Flug über den Nordpol des Mars

Videocredit: ESA, Mars Express, VMC; Bearbeitung und Lizenz: Simeon Schmauß

Was sehen wir bei einem Flug über den Nordpol des Mars? Dieses Video zeigt so eine Reise. Es entstand aus Bildern der ESA-Sonde Mars Express aus dem Jahr 2019. Zuerst sehen wir unten eine Landschaft aus fein gemahlenem Boden, die vom rostigen Eisen rot getönt ist. Ein Teil davon erscheint dunkler. Dort ist Fels und Gestein freigelegt.

Bald kommt die nördliche Polkappe in Sicht. Sie ist fast weiß, weil sie aus gefrorenem Wasser besteht, das reflektiert. Um die Polkappe verläuft das Borealis-Becken. Es ist eine geschichtete Senke, die mit Staub und Sand bedeckt ist. Die Einzelbilder im Video entstanden im nördlichen Marsfrühling, als sich das Kohlendioxideis verflüchtigte. Darunter liegt Wassereis in der Kappe, das übrig blieb.

Mars Express erkundet weiterhin die Oberfläche des Mars. Dabei sucht die Sonde nach Hinweisen auf das frühe Klima des Roten Planeten und sein Potenzial für Leben.

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Der Schatten eines Marsroboters

Der Schatten des Marsrovers Opportunity fällt auf den Boden des Kraters Endurance auf dem Mars. Unten ragen seine Räder ins Bild. Um den Schatten der Kamera, die das Bild fotografierte, erkennt man den Oppositionseffekt.

Bildcredit: NASA, JPL, Mars Exploration Rover Mission (MER)

Wenn man auf dem Mars seinen Schatten sieht, und er ist nicht menschlich – dann stammt er vielleicht vom Rover Opportunity auf dem Mars. Opportunity erkundete den Roten Planeten von 2004 bis 2018. Dabei fand er Hinweise auf urzeitliches Wasser und schickte atemberaubende Bilder durchs innere Sonnensystem.

Dieses Bild zeigt Opportunity im Jahr 2004. Er blickte in Gegenrichtung der Sonne zum Krater Endurance und sah seinen Schatten. Unten ragen links und rechts zwei Räder ins Bild. Hinter dem Boden des ungewöhnlichen Kraters ragen seine Wände auf.

2018 geriet der Rover in einen Staubsturm. Im Jahr 2019 beendete die NASA alle Versuche, Opportunity zu kontaktieren. Damit erklärte sie die bahnbrechende Mission, die ursprünglich für nur 92 Tage geplant war, für vollendet.

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Krater Galle: Fröhliches Gesicht auf dem Mars

Foto der Marsoberfläche aus dem All. Am rechten Bildrand, nahe der Tag- und Nachtgrenze ist ein runder Einschlagkrater zu sehen. In seinem Inneren sind Strukturen, die ihn wie ein Smiley aussehen lassen.

Bildcredit: NASA, MGS, MSSS

Der Mars hat ein fröhliches Gesicht aufgesetzt. Der Krater Galle auf dem Mars ist berühmt. In seinem Inneren gibt es Strukturen, die ihn wie ein lächelndes und zwinkerndes Gesicht aussehen lassen. Diese Strukturen entdeckte man erstmals in Bildern des Viking-Orbiters in den 1970er-Jahren. Die Sonde Mars Global Surveyor (MGS) umrundete den Mars von 1996 bis 2006. Dieses Bild stammt von ihr.

Der Krater mit dem fröhlichen Gesicht und seine unverwechselbaren Merkmale entstanden durch einen Zufall vor Milliarden von Jahren. Damals schlug ein Asteroid von der Größe einer Stadt auf dem Mars ein. Alle Planeten und Monde unseres Sonnensystems haben Einschlagkrater. Die meisten Krater gibt es auf unserem Mond und dem Planeten Merkur. Gäbe es Wetter und Erosion nicht, hätten Erde und Venus die meisten Krater.

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Leopardenflecken auf Marsfelsen

Die hellen Flecken mit dunklen Rändern auf dem rötlichen Marsgestein erinnern an Flecken, die man auf irdischen Felsen sieht.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, MSSS, Rover Perseverance

Woher kommen diese ungewöhnlichen Flecken? Es sind helle Flecken auf Marsfelsen. Jeder ist von dunklen Rändern umgeben. Sie wurden letztes Jahr von dem NASARover Perseverance entdeckt, der derzeit auf dem Mars herumfährt. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit der Fellzeichnung irdischer Raubkatzen nennt man sie Leopardflecken. Diese interessanten Muster werden derzeit noch untersucht, um ihre mögliche Entstehung durch früheres Leben auf dem Mars zu erkunden.

Diese Flecken sind nur wenige Millimeter groß. Sie wurden auf einem größeren Felsen namens Cheyava Falls entdeckt. Es gibt eine aufregende, aber unbewiesene Spekulation. Sie vermutet, dass diese Flecken vor langer Zeit durch Mikroben entstanden sind. Die Mikroben könnten durch chemische Reaktionen Energie erzeugen, die den Fels von Rot nach Weiß verfärbte. Dabei hinterließ ihre Biosignatur den dunklen Ring. So zumindest entstehen ähnliche Flecken auf irdischen Felsen.

Es gibt zwar auch andere Erklärungen, die nicht biologisch sind. Doch die Spekulationen mit einem möglichen biologischen Ursprung des Musters sind viel aufregender.

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SWAN, ATLAS und Mars

Die Kometen C/2025 R2 (SWAN) und C/2025 K1 (ATLAS) begegnen einander auf diesem Teleskopfeld. Am unteren Bildrand begleitet sie der Planet Mars. SWANs Schweif breitet sich schräg nach rechts oben aus, der Schweif von ATLAS darüber ist im Vergleich nur sehr kurz.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block

Der Komet C/2025 R2 (SWAN) ist ein neuer Besucher im inneren Sonnensystem. Er wurde hier am 21. September fotografiert. Der Komet präsentiert einen langen Ionenschweif, der sich diagonal über das fast 7 Grad breite Teleskopsichtfeld ausbreitet.

Auch C/2025 K1 (ATLAS), ein weniger heller Komet, hat seinen ersten Auftritt im inneren Sonnensystem. Man sieht ihn links über SWANs grünlicher Koma. Dahinter ist ein Meer von Sternen im Sternbild Jungfrau (Virgo). Die beiden neuen Kometen wurden erst 2025 entdeckt. Auf diesem Himmelsausschnitt begleitet sie der rötliche Planet Mars (unten). Er ist ein besser bekannter Wanderer am Nachthimmel des Planeten Erde.

Die Kometen liefern sich hier scheinbar ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf ihrer Reise durch das innere Sonnensystem und um die Sonne. Doch der Komet SWAN hatte am 12. September sein Perihel bereits hinter sich. Das Perihel ist die größte Annäherung eines Himmelskörpers an die Sonne. Er zieht nun auf seiner Bahn hinaus. Der Komet ATLAS wandert noch nach innen. Er erreicht sein Perihel am 8. Oktober.

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Planeten im Sonnensystem: Neigung und Drehung

Video Credit: NASA, Animation: James O’Donoghue (U. Reading)

Wie dreht sich euer Lieblingsplanet? Dreht er sich schnell um eine fast senkrechte Achse, waagrecht oder rückwärts? Dieses Video animiert NASA-Bilder von allen acht Planeten im Sonnensystem. Man sieht, wie sie sich nebeneinander drehen. Das macht einen einfachen Vergleich möglich.

Im Zeitraffer-Video dauert ein Tag auf der Erde – das ist eine Erdumdrehung – nur wenige Sekunden. Jupiter dreht sich am schnellsten, während sich die Venus nicht nur am langsamsten dreht (sie dreht sich wirklich, genau hinschauen!), sondern auch rückwärts. Die inneren Gesteinsplaneten oben erlebten in den Anfängen des Sonnensystems dramatische Kollisionen, die ihre Drehung und Neigung veränderten.

Warum sich Planeten so drehen und neigen, wie sie es tun, wird nach wie vor erforscht. Moderne Computermodelle und die jüngste Entdeckung und Analyse von Hunderten von Exoplaneten – das sind Planeten, die andere Sterne umkreisen – lieferten viele neue Erkenntnisse.

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Rutschung bei Hebes Chasma auf dem Mars

In einer Senke steht ein Berg, an dessen Vorderseite ein Teil abgebrochen ist. In der hufeisenförmigen Kerbe sammelt sich eine dunkle Flüssigkeit, die anscheinend aus einer dunklen Schicht weiter oben über einen Hang abfloss. Es ist nicht erkennbar, wohin das Abbruchmaterial verschwunden ist.

Bildcredit und Lizenz: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Was passierte in Hebes Chasma auf dem Mars? Die Senke Hebes Chasma liegt nördlich der gewaltigen Schlucht Valles Marineris. Sie ist nicht mit anderen Strukturen auf der Oberfläche verbunden. Daher ist unklar, wohin das Material verschwunden ist, das sich darin befunden hat. Mitten in Hebes Chasma steht der 5 km hohe Tafelberg Hebes Mensa. Ein Teil davon stürzte offenbar auf eine ungewöhnliche Art und Weise ein. Dieser Einsturz liefert vielleicht Hinweise.

Das Bild stammt von der robotischen Raumsonde Mars Express der ESA. Sie kreist derzeit um den Mars. Wir sehen genaue Details der Senke und eine ungewöhnliche, hufeisenförmige Vertiefung im Tafelberg. Anscheinend floss das Material des Tafelbergs auf den Grund der Senke. Eine mögliche dunkle Schicht sammelte sich wie Tinte auf einem abschüssigen Hang.

Eine Vermutung lautet, dass tiefere Schichten in Hebes Chasma aus salzigem Gestein bestehen. Das Salz könnte sich in einem geschmolzenen Eisgemisch auflösen. Dieses fließt dann durch Löcher in einen Grundwasserleiter unter der Oberfläche ab.

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Der spiralförmige Nordpol des Mars

Der Nordpol des Mars ist von einer weißen Struktur umgeben, in der spiralförmige Gräben verlaufen.

Bildcredit: ESA/DLR/FU Berlin; NASA MGS MOLA Science-Team

Warum verläuft eine Spirale um den Nordpol des Mars? Jeden Winter entwickelt sich um diesen Pol eine neue, ca. ein Meter dicke Schicht aus gefrorenem Kohlendioxid, das aus der dünnen Marsatmosphäre ausfällt. Darunter liegt eine ganzjährige Schicht aus Wassereis. Vom Zentrum der Polkappe blasen starke Winde herunter. Die Rotation des Roten Planeten verwirbelt diese Winde. Das trägt zur Spiralstruktur des Planum Boreum bei.

Dieses Bild ist ein perspektivisches Mosaik. Es entstand 2017 aus zahlreichen Einzelbildern, die von der ESA-Sonde Mars Express aufgenommen wurden. Das Höhenprofil wurde aus Messungen des Laseraltimeters an Bord der NASA-Sonde Mars Global Surveyor erstellt.

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