Geister und Strichspuren

Über einer Steinruine rotieren Sterne um den Himmelsnordpol und ziehen Strichspuren. Vorne leuchtet ein ausgehöhlter Kürbis von innen.

Bildcredit und Bildrechte: Chris Kotsiopoulos (GreekSky)

Keine Angst. Die Sterne fallen nicht vom Himmel, und in eurer Nachbarschaft spuken keine Gespenster. Doch auf diesem gruseligen Bild eines exzentrischen, verlassenen alten Hauses im Mondlicht sieht so aus, als wären hier Geister. Das Bild ist ein Genuss fürs Auge. Es nützt den Trick gestapelter Mehrfachbelichtung. Dafür wurden 60 Aufnahmen je 25 Sekunden belichtet.

Während der Belichtung zogen die Sterne konzentrische Bögen um den Nordpol am Himmel, weil der Planet Erde um seine Achse rotiert. Der Himmelsnordpol wird praktischerweise vom hellen Polarstern markiert. Er liegt über den Spitzen der verlassenen Ruine. Der Fotografen stand in der Tür und war in eine Decke gewickelt. Seine Bewegungen während der Aufnahmen wurden zu einer geisterhaften Erscheinung kombiniert. Auch Jack O’Lantern war dort und wünschte ein fröhlichen Abend vor Allerheiligen (All Hallows’ Eve)!

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Kometenschweife und Strichspuren

Der Komet PanSTARRS bewegt sich vor dem Sternbild Krebs. Die Sterne ziehen daher leichte Strichspuren, weil die Kamera dem Kometen nachfeführt wurde. Nach oben breitet sich ein blauer Ionenschweif aus. Der Staubschweif rechts ist gelblich und kürzer.

Bildcredit und Bildrechte: Kevin Parker

Komet PanSTARRS ist auch als C/2014 Q1 bekannt. An nördlichen Sommerabenden hatte er den Horizont im Westen geschmückt. Nun stieg am südlichen Winterhimmel höher. Im August 2014 wurde der Besucher im inneren Sonnensystem mit der erfolgreichen PanSTARRS-Durchmusterung entdeckt.

Das Bild zeigt den Kometen mit seinen farbigen Schweifen. Es wurde am 17. Juli an einer Hobbysternwarte in Mackay im australischen Queensland fotografiert. Das Sichtfeld ist etwas breiter als 1 Grad. Etwa zwei Tage danach erreichte der Komet PanSTARRS, der schnell über den Himmel zieht, seine größte Annäherung an den Planeten Erde. Die blassen Sterne im Sternbild Krebs zogen auf dem Teleskopbild kurze Strichspuren. Ihre Richtung zeigt die schnelle Bewegung des Kometen.

Die bläulichen Ionenschweife des Kometen PanSTARRS weht der Sonnenwind von der Sonne fort. Der diffusere, gelbliche Staubschweif wird vom Druck des Sonnenlichtes getrieben. Er zieht dem Kometen auf seiner Bahn hinterher. In den nächsten Tagen ist der Komet in südlichen Breiten ein gutes Ziel für Ferngläser. Er wandert am Himmel an Venus, Jupiter und dem hellen Stern Regulus vorbei.

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Strichspuren über einem Tafelberg

Über Kapstadt ziehen Sterne am blauen nächtlichen Himmel ihre kreisförmigen Strichspuren. Der Tafelberg ragt aus den hellen Lichtern der Stadt heraus.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Nathan

Sterne ziehen über diese mondbeleuchtete Nachtlandschaft von Kapstadt in Südafrika auf dem Planeten Erde. Unten breiten sich die Stadtlichter aus. Der hohe Tafelberg drängt scheinbar die irdischen Lichter an die Küste, während die Sterne den Himmelssüdpol umkreisen.

Diese Szenerie ist ein zeitgenössischer Blickwinkel des natürlichen Nachthimmels. Sie wurde im Juni 2014 fotografiert. Das Bild entstand aus mehr als neunhundert Aufnahmen, die je 30 Sekunden belichtet wurden. Das fantastische Ergebnis wurde beim Fotowettbewerb International Earth and Sky 2015 von The World at Night zum Siegerbild in der Kategorie „Gegen die Lichter“ gekürt. Es setzte sich gegen mehr als 800 Einreichungen durch.

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Dreifachkonjunktion im Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia

Über der Atlantikküste im Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia leuchten der Sichelmond und die Planeten Venus und Jupiter.

Bildcredit und Bildrechte: Fernando Rey (LuzLux)

Welche Lichter leuchten hier über dem Horizont? Es sind Planeten – und der Mond. Am Horizont liegt die Atlantikküste im Nationalpark Islas Atlánticas de Galicia im Norden von Spanien. Links hinten folgt der Mond. Er war zwar das hellste Objekt am Nachthimmel, doch er war hier nur als Sichel zu sehen.

Das nächste Objekt war der Planet Venus. Der Gasriese Jupiter stand an der Spitze des Dreiecks. Durch die lange Belichtung zogen alle Himmelsobjekte – auch die weit entfernten Sterne – kurze Bögen, weil unsere Erde rotiert. Das Bild entstand letzten Sonntag in der Nacht.

Der Mond hat zwar auf seiner Bahn diesen Teil des Himmels schon verlassen, doch die Planeten Venus und Jupiter stehen nach Sonnenuntergang noch bis Mitte August beisammen. Die beiden Planeten erreichen ihre größte Annäherung in einer Woche. Dann sind sie weniger als eine Mondbreite voneinander getrennt.

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Polarlicht und Strichspuren über Island

Der spiegelglatte See Mývatn vorne reflektiert Sterne und Polarlichter, die über den Himmel ziehen. Er ist von Lavasäulen umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: Vincent Brady

Es war eine der ruhigsten Polarlichtnächte seit Wochen. Im November schimmerten in Norden von Island jede klare Nacht Polarlichter am Himmel. Dieses 360-Grad-Panorama entstand aus Bildern von vier Weitwinkel-Kameras. Sie fotografierten 42 Minuten lang simultan jeweils mehr als 101 Bilder. Die Aufnahmen wurden digital kombiniert.

Vorne ruht der See Mývatn. Er ist von malerischen Ungetümen aus Fels umgeben, die von urzeitlichen Lavaflüssen zurückblieben. Über den Himmel ziehen grüne Polarlichter, die tief hinab reichen. Zum Horizont hin werden sie eindrucksvoll komplex. Die fernen Sterne ziehen ungewöhnliche Spuren, während sich die Erde drehte, weil die früheren Aufnahmen künstlich verblasst wurden.

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Wenn Wega im Norden steht

Zwei Bilder zeigen, wie die Sterne am Himmel scheinbar um einen Stern kreisen. Links kreisen sie um den Polarstern. Rechts kreisen sie um den Stern Wega, der in 12.000 Jahren der Himmelsnordpol sein wird.

Bildcredit und Bildrechte: Miguel Claro | Dark Sky Alqueva

In nur ungefähr 12.000 Jahren ist Wega der Nordstern. Sie ist dann der hellste Stern nahe beim Himmelsnordpol unseres Planeten. Wenn ihr dann mit Kamera und Stativ den Nachthimmel lange belichtet, laufen die konzentrischen Bögen der Strichspuren um einen Punkt nahe beim Stern Wega, weil die Achse der Erde rotiert.

Derzeit steht praktischerweise der helle Polarstern nahe beim Himmelsnordpol. Doch das ändert sich, weil die Rotationsachse der Erde wie ein wackelnder Kreisel rotiert. Die Periode der Präzession dauert etwa 26.000 Jahre.

Eure Kamera steht aber jetzt bereit, und ihr möchtet nicht 12.000 Jahre warten, bis Wega unser Nordstern ist? Dann seht euch diese einfallsreiche Demonstration an. Die aktuellen Strichspuren sind links. Zum Vergleich zeigt das rechte Bild Strichspuren, die das Jahr 14.000 n. Chr. simulieren. Beide Bilder wurden im April im portugiesischen Lichtschutzgebiet Alqueva in Alentejo fotografiert.

Der Astronom Miguel Claro erzeugte Strichspuren der fernen Zukunft, die auf Wega zentriert sind, indem er die Rotation von zwei den Sternen nachgeführten Kameras kombinierte. So entstand die scheinbare Verschiebung des Himmelsnordpols der Erde. (Nachtrag: Dank an APOD-Leserinnen und -Leser. Sie wiesen darauf hin, dass die Wega als Polstern fast an derselben Position in der Landschaft steht, wo sich jetzt der Polarstern befindet).

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Atlas V startet MMS

Hinter einer Bucht steigt der leuchtende Bogen eines Raketenstarts zum Himmel. Eine Atlas V brachte MMS in den Erdorbit.

Bildcredit und Bildrechte: Ben Cooper (Launch Photography)

Vögel fliegen nicht so hoch. Flugzeuge sind nicht so schnell. Die Freiheitsstatue wiegt weniger. Keine andere Gattung als Menschen versteht, was hier passiert. Auch Menschen vor erst hundert Jahren hätten das nicht begriffen. Wenn eine Rakete in den Weltraum startet, ist das ein beeindruckendes Ereignis. Viele wollen es dokumentieren.

Oben hob vor 10 Tagen eine Atlas-V-Rakete ab. Sie brachte die Magnetospheric Multiscale Mission (MMS) der NASA in den Erdorbit. MMS untersucht, wie das Erdmagnetfeld funktioniert, das die Erde umgibt und schützt.

Die Rakete war 300.000 Kilogramm schwer. Sie hob aus dem Stand ab und umkreiste die Erde in einer Höhe, wo die Luft zu dünn zum Atmen ist. Etwa einmal pro Woche startet derzeit an verschiedenen Orten der Erde eine Rakete in den Weltraum.

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Eine Nacht in Poker Flat

Von links unten steigen leuchtende Spuren zur oberen Bildmitte auf. Es sind vier startende Raketen. Die leuchtenden Spuren enden scheinbar beim Zentrum der Strichspuren, die die Sterne am Himmel gezogen haben. Der ganze Himmel ist von grünen Polarlichtern überzogen.

Bildcredit und Bildrechte: NASA / Jamie Adkins

Vier suborbitale Forschungsraketen der NASA starteten in der Nacht des 26. Jänner an der Poker Flat Research Range der Universität von Alaska. Dieses Kompositbild zeigt alle vier Starts der kleinen, mehrstufigen Raketen in Zeitraffer. Sie erforschen den faszinierenden Winterhimmel, der von Polarlichtern beleuchtet wird.

Hoch über dem Horizont kreisten Sterne um den Nordpol am Himmel. Der Standort liegt 48 Kilometer nördlich von Fairbanks in Alaska. Auch LiDAR – das sind gepulste grüne Laserstrahlen – zogen Spuren im Bild.

Die Nutzlasten, die gestartet wurden, waren vier Experimente. Zwei trugen die Bezeichnung Mesosphere-Lower Thermosphere Turbulence (M-TeX). Die anderen beiden wurden als Mesospheric Inversion-layer Stratified Turbulence (MIST) bezeichnet. Sie arbeiteten erfolgreich und erzeugten Kondensstreifen in großer Höhe, die man vom Boden aus sah.

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