Flug über die Erde bei Nacht II


Videocredit: NASA, Portal für Astronautenfotografie, ISS Expedition 53; Musik: The Low Seas (Die 126er)

Beschreibung: Diese Zeitrafferaufnahmen wurden 2017 auf der Internationalen Raumstation gefilmt und zu einem ruhigen Video der Erde bei Nacht kombiniert. Wer den niedrigen Erdorbit liebt, kann zu Beginn den Anblick von grünen und roten Nordlichtern genießen, die den Himmel überziehen.

Die Nachtszene verläuft von Nordwesten nach Südosten über Nordamerika zum Golf von Mexiko und der Küste von Florida. Der zweite Abschnitt zeigt die Stadtlichter von Europa, überquert das Mittelmeer und den hellen Nil in Nordafrika. Vom Außenposten im Orbit aus sieht man unten unstete Blitze in Gewittern, und über dem gekrümmten Horizont steigen Sterne durch das zarte Nachthimmellicht der Atmosphäre.

Auch von zu Hause aus könnt ihr nun jederzeit die Lebenszeichen auf dem Planeten Erde sehen.

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Polarlichter und Blitze auf dem Jupiter

Blitze und Polarlichter an Jupiters Polen.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI; Text: Natalia Lewandowska

Beschreibung: Warum treten so viele von Jupiters Blitzen in der Nähe seiner Pole auf? Ähnlich wie auf der Erde gibt es auf Jupiter sowohl Polarlichter als auch Blitze. Doch anders als auf hier treten Jupiters Blitze für gewöhnlich in der Nähe seiner Pole auf, während auf der Erde Blitze meist nahe dem Äquator auftreten. Um den Unterschied zu verstehen, beobachtete die NASA-Raumsonde Juno, die derzeit Jupiter umrundet, zahlreiche Polarlichter und Blitzereignisse.

Dieses Bild, das am 24. Mai 2018 mit Junos stellarer Referenz-Einheits-Kamera aufgenommen wurde, zeigt Jupiters nördliches Polarlichtoval und mehrere helle Punkte und Streifen. Rechts im Einschub ist ein auffälliges Ereignis abgebildet, es ist ein Blitz eines Gewitters auf Jupiter. Das Bild entstand in einer der geringsten Distanzen, in der je Bilder von Polarlichtern und Blitzen gemacht wurden.

Auf der Erde (die viel näher an der Sonne kreist als Jupiter) ist das Sonnenlicht intensiv genug, um die Atmosphäre am Äquator viel stärker aufzuheizen als an den Polen. Das ruft Turbulenzen, Stürme und Blitze hervor. Auf Jupiter hingegen kommt die Erwärmung der Atmosphäre großteils aus seinem Inneren (die Wärme stammt noch von seiner Entstehung). Das führt zu der Hypothese, dass intensiveres äquatoriales Sonnenlicht die Temperaturunterschiede zwischen höheren Atmosphäreschichten reduziert, und daher auch weniger äquatoriale Stürme mit Blitzen entstehen.

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Ein flaggenförmiges Polarlicht über Schweden

März 2015 war über Kiruna in Schweden ein ungewöhnlich gerades Polarlicht zu beobachten.

Bildcredit und Bildrechte: Mia Stålnacke

Beschreibung: Einen Augenblick sah es aus wie eine 50 Kilometer hohe gebänderte Flagge. Mitte März 2015 führte ein energiereicher koronaler Massenauswurf, der auf einem direkten magnetischen Kanal zur Erde gelangte, zu einem der intensiveren geomagnetischen Stürme der letzten Jahre. Ein visuelles Ergebnis waren Polarlichter, die in vielen Ländern um die magnetischen Pole der Erde beobachtet wurden.

Dieses Bild wurde über Kiruna in Schweden fotografiert. Es zeigt einen ungewöhnlich gerader Polarlichtvorhang, dessen grüne Farben in der tiefen Erdatmosphäre abgestrahlt werden, die roten leuchten viele Kilometer weiter oben. Woher das seltene violette Polarlicht stammt, ist unklar – es könnte ein ungewöhnliches blaues Polarlicht in noch geringerer Höhe als das grüne sein, das von einem viel höher liegenden roten Polarlicht überlagert wird.

Da das Sonnenminimum nun vorbei ist, gibt es wahrscheinlich bald wieder mehr farbenprächtige Nächte mit Polarlichtern über der Erde.

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Der Polarlichtbaum

Dieses Polarlicht wurde im März 2017 in Island beobachtet.

Bildcredit und Bildrechte: Alyn Wallace

Beschreibung: Kann euer Baum das auch? Dieses Bild zeigt die visuelle Überlagerung der dunklen Zweige eines nahen Baumes mit dem hellen Leuchten eines fernen Polarlichtes. Die Schönheit des Nordlichtes, das scheinbar einen Baum in der Nähe imitierte, faszinierte den Fotografen sosehr, dass er ganz darauf vergaß zu fotografieren. Aus dem richtigen Winkel betrachtet schien es, als ob dieser Baum ein Polarlicht statt Blättern trug. Zum Glück kam er wieder zu Sinnen, bevor das Polarlicht eine andere allgemeine Form annahm, und er konnte den eindrucksvollen kurzen Zwischenfall dokumentieren.

Polarlichter werden üblicherweise von Sonneneruptionen ausgelöst, nach denen energiereiche Elektronen in einer Höhe von ungefähr 150 Kilometern auf die Erdatmosphäre treffen. Die ungewöhnliche Kooperation zwischen Himmel und Erde wurde im März 2017 in Island beobachtet.

Beinahe Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator
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Polarlicht überzieht den Himmel

Dieser Schnappschuss vom 25. Juni 2017 von der auf der Internationalen Raumstation in einer etwa 400 Kilometer hohen Umlaufbahn zeigt ein Polarlicht den Himmel.

Bildcredit: Jack Fischer, Expedition 52, NASA

Beschreibung: Wie Salsa verde auf eurem Lieblingsburrito bedeckt auf diesem Schnappschuss vom 25. Juni 2017 von der auf der Internationalen Raumstation ein Polarlicht den Himmel. Die Station zieht in einer etwa 400 Kilometer hohen Umlaufbahn um die Erde und befindet sich ebenfalls im oberen Bereich der Polarlichtschau.

Polarlichter leuchten in den charakteristischen Farben angeregter Moleküle und Atome mit einer geringen Dichte, die in extremer Höhe vorkommt. Die Emission von atomarem Sauerstoff bestimmt diese Aussicht. Das faszinierende Leuchten ist in geringerer Höhe grün, doch am Horizont der Raumstation leuchten seltenere rötliche Bänder.

Die Szenerie im Orbit wurde beim Flug über einen Punkt südöstlich von Australien fotografiert. Die Sterne rechts über dem Horizont gehören zum Sternbild Canis Major, Orions großem Hund. Sirius, der Alphastern im großen Hund, ist der helle Stern knapp am Erdrand.

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Bögen am arktischen Himmel

Der Nachthimmel über Lofoten in Norwegen mit Milchstraße, Polarlicht, Mars, Andromedagalaxie und dem Großen Wagen.

Bildcredit und Bildrechte: Giulio Cobianchi

Beschreibung: Was sind diese beiden riesigen Bögen am Himmel? Der vielleicht Bekanntere links ist das zentrale Band unserer Milchstraße. Diese prächtige Scheibe aus Sternen und Nebeln umfasst anscheinend einen Großteil des südlichen Himmels. Unter dem Sternenbogen seht ihr den rost-orangefarbenen Planeten Mars und die ausgedehnte Andromedagalaxie.

Für wenige Minuten tauchte in dieser kalten arktischen Nacht rechts ein zweiter riesiger Bogen auf, der einen Teil des Nordhimmels umschloss: ein Polarlicht. Nordlichter sind viel näher als die Sterne, sie bestehen aus leuchtender Luft hoch in der Erdatmosphäre. Außerhalb des grünen Polarlichtbogens seht ihr eine Sternengruppe, die im Volksmund als Großer Wagen bekannt ist.

Dieses digitale Komposit aus 18 Bildern wurde Mitte Dezember über Lofoten in Norwegen fotografiert.

APOD-Jahresrückblick (2020): RJNs Nachthimmels-Netzwerk-Vorlesung
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Ein Phoenix-Polarlicht über Island

Polarlicht in Form eines leuchtenden Phoenix über dem Helgafell beim Kaldá ungefähr 30 Kilometer nördlich von Islands Hauptstadt Reykjavík.

Bildcredit und Bildrechte: Hallgrimur P. Helgason; Überlagerte Beschriftung: Judy Schmidt

Beschreibung: Alle anderen Polarlichtbeobachter waren schon zu Hause. In der ruhigen Septembernacht in Island waren um 3:30 Uhr die Polarlichter großteils abgeklungen. Plötzlich strömte ein unerwarteter neuer Teilchenschauer aus dem Weltraum herein und brachte die Erdatmosphäre noch einmal zum Leuchten. Diesmal wurde die Nacht von einer erstaunlich pareidolischen Form erhellt, die an einen gewaltigen Phoenix erinnerte.

Die Kamera-Ausrüstung stand bereit, rasch wurden zwei Himmelsbilder fotografiert und gleich noch ein drittes mit Landschaft. Der Berg im Hintergrund ist Helgafell, der kleine Fluss im Vordergrund ist der Kaldá, beide liegen ungefähr 30 Kilometer nördlich von Islands Hauptstadt Reykjavík. Erfahrene Himmelsbeobachterinnen erkennen sicherlich das Sternbild Orion links über dem Berg, und in der Bildmitte seht ihr den Sternhaufen der Plejaden.

Dieses Polarlicht aus dem Jahr 2016 dauerte nur eine Minute und war bald darauf für immer verschwunden. Vielleicht wäre es als fantastische Fabel abgetan worden, wäre es nicht auf diesem digital kombinierten Bildmosaik dokumentiert worden.

Fast Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator
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Leuchtender STEVE und die Milchstraße

Strong Thermal Emission Velocity Enhancements (STEVE) über Childs Lake in Manitoba in Kanada.

Bildcredit: NASA, Krista Trinder

Beschreibung: Wie entstehen diese langen, leuchtenden Schlieren am Himmel? Das ist nicht bekannt. Die leuchtenden, hellvioletten Himmelsbänder sind als Strong Thermal Emission Velocity Enhancements (STEVEs) bekannt. Sie sehen ähnlich aus wie gewöhnliche Polarlichter, doch jüngste Forschungen zeigen deutliche Unterschiede.

Die enorme Länge und die ungewöhnlichen Farben eines STEVE, die man bei genauer Messung feststellt, lassen vermuten, dass das Phänomen mit einem subauroralen Ionendrift (SAID) zusammenhängen könnte – das ist ein überschallschneller Fluss heißer atmosphärischer Ionen. Diese SAIDs wurden zuvor für unsichtbar gehalten. Man vermutet nun, dass einige STEVEs mit grünen Lattenzaunstrukturen einhergehen – einer Serie von Himmelslatten, die außerhalb des Hauptpolarlicht-Ovals auftreten können, und die wenig leuchtenden Stickstoff enthalten.

Dieses Weitwinkel-Kompositbild aus dem Jahr 2017 zeigt einen STEVE am dunklen Himmel über Childs Lake in Manitoba (Kanada), der das zentrale Band unserer Milchstraße kreuzt.

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Grünes Gebilde: Polarlicht über Norwegen

Polarlicht über dem Austnesfjord bei Svolvær auf den Lofoten in Norwegen.

Bildcredit und Bildrechte: Max Rive

Beschreibung: „Hebe die Arme, wenn du ein Polarlicht siehst.“ Mit dieser Anweisung vergingen zwei Nächte mit, naja, Wolken – großteils. Doch in der dritten Nacht klarte der Himmel nach der Rückkehr zu denselben Gipfeln nicht nur auf, sondern präsentierte auch noch eine spektakulären Polarlichtschau.

Die Arme flogen hoch in die Luft, Geduld und Erfahrung hatten sich bezahlt gemacht, und dieses kreative Bild wurde als Komposit aus drei Einzelbildern fotografiert. Der Schauplatz ist ein Gipfel am AustnesFjord in der Nähe von Svolvær auf Lofoten in Nordnorwegen. Es war Anfang 2014.

Unsere Sonne hat zwar soeben ein Aktivitätsminimum in ihrem 11-Jahres-Zyklus passiert, doch in den nächsten Jahren sollte ihre Oberflächenaktivität wieder zunehmen, was mehr spektakuläre Polarlichter auf der Erde auszulösen verspricht.

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NEOWISE im Norden

Am 14. Juli lieferte C/2020 F3 (NEOWISE) in Goldenrod in Alberta nördlich von Calgary in Kanada zusammen mit Polarlichtern eine beeindruckende Schau.

Bildcredit und Bildrechte: Bill Peters

Beschreibung: Am 14. Juli stand Komet NEOWISE in Goldenrod in Alberta nördlich von Calgary in Kanada auf dem Planeten Erde nach Mitternacht immer noch über dem Horizont. Auf diesem Schnappschuss sorgt er für eine atemberaubende Nacht mit einer tanzenden Nordlichtschau.

Der Komet mit seinem langen Schweif und die Po Larlichter sind dieser Tage im Norden schöne Erscheinungen. Beide zeigen den Einfluss des Weltraumwetters und des Sonnenwindes. Himmelsbeobachter freuten sich über den Besucher aus der Oortschen Wolke. Leider befindet sich C/2020 F3 (NEOWISE) auf einer Bahn, die ihn nun aus dem inneren Sonnensystem hinausführt.

Bilder des Kometen NEOWISE: 16. Juli | 15. Juli | 14. Juli | 13. Juli | 12. Juli | 11. Juli | 10. Juli und früher

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Polarlicht über Schweden

Über dem See Storsjön in der Nähe von Östersund in Schweden war 2016 ein sehr helles Polarlicht zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Göran Strand

Beschreibung: Es war hell und grün und breitete sich über den Himmel aus. Dieses markante Polarlicht wurde 2016 in der Nähe von Östersund in Schweden fotografiert. Das Panorama umfasst beinahe 180 Grad, es wurde aus sechs Kamerafeldern zusammengefügt.

Besonders auffällig an diesem Polarlicht sind seine geschwungene, bogenähnliche Form und seine klare Abgrenzung. Im Vordergrund liegt der See Storsjön, weit im Hintergrund sieht man durch das Polarlicht mehrere vertraute Sternbilder und den Polarstern. Zufällig meidet das Polarlicht scheinbar den Mond links unten.

Das Nordlicht entstand einen Tag, nachdem sich ein großes Loch in der Sonnenkorona geöffnet hatte, durch das sehr energiereichen Teilchen ins Sonnensystem strömten. Die grüne Farbe des Polarlichtes stammt von Sauerstoffatomen, die mit Elektronen in der Umgebung hoch in der Erdatmosphäre rekombinieren.

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