Finsternis über dem Golf der Dichter

Links leuchtet hinter einem Gewässer eine Altstadt neben einem Wald. Von dort steigt der Mond in einem Bogen auf. Die vielen Bilder zeigen, wie er im Lauf des Aufstiegs vom Erdschatten verdunkelt und wieder heller wird. Rechts daneben bildet der Planet Mars parallel einen gepunkteten Bogen.
Bildcredit und Bildrechte: Paolo Lazzarotti

Die totale Phase der Mondfinsternis am 27. Juli dauerte eindrucksvolle 103 Minuten. Sie war die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Der Mond zog durch mitten durch den Erdschatten, als er nahe dem Apogäum stand. Das Apogäum ist der fernste Punkt seiner elliptischen Bahn.

Dias Bild ist ein Komposit, das die Totalität von Anfang bis zum Ende zeigt. Die traumartige Szene entstand aus einer Serie von Bildern, die alle 3 Minuten mit einer Digitalkamera fotografiert wurden. Sie folgen dem total verfinsterten Mond. Der helle Planet Mars begleitete den Mond in dieser Nacht, als er über dem Badeort Tellaro in Italien aufstieg. Vorne liegt der ruhige mediterrane Golf von La Spezia. Man kennt ihn auch als Golf der Dichter.

Auch im 3. Jahrhundert v. Chr. beobachtete der heliozentrische Astronom Aristarchos, wie lange Mondfinsternisse dauern. Doch er hatte keine nützlichen digitalen Uhren oder Kameras. Mithilfe der Geometrie fand er einen Weg, um die Entfernung des Mondes anhand der Dauer der Finsternis abzuschätzen. Der Maßstab, auf den er sich bezog, war der Radius des Planeten Erde.

Zur Originalseite

Mondfinsternis über Rio

Rechts neben dem "Zuckerhut" am Botafogo-Strand in Rio de Janeiro leuchtet der rote Mond bei einer totalen Mondfinsternis. Rechts oben strahlt Mars, der Rote Planet.
Bildcredit: Carlos ‚Kiko‘ Fairbairn

Wenn der Mond aufgeht, sieht das normalerweise nicht so interessant aus. Zum einen ist der Vollmond sonst nicht so dunkel. Aber letzten Freitag ging der Mond so auf, weil er gerade durch den Erdschatten zog. Außerdem leuchtet der Mond meist nicht so rot. Doch an diesem Abend beleuchtete ihn der rote Anteil des Sonnenlichtes, das die Erdatmosphäre bevorzugt bricht.

Für gewöhnlich geht der Mond nicht neben einem Planeten auf. Weil aber der Mars gleichzeitig fast gegenüber der Sonne stand, sah man den Roten Planeten rechts über dem Vollmond. Und schließlich geht der Mond aus Sicht der meisten Menschen nicht über Rio de Janeiro in Brasilien auf. Dort war es aber ein aufregender Anblick.

Diese Finsternis bei Sonnenuntergang war eine außergewöhnliche totale Mondfinsternis bei MikroBlutmond. Sie wurde am Botafogo-Strand in Rio fotografiert. Dort sah auch eine ungewöhnlich große Menge an Schaulustigen zu.

Zur Originalseite

Marsopposition

Zwei Bilder des Mars wurden mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen. Das linke Bild entstand bei der Opposition 2016, die Oberfläche ist klar. Das rechte Bild entstand vor ein paar Tagen, die Oberfläche ist verschwommen wegen eines Staubsturms.
Bildcredit und Bildrechte: NASA, ESA und STScI

Schaut heute Abend in die Richtung, die am Himmel gegenüber der Sonne liegt. Dort seht ihr den Mars so hell wie sonst fast nie. In ein paar Tagen erreicht er seine größte Nähe zur Erde. Mars geht auf, wenn die Sonne untergeht. Auch mit Teleskop sieht man ihn am hellsten und besten, wenn man davon absieht, dass immer noch ein Staubsturm den Roten Planeten einhüllt.

Diese beiden Bilder stammen vom Weltraumteleskop Hubble. Sie vergleichen die Erscheinung des Mars zu den Oppositionen 2016 und 2018. 2016 war die Marsatmosphäre klar. Das Bild von 2018 entstand vor 2 Tagen. Es zeigt fast dieselbe Seite des Mars. Doch die Details der Oberfläche sind vom Staub verdeckt. Der Südpol des Planeten ist in Wolken gehüllt. Er ist stärker zur Sonne geneigt. Im Frühling und Sommer steigt auf der Südhalbkugel die Temperatur. Das löst wahrscheinlich die planetenweiten Staubstürme aus.

Wenn ihr heute Abend zum Himmel schaut, seht ihr den Mars nahe beim Vollmond. Außerhalb von Nordamerika steht der Rote Planet auch noch neben einem roten Mond. Heute ist eine totale Mondfinsternis.

Zur Originalseite

Mondphasen und Finsternis

25 Bilder wurden zu einer Matrix kombiniert. Sie zeigen die Phasen des Mondes bei einer Lunation, soweit man sie beobachten konnte. In der Mitte leuchtet der Vollmond rötlich, weil er bei einer Mondfinsternis in den Erdschatten getaucht war.

Bildcredit und Bildrechte: Jean-Francois Gout, Tom Polakis

Wenn ihr jede Nacht den Mond beobachtet, seht ihr, wie sich der Anteil, den die Sonne beleuchtet, schrittweise verändert. Ein Mondzyklus wird auch Lunation genannt. Er verläuft in Phasen von Neumond über Vollmond und wieder zu Neumond und dauert etwa 29,5 Tage.

Die Bilder sind von links oben nach rechts unten geordnet. Sie zeigen die Mondphasen einer fast vollständigen Lunation in 25 Nächten ab dem 18. Jänner. Die zwei Tage nach Neumond und zwei Tage davor wurden ausgelassen, weil die Mondphase bestenfalls eine schmale Sichel in der Nähe der Sonne war, die man nur schwer erkennen konnte.

Für das Mondzyklus-Projekt wurde der meist klare Nachthimmel über Arizona und die Hilfe eines Freundes genützt. In der ersten Hälfte der Lunation wurden die Bilder am frühen und späteren Abend fotografiert. In der zweiten Hälfte entstanden sie früh am Morgen. Als Bonus wurde der Zyklus am Vollmond des 31. Jänner ausgerichtet. Es war der zweite Vollmond im Jänner, also ein blauer Mond, und der Mond stand nahe beim erdnächsten Punkt der Mondbahn (Perigäum). Außerdem wurde er bei der totalen Mondfinsternis rötlich.

Zur Originalseite

Totale Finsternis von Sonne und Mond

Links ist der blutrote Mond bei einer totalen Mondfinsternis von Sternen umgeben. Das rote Licht wird von der Erdatmosphäre in den Kernschatten gestreut. Rechts beleuchtet die Erde die dunkle Mondoberfläche, weil sie Sonnenlicht reflektiert. Am Rand des Mondes sind rosarote Protuberanzen. Die Korona der Sonne bildet viele Schlieren und Schleifen.

Kompositbildcredit und Bildrechte: Wang Letian, Zhang Jiajie

Das Bild vergleicht zwei berühmte Finsternisse auf kreative Weise. Links ist die totale Mondfinsternis vom 31. Jänner. Rechts seht ihr die totale Sonnenfinsternis vom 21. August 2017. Die totalen Finsternisse wurden digital Rücken an Rücken verbunden und bearbeitet. Beide zeigen den Mond etwa zum Höhepunkt der Totalität.

Bei der Mondfinsternis beleuchtet der dunkelrote Erdschatten zart die Mondoberfläche. Doch bei der Sonnenfinsternis steht der Mond als Silhouette vor der hellen Scheibe der Sonne. Die Mondoberfläche ist an sich dunkel. Man sieht sie gerade noch im Erdschein. Die Bilder sind am Mond ausgerichtet. Am Nachthimmel um den verfinsterten Mond sieht man auch blasse Sterne. Die verfinsterte Sonne ist von vielschichtigen Details der Protuberanzen und koronalen Ströme umgeben.

Die totale Phase der Finsternis am 21. August dauerte auf dem Pfad, den der Schatten des Mondes zog, nur etwa 2 Minuten oder weniger. Dagegen dauerte die Totalität des blauen Super-Blutmondes am 31. Jänner auf der ganzen Nachtseite des Planeten Erde länger als eine Stunde.

Zur Originalseite

Mondfliege und Strichspuren

Hinter einem kahlen Baum ist der Himmel dicht von den Strichspuren von Sternen überzogen. Links oben ist eine seltsame Spur. Sie ist an den Enden sehr hell, dazwischen ist sie dunkler und rötlich. Es ist der Mond während einer totalen Finsternis. Hinten am Horizont stehen Berge.

Bildcredit und Bildrechte: Haitong Yu

Am 31. Jänner konnte man auf der ganzen Nachtseite der Erde eine geruhsame Mondfinsternis bewundern. Es war die erste von drei totalen Mondfinsternissen, die nacheinander stattfinden. Dieses dramatische Zeitrafferbild entstand in der Provinz Hebei im Norden von China. Es zeigt das himmlische Schauspiel und kombiniert eine Serie an Aufnahmen, die im Laufe von drei Stunden belichtet wurden.

Eine Kamera auf einem Stativ fotografierte den Vollmond, als er über den klaren Nachthimmel glitt. Die Spur des Mondes erinnert an eine Fliege. Sie ist vor und nach der Finsternis sehr hell. Während der dunkleren totalen Finsternisphase, die eine Stunde und 16 Minuten dauerte, wird sie schmal und rot. Weit hinten laufen die farbigen Strichspuren in konzentrischen Bögen über und unter dem Himmelsäquator.

Zur Originalseite

Erdschatten und Praesepe

Drei Bilder des Mondes veranschaulichen den runden Querschnitt des Erdschattens. Zwei Bilder entstanden kurz vor und nach Beginn der Totalität, das mittlere Bild etwa zum Höhepunkt der Finsternis. Rechts oben steht der Sternhaufen M44 oder Presaepe im Sternbild Krebs.

Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN)

Der dunkle Kernschatten der Erde hat die Form eines Kegels und ragt in den Weltraum. Bei einer Mondfinsternis erkennt man in der Entfernung des Mondes leicht seinen runden Querschnitt.

Dieses Kompositbild wurde am 31. Jänner auf der Nachtseite der Erde mit Teleobjektiv fotografiert. Der Erdschatten verleiht dem Mond eine rötliche Farbe. Die Phase der Totalität dauerte ungefähr 76 Minuten. Drei ausgerichtete Einzelbilder veranschaulichen den Schattenbereich der Mondbahn. Sie wurden kurz vor Beginn der Totalität, etwa zur Mitte und kurz nach dem Ende fotografiert.

Rechts oben steht der große Sternhaufen M44, der relativ nahe ist. Seine Distanz zu uns beträgt an die 600 Lichtjahre. Man kennt ihn auch als Praesepe oder Bienenkorb. Während der dunklen Totalität war er leichter zu sehen.

Zur Originalseite

Eine Mondfinsternis geht auf

Über Berghängen leuchtet ein rot-gelber Mond zwischen violetten Wolken am dunkelblauen Himmel vor der Dämmerung. Rechts oben steht der helle Stern Sirius.

Bildcredit und Bildrechte: Neelam und Ajay Talwar

Dieses stimmungsvolle Bild blickt auf einen fernen Horizont, wo der Trishul im verschneiten indischen Himalaja steht. Es wurde am 31. Januar an einem abgelegenen Ort fotografiert. Rechts oben leuchtet der hellste Stern Sirius.

Bei der lang ersehnten totalen Mondfinsternis geht der rote Mond auf und gleitet am Abend durch den Erdschatten. Die Finsternis war auf der Nachtseite des ganzen Planeten zu bewundern. Es war die erste von zwei totalen Mondfinsternissen im Jahr 2018 und der Auftakt eines guten Jahres für Leute, die den Mond beobachten.

Zugleich war es ein seltenes Vergnügen. Der verfinsterte Mond wirkte nahe dem Perigäum – das ist der erdnächste Punkt seiner Bahn – sehr groß. Es war auch der zweite Vollmond im Monat, den man auch „blauer Mond“ nennt. Bei der totalen Mondfinsternis am 27. Juli 2018 steht der Vollmond nahe beim Apogäum.

Zur Originalseite