Phobos, der verlorene Marsmond

Der Marsmond Phobos ist auf diesem Bild sehr detailreich dargestellt, man sieht viele Krater und Rillen. Rechts befindet sich der riesige Stickney-Krater.

Credit: HiRISE, MRO, LPL (U. Arizona), NASA

Dieser Mond ist dem Untergang geweiht. Der Rote Planet Mars ist nach dem römischen Kriegsgott benannt. Er besitzt zwei winzige Monde, Phobos und Deimos. Ihre Namen sind von den griechischen Begriffen für Angst und Schrecken abgeleitet.

Die Marsmonde sind vielleicht eingefangene Asteroiden aus dem Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter oder vielleicht sogar aus noch weiter entfernten Regionen unseres Sonnensystems. Dieses eindrucksvolle Farbbild des Mars Reconnaissance Orbiters zeigt den größeren Mond Phobos tatsächlich als ein stark mit Kratern bedecktes, asteroidenähnliches Objekt. Das Bild hat eine Auflösung von 7 Metern pro Pixel.

Phobos kreist etwa 5800 Kilometer über der Marsoberfläche um den Planeten. Das ist sehr wenig im Vergleich zur Entfernung unseres Mondes von 400.000 Kilometern. Durch die Nähe zieht die Gravitation Phobos nach unten. Die unbarmherzigen Gezeitenkräfte rufen in Phobos eine ständige Anspannung hervor, sodass er in etwa 100 Millionen Jahren wahrscheinlich zerbricht und seine Trümmer einen nach und nach zerfallenden Ring um den Mars bilden.

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Galaxy Wars: M81 versus M82

Die Galaxien M81 (links) und M82 (rechts) liefern sich einen Millionen Jahre dauernden Zweikampf. Beschreibung im Text.

Credit: Rainer Zmaritsch und Alexander Goss

Links ist die Spiralgalaxie M81 mit blauen Spiralarmen. Rechts befindet sich die irreguläre Galaxie M82, die von roten Staub- und Gaswolken markiert wird. Das Bild zeigt zwei Mammutgalaxien, die seit Milliarden Jahren in einen Gravitationskampf verwickelt sind. Die Schwerkraft jeder Galaxie beeinflusst die andere bei ihren Begegnungen, die jeweils hundert Millionen Jahre dauern, auf dramatische Art und Weise. Bei ihrer letzten Begegnung verursachte die Gravitation von M82 wahrscheinlich die Dichtewellen, die sich rund um M81 kräuseln. Das führte wohl zu der Fülle an Spiralarmen in M81.

M81 wiederum ließ M82 mit gewaltigen Sternbildungsregionen und kollidierenden Gaswolken zurück. Sie sind so energiereich, dass die Galaxie im Röntgenlicht strahlt. In wenigen Milliarden Jahren bleibt von den beiden Galaxien nur eine übrig.

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M51: Ein kosmisches Strudelbecken

Das Bild zeigt die prachtvolle Doppelspiralgalaxie M51. Die große Spiralgalaxie links ist von markanten rötlichen Sternbildungsregionen gesäumt. Ihr Kern leuchtet hellgelb. Die kleine Galaxie rechts daneben leuchtet gelb und wirkt fast strukturlos. Die Staubnebel liegen vorne und gehören zur größeren Galaxie.

Credit: S. Beckwith (STScI) Hubble-Nachlassteam, (STScI/AURA), ESA, NASA

Folgt der Deichsel des Großen Wagens vom Wagenkasten bis zum letzten hellen Stern der Deichsel. Dann schiebt das Teleskop nur ein kleines Stückchen nach Südwesten. Dort findet ihr dieses atemberaubende Paar Galaxien, die einander beeinflussen. Es ist der 51. Eintrag in Charles Messiers berühmtem Katalog.

Die große Galaxie hat eine klar definierte Spiralstruktur. Die Spiralgalaxie ist als NGC 5194 katalogisiert. Ihre Spiralarme und Staubspuren liegen deutlich vor ihrer Begleiterin NGC 5195 rechts daneben. Das Paar ist etwa 31 Millionen Lichtjahre entfernt. Es liegt offiziell im kleinen Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici).

M51 wirkt zwar in kleinen Teleskopen auf der Erde lichtschwach und verschwommen. Doch dieses Bild von M51 ist eins der schärfsten, die je gemacht wurden. Es entstand im Jänner 2005 mit der Advanced Camera for Surveys (ACS). Diese Kamera befindet sich an Bord des Weltraumteleskops Hubble.

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Die nächstgelegene Galaxie: Die Canis-Major-Zwerggalaxie

Unscharfe Wülste winden sich im Bild, sie sind blau und magentafarben, in der Mitte leuchtet ein helles Zentrum. Schilder zeigen zu den Positionen Sun, Canis Major Galaxy, Milky Way und Stream of the Canis Major galaxy.

Illustrationscredit und -rechte: R. Ibata (Observatorium Straßburg, ULP) et al., 2MASS, NASA

Welche Galaxie ist der Milchstraße am nächsten? Die neue Antwort auf diese alte Frage lautet: die Canis-Major-Zwerggalaxie. Viele Jahre lang dachten Astronomen, die Große Magellansche Wolke (LMC) wäre die nächste. Doch diesen Titel hat sie 1994 an die Sagittarius-Zwerggalaxie verloren.

Neueste Messungen zeigen, dass die Canis-Major-Zwerggalaxie nur 42.000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entfernt ist. Das sind etwa drei Viertel der Entfernung zur Sagittarius-Zwerggalaxie und ein Viertel der Entfernung zur LMC. Die Entdeckung gelang mit Daten der 2MASS-Himmelsdurchmusterung. Infrarotlicht erlaubt nämlich eine bessere Sicht durch unsere galaktische Ebene. Im sichtbaren Licht ist die galaktische Ebene undurchsichtig.

Die Canis-Major-Zwerggalaxie wurde neu entdeckt. Diese beschriftete Illustration zeigt die Position der Zwerggalaxie und einen Gezeitenstrom aus Material in Bezug zur Milchstraße. Die Canis-Major-Zwerggalaxie und andere Begleitgalaxien werden langsam  von den Gravitationskräften auseinandergerissen, wenn sie um unsere Galaxie und durch sie hindurchwandern.

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Wal und Hockeyschläger

Rechts oben ist die Walgalaxie, links unten eine Galaxie, die an einen Hockeyschläger erinnert. Beide wirken verzerrt, anscheinend hatten sie enge Begegnungen.

Credit und Bildrechte: Josef Poepsel, Stefan Binnewies (Capella Observatory)

NGC 4631 ist die große, schöne Spiralgalaxie rechts oben, die wir von der Kante sehen. Sie ist nur 25 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im kleinen nördlichen Sternbildes Jagdhunde (Canes Venatici). Die leicht verzerrte Keilform der Galaxie erinnert manche an einen kosmischen Hering. Andere denken an den bekannten Spitznamen „Walgalaxie“. Jedenfalls ist sie ähnlich groß wie unsere Milchstraße.

Auf diesem prächtigen Farbbild sind die dunklen interstellaren Staubwolken, der gelbliche Kern und die jungen blauen Sternhaufen des Wals leicht erkennbar. Sie hat eine Begleitgalaxie, die kleine elliptische Galaxie NGC 4627. Sie erscheint über der Walgalaxie. Links unten befindet sich NGC 4656, eine weitere verbogene Galaxie. Sie hat die Form eines Hockeyschlägers.

Es gibt Spuren von Verzerrungen und Vermischung aus Gas. Sie wurden in anderen Wellenlängen beobachtet und legen nahe, dass alle drei Galaxien in der Vergangenheit enge Begegnungen hatten. Die Walgalaxie hat einen Hof aus heißem Gas ausgestoßen. Er leuchtet im Röntgenlicht.

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Galaxie NGC 474: Kosmischer Mixer

Siehe Beschreibung. Ein Klick auf das Bild liefert die höchste verfügbare Auflösung.

Credit und Bildrechte: Mischa Schirmer

Beschreibung: Was passiert mit der Galaxie NGC 474? Die vielschichtigen ausgeworfenen Schalen erscheinen seltsam komplex und unerwartet, wenn man die relativ formlose Erscheinung der elliptischen Galaxie auf weniger detailreichen Bildern berücksichtigt. Die Ursache der Schalen ist derzeit unbekannt, sie ist jedoch möglicherweise durch Gezeitenkräfte verursachte Schweife, die mit übrig gebliebenen Trümmern zusammenhängen, welche beim Absorbieren zahlreicher kleiner Galaxien in den vergangenen Milliarden Jahren entstanden sind. Die Schalen könnten auch sich ähnlich wie Wellen in einem Teich verhalten, wo die anhaltende Kollision der Spiralgalaxie mit dem rechten Teil von NGC 474 Dichtewellen verursacht, die sich durch den galaktischen Riesen hindurchkräuseln. Unabhängig von der tatsächlichen Ursache erhellt das obige Bild auf dramatische Weise die wachsende Übereinstimmung darüber, dass die äußeren Halos der meisten großen Galaxien nicht wirklich ruhig sind, sondern Komplexitäten enthalten, die von regelmäßigen Wechselwirkungen und Verschmelzungen mit kleineren nahe gelegenen Galaxien verursacht werden. Der Halo unserer eigenen Milchstraßen-Galaxie ist ein Beispiel für solche unerwartete Komplexität. NGC 474 erstreckt sich über 250.000 Lichtjahre und liegt etwa 100 Millionen Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbildes Fische (Pisces).

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