Zwei Planeten in Opposition

Rechts leuchtet der Planet Jupiter in sehr ungewohnter Art und Weise, er scheint von einer hellen Korona umgeben zu sein.

Credit und Bildrechte: Peter Knappert

Beschreibung: Ende September standen zwei Planeten am irdischen Himmel der Sonne gegenüber, und zwar Jupiter und Uranus. Die beiden standen folglich in Erdnähe, in einer Entfernung von nur 33 Lichtminuten beziehungsweise 2,65 Lichtstunden und waren gute Ziele für Beobachterinnen mit Teleskopen.

Dieses gut geplante Komposit vom 27. September aus mehreren aufeinanderfolgenden Aufnahmen zeigt beide Gasriesen in ihrer markanten Himmelsausrichtung und in Begleitung ihrer helleren Monde.

Die blasse, grünliche Scheibe des fernen Planeten Uranus steht bei der linken oberen Ecke. Zwei der 5 größeren Monden des gekippten Planeten sind links über der Planetenscheibe leicht erkennbar. Beide wurden im 18. Jahrhundert von dem britischen Astronomen Sir Wilhelm Herschel entdeckt und später nach Figuren aus Shakespeares Sommernachtstraum benannt. Links steht Oberon, in der Mitte Titania.

Die rechte Seite des Bildfeldes bestimmt der Gasriese Jupiter, flankiert von allen vier seiner galileischen Satelliten. Kallisto ist am weitesten von Jupiter entfernt, Europa und Io stehen links neben der Planetenscheibe, nur Ganymed steht rechts.

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Zarminas Welt

Links oben leuchtet ein matter roter Stern mit ein paar Flecken, rechts unten ist ein Planet der eine hell beleuchtete Sichel zeigt, das Licht ist aber scheinbar zu hell für den Stern. Links und rechts neben dem roten Stern sind noch weitere Planeten zu sehen.

Illustrationscredit und Bildrechte: Lynette Cook

Beschreibung: Der rote Zwergstern Gliese 581 ist an die 20 Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Waage. In den letzten Jahren wurde er von Astronomen* genau untersucht. Erdgebundene Teleskope hatten Anzeichen für mehrere Planeten beobachtet, die den kühlen Stern umkreisen. Mindestens zwei davon befinden sich nahe an der habitablen Zone des Systems. Das ist jene Entfernung vom Stern, in der es auf der Oberfläche eines erdähnlichen Planeten flüssiges Wasser geben kann.

Nun gab ein Team unter der Leitung von Steven Vogt (UCO Lick) und Paul Butler (DTM Carnagie Inst.) die Entdeckung eines weiteren Planeten mitten in der habitablen Zone des Systems bekannt. Ihre Arbeit basiert auf Beobachtungsdaten von 11 Jahren. Die Entdeckung ist ein klarer Fall für den ersten möglicherweise bewohnbaren Planeten, der bei einem nahe gelegenen Stern gefunden wurde.

Dieser Illustration einer Künstlerin zeigt den Planeten im inneren Teil des exoplanetaren Systems. Er ist als Gliese 581g katalogisiert, doch Vogts nennt ihn – nach seiner Frau – Zarminas Welt.

Die Auswertung der Daten zeigt einen Planeten mit einer Umlaufzeit von 37 Tagen, einem Bahnradius von nur 0,15 AE und einer Masse von 3,1 Erdmassen. Die Modellabschätzungen ergeben weiters einen Planetenradius von 1,5 Erdradien sowie eine etwa 1,1- bis 1,7-fache Oberflächengravitation der Erde. Der Fund eines habitablen Planeten, der so nahe bei der Erde liegt, lässt den Schluss zu, dass es noch viele weitere davon in unserer Milchstraße gibt.

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Südpol-Wirbel der Venus

Die Matrix aus vier Bildern zeigt vier Ansichten eines Strudels, der in einen dunklen Trichter führt.

Credit: ESA, Venus Express, VIRTIS, INAF-IASF, Obs. de Paris-LESIA

Beschreibung: Was geschieht am Südpol der Venus? Um das herauszufinden, untersuchen Wissenschaftler Bilder, die von der Roboter-Raumsonde Venus Express aufgenommen werden, wenn sie die Rotationsachse des überheizten Zwillings der Erde überfliegt. Überraschenderweise konnten aktuelle Bilder von Venus Express frühere Sichtungen eines dort befindlichen Doppelsturmsystems nicht bestätigen, sondern fanden stattdessen einen einzelnen, ungewöhnlich wirbelnden Wolkenstrudel.

Die oben gezeigte Bildfolge wurde kürzlich veröffentlicht. Sie wurde im Infrarotlicht aufgenommen und digital komprimiert. Dunklere Bereiche zeigen Regionen mit höheren Temperaturen, die somit tiefer in der Atmosphäre der Venus liegen. Aufschlussreich sind auch kürzlich veröffentlichte Filme, die Ähnlichkeiten zwischen dem südlichen Strudel der Venus und jenem Wirbel zeigen, der bei Saturns Südpol tobt.

Ein Verständnis der seltsamen Dynamik und warum manchmal zwei Wirbel auftreten, während zu anderer Zeit nur ein einzelner eigenartiger Studel zu sehen ist, könnte auch erklären, wie sich Wirbelstürme auf der Erde entwickeln. Das Phänomen wird weiterhin erforscht. In drei Monaten bekommt die europäische Raumsonde Venus Express bei der Venus Gesellschaft vom japanischen Satelliten Akatsuki.

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MESSENGER zeigt Erde und Mond

Zwei helle Lichtpunkte leuchten im Bild, es ist die Erde und ihr relativ großer Mond, wie die Raumsonde MESSENGER sie von Merkur aus sah.

Credit: NASA/JHU APL/CIW

Beschreibung: Wie sieht die Erde aus, wenn man sie vom Planeten Merkur aus betrachtet? Die Raumsonde MESSENGER zeigte das, als sie vor zirka drei Monaten bei ihrer größten Annäherung an die Sonne zur Erde blickte. Erde und Mond sind der Doppelpunkt links im Bild. Allerdings war MESSENGER nicht bei Merkur, als sie das Bild fotografierte, sondern an einem Ort, wo die Aussicht ähnlich war.

Vom Merkur aus erscheinen die Erde und ihr relativ großer Mond immer als kleine Kreise, die Sonnenlicht reflektieren, sie zeigen niemals eine Sichelphase. MESSENGER ist seit seinem Start im Jahr 2004 bereits dreimal an Merkur vorbeigeschwirrt und schwenkt planmäßig im März 2011 in den Orbit des innersten Planeten ein.

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Heller als der Mars

Hinter einer Sanddüne leuchten in der Dämmerung am purpurfarbenen Himmel mehrere Planeten, die entlang der Ekliptik nach rechts aufsteigen.

Credit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Beschreibung: Vielleicht habt ihr kürzlich eine E-Mail gelesen, in dem stand, dass der Mars heute Nacht unglaublich hell sein wird. Doch das hellste Objekt am Horizont nicht der Mars.

Das hellste Gestirn, der am 24. August im Zentral-Iran auf dieser Himmelsansicht in der Wüstendämmerung leuchtete, war die Venus, auch bekannt als Abendstern. Doch auch der helle Mars ist im Bild, er steht rechts über der helleren Venus.

Trotz aller Behauptungen im Mars Hoax, der alljährlich im Internet wiederkehrt, nämlich dass der Mars so groß und hell wie der Vollmond sein wird, ist das himmlische Szenario, das ihr heute Abend sehen können, dem oben gezeigten sehr ähnlich. Zusammen mit dem Mars ist auf der hübschen Ansicht links über der Venus die Spica zu sehen, der Alphastern im Sternbild Jungfrau. Weiter rechts leuchtet Saturn knapp über den Wolken im schwächer werdenden Licht des Sonnenuntergangs.

Der Vollmond, der von der fast gegenüberliegenden Seite des Horizonts die Wüste beleuchtet, ist etwa 400.000 Mal heller als der Mars.

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HD 10180: das bisher reichhaltigste Planetensystem

Künstlerische Animation: ESO, L. Calçada

Beschreibung: Gibt es andere reichhaltige Planetensysteme? Unser Sonnensystem hat die meisten Planeten aller uns bekannten Sterne, sehr wahrscheinlich weil es so schwierig ist, Planeten bei anderen Sternen zu finden. Genaue Messungen zeigten nun jedoch ein schwaches, aber komplexes Wackeln des sonnenähnlichen Sterns HD 10180, was vermuten lässt, dass er mindestens fünf Planeten oder mehr besitzt. Damit ist es das reichhaltigste bisher bekannten extrasolaren Planetensystem.

Die Planeten von HD 10180 wurden in Daten gefunden, die im Lauf von Jahren mit dem empfindlichen HARPS-Spektrographen gesammelten wurden. Der HARPS-Spektrograph ist am 3,6-Meter-Teleskop der ESO auf La Silla (Chile) montiert. Das Planetensystem unterscheidet sich wohl stark von unserem Sonnensystem, weil alle bei HD 10180 entdeckten Planeten eine ähnliche Masse wie Neptun besitzen, aber weniger weit vom Stern entfernt sind als der Mars von der Sonne.

Das oben gezeigte Video ist die Animation eines Fluges in dieses System. In Zukunft könnten mehr genaue Daten von einem längeren Zeitraum die Perioden für das Aufspüren des Wackelns von Sternen bis in jenen Bereich erweitern, in dem weiter entfernte und erdähnlichere Planeten entdeckt werden können.

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Sichelmond und Planeten über Portugal

Zwei Himmelsfreunde teilen sich den Mond hinter einem gefluteten Sandstrand, in der Dämmerung leuchten noch drei Planeten.

Credit und Bildrechte: Miguel Claro

Beschreibung: Manchmal macht es Spaß den Himmel zu teilen. Es scheint, als ob zwei Himmelsfreunde sich auf dem Hügel nur den Sichelmond teilen würden, doch hinter ihnen strahlen auch drei helle Planeten. Der hellste Lichtpunkt am Himmel ist der Planet Venus, weiter oben leuchtet der rötliche Mars und rechts daneben Saturn. Im Vordergrund sind wässrige Sandanschwemmungen am Strand der Costa da Caparica im spiegelnden Wasser des Atlantiks.

Der Abend war vielversprechend für eine Beobachtung der Planeten, weil auch der Meteorstrom der Perseïden seinen Höhepunkt erreichte. Zum Glück war dieser Abendhimmel letzten Donnerstag über Alamada in Portugal nicht exklusiv – er war letzte Woche auf der ganzen Welt zu sehen. Die Planeten sind noch diese Woche nach Sonnenuntergang zu sehen. Die Venus sinkt zum Horizont, weil sie sich der untergehenden Sonne nähert.

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Zwei Stunden vor Neptun

Die Oberfläche von Neptun ist in extrem blauen Farben dargestellt und von einem Wolkenstreifen überzogen.

Credit: Voyager 2, NASA

Beschreibung: Zwei Stunden vor der größten Annäherung an Neptun im Jahr 1989 nahm die Raumsonde Voyager 2 dieses Bild auf. Zum ersten Mal waren lange, helle Zirrus-Wolken deutlich zu sehen, die hoch in Neptuns Atmosphäre schweben. Die Schatten dieser Wolken sind sogar auf tiefer liegenden Wolkendecken zu sehen.

Der Großteil von Neptuns Atmosphäre besteht aus Wasserstoff und Helium, beide Gase sind unsichtbar. Neptuns blaue Farbe stammt von kleineren Mengen Methan in der Atmosphäre, das vorzugsweise rotes Licht absorbiert.

Auf Neptun gibt es die schnellsten Winde im Sonnensystem mit Spitzengeschwindigkeiten von 2000 Kilometern pro Stunde. Es gibt Vermutungen, dass in der dichten, heißen Umgebung unter den Wolkenoberflächen von Uranus und Neptun Diamanten entstehen könnten.

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