Supermond über Castell de Bellver in Spanien

Über einem der Türme von Castell de Bellver auf der spanischen Baleareninsel Palma de Mallorca ging der Vollmond auf. Das Kastell wirkt wie eine überdimensionale Lampe.

Bildcredit und Bildrechte: Tomeu Mas

Nein, diese Festung wurde nicht mit angeheftetem Mond gebaut. Für diese spektakuläre Ausrichtung waren sorgfältige Planung und ein bisschen gutes Wetter nötig. Das Bild zeigt den letzten Supermond von 2016 von letzter Woche. Er ging genau hinter einem der Türme von Castell de Bellver auf. Das Castell steht in Palma auf der spanischen Baleareninsel Mallorca.

Der Supermond war der letzte Vollmond 2016. Manche kennen ihn als Eichenmond. Castell de Bellver wurde Anfang des 14. Jh. gebaut und diente zahlreichen Königinnen und Königen als Wohnstätte – und gelegentlich als Gefängnis. Der Mond entstand vor ungefähr 4,5 Milliarden Jahren, vermutlich durch eine große Kollision der Erde mit einem marsgroßen Himmelskörper.

Der nächste Supermond, bei dem der Mond ein bisschen größer und heller als sonst erscheint, tritt am 3. Dezember 2017 auf. Man wird ihn nicht nur hinter Burgen sehen, sondern auf der ganzen Welt.

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Das X auf dem Mond

Rechts ist der fast halb beleuchtete Mond schräg im Bild. Ein Teil am Terminator ist mit einem roten Rechteck markiert. Dieser Teil ist links vergrößert dargestellt.

Bildcredit und Bildrechte: Alessandro Marchini (Astronomical Observatory, DSFTA – Univ. von Siena), Liceo „Alessandro Volta“

Das markante X auf dieser Mondlandschaft ist leicht mit Fernglas oder einem kleinen Teleskop sichtbar. Dennoch haben es noch nicht allzu viele Menschen gesehen. Der Haken daran ist, dass dieses Mond-X flüchtig ist. Es erscheint nur ein paar Stunden vor der zunehmenden Halbmondphase. Die X-Täuschung am Terminator entsteht durch eine Anordnung der Krater Blanchinus, La Caille und Purbach.

Der Terminator ist die Schattenlinie zwischen Mondtag und -nacht. Ein Astronaut in der Nähe dieser Krater würde kurz vor der zunehmenden Halbmondphase sehen, wie die Sonne sehr langsam am Horizont aufgeht. Einige Zeit wären die Kraterwände schon im Sonnenlicht, während die Kraterböden noch dunkel sind.

Vom Planeten Erde aus sieht der Kontrast aus hellen Wänden vor den dunklen Böden zufällig wie ein markantes X aus. Das scharfe Bild des Mond-X wurde am 6. Dezember 2016 etwa um 16:45 UT fotografiert. Wenn ihr mehr sehen möchtet, folgt der Mondschattengrenze, dann findet ihr das Mond-V.

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Verkehrte Stadt unter den Wolken

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: Mark Hersch

Warum steht diese Stadt auf dem Kopf? Die Stadt ist Chicago. Sie stand eigentlich richtig herum. Doch sie warf kurz vor Sonnenuntergang lange Schatten auf den nahen Michigansee. Diese Schatten führten in Kombination mit der Reflexion dazu, dass die Gebäude verkehrt erscheinen.

Das faszinierende, verwirrende, schöne Bild entstand 2014. Der Fotograf befand sich in einem Flugzeug, das sich dem O’Hare International Airport in Chicago näherte. Die Sonne leuchtet über und unter der Wolkendecke und unten als Reflexion im ruhigen See. Wenn ihr genau hinseht – es ist ziemlich schwierig -, entdeckt ihr als Zugabe ein weiteres Flugzeug. Es steuert wahrscheinlich denselben Flughafen an.

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Das Universum färben

Das Bild zeigt einen berühmten Holzschnitt. Eine Person kniet am Rand einer Kugel auf der Erde. Die Hand mit einem Stab liegt vorne am Boden. Der Kopf ragt durch eine Kugel, auf der Sterne, Sonne und Mond angebracht sind. Dahinter sind Wolken, Ringe und Zahnräder angebracht.

Bildcredit: unbekannt

Es ist sicher lustig, das Universum zu färben. Wenn euch das Spaß macht, nehmt fürs Erste diese berühmte astronomische Illustration. Ihr selbst oder eure Freunde, Eltern oder Kinder können es ausdrucken oder sogar digital ausmalen.

Vielleicht interessiert euch, dass der Künstler unbekannt ist, obwohl diese Illustration in den letzten 100 Jahren an vielen Stellen auftauchte. Außerdem hat die Arbeit keinen Namen, der anerkannt wurde. Habt ihr eine gute Idee? Das Bild erschien erstmals 1888 in einem Buch von Camille Flammarion. Sie veranschaulicht, dass aktuelle Ansichten der Menschheit häufig durch neue Erkenntnisse ersetzt werden.

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Such den Mann im Mond

Über einem Berggipfel schwebt der Mond, er hat ein Gesicht. Auf dem Berg steht eine Frau mit Teleskop. Sie zeichnet sich als Silhouette vor dem Mond ab.

Bildcredit und Bildrechte: Dani Caxete

Habt ihr schon einmal die Frau im Mond gesehen? Diese häufige Frage spielt auf die menschliche Fähigkeit der Pareidolie an. Menschen erkennen vertrauter Bilder, wo es eigentlich keine gibt. Die Struktur auf der Oberfläche des Vollmondes enthält viele Kultobjekte, die dort entdeckt wurden, nicht nur in der westlichen Kultur, sondern im weltweiten Brauchtum der ganzen Geschichte der Menschheit.

Je nachdem, wie der Mond ausgerichtet ist, gehören dazu beispielsweise die Frau im Mond und der Hase im Mond. Eine Kontur wird häufig als Gesicht im Mond gelesen. Man findet sie, indem man sich die beiden dunklen runden Bereiche – zwei Mondmeere knapp über der Mitte – als Augen vorstellt.

Es überrascht, dass auf diesem Mondbild tatsächlich ein Mensch zu sehen ist. Wenn ihr genau schaut, seht ihr eine Person mit einem Teleskop als Silhouette vor dem Mond. Das gut geplante Bild wurde Mitte Jänner in Cadalso de los Vidrios im spanischen Madrid fotografiert. Was ist euer Lieblingsobjekt auf dem Mond?

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Dunkle Sandrutschungen auf dem Mars

Auf rosaroten Sanddünen sind dunkle Strukturen, die aussehen wie Bäume. Es sind aber Schlieren aus dunklem Sand, die Hänge hinabrutschen.

Bildcredit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Sie sehen aus wie Bäume auf dem Mars, aber es sind keine. Der Mars Reconnaissance Orbiter fotografierte Gruppen dunkler brauner Schlieren auf schmelzenden rosaroten Sanddünen, die von hellem Frost bedeckt sind.

Das Bild wurde im April 2008 auf dem Mars nahe beim Nordpol fotografiert. Dabei kam immer mehr dunkler Sand aus dem Inneren der Sanddünen auf dem Mars zum Vorschein, während die Frühlingssonne das hellere Eis aus Kohlendioxid schmolz. Wenn das nahe bei einer Düne passiert, kann dunkler Sand die Düne hinabrutschen. Dabei hinterlässt er auf der Oberfläche dunkle Schlieren. Auf den ersten Blick sehen sie wie Bäume aus, die vor helleren Bereichen stehen und keine Schatten werfen.

Der Ausschnitt, den das Bild zeigt, ist 1 km breit. Die Details sind bis zu 25 cm groß. Detailaufnahmen mancher Bildteile zeigen wogende Wolken. Sie sind ein Hinweis, dass sogar während der Aufnahme des Bildes Sand abrutschte.

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Spiralförmiges Polarlicht über Island

Über dem Fluss Ölfusá bei Selfoss leuchtet ein sehr lebhaftes Polarlicht am Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Davide Necchi

Was leuchtet hier am Himmel? Ein Polarlicht! Es wurde Ende letzten Monats fotografiert. Es fiel Isländern auf, weil es so hell war und sich so rasch veränderte. Das Polarlicht entstand nach einen Sonnensturm, bei dem energiereiche Teilchen von der Sonne ausbrachen. Wenige Tage später drangen sie durch eine Lücke in der schützenden Erdmagnetosphäre.

Das Polarlicht hat ein Spiralmuster. Kreative Menschen erkennen im komplexen Leuchten der atmosphärischen Erscheinung eine große Anzahl alltäglicher Bilder. Vorne fließt der Ölfusá. Hinten beleuchten Lampen eine Brücke in Selfoss. Über den niedrigen Wolken strahlt der fast volle Mond.

Die Aktivität der Sonne und die Polarlichter auf der Erde, die daraus entstehen, nehmen langsam ab, denn die Sonne hat ein Maximum an Sonnenaktivität auf der Oberfläche hinter sich. Sie nähert sich in ihrem 11-Jahres-Zyklus einer ruhigeren Periode. Sonnenforschende warten schon darauf, ob das nächste Sonnenminimum wieder so ungewöhnlich ruhig wird wie das letzte. Manchmal waren monatelang keine Sonnenflecken erkennbar. Auch andere Sonnenphänomene waren kaum zu sehen.

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Verzerrter Sonnenuntergang und grüner Blitz über Italien

Hinter dem Meer geht die Sonne über der Kirche San Pietro im italienischen Porto Venere unter. Sie wirkt eigentümlich geschichtet. Die oberste Schicht hat einen grünen Rand. Der Himmel dahinter leuchtet rot.

Bildcredit und Bildrechte: Paolo Lazzarotti

Das war ein seltsamer Sonnenuntergang. Zum einen war die sonst runde Sonne geometrisch verzerrt und mehrfach geschichtet. Andererseits leuchteten manche Schichten ungewöhnlich grün. Der Sonne ging es natürlich gut. Ihre seltsame Erscheinung entstand gänzlich in der Erdatmosphäre. Dort wurde ihr Licht gebrochen.

Wenn Luftschichten in der Erdatmosphäre ungewöhnlich warm sind, erscheinen Teile der Sonne manchmal verzerrt, sogar mehrfach. Der Effekt ist bei Sonnenaufgang und -untergang am stärksten. Dann betreffen Inverseionsschichten ganze Höhenlagen über dem Horizont. Verschiedene Farben der Sonne können unterschiedlich stark abgelenkt werden. Dabei leuchtet das oberste Bild der Luftspiegelung manchmal kurzzeitig grün. Das Phänomen ist als grüner Blitz bekannt.

Das Bild wurde im Februar im italienischen Porto Venere fotografiert. Vorne steht die Kirche San Pietro.

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