VdB 152: Reflexionsnebel im Kepheus

Vor einem gestirnten Hintergrund erhebt sich eine Staubgestalt, die an eine Sockenpuppe erinnert. Sie ist dunkelbraun, oben leuchtet sie blau, wo sie von einem Stern beleuchtet wird. Der Stern befindet sich fast am oberen Ende der Gestalt.

Credit und Bildrechte: Stephen Leshin

Der geheimnisvolle Reflexionsnebel VdB 152 wird als „staubiger Vorhang“ oder „geisterhafte Erscheinung“ beschrieben. Er leuchtet wirklich sehr schwach. Das kosmische Phantom dieser Halloween-Nacht ist fast 1400 Lichtjahre weit von eurer Nachbarschaft entfernt. Es ist auch als Ced 201 katalogisiert.

Der Nebel liegt in der nördlichen Milchstraße im königlichen Sternbild Kepheus. Die Region befindet sich am Rande einer großen Molekülwolke. Taschen aus interstellarem Staub blenden Licht von Sternen im Hintergrund aus. Sie streuen auch das Licht des eingebetteten hellen Sterns. Das verleiht Teilen des Nebels eine charakteristische blaue Farbe. Das UV-Licht des Sterns verursacht möglicherweise das matte rötliche Leuchten im nebelartigen Staub.

Es entstehen zwar tatsächlich Sterne in Molekülwolken. Doch dieser Stern ist anscheinend nur zufällig in die Region gewandert. Seine gemessene Geschwindigkeit im All unterscheidet sich nämlich stark vom Tempo der Wolke. Dieses detailreiche Teleskopbild der Region ist etwa 7 Lichtjahre breit.

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Ein Geist im östlichen Schleier

Ein leuchtend rot- und cyanfarben gefiederter Nebel füllt die ganze Bildbreite.

Credit und Bildrechte: Paul Mortfield, Stefano Cancelli

Bedrohliche fliegende Formen und grelle Farben prägen die Zeit um Halloween. Sie markieren auch diese kosmische Nahaufnahme, die den östlichen Schleiernebel zeigt. Der Schleiernebel ist der riesige Überrest einer Supernova, das ist die Trümmerwolke der finalen Explosion eines massereichen Sterns, die sich ausdehnt. Der Schleier ist annähernd rund. Am Himmel liegt er im Sternbild Schwan und ist fast 3 Grad breit.

Dieser Ausschnitt im östlichen Schleier ist nur ½ Grad breit, das ist ungefähr die scheinbare Winkelbreite des Mondes. Vom Planeten Erde ist der Schleier geschätzte 1400 Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz entspricht das einer Breite von 12 Lichtjahren. Das Komposit entstand aus Bilddaten, die mit Schmalbandfiltern aufgenommen wurden. Die Emissionen von Wasserstoffatomen im Überrest sind rot dargestellt. Grünliche Farbtöne zeigen die starken Emissionen von Sauerstoffatomen. Im westlichen Teil des Schleiers liegt eine weitere Erscheinung, die zur Jahreszeit passt: der Hexenbesen.

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Eine Hexe im Sternlicht

Links blickt ein blassblaues Gesicht auf einen hellen blauen Stern auf der rechten Seite.

Credit und Bildrechte: Star Shadows Remote Observatory (Steve Mazlin, Jack Harvey, Rick Gilbert, Teri Smoot, Daniel Verschatse)

Beschreibung: Diese furchterregende Fratze leuchtet im Dunkeln im Sternenlicht. Das krumme Profil lässt an seinen gängigen Namen denken: Hexenkopfnebel. Dieses bezaubernde Teleskop-Porträt vermittelt den Eindruck, als fixierte die Hexe ihren Blick auf Orions hellen Superriesensterm Rigel. Die kosmische Staubwolke erstreckt sich über 50 Lichtjahre und reflektiert das blaue Licht des nahe gelegenen Sterns Rigel, was ihr die charakteristische Farbe eines Reflexionsnebels verleiht. Der Hexenkopfnebel ist als IC 2118 katalogisiert und etwa 1000 Lichtjahre entfernt. Natürlich könnten Sie in der heutigen Gruselnacht eine Hexe sehen, aber keine Panik! Wir wünschen einen sicheren und fröhlichen Abend vor Allerheiligen!

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Gespenstische Aufhellung im Kepheus

Im Bild, das mit Sternen gefüllt ist, spuken einige geisterförmige Nebel.

Credit und Bildrechte: Giovanni Benintende

Beschreibung: Geisterhafte Schatten scheinen durch diese sterngefüllte Weite zu spuken und im königlichen Sternbild Kepheus durch die Nacht zu treiben. Natürlich sind diese Schemen kosmische Staubwolken, kaum sichtbar im matten reflektierten Sternenlicht. Weit von Ihrer Nachbarschaft auf dem Planeten Erde entfernt lauern sie am Rand des Molekülwolkenkomplexes Kepheus-Flare, der an die 1200 Lichtjahre entfernt ist. Dieser Nebel mit mehr als 2 Lichtjahren Durchmesser ist heller als die anderen geisterhaften Erscheinungen und auch als Sh2-136 bekannt. Er liegt nahe dem Zentrum des Feldes und ist sogar im Infrarotlicht zu sehen. Der Kern dieser Wolke, auch als Bok-Globule CB230 katalogisiert, kollabiert und ist wahrscheinlich ein Doppelsternsystem in einem frühen Stadium der Sternbildung.

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Halloween und der Geisterkopfnebel

Der Geisterkopfnebel leuchtet im Dunkeln, in der Mitte sind zwei helle Flecken, die an Augen erinnern.

Credit: Mohammad Heydari-Malayeri (Observatoire de Paris) et al., ESA, NASA

Beschreibung: Der Ursprung von Halloween ist historisch und astronomisch. Seit dem fünften Jahrhundert vor Christus wurde Halloween als Kreuzvierteltag gefeiert. Es ist der Tag zwischen dem Äquinoktikum (Tag-Nacht-Gleiche) und der Sonnenwende (kürzester Tag/längste Nacht auf der Nordhalbkugel). Nach unserem modernen Kalender wäre der tatsächliche Kreuzvierteltag erst nächste Woche. Ein weiterer Kreuzviertelag ist der Murmeltiertag.  Die modernen Halloweenfeiern haben historische Wurzeln, das Verkleiden sollte die Geister der Toten verscheuchen. Eine vielleicht passende Anspielung auf diesen historischen Feiertag ist der oben gezeigte Geisterkopfnebel, der vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen wurde. Sein Aussehen erinnert an einen fiktiven Geist; NGC 2080 ist eine Sternbildungsregion in der Großen Magellanschen Wolke, diese ist eine Begleitgalaxie unserer Milchstraße. Der Geisterkopfnebel ist 50 Lichtjahre groß und wurde in spezifischen Farben dargestellt.

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