Bögen am arktischen Himmel

Der Nachthimmel über Lofoten in Norwegen mit Milchstraße, Polarlicht, Mars, Andromedagalaxie und dem Großen Wagen.

Bildcredit und Bildrechte: Giulio Cobianchi

Beschreibung: Was sind diese beiden riesigen Bögen am Himmel? Der vielleicht Bekanntere links ist das zentrale Band unserer Milchstraße. Diese prächtige Scheibe aus Sternen und Nebeln umfasst anscheinend einen Großteil des südlichen Himmels. Unter dem Sternenbogen seht ihr den rost-orangefarbenen Planeten Mars und die ausgedehnte Andromedagalaxie.

Für wenige Minuten tauchte in dieser kalten arktischen Nacht rechts ein zweiter riesiger Bogen auf, der einen Teil des Nordhimmels umschloss: ein Polarlicht. Nordlichter sind viel näher als die Sterne, sie bestehen aus leuchtender Luft hoch in der Erdatmosphäre. Außerhalb des grünen Polarlichtbogens seht ihr eine Sternengruppe, die im Volksmund als Großer Wagen bekannt ist.

Dieses digitale Komposit aus 18 Bildern wurde Mitte Dezember über Lofoten in Norwegen fotografiert.

APOD-Jahresrückblick (2020): RJNs Nachthimmels-Netzwerk-Vorlesung
Zur Originalseite

Phoenix-Polarlicht über Island

Polarlicht in Form eines leuchtenden Phoenix über dem Helgafell beim Kaldá ungefähr 30 Kilometer nördlich von Islands Hauptstadt Reykjavík.

Bildcredit und Bildrechte: Hallgrimur P. Helgason; Überlagerte Beschriftung: Judy Schmidt

Alle, die Polarlichter sehen wollten, waren schon daheim. In einer ruhigen Nacht im September waren die Polarlichter auf Island um 3:30 Uhr morgens großteils schon abgeklungen. Plötzlich strömte unerwartet ein neuer Teilchenschauer aus dem All herein. Er brachte die Atmosphäre der Erde noch einmal zum Leuchten. Diesmal erhellte eine erstaunliche Form die Nacht. Sie erinnerte an einen gewaltigen Phoenix.

Kamera und Ausrüstung standen bereit. Rasch wurden zwei Himmelsbilder fotografiert und gleich noch ein drittes von der Landschaft. Der Berg hinten ist Helgafell. Vorne ist ein kleiner Fluss, der Kaldá. Beide liegen ungefähr 30 Kilometer nördlich von Islands Hauptstadt Reykjavík. Leute mit Erfahrung bei der Himmelsbeobachtung erkennen sicher das Sternbild Orion. Es steht links über dem Berg. Mitten im Bild steht der Sternhaufen der Plejaden.

Das Polarlicht dauerte im Jahr 2016 nur eine Minute. Bald darauf war es für immer verschwunden. Ohne dieses digital kombinierte Bildmosaik wäre es wohl als fantastische Fabel abgetan worden.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

Leuchtender STEVE und die Milchstraße

Strong Thermal Emission Velocity Enhancements (STEVE) über Childs Lake in Manitoba in Kanada.

Bildcredit: NASA, Krista Trinder

Beschreibung: Wie entstehen diese langen, leuchtenden Schlieren am Himmel? Das ist nicht bekannt. Die leuchtenden, hellvioletten Himmelsbänder sind als Strong Thermal Emission Velocity Enhancements (STEVEs) bekannt. Sie sehen ähnlich aus wie gewöhnliche Polarlichter, doch jüngste Forschungen zeigen deutliche Unterschiede.

Die enorme Länge und die ungewöhnlichen Farben eines STEVE, die man bei genauer Messung feststellt, lassen vermuten, dass das Phänomen mit einem subauroralen Ionendrift (SAID) zusammenhängen könnte – das ist ein überschallschneller Fluss heißer atmosphärischer Ionen. Diese SAIDs wurden zuvor für unsichtbar gehalten. Man vermutet nun, dass einige STEVEs mit grünen Lattenzaunstrukturen einhergehen – einer Serie von Himmelslatten, die außerhalb des Hauptpolarlicht-Ovals auftreten können, und die wenig leuchtenden Stickstoff enthalten.

Dieses Weitwinkel-Kompositbild aus dem Jahr 2017 zeigt einen STEVE am dunklen Himmel über Childs Lake in Manitoba (Kanada), der das zentrale Band unserer Milchstraße kreuzt.

Zur Originalseite

Grünes Gebilde: Polarlicht über Norwegen

Polarlicht über dem Austnesfjord bei Svolvær auf den Lofoten in Norwegen.

Bildcredit und Bildrechte: Max Rive

Beschreibung: „Hebe die Arme, wenn du ein Polarlicht siehst.“ Mit dieser Anweisung vergingen zwei Nächte mit, naja, Wolken – großteils. Doch in der dritten Nacht klarte der Himmel nach der Rückkehr zu denselben Gipfeln nicht nur auf, sondern präsentierte auch noch eine spektakulären Polarlichtschau.

Die Arme flogen hoch in die Luft, Geduld und Erfahrung hatten sich bezahlt gemacht, und dieses kreative Bild wurde als Komposit aus drei Einzelbildern fotografiert. Der Schauplatz ist ein Gipfel am Austnes–Fjord in der Nähe von Svolvær auf Lofoten in Nordnorwegen. Es war Anfang 2014.

Unsere Sonne hat zwar soeben ein Aktivitätsminimum in ihrem 11-Jahres-Zyklus passiert, doch in den nächsten Jahren sollte ihre Oberflächenaktivität wieder zunehmen, was mehr spektakuläre Polarlichter auf der Erde auszulösen verspricht.

Zur Originalseite

NEOWISE im Norden

Am 14. Juli lieferte C/2020 F3 (NEOWISE) in Goldenrod in Alberta nördlich von Calgary in Kanada zusammen mit Polarlichtern eine beeindruckende Schau.

Bildcredit und Bildrechte: Bill Peters

Beschreibung: Am 14. Juli stand Komet NEOWISE in Goldenrod in Alberta nördlich von Calgary in Kanada auf dem Planeten Erde nach Mitternacht immer noch über dem Horizont. Auf diesem Schnappschuss sorgt er für eine atemberaubende Nacht mit einer tanzenden Nordlichtschau.

Der Komet mit seinem langen Schweif und die Po Larlichter sind dieser Tage im Norden schöne Erscheinungen. Beide zeigen den Einfluss des Weltraumwetters und des Sonnenwindes. Himmelsbeobachter freuten sich über den Besucher aus der Oortschen Wolke. Leider befindet sich C/2020 F3 (NEOWISE) auf einer Bahn, die ihn nun aus dem inneren Sonnensystem hinausführt.

Bilder des Kometen NEOWISE: 16. Juli | 15. Juli | 14. Juli | 13. Juli | 12. Juli | 11. Juli | 10. Juli und früher

Zur Originalseite

Polarlicht über Schweden

Über dem See Storsjön in der Nähe von Östersund in Schweden schimmerte 2016 ein sehr helles Polarlicht.

Bildcredit und Bildrechte: Göran Strand

Es war hell und grün und breitete sich über den Himmel aus. Dieses markante Polarlicht wurde 2016 in der Nähe von Östersund in Schweden fotografiert. Das Panorama umfasst beinahe 180 Grad, es wurde aus sechs Kamerafeldern zusammengefügt.

An diesem Polarlicht fällt auf, dass es eine geschwungene, bogenähnliche Form und eine klare Abgrenzung hat. Vorne liegt der See Storsjön. Weit hinter dem Polarlicht sind mehrere vertraute Sternbilder und der Polarstern. Zufällig meidet das Polarlicht scheinbar den Mond links unten.

Das Nordlicht entstand einen Tag, nachdem sich ein großes Loch in der Sonnenkorona geöffnet hatte. Durch dieses Loch strömten sehr energiereiche Teilchen ins Sonnensystem. Die grüne Farbe im Polarlicht entsteht, wenn Sauerstoffatome mit Elektronen hoch oben in der Erdatmosphäre rekombinieren.

Zur Originalseite

Eine sternklare Nacht auf Island

Grüne Polarlichter leuchten über dem Jökulsárlón auf Island, das ist ein Gletscherrandsee. Dahinter schimmert die Milchstraße. Der Himmel spiegelt sich im See.

Bildcredit: Stephane Vetter (Nuits sacrees)

In manchen Nächten ist der Himmel die beste Schau der Stadt. So war es auch in dieser Nacht. Ein Kompositbild dieses Himmels gewann einen internationalen Wettbewerb für Landschafts- und Astrofotografie.

Dieses Siegerbild wurde 2011 über dem Jökulsárlón fotografiert. Er ist der größte Gletscherrandsee auf Island. Der Fotograf kombinierte sechs Aufnahmen. So hielt er nicht nur zwei grüne Polarlichtringe fest, sondern auch ihre Reflexionen im ruhigen See. Im Hintergrund leuchteten am Himmel das Band der Milchstraße und die Andromedagalaxie.

Die Sonne schleuderte einen mächtigen koronalen Massenauswurf zur Erde. Dadurch traten Polarlichter relativ weit südlich auf, zum Beispiel in Wisconsin in den USA. Derzeit hat die Sonne eine niedrige Oberflächenaktivität. Wenn das vorbei ist und die Sonne in einigen Jahren ein Maximum an Aktivität erreicht, sind viel mehr atemberaubende Bilder mit Polarlichtern zu erwarten.

Zur Originalseite

Polarlicht ziehen Schlieren am Himmel

Siehe Beschreibung. Ein Schnappschuss von der Internationalen Raumstation ISS zeigt Polarlichter über der Erde. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit: Jack Fischer, Expedition 52, NASA

Beschreibung: Wie Salsa Verde auf Ihrem Lieblingsburrito ist hier ein grünes Polarlicht dick am Himmel aufgetragen. Dieser Schnappschuss wurde am 25. Juni 2017 auf der Internationalen Raumstation fotografiert. Die ISS umrundet die Erde in einer Höhe von etwa 400 Kilometern und befindet sich selbst im oberen Bereich der Polarlichter.

Polarlichter haben die charakteristischen Farben angeregter Moleküle und Atome von geringer Dichte, wie sie in extremer Höhe zu finden sind. Emissionen von atomarem Sauerstoff prägen diese Ansicht. Das reizende Leuchten ist in geringerer Höhe grün, doch über dem Horizont der Raumstation verlaufen seltenere rötliche Bänder.

Die Szene im Orbit wurde an einem Punkt südöstlich über Australien fotografiert. Die Sterne rechts über dem Horizont gehören zum Sternbild Canis Major, Orions großem Hund. Sirius, der Alphastern von Canis Major, ist der hellste Stern am Rand der Erde.

Zur Originalseite