Eine Zodiakal-Nacht

Siehe Beschreibung. XXX Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.
Bildcredit und Bildrechte: Neelam und Ajay Talwar (TWAN)

Entspannen im sanften Schein des Zodiakallichts. Dieses leuchtende Band am dunklen Nachthimmel wird auch oft als falsche Dämmerung bezeichnet. Das Bild wurde im September kurz vor Beginn der astronomischen Dämmerung im abgelegenen Hanle Dark Sky Reserve in Ladakh, Indien, aufgenommen. Jedes Jahr treffen sich dort hartgesottene und begeisterte Astrofotografen zur Sternenparty. Auf einer Höhe von 4 500 Metern bietet das Hanle Dark Sky Reserve ideale Beobachtungsbedingungen.

Am östlichen Horizont ist der hell leuchtende Planet Jupiter im schwachen Glanz des Zodiakallichts zu sehen. Rechts davon zischt ein Meteor durchs Bild. Folgt man dem Band des Zodiakallichts Richtung Zenit, findet man den offenen Sternhaufen M44. Weiter oben, nahe der Mitte des Bildes, sieht man den gelblich leuchtenden Mars.

Mithilfe der NASA-Raumsonde Juno hat man Daten von interplanetarem Staub gesammelt, die eigentlich zufällig entstanden sind. Besonders spannend ist, dass die Untersuchungen darauf hindeuten, dass der Mars selbst die Quelle des Staubs ist. Dieser Staub streut das Sonnenlicht und erzeugt so das Zodiakallicht, das wir nachts auf der Erde sehen können.

Zur Originalseite

Sonnenfinsternis am Tag: Mond verdeckt Venus

Hinter Wolkenfetzen schimmert die blasse Mondsichel. Darüber glänzt die helle Sichel der Venus. Die Sonne beleuchtet bei der Venus einen größeren Teil der Oberfläche als beim Mond. Der Himmel dahinter ist blau, denn die Bedeckung der Venus durch den Mond fand tagsüber statt.
Bildcredit und Bildrechte: Arnaud Mariat

Da war etwas hinter den Wolken. Bei genauer Betrachtung war es der Mond. Gestern war es schwierig, ihn mittags über dem kleinen Dorf Cessy in Frankreich zu sehen. Doch bald war da nicht mehr nur der Mond. Wie erwartet trat plötzlich ein heller Punkt hinter dem Mond hervor – der weit entfernte Planet Venus.

Beide wurden auf diesem Einzelbild fotografiert und zeigten eine Sichelphase. Die Sichel des Mondes war ziemlich schmal. Nur zu etwa 10 Prozent seiner Vorderseite waren von der Sonne beleuchtet. Die Sichel der Venus war hingegen voller. Sie war zu etwa 25 Prozent beleuchtet. Die Venus wirkte heller, weil sie näher an der Sonne ist. Außerdem reflektieren ihre Wolken mehr Licht als die dunkle Mondoberfläche.

Eine Bedeckung der Venus durch den Mond sieht man nur auf etwa 10 Prozent der Erde. Noch dazu fand das gestrige Ereignis fast überall bei Tag statt.

Zur Originalseite

Speichen in Saturns B-Ring

Auf Saturns Ringen wandern Schatten vor und zurück, die es so eigentlich nicht geben dürfte. Wir sehen die Ringe seitlich, die Cassini-Teilung ist ein markanter Spalt.
Videocredit und -rechte: Brad Croslin; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Lasst euch nicht von Saturns gespenstischen Speichen erschrecken! Heute zeigen wir einen Zeitraffer von Saturn und seinen Ringen, der fast zwei Stunden zusammenfasst. Er läuft vorwärts und rückwärts in einer Schleife. Ein Tag auf dem Saturn dauert nur 10 Stunden. Daher decken zwei Beobachtungsstunden schon einen beträchtlichen Teil seiner Rotation ab.

Wenn ihr genau hinschaut, erscheint ein unheimlicher Schatten, während sich Saturns B-Ring dreht, und verschwindet wieder. Die Sonden Voyager 2, Cassini und Hubble beobachteten viele Jahrzehnte die Ringe. Dabei zeigte sich, dass sich das Erscheinungsbild von Saturns Speichen mit den Jahreszeiten verändert.

Saturns Rotationsachse ist zu seiner Umlaufbahn um die Sonne geneigt, wie auch die der Erde. Wenn auf Saturn Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium) ist, sind die Ringe weniger stark zur Sonne geneigt. Dadurch fällt das Sonnenlicht in einem flacheren Winkel auf die Ringe.

Vielleicht entstehen Saturns Speichen aus elektrisch geladenem Staub und Eis, den elektromagnetische Kräfte vorübergehend über die Ringe hinausschleudern. Genaues weiß man nicht. Doch folgende Dinge beeinflussen vielleicht das Plasma der Ringe und die Ladungsumgebung: Veränderliche UV-Beleuchtung, Einschläge von Meteoroiden oder indirekte Effekte von Wechselwirkungen zwischen dem Sonnenwind und dem Magnetfeld des Planeten.

Hinweis: Der Originaltext wurde überarbeitet.

Zur Originalseite

Perseverance absolviert einen Mars-Marathon

Die bergige, rötliche Oberfläche des Planeten Mars ist aus der Umlaufbahn abgebildet. Eine gelbe Ellipse markiert einen kleinen roten Punkt. Eine dunkle linienförmige Spur führt quer durch das Bild zu dem Punkt.
Bildcredit: NASA, LPL (U. Arizona), MRO, HiRISE

Ein kleiner grüner Punkt auf der Oberfläche des großen Roten Planeten – das ist der Rover Perseverance auf dem Mars. Dieses Bild nahm der Mars Reconnaissance Orbiter mit seiner Kamera HiRISE am 13. Juni auf. Einen Tag später vollendete der Roboter einen Mars-Marathon. Er hat sechs Räder und ist so groß wie ein Auto.

Seit der Rover anfing die Oberfläche des Mars zu erkunden, legte er eine Strecke von insgesamt 42,195 Kilometern zurück. Perseverance erreichte diese Marathon-Entfernung an seinem Missionstag Sol 1890. Ein Sol ist ein Tag auf dem Mars. Die Fahrtdauer entspricht nach irdischem Maßstab rund 5 Jahren und 4 Monaten. Perseverance setzt seine Suche nach möglichen biologischen Spuren fort.

Auf diesem Bild von HiRISE könnt ihr die Spuren des Mars-Rovers erkennen. Sie führen zu seiner Position, die westlich von seiner Landestelle im Krater Jezero nahe einem uralten Flussdelta liegt.

Zur Originalseite

Tagesmond trifft den Abendstern

Hinter dramatischen Wolken leuchtet der von Kratern übersäte Sichelmond am blauen Himmel. Oben gleißt ein heller Lichtpunkt. Es ist die Venus, die bald vom Mond verdeckt wird.
Bildcredit und Bildrechte: Debra Ceravolo

Die Venus betritt gerade die himmlische Bühne der Erde als strahlender Abendstern. Mit dem Mond, anderen Planeten und hellen Sternen gleißt sie abends im Westen am Himmel. Als die Sonne am 17. Juni unterging, begleitete das himmlische Leuchtfeuer den jungen, schmalen Sichelmond. An einigen Orten sah man, wie der Mond die Venus verdeckte und vor ihr vorbeizog.

In einer Sternwarte in einem Garten südlich von British Columbia in Kanada fand die Bedeckung durch den Mond bei Tage statt. Diese Aufnahme mit Teleskop zeigt das Ereignis am dramatisch bewölkten Himmel. Die Venus verschwand für eine Stunde. Dann tauchte sie am dunklen Rand des Mondes wieder auf.

Zur Originalseite

10 Tage Venus und Jupiter

Vier Bildfelder zeigen, wie sich die Planeten Jupiter und Venus am Horizont von Maharashtra immer näher kommen. Am 8. Juni stehen sie in der Dämmerung eng beisammen.
Bildcredit und Bildrechte: Aditya Pawar

Vielleicht sind euch Venus und Jupiter letztens aufgefallen. Kürzlich gab es eine enge Konjunktion zwischen den beiden hellsten Planeten. Sie war am Abendhimmel kaum zu übersehen. Es begann am 30. Mai, Jupiter stand damals oben, und endete am 8. Juni. Die Bildfelder zeigen ihre enge Begegnung. Zeitlich verläuft die Konjunktion von links nach rechts am westlichen Horizont von Maharashtra in Indien.

Die Farben am Abendhimmel in den Bildfeldern zeigen die Bedingung am Ort, als die Sonne unterging. Die größte Annäherung war am 9. Juni. An dem Abend betrug die Distanz zwischen dem Paar am Himmel nur etwa dreimal die Breite eines Vollmondes. Physikalisch lagen natürlich mehr als 600.000.000 km zwischen den beiden Planeten, die auf ihren Bahnen um die Sonne kreisen.

In den nächsten Tagen verschwindet Jupiter abends langsam im Glanz der Sonne. Doch die Venus entfernt sich im Westen weiter von der Sonne in ihrer aktuellen Rolle als gleißender Abendstern.

Zur Originalseite

Die Erde zwischen den Planeten

Das linke Bild zeigt die Erde unter den Ringen des Saturn, sie ist mit einem Pfeil markiert. Das Bild stammt von der Raumsonde Cassini. Rechts sind Mond und Erde aus der Perspektive der Raumsonde MESSENGER beim Planeten Merkur zu sehen.
Bildcredit: Cassini-Bildgebungs-Team, SSI, JPL, ESA, NASA und NASA / Labor für Angewandte Physik der JHU / Carnegie Inst. Washington

Am 19. Juli 2013 gab es eine interplanetare Premiere. Die Erde wurde am selben Tag aus der Sicht zweier anderer Planeten im Sonnensystem fotografiert. Ein Bild entstand beim innersten Planeten Merkur, das andere beim Ringplaneten Saturn.

Das linke Bild zeigt die Erde als blassblauen Punkt unter den Saturnringen. Es wurde von der Raumsonde Cassini aufgenommen, die damals um den äußersten Gasriesen kreiste. Am selben Tag machten viele Menschen auf der Erde Schnappschüsse von Saturn.

Im rechten Bild sieht man das Erde-Mond-System vor dem dunklen Hintergrund des Weltraums. Es stammt von der Raumsonde MESSENGER, die sich damals im Orbit um Merkur befand. Das Bild entstand bei der Suche nach kleinen natürlichen Begleitern des Planeten Merkur. Solche Monde müssten ziemlich lichtschwach sein. Im MESSENGER-Bild sind die hellere Erde und der Mond überbelichtet. Sie strahlen im reflektierten Sonnenlicht.

Cassini und MESSENGER erforschten das Sonnensystem. Mittlerweile haben beide ihre Missionen beendet. Eine Rückkehr zur Erde war für keine der beiden Sonden geplant.

Zur Originalseite

Venus und Jupiter: Konjunktion über Avebury

Am dämmerigen Abendhimmel leuchten zwei helle Lichter. Im Vordergrund ist eine dunkle Wiese, darauf stehen zwei riesige Steine, die leicht zueinander geneigt sind. Es sind die Megalithe "Adam" und "Eve" der Menhire in Avebury. Am Horizont sind Wolken und die Silhouetten von Bäumen. Direkt neben den Steinen stehen am Himmel zwei helle "Sterne", der hellere steht etwas rechts über dem anderen.
Bildcredit und Bildrechte: Josh Dury

Diesen Monat seht ihr Venus und Jupiter ganz ohne Fernglas oder Teleskop. Schaut einfach nach Sonnenuntergang Richtung Westen. Dann seht ihr, wie sie auftauchen, wenn der Himmel dunkler wird. Die beiden hellsten Planeten begegneten sich am 9. Juni bei einer engen Konjunktion. Am Himmel trennten sie aus unserer Sicht weniger als 2 Grad.

Der innere Planet Venus ist heller und läuft schneller als Jupiter um die Sonne. Deswegen holt sie den äußeren Planeten ungefähr alle 13 Monate auf der Ekliptik ein und zieht dann an ihm vorbei. Etwa alle drei Jahre ist der Abstand dieser Konjunktion zur Sonne so groß, dass man sie in der Dämmerung gut beobachten kann.

Das Bild zeigt den „kosmischen Kuss“ der beiden Himmelslichter am 9. Juni neben zwei großen Megalithen. Sie sind die Überreste einer Menhire in einem Steinkreis. Er steht im britischen Avebury und ist 4000 Jahre alt. Avebury Henge ist größer als Stonehenge und gilt als eine der wichtigsten Kultstätten der Jungsteinzeit auf der Erde.

Zur Originalseite