Mond-X

An der Licht-Schattengrenze ist eine Lichtstruktur in Form eines X.

Credit und Bildrechte: Jerry Lodriguss (Catching the Light)

Beschreibung: Das auffällige X nahe der Mitte dieser Mondlandschaft ist leicht mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop zu sehen. Dennoch haben es noch nicht allzu viele Menschen gesehen. Der Grund dafür ist, dass dieses lunare X nur vier Stunden lang unmittelbar vor der ersten Viertelphase des Mondes zu sehen ist. Am Terminator (der Schattenlinie zwischen Mondtag und -nacht) entsteht diese X-Illusion durch eine Anordnung der Krater Blanchinus, La Caille und Purbach. Kurz vor der ersten Viertelphase des Mondes würde ein Astronaut, der in der Nähe dieser Krater steht, die langsam aufgehende Sonne sehr nahe am Horizont sehen. Vorübergehend würden die Kraterwände im Sonnenlicht stehen, während die Böden noch dunkel wären. Vom Planeten Erde aus sehen die gegensätzlichen Abschnitte heller Wände vor den dunklen Böden zufällig wie ein X aus. Dieses scharfe Bild des Mond-X wurde am 3. März 2009 gegen 11:59 UT aufgenommen. Der Mond war am 4. März um 7:46 UT halb beleuchtet.

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Raumstation im Mond

Das Bild zeigt den Mond hinter der Internationalen Raumstation. Sie wandert gerade über das Mare Serenitatis (Meer der Heiterkeit). Dieses bildet das Auge im Mondgesicht.

Credit und Bildrechte: Eric J. Zbinden

Am 2. Februar schien der zunehmende Halbmond am Abendhimmel der Erde. An der Westküste der USA nahe beim Mt. Hamilton in Kalifornien stieg auch die Internationale Raumstation vom Horizont auf. Sie kreuzte die Oberfläche des Mondes, die von der Sonne beleuchtet war. Der Transit der Raumstation dauerte 0,49 Sekunden.

Das scharfe Foto ist ein zeitlich gut geplantes Teleskopbild. Es zeigt, wie die Raumstation über das flache Mare Serenitatis (Meer der Heiterkeit) auf dem Mond zieht. Der Außenposten im All war 389 Kilometer über der Erde. Er wanderte von Nordwesten nach Südosten (von 2 Uhr nach 8 Uhr). Der Mond war natürlich 1000 Mal weiter entfernt. Auf der schimmernden Station sieht man auch die leicht bläuliche Reflexion der Erde.

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Radar liefert Hinweise auf verdeckte Marsgletscher

Marslandschaft mit zwei großen Einschlagsbecken im Vordergrund.

Credit für die Datenrekonstruktion: NASA / JPL-Caltech / UTA / UA / MSSS / ESA / DLR / JPL-Visualisierungsprojekt des Sonnensystems

Wie entstand dieses ungewöhnliche Gelände auf dem Mars? Im Hellas-Becken auf dem Mars gibt es mehrerer Krater mit mittlerer Breite. Ihre Böden sind flach und seicht, und sie haben ungewöhnliche Rillen. Neue Radarbilder des Mars Reconnaissance Orbiters stützen eine aufregende Hypothese: Es sind vielleicht riesige Gletscher aus verdecktem Eis.

Es gibt Hinweise, dass die Gletscher ein Areal bedecken, das größer ist als eine Stadt. Vielleicht sind sie tiefer als einen Kilometer. Das Eis war wohl durch eine Schmutzschicht geschützt, sodass es nicht in die dünne Marsluft entweichen ist. Wenn das alles stimmt, wäre die größte Menge an Wassereis nicht bei den Marspolen, und es wäre viel mehr als die gefrorenen Pfützen, welche die Landesonde Phoenix unlängst entdeckte.

Solche Eisblöcke, die so groß sind wie Seen und so nahe am Äquator des Mars liegen, wären ein guter Vorrat an Trinkwasser für künftige Astronauten, die den Mars erforschen. Wie sich die Gletscher entstanden sind, bleibt ein Rätsel. Doch bevor ihr für eine Forschungsreise zum Mars packt, nehmt euch kurz Zeit und schlagt einen Namen für den nächsten Marsrover der NASA vor.

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Merkur, gezeigt von MESSENGER

Das Bild zeigt eine graue Kugel, die von weißen Gräben und einigen weißen Kratern mit Strahlen überzogen ist. Sie ist von rechts beleuchtet.

Credit: MESSENGER, NASA, JHU APL, CIW

Der Planet Merkur ist seit Beginn der Geschichtsaufzeichnung bekannt, doch Teile des innersten Planeten im Sonnensystem waren noch nie so gut zu sehen. Vor zwei Tagen sauste die Roboter-Raumsonde MESSENGER zum zweiten Mal an Merkur vorbei und fotografierte ein Gelände, das bisher nur mit einem vergleichsweise grobem Radar kartiert wurde.

Dieses Bild entstand, als MESSENGER 90 Minuten nach dem Vorbeiflug aus einer Entfernung von etwa 27.000 Kilometern zurückblickte. Zu den vielen neu abgebildeten Strukturen zählen ungewöhnlich lange Strahlen, die scheinbar wie LängengradMeridiane von einem jungen Krater am nördlichen Rand ausgehen.

Ein weiterer Vorbeiflug von MESSENGER an Merkur ist geplant, bevor er 2011 seine Bremskaketen feuert und in den Orbit eintritt.

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Raumsonde Rosetta passiert den Asteroiden Šteins

Sechs Ansichten  des Asteroiden Šteins, welche die Raumsonde Rosetta bei ihrem Vorbeiflug fotografierte.

Credit und Bildrechte: Rosetta-Team, ESA

Was ist dieser Diamant am Himmel? Bei der Reise durchs All begegnet man gelegentlich ungewöhnlichen Objekten. Das passierte der ESA-Raumsonde Rosetta am Freitag auf dem Weg zu Tschurjumow-Gerassimenko. Die Robotersonde Rosetta schwirrte nahe am Asteroiden 2867 Šteins im Asteroiden-Hauptgürtel vorbei. Die Raumsonde fotografierte viele Bilder, einige davon wurden zu einem kurzen Video zusammengefügt.

Auf den ersten Blick sieht Šteins wie ein 5 Kilometer großer Diamant aus. Doch als Rosetta vorbeizischte, wurden Krater und seine allgemeine Form erkennbar. Auf dieser Serie aus 6 Bildern springt eine markante Kette aus Kratern ins Auge. Sie verläuft auf der Oberfläche des Asteroiden senkrecht nach oben. Wahrscheinlich entstand sie durch eine zufällige Kollision mit einem Meteorstrom.

Weltraumforschende werten nun Rosettas Daten vom Asteroiden Šteins aus. Sie erforschen seine Zusammensetzung, seinen Ursprung und den Grund, warum er Licht so gut reflektiert. Während auf der Erde geforscht wird, fliegt Rosetta weiter durch unser Sonnensystem. Dabei passiert sie im November 2009 nochmals die Erde und im Juli 2010 den Asteroiden 21 Lutetia. Im November 2014 erreicht sie schließlich den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko.

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Hohe Klippen auf dem Mars um Echus Chasma

Die Klippe im Bild fällt steil ab, unten ist der Boden jedoch ungewöhnlich eben. Wahrscheinlich wurde das Tal, das vorne im Bild liegt, von Lava geflutet. Oben liegt ein Krater direkt am Abhang.

Credit: G. Neukum (FU Berlin) et al., Mars Express, DLR, ESA

Wie entstand diese große Klippe auf dem Mars? Stürzten einst riesige Wasserfälle durch ihre Rinnen? Das hohe Kliff fällt vier Kilometer ab. Es umgibt Echus Chasma in der Nähe eines eindrucksvollen Einschlagskraters. Die Klippe entstand entweder durch Wasser oder Lava.

Echus Chasma ist 100 Kilometer lang und 10 Kilometer breit. Eine wahrscheinliche Hypothese vermutet, dass Echus Chasma einst eine der größten Wasserquellen auf dem Mars war. Wenn das stimmt, floss das Wasser in Echus Chasma über die Marsoberfläche und schuf das eindrucksvolle Kasei Valles, das über 3000 Kilometer nach Norden reicht. Doch selbst wenn das Tal von Wasser geschaffen wurde, hat vermutlich später Lava seinen Boden überflutet und machte ihn ungewöhnlich eben.

Echus Chasma liegt nördlich des gewaltigen Valles Marineris, das die größte Schlucht im Sonnensystem ist. Das Bild stammt von der Raumsonde Mars Express. Sie umkreist derzeit den Mars.

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Alte Krater im Süden von Rhea

Der Mond Rhea im Bild ist von vielen Kratern übersät, die obere Hälfte ist beleuchtet, die untere ist dunkel.

Credit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Der zernarbte Saturnmond Rhea hat eine der ältesten Oberflächen, die wir kennen. Rhea hat sich während der letzten Milliarden Jahre vermutlich wenig verändert. Die Krater auf der Oberfläche sind so alt, dass sie nicht mehr rund erscheinen. Ihre Ränder wurden von jüngeren Kratern verformt.

Wie die Rotation des Erdmondes ist auch Rheas Rotation an Saturn gebunden. Das Bild zeigt Teile von Rheas Oberfläche, die immer zu Saturn zeigen. Rheas vorauslaufende Seite ist stärker mit Kratern übersät als die nach hinten gewandte. Rhea besteht hauptsächlich aus Wassereis und enthält vermutlich etwa 25 Prozent Gestein und Metall.

Dieses Bild wurde von der robotischen Raumsonde Cassini aufgenommen. Cassini umrundet derzeit Saturn. Die Raumsonde flog letzten Monat an Rhea vorbei und erfasste dabei diese Ansicht aus einer Entfernung von etwa 350.000 Kilometern. Rhea ist 1500 Kilometer groß und somit Saturns zweitgrößter Mond nach Titan. Einige Oberflächenstrukturen auf Rhea bleiben rätselhaft. Dazu gehören die großen hellen Flecken wie jene beim oberen Bildrand.

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Phobos, der verlorene Marsmond

Der Marsmond Phobos ist auf diesem Bild sehr detailreich dargestellt, man sieht viele Krater und Rillen. Rechts befindet sich der riesige Stickney-Krater.

Credit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Dieser Mond ist dem Untergang geweiht. Der Rote Planet Mars ist nach dem römischen Kriegsgott benannt. Er besitzt zwei winzige Monde, Phobos und Deimos. Ihre Namen sind von den griechischen Begriffen für Angst und Schrecken abgeleitet.

Die Marsmonde sind vielleicht eingefangene Asteroiden aus dem Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter oder vielleicht sogar aus noch weiter entfernten Regionen unseres Sonnensystems. Dieses eindrucksvolle Farbbild des Mars Reconnaissance Orbiters zeigt den größeren Mond Phobos tatsächlich als ein stark mit Kratern bedecktes, asteroidenähnliches Objekt. Das Bild hat eine Auflösung von 7 Metern pro Pixel.

Phobos kreist etwa 5800 Kilometer über der Marsoberfläche um den Planeten. Das ist sehr wenig im Vergleich zur Entfernung unseres Mondes von 400.000 Kilometern. Durch die Nähe zieht die Gravitation Phobos nach unten. Die unbarmherzigen Gezeitenkräfte rufen in Phobos eine ständige Anspannung hervor, sodass er in etwa 100 Millionen Jahren wahrscheinlich zerbricht und seine Trümmer einen nach und nach zerfallenden Ring um den Mars bilden.

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