HH-222: Der Wasserfall-Nebel

Die rote Gestalt, die scheinbar von oben nach unten fließt, erinnert an einen Wasserfall. Tatsächlich ist es eine Stoßwelle, die nach links oben geschoben wird.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Der Wasserfall-Nebel wird offiziell als Herbig-Haro 222 bezeichnet. Er liegt im Gebiet von NGC 1999 im großen Orion-Molekülwolkenkomplex. Wie er entstanden ist, wird nach wie vor erforscht. Die längliche Gaswolke reicht über zehn Lichtjahre. Sie erinnert an einen hohen Wasserfall auf der Erde.

Neueste Beobachtungen zeigen, dass HH-222 wahrscheinlich eine gewaltige, gasförmige Bugwelle ist, ähnlich wie eine Wasserwelle vor dem Bug eines schnellen Schiffs. Der Ursprung dieser Stoßwelle ist vermutlich ein Strahl, der aus dem Mehrfach-Sternsystem V380 Orionis strömt. Das Sternsystem liegt links außerhalb des Bildes. Das Gas fließt also nicht den Wasserfall entlang. Stattdessen bewegt sich die ganze Struktur im Bild nach rechts oben.

Der Wasserfall-Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Orion. Diese Aufnahme entstand zu Beginn des Monats am El-Sauce-Observatorium in Chile.

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Der Pferdekopfnebel

Vor einem rot leuchtenden Emissionsnebel, der von Fasern durchzogen ist, zeichnet sich eine dunkle Wolke ab. Sie hat eine Form, die an einen Pferdekopf erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: George Chatzifrantzis

Diese staubige interstellare Molekülwolke wurde von den Winden und der Strahlung von Sternen geformt. Dabei nahm sie zufällig eine Form an, die man gleich erkennt. Passenderweise ist sie als Pferdekopfnebel bekannt. Sie ist ungefähr 1500 Lichtjahre entfernt in den riesigen Wolkenkomplex im Orion eingebettet.

Die dunkle Wolke ist ungefähr fünf Lichtjahre „hoch“. Sie ist als Barnard 33 katalogisiert. Erstmals wurde sie auf einer fotografischen Platte erkannt, die im späten 19. Jahrhundert aufgenommen wurde. B33 ist hauptsächlich sichtbar, weil sich der dunkle Staub als Silhouette vom Leuchten des Emissionsnebels IC 434 abhebt.

Bilder des Hubble-Weltraumteleskops aus dem frühen 21. Jahrhundert zeigen, dass in B33 junge Sterne entstehen. Natürlich verändert sich die Form der prächtigen interstellaren Wolke allmählich in den nächsten paar Millionen Jahren. Aber vorerst ist der Pferdekopfnebel ein lohnendes Objekt, auch wenn es mit kleinen Teleskopen von der Erde schwierig zu beobachten ist.

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Dunkle Nebel im Chamäleon

Zu diesem dunklen Nebelkomplex gehört dicker, brauner Staub. Er markiert ein riesiges V.

Bildcredit und Bildrechte: Xinran Li und Houbo Zhou

Der dunkle, interstellare Staub kann sehr elegant wirken. So ist es auch beim Sternbild Chamäleon man am Südhimmel: Der Staub ist normalerweise mit freiem Auge nicht sichtbar. Daher erkennt man ihn am besten, wenn er das Licht der Sterne und Galaxien, die dahinter liegen, verdeckt. Dieses Bild wurde 11,4 Stunden lang belichtet. Darauf sieht man den Staub in seinem eigenen Licht: Die starken rötlichen und infraroten Farbtöne erzeugen ein sattes Braun.

Der helle Stern Beta Chamaeleontis rechts oben im V bildet einen Kontrast dazu. Der Staub, der ihn umgibt, reflektiert sein blaues Licht und erscheint dort weißlich. Interstellarer Staub entsteht oft in den kühlen Atmosphären von Riesensternen. Sternenlicht und Sternwinde, aber auch Supernova-Explosionen verteilen ihn im All.

Bis auf eine einzige Ausnahme gehören alle Objekte im Bild zu unserer Milchstraße. Der kleine Punkt unter Beta Chamaeleontis ist kein Stern, sondern die ferne Galaxie IC 3104.

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Orion und der Laufende Mann

Der Orionnebel füllt das Bild. Er ist einer der bekanntesten und schönsten Nebel am Himmel. Rechts ist die bekannte rosarote Emissionsregion, links ist der Laufende Mann, ein Reflexionsnebel, der weniger oft abgebildet wird.

Bildcredit und Bildrechte: R. Jay Gabany

Nur wenige kosmische Ausblicke regen die Fantasie so an wie der Orionnebel. Mit bloßem Auge sieht man ihn nur als schwachen, blassen Fleck am Himmel. Hier breitet sich das nächstliegende große Sternentstehungsgebiet über das scharfe, farbige Teleskopbild aus.

Der Orionnebel ist im Messier-Katalog als M42 verzeichnet. Sein leuchtendes Gas und sein Staub umgeben heiße, junge Sterne. M42 ist ungefähr 40 Lichtjahre groß. Er liegt am Rand einer gewaltigen interstellaren Molekülwolke, die nur 1.500 Lichtjahre entfernt ist und sich im selben Spiralarm unserer Milchstraße befindet wie die Sonne.

Die ursprünglichen Nebel sind jedoch nur ein kleiner Teil vom Reichtum an Material in unserer galaktischen Nachbarschaft, das Sterne bildet. Auch der staubige, bläuliche Reflexionsnebel NGC 1977 gehört dazu. Er ist links im Bild. Man kennt ihn als Running-Man-Nebel. In der gut untersuchten Sternschmiede fanden Forschende der Astronomie zudem zahlreiche entstehende Planetensysteme.

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Ein dunkles Seepferdchen in Kepheus

Das Bild ist von zarten Sternen und Staubwolken bedeckt. Die meisten Wolken sind braun. Rechts ist ein leuchtend roter Nebelfetzen. Links neben der Bildmitte ist eine dunkle Wolke, die an ein Seepferdchen erinnert.

Bildcredit und Bildrechte: Jordi Jofre

Die markante Form des Seepferdchennebels bildet eine Silhouette vor dem dichten Hintergrund an Sternen und leuchtendem Wasserstoff. Sie liegt im nördlichen Sternbild Kepheus aus und ist mehrere Lichtjahre breit.

Der Nebel aus dunklem Staub ist Teil einer Molekülwolke in der Milchstraße. Er ist etwa 1200 Lichtjahre entfernt. Das Seepferdchen ist einer von 182 dunklen Gebilden am Nachthimmel, die der Astronom E. E. Barnard Anfang des 20. Jahrhunderts katalogisierte. Daher trägt es auch die Bezeichnung Barnard 150 (B150).

Im Inneren entstehen gerade viele Sterne mit wenig Masse. Doch ihre kollabierenden Kerne sieht man nur in Wellenlängen von Infrarot. Die helle Milchstraße im Kepheus bildet den Hintergrund der galaktischen Landschaft.

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Staubformen im Geisternebel

Aus einer Nebelwolke, die von hinten beleuchtet ist, ragen Gestalten auf, die an Gespenster mit erhobenen Armen erinnern. Das Bildfeld ist von Sternen gespickt. Im Bild ist VdB 141 im Kepheus dargestellt, er wird auch als Sh2-136 bezeichnet.

Bildcredit und Bildrechte: Kent Wood

Gibt es Formen in diesem interstellaren Feld aus Sternen und Staub, die ins Auge springen? Eine juwelenbesetzte Weite mit zarten Wolken, die das Sternenlicht reflektieren, schwebt durch die Nacht. Diese geisterhaften Gestalten lauern im königlichen Sternbild Kepheus. Sie liegen weit weg vom Planeten Erde in einer Entfernung von 1200 Lichtjahren. Dort findet man sie in der Ebene der Milchstraße am Rand der Molekülwolke Kepheus-Flare.

In der Mitte des Bildes ist VdB 141 oder auch Sh2-136 zu sehen. Der Nebel ist auch als Geisternebel bekannt. Er ist heller als die anderen gespenstischen Chimären und etwa 2 Lichtjahre groß. Innerhalb des Reflexionsnebels finden sich verräterische Anzeichen auf dichte, kollabierende Kerne. Sie entsprechen einem frühen Stadium der Sternentwicklung.

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Junge Sonnen in NGC 7129

Im staubigen Nebel NGC 7129 fallen bläuliche Nebel auf. Darin sind rötliche Bögen verteilt. Es sind Hinweise auf Sternbildung. Die blauen Nebel werden von jungen Sternen beleuchtet, außen herum sind dunkle Molekülwolken und viele Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Timothy Martin

Im staubigen Nebel NGC 7129 liegen noch junge Sonnen. Er ist etwa 3.000 Lichtjahre entfernt und liegt im königlichen Sternbild Kepheus. Diese Sterne haben mit nur wenigen Millionen Jahren ein noch recht zartes Alter. Wahrscheinlich entstand auch unsere Sonne vor rund fünf Milliarden Jahren in einer ähnlichen Sternschmiede.

Im scharfen Bild fallen die schönen, bläulichen Staubwolken auf. Sie reflektieren das Licht der jungen Sterne. Die kompakten, tiefroten sichelförmigen Strukturen sind Hinweise auf junge stellare Objekte mit viel Energie. Sie werden als Herbig-Haro-Objekte bezeichnet. Ihre Form und Farbe stammt von leuchtendem Wasserstoff, das durch Strahlen erschüttert wird. Diese strömen von neu entstandenen Sternen aus.

Blasse, lange Fasern leuchten rötlich. Sie entstehen, wenn Staubkörner unsichtbares ultraviolettes Sternenlicht durch Photolumineszenz in rotes Licht umwandeln, das man sieht. Die Fasern mischen sich mit den bläulichen Wolken.

Schließlich werden das ursprüngliche Gas und der Staub in dieser Region zerstreut. Dann treiben die Sterne als loser Haufen auseinander, während sie um das Zentrum der Galaxis kreisen. In der geschätzten Entfernung von NGC 7129 ist dieses Teleskop-Sichtfeld nahezu 40 Lichtjahre breit.

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Der Pferdekopfnebel und der Flammennebel

Das Sternfeld zeigt den Stern Alnitak in Orions Gürtel, den Flammennebel und den Pferdekopfnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel Stern

Der Pferdekopfnebel ist einer der berühmtesten Nebel am Nachthimmel. Er ragt als dunkler Schatten in den rötlichen Emissionsnebel hinein, der am rechten Bildrand leuchtet. Die Struktur des Pferdekopfes ist dunkel. Sie ist eine undurchsichtige Staubwolke, die vor dem hellen Emissionsnebel liegt.

Wie Wolken in der Erdatmosphäre nahm auch diese Wolke zufällig eine erkennbare Form an. Im Lauf von vielen tausend Jahren verändern die Bewegungen im Inneren der Wolke sicherlich ihr Erscheinungsbild. Die rötliche Farbe des Emissionsnebels entsteht, wenn sich die Elektronen und Protonen im Nebel zu Wasserstoffatomen rekombinieren.

Auf der linken Seite des Bildes liegt der orange gefärbte Flammennebel mit seinen zarten Fasern aus dunklem Staub.

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