Blauer Komet trifft blaue Sterne

Rechts ist der Sternhaufen der Plejaden von blau leuchtenden Staubwolken umgeben, links ist der Komet C/2016 R2 (PanSTARRS), dessen Schweif dieselbe Farbe hat. Doch der Komet zieht nicht zum Sternhaufen, sondern nach oben.

Bildcredit und Bildrechte: Tom Masterson (Transient Astronomer)

Was zieht da zum Sternhaufen der Plejaden? Es ist der Komet C/2016 R2 (PanSTARRS). Doch die Erscheinung täuscht. Der berühmte Sternhaufen der Plejaden, der rechts im markant blauen Licht massereicher junger Sterne leuchtet, liegt weit dahinter.

Links ist Komet PanSTARRS, der das innere Sonnensystem besucht. Er ist ein taumelnder Eisblock aus dem äußeren Sonnensystem und präsentiert gerade einen langen Ionenschweif in markant blauem Licht. Seine Farbe entsteht durch einen ungewöhnlich hohen Anteil an ionisiertem Kohlenmonoxid.

Komet PanSTARRS wandert im Bild nach oben. Sein Ionenschweif zeigt von der Sonne weg. Ein komplexer Sonnenwind aus Teilchen, die aus von der Sonne ausströmen, treibt ihn in diese Richtung. Der Komet ist mit einem kleinen Teleskop zu sehen. Während er sich von der Erde entfernt, wird er für uns blasser. Das Perihel – das ist die größte Annäherung an die Sonne – erreicht er Anfang Mai.

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Die Spinne und die Fliege

Zwei rote Nebel leuchten vor einem sternklaren Hintergrund, links ein größerer, der an eine Spinne erinnert, rechts ein kleiner runder - die Fliege.

Bildcredit und Bildrechte: Joe Morris

Fängt die Spinne jemals die Fliege? Nein, denn die beiden sind große Emissionsnebel im Sternbild Fuhrmann (Auriga). Die spinnenförmige Gaswolke links ist ein Emissionsnebel, er hat die Bezeichnung IC 417. Die kleinere Wolke mit der Form einer Fliege ist als NGC 1931 katalogisiert. Sie ist sowohl Emissionsnebel als auch Reflexionsnebel.

Beide Nebel sind etwa 10.000 Lichtjahre entfernt und enthalten junge offene Sternhaufen. Zur Größenordnung: Der kompaktere NGC 1931 (Fliege) ist ungefähr 10 Lichtjahre groß.

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Rigel und der Hexenkopfnebel

Diagonal verläuft eine lange, graublaue Nebelwolke durchs Bild. Sie erinnert an eine Fratze, die auf den hellen Stern Rigel links unten starrt. Dahinter schimmern zarte rote Nebel zwischen den dicht verteilten Sternen.

Bildcredit und Bildrechte: Mario Cogo (Galax Lux)

Sternenlicht leuchtet auf das schiefe Profil einer schaurigen Fratze im Dunkeln. Sie erinnert an ihren gängigen Namen: Hexenkopfnebel. Auf dem bezaubernden Teleskop-Porträt scheint es, als starrte die Hexe auf den hellen Überriesenstern Rigel im Sternbild Orion.

Der Hexenkopfnebel ist formal als IC 2118 bekannt. Er ist ungefähr 50 Lichtjahre groß und besteht aus interstellaren Staubkörnchen, die Rigels Sternenlicht reflektieren. Der Hexenkopfnebel und der Staub um Rigel sind blau getönt. Der Farbton entsteht nicht nur durch Rigels intensiv blaues Sternenlicht, sondern auch, weil die Staubkörnchen blaues Sternenlicht stärker streuen als rotes. Der gleiche physikalische Prozess färbt den Himmel auf der Erde tagsüber blau. In diesem Fall sind die streuenden Teilchen in der Erdatmosphäre Moleküle aus Stickstoff und Sauerstoff.

Rigel, der Hexenkopfnebel sowie das Gas und der Staub in ihrer Umgebung sind ungefähr 800 Lichtjahre von uns entfernt.

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Weitwinkelfeld von M78

Mitten im Bild schimmern die bläulichen Nebel M87 und McNeils veränderlicher Nebel. Die beiden sind von einem Meer aus Sternen und rot leuchtendem Wasserstoff umgeben. Dazwischen verlaufen dunkle, dichte Staubranken.

Bildcredit und Bildrechte: Fabian Neyer

Im fruchtbaren Sternbild Orion gibt es reichlich interstellare Staubwolken und leuchtende Nebel. Einer der hellsten ist M78. Er leuchtet mitten in der bunten Weitwinkelansicht. Man findet ihn nördlich vom Gürtel des Orion.

Der bläuliche Reflexionsnebel ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt. Sein Durchmesser beträgt etwa 5 Lichtjahre. Der Farbton entsteht durch Staub, der das blaue Licht heißer, junger Sterne besonders gut reflektiert. Links neben M78 liegt der Reflexionsnebel NGC 2071. Rechts daneben ist McNeils Nebel. Er ist kompakter und fasziniert, denn in jüngster Zeit erkannte man ihn als veränderlichen Nebel. Er ist mit einem jungen, sonnenähnlichen Stern verbunden.

Die rötlichen Lichtflecken stammen von Herbig-Haro-Objekten. Das sind die energiereichen Strahlen von Sternen, die gerade entstehen. Sie zeichnen sich vor dem dunklen Staub ab. Die Aufnahme zeigt auch das blassere, alles durchdringende Leuchten von atomarem Wasserstoff in der Region.

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Die Plejaden – detailreich und staubhaltig

Die Plejaden sind auf diesem Bild in einen Teppich aus braunen Staubfasern eingebettet. Normalerweise wird nur der blaue Reflexionsnebel abgebildet, der die Plejaden direkt umgibt.

Bildcredit und Bildrechte: Juan Carlos Casado (TWAN, Earth and Stars)

Der bekannte Sternhaufen der Plejaden zerstört langsam Teile einer Wolke aus Gas und Staub, die vorüberzieht. Die Plejaden sind der hellste offene Sternhaufen am irdischen Himmel. Man sieht sie an fast jedem nördlichen Ort mit bloßem Auge.

Die junge Staubwolke, die vorbeizieht, gehört vermutlich zum Gouldschen Gürtel. Das ist ein ungewöhnlicher Ring mit junger Sternbildung. Er umgibt die Sonne in der lokalen Milchstraße. In den letzten 100.000 Jahren bewegten sich Teile des Gouldschen Gürtels zufällig durch die älteren Plejaden. Dabei kam es zu einer starken Reaktion zwischen Sternen und Staub.

Der Druck des Sternenlichts verdrängt den Staub im blauen Reflexionsnebel, der sie umgibt. Dabei werden kleinere Staubteilchen stärker verdrängt. Ein kurzfristiges Ergebnis davon ist, dass Teile der Staubwolke faserartig und schichtförmig wurden.

Dieses detailreiche Bild zeigt links unten den Kometen C/2015 ER61 (PanSTARRS).

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NGC 2261: Hubbles veränderlicher Nebel

Links oben leuchtet der Stern R Monocerotis, von dem scheinbar ein bläulicher Nebel nach unten strömt. Unten sind kleine rötliche Sterne verteilt.

Bildcredit: Hubble, NASA, ESA; Daten: Mark Clampin (NASA-GSFC); Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Wie kommt es zu den Schwankungen in Hubbles veränderlichem Nebel? Er ändert seine Erscheinung im Laufe weniger Wochen deutlich. Der Nebel wurde vor mehr als 200 Jahren entdeckt und ist als NGC 2661 katalogisiert. Benannt wurde er nach Edwin Hubble, der ihn zu Beginn des letzten Jahrhunderts untersuchte.

Es passt, dass dieses Bild von einem weiteren Namensvetter von Hubble aufgenommen wurde: einem Weltraumteleskop. Hubbles veränderlicher Nebel ist ein Reflexionsnebel aus Gas und feinem Staub. Er fächert sich vom Stern R Monocerotis auf. Der zarte Nebel ist etwa ein Lichtjahr groß, 2500 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Einhorn (Monoceros).

Die beste Erklärung der Variabilität von Hubbles veränderlichem Nebel lautet, dass dichte Knoten aus undurchsichtigem Staub nahe an R Mon vorbeiziehen. Dabei werfen sie wandernde Schatten auf den reflektierenden Staub. Diese Schatten sieht man im Rest des Nebels.

Offene Wissenschaft: Stöbert in 1500+ Codes der Astrophysics Source Code Library (ASCL)

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Ein schöner Trifid

Diese Bildkombination zeigt den Größenvergleich zwischen Trifidnebel und dem Vollmond.

Bildcredit und Bildrechte: Chamaeleon Team – Franz Hofmann, Wolfgang Paech

Der schöne Trifidnebel ist eine kosmische Kontraststudie. Er ist auch als M20 bekannt und ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt. Man findet ihn im nebelreichen Sternbild Schütze. Der Trifid ist eine Region mit Sternbildung in der Ebene unserer Galaxis. Er vereint drei verschiedene Arten astronomischer Nebel:

Das Licht der Atome von Wasserstoff prägt die roten Emissionsnebel. Blaue Reflexionsnebel bestehen aus Staub, der Sternenlicht reflektiert. Dunkle Nebel sind dichte Staubwolken, sie zeichnen sich als Silhouetten ab. Die rote Emissionsregion wird von dunklen Staubbahnen grob in drei Teile gespalten. Sie gab Trifid seinen bekannten Namen.

Neu entstandene Sterne formten die Säulen und Strahlen links unter der Mitte. Das Weltraumteleskop Hubble machte von dieser Regionen berühmte Nahaufnahmen. Der Trifidnebel ist etwa 40 Lichtjahre groß. Er ist etwas zu blass für das bloße Auge. Am Himmel ist er fast gleich groß wie der Mond.

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Sterne und Staub in der Südlichen Krone

Blaue, gefaserte Staubnebel umgeben helle Sterne. Manche Nebel biegen sich um junge Sterne. An den Rändern, wohin das Sternenlicht nicht leuchtet, sind dunkle Nebel.

Bildcredit und Bildrechte: Eric Coles und Martin Pugh

Blaue Staubwolken und junge, energiereiche Sterne sind in dieser Landschaft verteilt, die mit Teleskop fotografiert wurde. Sie ist weniger als 500 Lichtjahre entfernt und liegt an der nördlichen Grenze der Südlichen Krone (Corona Australis). Die Staubwolken verdecken das Licht der weiter entfernten Sterne im Hintergrund in der Milchstraße.

Der auffällige Komplex aus Reflexionsnebeln hat eine markante blaue Farbe. Sie entsteht, wenn das Licht der hellen, blauen Sterne in der Region von kosmischem Staub reflektiert wird. Die Nebel sind als NGC 6726, NGC 6727 und IC 4812 katalogisiert. Ihr Staub verdeckt auch Sterne, die gerade erst entstehen.

Links biegt sich der kleinere, gelbliche Nebel NGC 6729 um den jungen, veränderlichen Stern R Coronae Australis. Die Ausflüsse neu entstandener, eingebetteter Sterne komprimieren die leuchtenden Bögen und Schlingen darunter. Es sind sogenannte Herbig-Haro-Objekte. Am Himmel ist dieses Sichtfeld etwa ein Grad breit. Das entspricht in der ermittelten Entfernung der nahen Sternbildungsregion fast neun Lichtjahren.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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