Flug über den Nordpol des Mars

Videocredit: ESA, Mars Express, VMC; Bearbeitung und Lizenz: Simeon Schmauß

Was sehen wir bei einem Flug über den Nordpol des Mars? Dieses Video zeigt so eine Reise. Es entstand aus Bildern der ESA-Sonde Mars Express aus dem Jahr 2019. Zuerst sehen wir unten eine Landschaft aus fein gemahlenem Boden, die vom rostigen Eisen rot getönt ist. Ein Teil davon erscheint dunkler. Dort ist Fels und Gestein freigelegt.

Bald kommt die nördliche Polkappe in Sicht. Sie ist fast weiß, weil sie aus gefrorenem Wasser besteht, das reflektiert. Um die Polkappe verläuft das Borealis-Becken. Es ist eine geschichtete Senke, die mit Staub und Sand bedeckt ist. Die Einzelbilder im Video entstanden im nördlichen Marsfrühling, als sich das Kohlendioxideis verflüchtigte. Darunter liegt Wassereis in der Kappe, das übrig blieb.

Mars Express erkundet weiterhin die Oberfläche des Mars. Dabei sucht die Sonde nach Hinweisen auf das frühe Klima des Roten Planeten und sein Potenzial für Leben.

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Webb und Hubble zeigen IC 5332

Die Galaxie IC 5332 wurde vom Weltraumteleskop James Webb abgebildet. Das Bild ist von einer alternativen Ansicht in sichtbarem Licht überlagert. Man sieht sie, wenn man den Mauspfeil über das Bild schiebt. (Smartphones: Link im Text)

Bildcredit: ESA/Webb, NASA, CSA, J. Lee und die Teams PHANGS-JWST und PHANGS-HST; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wie sieht das Universum durch eine Infrarot-Brille aus? Unsere Augen nehmen nur sichtbares Licht wahr. Doch Astronom*innen wollen mehr sehen. Das heutige APOD zeigt die Spiralgalaxie IC 5332. Sie wurde von zwei NASA-Weltraumteleskopen aufgenommen: Webb zeigt sie im mittleren Infrarotbereich, Hubble bildete sie im ultravioletten und sichtbaren Licht ab. Schiebt den Mauspfeil über das Bild (oder folgt diesem Link), dann könnt ihr die beiden Ansichten aus dem Weltraum vergleichen.

An Bord von Webb befindet sich das Mid InfraRed Instrument (MIRI). Es muss bei einer extrem frostigen Temperatur von -266 °C betrieben werden, sonst würde es die Infrarotstrahlung messen, die das Teleskop selbst abstrahlt.

Das Hubble-Bild betont die Spiralarme der Galaxie. Sie sind durch dunkle Regionen voneinander getrennt. Das Webb-Bild offenbart dagegen eine feinere, stärker verflochtene Struktur. Interstellarer Staub streut und absorbiert das Licht der Sterne in der Galaxie. Das führt zu den dunklen Staubspuren im Hubble-Bild. Doch derselbe Staub strahlt Wärme im Infrarotlicht ab. Daher leuchtet er auf dem Bild von Webb.

Astronom*innen kombinieren die Beobachtungen der beiden Teleskope. Damit bringen sie die „kleinen Maßstäbe“ von Gas und Sternen in Beziehung mit den wirklich großen Dimensionen der Struktur und der Entwicklung von Galaxien.

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Das Hubble-Teleskop zeigt den Eiernebel

Ein Stern ist von dichtem Staub umhüllt. An seinen Polen strömen helle Materiestrahlen aus. Der Kern ist von zarten konzentrischen Hüllen umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: ESA/Hubble und NASA, B. Balick (U. Washington)

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie es aussieht, wenn man die Sonne knackt? Der „Eiernebel„, ein sonnenähnlicher Stern am Ende seiner stabilen Phase, kann diese Frage beantworten. Der Nebel ist auch als RAFGL 2688 oder CRL 2688 bekannt. Das Bild zeigt eine Kombination von Aufnahmen des Nebels in sichtbaren und infraroten Wellenlängen. Sie stammen vom Weltraumteleskop Hubble.

Der Stern hat seine äußersten Hüllen bereits abgestoßen. Ein heller, heißer Kern (das „Eigelb“) beleuchtet nun die milchigen, „Eiweiß-ähnlichen“ äußeren Schichten aus Gas und Staub. Die zentralen Blasen und umgebenden Ringe bestehen aus Staub und Gas, die erst kürzlich ins All geschleudert wurden. Der Staub ist so dicht, dass er den Blick auf den Stern im Zentrum verdeckt. Lichtstrahlen aus dem Kern strömen durch Löcher in dieser Schicht. Diese werden von schnellen Materialströme, die kürzlich an den Polen ausgestoßen wurden, in die Staubhülle gerissen.

Astronom*innen untersuchen noch, welche Prozesse dafür verantwortlich sind, dass all die Scheiben, Blasen und Strahlstrukturen in dieser sehr kurzen (nur wenige tausend Jahre!) Phase der Sternentwicklung entstanden sind. Der Eiernebel ist so gesehen tatsächlich das Gelbe vom Ei, ein ei-nzigartiges Studienobjekt!

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Plejaden: Der Sternhaufen der Sieben Schwestern

Der Sternhaufen der Plejaden ist von einer Staubwolke umgeben. Um die Sterne leuchten die Nebel blau. Die weiter entfernten Nebelwolken sind dunkel und braun. Sie füllen das ganze Bild.

Bildcredit und Bildrechte: Kamil Fiedosiuk

Habt ihr den Sternenhaufen der Plejaden schon mit eigenen Augen gesehen? Vielleicht – aber sicherlich nicht so groß und detailliert wie auf diesem Foto! Die Plejaden sind der wahrscheinlich berühmteste Sternhaufen am Nordhimmel. Die hellsten Sterne lassen sich schon mit freiem Auge leicht entdecken – selbst in einer lichtverschmutzten Stadt.

Wenn man an einem dunklen Ort eine Aufnahme lang belichtet, werden auch die Staubwolken deutlich sichtbar, welche die Sterne der Plejaden umgeben. Dieses Foto wurde 18 Stunden belichtet. Der Ort der Aufnahme war die Tucheler Heide in Polen. Das Bild zeigt eine Himmelsgegend, die etliche Male so breit ist wie der Vollmond.

Die Plejaden sind auch als die Sieben Schwestern oder M45 bekannt. Sie sind etwa 400 Lichtjahre von uns entfernt und liegen im Sternbild Stier (Taurus). Eine Legende – mit einer modernen Wendung – besagt, dass von den ursprünglich sieben hellen Sternen einer verblasste. Daher sind heute nur noch sechs zu sehen. Die tatsächliche Zahl der Sterne, die man mit freiem Auge in den Plejaden sieht, hängt jedoch davon ab, wie dunkel der umgebende Himmel und wie gut die Augen des Beobachters sind!

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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NGC 1333: Sternbildung im Perseus

In einem Meer aus dunkelbraunen Staubwolken schimmert ein blauer Nebel. Darüber leuchten rötliche Flecken. Sie sind Hinweise auf Sternbildung.

Bildcredit und Bildrechte: Robert Eder

NGC 1333 ist im sichtbaren Licht ein Reflexionsnebel. Die bläulichen Farbtöne, die ihn prägen, sind typisch für interstellaren Staub, der das Licht von Sternen reflektiert. Der Nebel ist 1000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im heroischen Sternbild Perseus am Rande einer großen Molekülwolke, in der Sterne entstehen.

Diese Nahaufnahme entstand mit Teleskop. Sie ist am Himmel zwei Vollmonde breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung von NGC 1333 etwas mehr als 15 Lichtjahren. Das Bild zeigt viele Details in der staubigen Region. Es gibt klare Hinweise auf kontrastreiche rote Emissionen von Herbig-Haro-Objekten. Das sind Strahlströme mit erschüttertem, leuchtendem Gas. Sie strömen von kürzlich entstandenen Sternen aus.

NGC 1333 enthält Hunderte Sterne, die weniger als eine Million Jahre alt sind. Die meisten kann man wegen des allgegenwärtigen Sternenstaubs mit optischen Teleskopen noch nicht sehen. Die chaotische Umgebung ähnelt vielleicht jener, in der unsere Sonne vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.

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Porträt von NGC 1055

Die Galaxie NGC 1055 ist fast von der Kante zu sehen. Sie enthält viel dunklen Staub und ist von einem zarten Halo aus Sternen umgeben. Dahinter sind einige weitere Galaxien verteilt. Der Vordergrund ist lose mit unterschiedlich hellen Sternen dekoriert.

Bildcredit und Bildrechte: John Hayes

Die große, schöne Spiralgalaxie NGC 1055 ist ein markantes Mitglied einer kleinen Galaxiengruppe, die etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Sie liegt im aquatisch einschüchternden Sternbild Walfisch (Cetus). Wir sehen das Inseluniversum fast von der Seite. Es ist mehr als 100.000 Lichtjahre breit. Damit ist es etwas größer als unsere Galaxis, die Milchstraße.

Bunte, gezackte Sterne schmücken dieses kosmische Porträit von NGC 1055. Sie befinden sich vorne in der Milchstraße. Doch die verräterischen rosigen Regionen mit Sternbildung und die jungen, blauen Sternhaufen sind in den gewundenen Staubbahnen in der dünnen Scheibe der fernen Galaxie verteilt. Außen herum gibt es ein paar noch weiter entfernte Galaxien.

Das detailreiche Bild zeigt einen schachtelartigen Hof. Er reicht weit über und unter die zentrale Wölbung der Scheibe von NGC 1055 hinaus. Der Hof ist von blassen, schmalen Strukturen durchzogen. Er besteht vermutlich aus den verteilten Trümmern einer Begleitgalaxie, die von der größere Spirale vor etwa 10 Milliarden Jahren zerrissen wurde.

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Der Kugelsternhaufen M15 im weiten Feld

In einem Sternenfeld voller bunter Nebelschwaden prangt in der Mitte der kompakte Kugelsternhaufen M15.

Bildcredit und Bildrechte: Alvaro Ibanez Perez

Sterne schwärmen wie Bienen um das Zentrum des hellen Kugelsternhaufens M15. Der zentrale Ball aus über 100.000 Sternen ist ein Relikt aus den frühen Jahren unserer Galaxis. Er umkreist weiterhin das Zentrum der Milchstraße.

M15 ist einer von ungefähr 150 Kugelsternhaufen, die noch vorhanden sind. Er ist bereits mit einem Fernglas gut sichtbar. In seinem Zentrum sehen wir eine der dichtesten Konzentration an Sternen, die wir kennen. Der Kugelsternhaufen enthält eine große Anzahl von variablen Sternen und Pulsaren.

Für dieses Bild von M15 wurden Aufnahmen mit sehr langer Belichtungszeit – insgesamt 122 Stunden – kombiniert. Es zeigt blasse Gas- und Staubwolken vor dem riesigen Sternhaufen. M15 ist ca. 35.000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild des geflügelten Pferdes Pegasus.

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Komet Lemmon und die Milchstraße

Über den Meili Snow Mountains in China steigt die Milchstraße wie eine gewaltige Staubwolke auf. Rechts daneben fächert der Komet Lemmon seine Schweife auf. Nach links zeigt der blaue Ionenschweif, nach rechts der weiße Staubschweif. In der Milchstraße sind unter anderem der Lagunennebel und der Trifidnebel erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Lin Zixuan (Tsinghua U.)

Wie sah Komet Lemmon aus, als er am schönsten war? Ein Beispiel ist dieses Bild. Es zeigt drei Himmelsspektakel in verschiedenen Distanzen. Das nächstgelegene davon sind die schneebedeckten Meili-Berge im chinesischen Himalaya.

Das mittlere Prachtstück ist Komet Lemmon. Anfang des Monats erreichte er seine größte Pracht. Er hat nicht nur einen weißen Staubschweif, der nach rechts zeigt, sondern auch einen blauen Ionenschweif, der vom Sonnenwind verzerrt ist und nach links zieht. Links ist die prachtvolle, weit entfernte zentrale Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße. Sie zeigt dunklen Staub, rote Nebel und Milliarden sonnenähnlicher Sterne.

Komet C/2025 A6 (Lemmon) verblasst bereits und zieht sich ins äußere Sonnensystem zurück. Das Gebirge des Himalaya erodiert in den nächsten Milliarden Jahren allmählich. Doch die Milchstraße bleibt bestehen. Sie bildet neue Berge und Kometen – und zwar noch viele Milliarden Jahre.

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