Weiße Felsfinger auf dem Mars

Aus einem dunklen Untergrund ragen helle Strukturen hervor, die an spitze Finger erinnern. Im dunklen Material sind kleine runde Krater verteilt.

Bildcredit: THEMIS, Mars-Odyssey-Team, ASU, JPL, NASA

Wie entstand dieses ungewöhnliche helle Felsgebilde auf dem Mars? Die Möglichkeit, es könnten Salzablagerungen sein, fasziniert. Sie blieben vielleicht zurück, als ein urzeitliches Seebett austrocknete. Doch eine genaue Untersuchung der Finger lässt eine banalere Vermutung zu: Es handelt sich wohl um Vulkanasche. Als man die exakte Farbe des Gebildes untersuchte, zeigte das Ergebnis einen möglichen vulkanischen Ursprung.

Das helle Material erodierte anscheinend aus der umgebenden Fläche. Das lässt eine Substanz mit sehr geringer Dichte vermuten. Der starke Kontrast zwischen den Steinen und dem Sand außen herum entsteht, weil der Sand ungewöhnlich dunkel ist.

Das Bild stammt vom Thermal Emission Imaging System (THEMIS), das sich an Bord der Raumsonde Mars Odyssey befindet. Sie ist die am längsten operierenden Raumsonde, die derzeit um den Mars kreist. Das Bild zeigt einen Ausschnitt, der zirka 10 Kilometer groß ist. Er befindet sich in einem größeren Krater.

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Zwergplanet Ceres

Der Zwergplanet Ceres ist flächendeckend von Kratern übersät. Links verläuft die Schattenlinie zur Nacht. In der Mitte und rechts daneben sind helle Flecken zu sehen.

Bildcredit und Lizenz: NASA, JPL-Caltech, UCLA, MPS, DLR, IDA – Komposit: Justin Cowart

Der Zwergplanet Ceres hat einen Durchmesser von etwa 950 Kilometern. Damit ist er das größte Objekt im Hauptasteroidengürtel des Sonnensystems. Ceres ist hier fast in Echtfarben dargestellt. Die Bilddaten wurden am 4. Mai 2015 von der Raumsonde Dawn aufgenommen. Damals verlief ihre Bahn 13.642 km über der Oberfläche der kleinen Welt.

Zwei von Ceres‘ berühmten rätselhaften hellen Flecken bei den Kratern Oxo und Haulani liegen auf dieser Ansicht in der Mitte und etwas weiter rechts. Der kegelförmige einsame Berg Ahuna Mons auf Ceres wirft unten einen vielsagenden Schatten. Derzeit kreist die Raumsonde Dawn mit ihrem Ionentriebwerk etwa 385 km über der Oberfläche von Ceres. Sie schickt Bilder aus ihrem engsten Kartierungsorbit.

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Such den Mann im Mond

Über einem Berggipfel schwebt der Mond, er hat ein Gesicht. Auf dem Berg steht eine Frau mit Teleskop. Sie zeichnet sich als Silhouette vor dem Mond ab.

Bildcredit und Bildrechte: Dani Caxete

Habt ihr schon einmal die Frau im Mond gesehen? Diese häufige Frage spielt auf die menschliche Fähigkeit der Pareidolie an. Menschen erkennen vertrauter Bilder, wo es eigentlich keine gibt. Die Struktur auf der Oberfläche des Vollmondes enthält viele Kultobjekte, die dort entdeckt wurden, nicht nur in der westlichen Kultur, sondern im weltweiten Brauchtum der ganzen Geschichte der Menschheit.

Je nachdem, wie der Mond ausgerichtet ist, gehören dazu beispielsweise die Frau im Mond und der Hase im Mond. Eine Kontur wird häufig als Gesicht im Mond gelesen. Man findet sie, indem man sich die beiden dunklen runden Bereiche – zwei Mondmeere knapp über der Mitte – als Augen vorstellt.

Es überrascht, dass auf diesem Mondbild tatsächlich ein Mensch zu sehen ist. Wenn ihr genau schaut, seht ihr eine Person mit einem Teleskop als Silhouette vor dem Mond. Das gut geplante Bild wurde Mitte Jänner in Cadalso de los Vidrios im spanischen Madrid fotografiert. Was ist euer Lieblingsobjekt auf dem Mond?

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Prometheus und der F-Ring

Der von Kratern übersäte Mond Prometheus schwebt mitten im Bild, oben verläuft der dünne F-Ring im Hintergrund.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

In der griechischen Mythologie war Prometheus ein Titan, der das Feuer vom Olymp brachte. Heute trägt ein kleiner Saturnmond diesen Namen. Er kreist knapp innerhalb von Saturns F-Ring. Der winzige kartoffelförmige Mond wechselwirkt auf komplexe Weise mit den eisigen Ringteilchen. Dabei erzeugt er Strukturen im F-Ring, die immer noch nicht genau erforscht sind.

Prometheus ist etwa 86 Kilometer groß. Dieses Bild ist eine der am höchsten aufgelösten Ansichten seiner narbenübersäten Oberfläche. Oben verläuft der dünne F-Ring im Hintergrund. Das Bild entstand bei der größten Annäherung der Raumsonde Cassini am 6. Dezember 2015.

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Südliche Krater und Galaxien

Über einem Henbury-Krater im australischen Nordterritorium steigt die Milchstraße senkrecht auf. Die Bäume im Krater sind beleuchtet. Über dem Horizont sind die Magellanschen Wolken, am Himmel die Sternbilder Zentaur und Kreuz des Südens.

Bildcredit und Bildrechte: Babak Tafreshi (TWAN)

Die Henbury-Krater liegen im australischen Nordterritorium auf der Erde. Sie sind mehr als 4000 Jahre alt. Es sind die Narben eines Einschlags. Als ein urzeitlicher Meteorit in Dutzende Teile zerbrach, schlug das größte Stück einen 180 Meter großen Krater. Seine verwitterten Wände und der Boden im Vordergrund sind beleuchtet.

Das senkrechte Panorama zeigt die Nachtlandschaft der Südhalbkugel. Es folgt der prächtigen Milchstraße, die vom Horizont aufsteigt. Ihre dichten zentralen Sternenfelder sind von undurchsichtigen Staubwolken zerteilt. Wenn man die galaktische Ebene entlangblickt, trifft man auf Alpha und Beta Centauri und die Sterne, die das Kreuz des Südens bilden.

Die Kleine Magellansche Wolke, ein Begleiter der Milchstraße, wurde am atemberaubend dunklen Himmel der Region fotografiert. Sie ist die helle Galaxie links. Das Leuchten, das man am Horizont erkennt, stammt nicht vom Licht einer nahen Stadt. Es ist die Große Magellansche Wolke, die gerade aufgeht.

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Der hellste Fleck auf Ceres

Der Zwergplanet Ceres ragt von unten ins Bild. Oben in der Mitte befindet sich ein großer Krater mit sehr hellen Flecken. Die Flecken bestehen wahrscheinlich aus einer Mischung aus Wassereis uns Salz, wobei das Wasser vermutlich sublimierte.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, UCLA, MPS/DLR/IDA

Der Zwergplanet Ceres hat einen Durchmesser von ungefähr 950 Kilometern. Damit ist er das größte Objekt im Hauptasteroidengürtel des Sonnensystems. Die Raumsonde DAWN erforscht Ceres seit März vom Orbit aus.

DAWNs Kamera zeigte etwa 130 rätselhafte helle Flecken. Sie treten meist zusammen mit Einschlagskratern auf, welche über die dunkle Oberfläche der kleinen Welt verteilt sind. Der hellste Fleck liegt mitten im 90 Kilometer großen Krater Occator. Er ist auf dieser dramatischen Falschfarbenansicht dargestellt. Für das Bild wurden Bilddaten im nahen Infrarot und sichtbaren Licht kombiniert.

Untersuchungen zeigten, dass das Licht, das vom hellsten Fleck reflektiert wird, am ehesten eine Art Magnesiumsulfat ist. Es wird als Hexahydrit bezeichnet. Leute auf der Erde kennen Magnesiumsulfat auch als Bittersalz. Im Inneren des Kraters Occator beobachtete man Nebel. Das lässt vermuten, dass das salzige Material übrig blieb, als eine Mischung aus Salz und Wassereis auf der Oberfläche sublimierte.

Das Material wurde durch Einschläge freigelegt. Daher sind die vielen hellen Flecken, die auf Ceres überall verbreitet sind, vielleicht ein Hinweis auf eine Schicht unter der Oberfläche, die aus einer Eis-Salz-Mischung besteht. Mitte Dezember beginnt DAWN mit Beobachtungen in ihrer niedrigsten Umlaufbahn und erstellt Karten von Ceres.

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Phobos, der verlorene Marsmond

Der Marsmond Phobos ist hier bildfüllend dargestellt. Rechts ist ein riesiger Krater. Der ganze Mond ist von Kratern übersät. Sehr auffällig sind die Rillen, die parallel über die Oberfläche verlaufen. Sie sind vielleicht ein Hinweis auf die starken Gezeitenkräfte, die den Mond eines Tages vermutlich zerlegen.

Bildcredit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Dieser Mond ist dem Untergang geweiht. Mars ist Rote Planet, er wurde nach dem römischen Kriegsgott benannt. Der Mars besitzt zwei winzige Monde, Phobos und Deimos. Ihre Namen sind die griechischen Begriffe für Furcht und Schrecken. Die Marsmonde sind vielleicht eingefangene Asteroiden aus dem Hauptasteroidengürtel, der zwischen Mars und Jupiter verläuft, oder sie stammen aus Bereichen im Sonnensystem, die noch weiter entfernt sind.

Der größere Mond ist Phobos. Das faszinierende Farbbild der Robotersonde Mars Reconnaissance Orbiter zeigt ihn als asteroidenähnliches Objekt mit vielen Kratern. Die Auflösung beträgt etwa sieben Meter pro Bildpunkt. Phobos kreist so tief um den Mars, dass ihn die Gezeitenkräfte hinunterziehen. Er ist nur 5800 Kilometer über der Oberfläche. Unser Mond kreist im Vergleich dazu 400.000 Kilometer entfernt um die Erde.

Kürzlich wurden die langen Rillen untersucht. Das Ergebnis lässt vermuten, dass sie durch eine Gezeitenstreckung entstanden sind, die den ganzen Körper erfasste. Die Gezeitenstreckung entstand durch den Kräfteunterschied der Marsgravitation an zwei Enden von Phobos. Die Rillen sind also vielleicht ein Hinweis auf eine frühe Phase der Auflösung von Phobos. Dabei entsteht ein Ring aus Trümmern um den Mars.

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Enceladus: Der zerklüftete Nordpol des Saturnmondes

Die Oberfläche des Saturnmondes Enceladus ist faszinierend. Dieses Bild der Raumsonde Cassini zeigt viele Details: Schluchten, Brüche und Risse, die teilweise über Krater hinweg verlaufen. Eine lange Schlucht zieht sich vom unteren Bildrand bis zum Horizont des Mondes.

Bildcredit: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Der Nordpol am Saturnmond Enceladus ist unerwartet faszinierend und komplex. Vor dem letzten Vorbeiflug der Roboter-Raumsonde Cassini wusste man, dass die nördliche Region ungewöhnlich viele Krater besitzt.

Beim Vorbeiflug letzte Woche nahm die Sonde sehr detailreiche Bilder auf, eins davon war dieses. Es zeigt die erwarteten Krater und ein unerwartetes, weitläufiges Muster aus Rissen und Brüchen. In niedrigeren Breiten sieht man zerklüftetes Gelände.

Beim Südpol von Enceladus verlaufen tiefe Schluchten. Sie werden als Tigerstreifen bezeichnet. Die Risse sind vielleicht ein Hinweis auf eine globale Wechselwirkung zwischen der Oberfläche des Mondes und Ozeanen, die man unter der Oberfläche vermutet. Dort könnten künftige Missionen nach Anzeichen von Leben suchen.

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