmel des Planeten Erde. Es ist Sonnenwende, und in viele Kulturen markiert dieses Datum den Wechsel der Jahreszeiten – vom Frühling zum Sommer auf der Nordhalbkugel der Erde und vom Herbst zum Winter auf der Südhalbkugel der Erde. Genau genommen ereignet sich die Sonnenwende in einigen Teilen der Welt heute, in anderen Regionen morgen.

Dieses Bild wurde 2008 in der Woche der Sommersonnenwende bei Stonehenge in Großbritannien fotografiert. Es zeigt einen malerischen Sonnenaufgang mit Nebel, Bäumen, Wolken, Steinen, die vor etwa 4500 Jahren errichtet wurden, sowie eine 4,5 Milliarden Jahre alte große leuchtende Kugel.

Trotz der Präzession der Erdrotationsachse im Laufe der Jahrhunderte geht die Sonne in Stonehenge weiterhin auf eine astronomisch bedeutsame Art und Weise auf.

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Teufelshörner aus einem Feuerring

Die partielle Phase der ringförmigen Sonnenfinsternis wurde hier bei Neumond bei Belmar in New Jersey an der Ostküste der USA fotografiert.

Bildcredit und Bildrechte: Madhup Rathi

Beschreibung: Diese Teleskopansicht des Sonnenaufgangs am Atlantik vom 10. Juni zeigt, wie die Sonnenscheibe durch die Brechung in der Atmosphäre abgeflacht und verzerrt wurde.

Die Szene wurde während der ringförmigen Sonnenfinsternis dieser Saison bei Neumond fotografiert, und zwar bei Belmar in New Jersey an der Ostküste der USA. Die partielle Silhouette des Mondes verleiht der aufgehenden Sonne ihre Sichelform, die manche an die Hörner des Teufels erinnert (oder vielleicht ein fliegendes Kanu…).

Doch während ihrer vollständig ringförmigen Phase sah die verfinsterte Sonne wie ein Feuerring am Himmel aus. Die ringförmige Sonnenfinsternis vom Juni folgte der totalen Mondfinsternis des Vollmondes Ende Mai. Diese totale Mondfinsternis war eine dramatische rote Blutmondfinsternis.

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Finsternis am Wasser

Partielle Sonnenfinsternis bei Sonnenaufgang am 10. Juni bei einem Fischersteg in Stratford (Connecticut, Nordosten der USA).

Bildcredit und Bildrechte: Elliot Severn

Beschreibung: Finsternisse treten oft paarweise auf. Zweimal im Jahr liegen während einer etwa 34 Tage dauernden Finsternissaison Sonne, Mond und Erde fast genau in einer Linie. Dann gibt es bei Vollmond oder Neumond, die etwas mehr als 14 Tage auseinanderliegen, eine Mond- oder Sonnenfinsternis.

Partielle Finsternisse gehören zu fast jeder Finsternissaison. Doch manchmal liegen Neumond und Vollmond während einer Finsternissaison nahe genug beisammen, dass es zu einem Paar aus totaler Mond- und Sonnenfinsternis kommt (oder zu einer totalen Mond- und einer ringförmigen Sonnenfinsternis).

Während der letzten Finsternissaison bildete der Neumond, der auf die auf die totale Mondfinsternis bei Vollmond am 26. Mai folgte, eine ringförmige Sonnenfinsternis auf einer nördlichen Zentrallinie. Diese Finsternis ist hier als partiell verfinsterter Sonnenaufgang zu sehen, sie wurde am 10. Juni bei einem Fischersteg in Stratford (Connecticut, Nordosten der USA) fotografiert.

Interessante Bilder, die bei APOD eingereicht wurden: Sonnenfinsternis vom 10. Juni

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Sonnenfinsternis-Überflug

Die partielle Sonnenfinsternis in Quincy Beach südlich von Boston in Massachusetts nahe dem Höhepunkt mit Vogelflug.

Bildcredit und Bildrechte: Zev Hoover, Christian Lockwood und Zoe Chakoian

Beschreibung: Am 10. Juni zog der Neumond über die Sonne. Nur zwei Tage nach Erreichen des Apogäums, das ist der fernste Punkt auf seiner elliptischen Bahn, führte die geringe scheinbare Größe der Mondsilhouette zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis.

Die kurze, aber spektakuläre ringförmige Finsternisphase zeigte die helle Sonnenscheibe als Feuerring, wenn man sie auf der schmalen nördlichen Zentrallinie betrachtete, die über den Planeten Erde verlief. Der wolkige Morgenhimmel an der Ostküste der USA bot jedoch prächtige Ansichten der partiell verfinsterten Sonne.

Mond und Sonne gingen gemeinsam auf und wurden hier in Quincy Beach südlich von Boston in Massachusetts nahe dem Höhepunkt der Finsternis fotografiert. Dieses digitale Kompositbild ist eine Serie aufeinanderfolgender Bilder. Durch einen glücklichen Zufall folgt die entstandene Bildserie dem wellenförmigen Flug eines Vogels, der die Silhouette des Mondes mit der aufgehenden Sonne verbindet.

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Kreisrunder Sonnenhalo

Dieses Smartphone-Foto mit 22-Grad-Halo wurde am 29. Mai in Italien in der Nähe von Rom fotografiert.

Bildcredit und Bildrechte: Vincenzo Mirabella

Beschreibung: Möchtet ihr einen Ring um die Sonne sehen? Das ist am Tageshimmel auf der ganzen Welt ziemlich einfach. Kreisförmige 22-Grad-Halos entstehen durch zufällig ausgerichtete Eiskristalle in dünnen hohen Zirruswolken und sind viel häufiger zu sehen als Regenbögen.

Dieses Smartphone-Foto wurde am 29. Mai in Italien in der Nähe von Rom fotografiert. Wenn man die Sonne sorgfältig abdeckt, zum Beispiel mit einer Fingerspitze, reicht das in der Regel aus, um einen typischen Haloring zu zeigen. Der charakteristische Winkelradius eines Halos entspricht ungefähr der Breite eurer Hand vom Daumen zum kleinen Finger am Ende eures ausgestreckten Arms.

Möchtet ihr eine Feuerring-Finsternis sehen? Das ist schon schwieriger. Die spektakuläre Ringphase der heutigen Sonnenfinsternis (10. Juni), die als Feuerring bezeichnet wird, ist nur kurz auf dem schmalen Schattenpfad des Mondes sichtbar, der über Teile des Nordens von Kanada zieht, dann weiter über Grönland, die Arktis und Ostrussland. Die Sonnenfinsternis ist jedoch in einer breiteren Region partiell zu sehen, etwa in Nordasien, Europa und Teilen der USA.

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Eine verzerrte Finsternis bei Sonnenaufgang

Partielle Sonnenfinsternis bei Sonnenaufgang im Dezember 2019 in Al Wakra in Katar.

Bildcredit und Bildrechte: Elias Chasiotis

Beschreibung: Habt ihr schon einmal so einen Sonnenaufgang gesehen? Hier ging die Sonne bei einer anfangs bewölkten partiellen Finsternis scheinbar zweigeteilt auf. Der Fotograf beschrieb den Sonnenaufgang als den aufregendsten seines Lebens.

Der dunkle Kreis oben in der von der Atmosphäre geröteten Sonne ist der Mond – doch er ist auch der dunkle Berg darunter. Das liegt daran, dass sich entlang der Sichtlinie in der Erdatmosphäre eine Inversionsschicht aus ungewöhnlich warmer Luft befand, die sich wie eine riesige Linse verhielt und ein zweites Bild erzeugte. Bei einem normalen Sonnenaufgang oder -untergang ist dieses seltene Phänomen atmosphärischer Optik als „Etruskische Vase“ bekannt.

Dieses Bild wurde im Dezember 2019 in Al Wakra in Katar fotografiert.  Einige Beobachter*innen auf einem schmalen Pfad auf der Erde im Osten bekamen eine vollständige ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen. Dabei ist der Mond vollständig von der Sonne im Hintergrund – einem Feuerring – eingerahmt.

Die nächste Sonnenfinsternis, die für gut platzierte Beobachter*innen ebenfalls ringförmig ist, findet am 10. Juni statt. In Wien ist sie als partielle Finsternis sichtbar.

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Raumstation, Protuberanzen, Sonne

ISS mit angedockter Dragon-Besatzungskapsel zieht vor der Sonne vorbei.

Bildcredit und Bildrechte: Mehmet Ergün

Beschreibung: Das ist kein Sonnenfleck. Es ist die Internationale Raumstation (ISS), die vor der Sonne vorbeifliegt. Sonnenflecken haben eine dunkle zentrale Umbra, darum herum eine hellere Penumbra, und vor allem sind keine Dragon-Kapseln angekoppelt. Im Gegensatz dazu ist die ISS ein komplexer, vielseitiger Mechanismus und eines der größten, komplexesten Raumschiffe, das die Menschheit je gebaut hat. Außerdem kreisen Sonnenflecken um die Sonne, die ISS hingegen kreist um die Erde.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die ISS vor der Sonne vorbeizieht, sie umkreist die Erde etwa alle 90 Minuten. Doch zur richtigen Zeit mit der richtigen Ausrüstung am richtigen Ort zu sein, um ein großartiges Bild zu fotografieren, ist schwierig.

Dieses Bild kombiniert drei Bilder, die alle am selben Ort und fast zur selben Zeit aufgenommen wurden. Das erste Bild – überbelichtet – zeigt die blassen Protuberanzen am oberen Sonnenrand, ein zweites Foto – unterbelichtet – bildet die komplexe Textur der Chromosphäre der Sonne ab, während das dritte Bild – das am schwierigsten zu bekommen war – die Raumstation zeigt, als sie im Bruchteil einer Sekunde über die Sonne zischte. Wenn ihr die Silhouette der Raumstation genau betrachtet, erkennt ihr sogar die angedockte Dragon-Besatzungskapsel.

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