Der wirbelnde Kern im Krebsnebel

Hinter weißlichen Nebeln leuchten rote Fasern und blaue Nebel. Rechts neben der Mitte sind spiralförmige Wirbel zu sehen. Dort befindet sich auch der Krebspulsar, der nach der Explosion eines massereichen Sterns übrig blieb.

Bildcredit: NASA, ESADanksagung: J. Hester (ASU), M. Weisskopf (NASA / GSFC)

Im Krebsnebel rotiert ein magnetischer Neutronenstern. Der Krebspulsar ist so groß wie eine Stadt und dreht sich 30 Mal pro Sekunde. Dieses fantastische Hubble-Bild zeigt das Innere des Nebels. Darauf ist er der rechte der beiden hellen Sterne knapp unter dem zentralen Wirbel.

Das spektakuläre Bild ist etwa drei Lichtjahre breit. Es zeigt leuchtendes Gas, Hohlräume und wirbelnde Fasern. Der Wirbel ist in ein gespenstisches blaues Licht getaucht. Das blaue Leuchten ist Strahlung in sichtbarem Licht. Es stammt von Elektronen, die in einem starken Magnetfeld spiralförmig wirbeln. Dabei erreichen sie fast Lichtgeschwindigkeit. Wie ein kosmischer Dynamo liefert der Pulsar die Energie für das Leuchten im Nebel. Das treibt eine Stoßwelle durch das umgebende Material und beschleunigt die Elektronen auf ihren spiralförmigen Bahnen.

Der rotierende Pulsar hat mehr Masse als die Sonne und ist so dicht wie ein Atomkern. Er ist der kollabierte Kern eines massereichen Sterns, der explodierte. Der Krebsnebel ist der Rest der äußeren Sternenhülle und dehnt sich aus. Die Explosion der Supernova wurde auf dem Planeten Erde im Jahr 1054 beobachtet.

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Hubble zeigt den Pferdekopfnebel in Infrarot

Der Pferdekopfnebel leuchtet in Infrarotlicht. Hier wurde er in Falschfarben dargestellt, die Aufnahme stammt vom Weltraumteleskop Hubble.

Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Vermächtnisteam (STScI/AURA)

Diese prächtige interstellare Staubwolke treibt durch den Kosmos. Dabei wurde sie von Sternwinden und Strahlung geformt, bis sie eine erkennbare Form bekam. Man nennt sie passenderweise Pferdekopfnebel.

Die Wolke liegt im gewaltigen, komplexen Orionnebel M42. Wenn man sie mit einem kleinen Teleskop direkt beobachtet, ist sie ein vielleicht lohnendes, aber schwieriges Objekt. Dieses prächtige detailreiche Bild wurde 2013 vom Weltraumteleskop Hubble in Infrarot fotografiert. Der Anlass war der 23. Jahrestag seines Starts.

Die dunkle Molekülwolke ist ungefähr 1500 Lichtjahre von uns entfernt. Sie als Barnard 33 katalogisiert. Man sieht sie nur deshalb, weil der massereiche Stern Sigma Orionis sie von hinten beleuchtet. Der Pferdekopfnebel verändert in den nächsten Millionen Jahren langsam seine Form. Vielleicht zerstört ihn eines Tages das sehr energiereiche Sternenlicht.

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Supernovarest Simeis 147, der Spaghettinebel

In einem dicht besiedelten Sternenfeld mit wenigen hellen Sternen leuchtet ein verworrenes Knäuel aus roten Strähnen, die von dunkleren roten Nebeln umgeben ist.

Bildcredit und Bildrechte: Giuseppe Donatiello (Italien) und Tim Stone (USA)

Man verliert leicht den Faden, wenn man den komplexen Strähnen im Spaghettinebel folgt. Der Supernovaüberrest mit den leuchtenden Fasern ist als Simeis 147 und Sh2-240 katalogisiert. Er bedeckt am Himmel fast drei Grad, das entspricht der Breite von 6 Vollmonden. Die Wolke aus Sternschutt ist etwa 3000 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz entspricht das einer Breite von ungefähr 150 Lichtjahren.

Das scharfe Komposit entstand aus Bilddaten, die mit Schmalbandfiltern fotografiert wurden. So wurden die Emission der Wasserstoffatome betont, die das komprimierte leuchtende Gas säumen. Der Supernovaüberrest ist zirka 40.000 Jahre alt. Das bedeutet, dass das Licht der heftigen Sternexplosion erstmals vor 40.000 Jahren die Erde erreichte.

Der expandierende Überrest ist nicht das einzige Nachleuchten. Die kosmische Katastrophe hinterließ auch einen rotierenden Neutronenstern oder Pulsar. Er ist alles, was vom ursprünglichen Stern übrig blieb.

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Dunkle Nebel im Stier

Dunkle Ranken aus braunem und dunklem Staub sind im Bild verteilt. Dazwischen leuchten einige Sterne, die von blauen Reflexionsnebeln umgeben sind. Andere Sterne leuchten rötlich, weil sie hinter dunklem Staub verborgen sind.

Bildbearbeitung und Bildrechte: Oliver CzernetzDaten: Digitized Sky Survey (POSS-II)

Manchmal wirkt sogar der dunkle Staub im interstellaren Raum heiter und schön. So einen Ort finden wir im Sternbild Stier. Diese Fasern liegen am Himmel zwischen dem Sternhaufen der Plejaden und dem Kaliforniennebel. Staub ist nicht dafür bekannt, dass er hell leuchtet. Stattdessen ist er opak und undurchsichtig. Er absorbiert Licht.

Bei mehreren hellen Sternen wird blaues Licht vom braunen Staub reflektiert. Andere Sterne leuchten ungewöhnlich rot, weil ihr Licht kaum durch eine Säule aus dunklem Staub dringt. Die rote Farbe bleibt übrig, nachdem das blaue Licht verteilt wurde. Wieder andere Sterne liegen hinter so dicken Staubsäulen, dass man sie hier nicht sieht.

Die Szenerie wirkt zwar heiter, doch sie zeigt eine fortlaufende Schleife aus Zerstörung und Neubildung. Denn Knoten mit genügend Masse an Gas und Staub kollabieren durch Gravitation und bilden neue Sterne. Diese Sterne bilden einerseits in ihren Atmosphären neuen Staub, andererseits zerstören sie alten Staub durch energiereiches Licht und Sternwinde.

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Hubble zeigt den Krebsnebel M1

Der Krebsnebel wirkt sehr stark gefasert. Er füllt das ganze Bild. In der Mitte ist ein weiß-bläuliches Leuchten, nach außen hin werden die Fasern hellgelb und hellgrün, außen wechseln sie zu Braun.

Bildcredit: NASA, ESA, J. Hester, A. Loll (ASU)

So ein Chaos bleibt übrig, wenn ein Stern explodiert. Der Krebsnebel ist das Ergebnis einer Supernova, die 1054 zu beobachten war. Er ist voller rätselhafter Fasern. Sie sind nicht nur ungemein komplex, sondern besitzen anscheinend auch weniger Masse, als von der Supernova ausgestoßen wurde. Außerdem haben sie eine höhere Geschwindigkeit, als man bei einer freien Explosion erwarten würde.

Dieses Bild wurde mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. Es ist in drei wissenschaftlich gewählten Farben dargestellt. Der Krebsnebel ist etwa 10 Lichtjahre groß. Im Zentrum des Nebels liegt ein Pulsar. Das ist ein Neutronenstern, der so massereich ist wie die Sonne, aber nur so groß wie eine kleine Stadt. Der Krebspulsar rotiert ungefähr 30-mal pro Sekunde um seine eigene Achse.

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M45, der Sternhaufen der Plejaden

Die Sterne der Plejaden sind bildfüllend dargestellt. Die lange Belichtungszeit macht die Staubwolke sichtbar, in der sie sich befinden. Blaue Staubranken überziehen das Bild rund um die Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Marco Lorenzi (Glittering Lights)

Habt ihr schon einmal die Plejaden gesehen? Vielleicht. Aber sicherlich nie so staubig wie hier. Die Plejaden sind der vielleicht bekannteste Sternhaufen am Himmel. Ihre hellen Sterne sind sogar mitten in einer lichtverschmutzten Stadt ohne Fernglas sichtbar. Doch bei langer Belichtung an einem dunklen Ort wird die Staubwolke, die den Sternhaufen umgibt, sehr augenfällig.

Diese Aufnahme wurde länger als 12 Stunden belichtet. Sie bedeckt am Himmel einen Bereich von mehreren Vollmonden. Die Plejaden sind auch als Siebengestirn oder M45 bekannt, liegen etwa 400 Lichtjahre entfernt im Sternbild Stier (Taurus).

Ein bekanntes Gerücht mit neuzeitlicher Wendung lautet, dass ein heller Stern im Siebengestirn seit Benennung des Haufens verblasste. Daher sind nur sechs Sterne übrig, die man mit bloßem Auge sieht. Die tatsächliche Zahl der sichtbaren Plejadensterne beträgt jedoch je nach Dunkelheit des umgebenden Himmels und Sehvermögen des Beobachters mehr oder weniger als sieben.

APOD-Rückblick: Der Sternhaufen der Plejaden

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Ein dunkler, staubiger Himmel

Dunkle Nebel durchziehen das Bild. Dazwischen leuchten einzelne blaue Reflexionsnebel um Sterne. Links oben ist der Nebel VdB 27 beim veränderlichen Stern RY Tau, rechts unten der kleine Adlerkükennebel, er steht Kopf.

Bildcredit und Bildrechte: Scott Rosen

Das breite Mosaik zeigt den staubigen Himmel im Sternbild Stier. Die dunklen, blassen reflektierenden Nebel in der reichhaltigen Molekülwolke der Region liegen im Orion-Arm unserer Milchstraße. Das Sichtfeld ist sechs Grad breit. Es beginnt beim langen, dunklen Nebel LDN 1495 links unten und reicht bis zum verkehrten Kopf des Adlerjungen-Nebels LBN 777 rechts unten, der an einen Vogel erinnert.

Kleine bläuliche Reflexionsnebel umgeben die blasseren Taurus-Sterne im Bild. Sie kommen neben den bekannten, helleren Himmelsspektakeln im Sternbild oft kaum zur Geltung. Der gelbliche Nebel VdB 27 links oben steht in Verbindung mit dem jungen, veränderlichen Stern RY Tau.

Die Taurus-Molekülwolke ist nur 400 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz wäre diese dunkle Ansicht breiter als 40 Lichtjahre. Sie ist eine der nächstliegenden Regionen, in denen Sterne mit geringer Masse entstehen.

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Der komplexe Ionenschweif des Kometen Lovejoy

Links oben ist die helle, grüne Koma des Kometen Lovejoy zu sehen. Nach links unten fächert sich sein Schweif in vielen Fasern auf. Im Hintergrund sind die Sterne im Sternbild Stier.

Bildcredit und Bildrechte: Velimir Popov und Emil Ivanov (IRIDA-Observatorium)

Wie entsteht die Struktur im Schweif des Kometen Lovejoy? Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) ist derzeit mit bloßem Auge sichtbar. Er hat fast seine größte Helligkeit erreicht und besitzt einen detailreichen Ionenschweif. Der Name deutet schon an, dass der Ionenschweif aus ionisiertem Gas besteht. Es wird vom Ultraviolettlicht der Sonne angeregt und vom Sonnenwind hinausgetrieben.

Das komplexe Magnetfeld der Sonne verändert sich ständig. Es strukturiert und verformt den Sonnenwind. Der unbeständige Sonnenwind erklärt in Kombination mit unregelmäßigen Gasstrahlen, die vom Kometenkern ausströmen, die komplexe Struktur im Schweif. Die Struktur im Schweif des Kometen Lovejoy folgt dem Wind, der sich von der Sonne wegbewegt. Er ändert im Lauf der Zeit sogar die gewellte Erscheinung.

Die blaue Farbe des Ionenschweifes entsteht durch Kohlenmonoxidmoleküle, die rekombinieren. Die grüne Farbe der Koma um den Kern des Kometen stammt vorwiegend vom geringen Anteil an zweiatomigem Kohlenstoff, der sich mit freien Elektronen verbindet.

Das Mosaik entstand aus drei Bildern, die vor neun Tagen am IRIDA-Observatorium in Bulgarien fotografiert wurden. Komet Lovejoy kam vor zwei Wochen auf seiner Bahn der Erde am nächsten. In zwei Wochen erreicht er sein Perihel, das ist die größte Nähe zur Sonne. Dann verblasst der Komet und wandert ins äußere Sonnensystem hinaus. Schon in etwa 8000 Jahren kehrt er zurück.

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