Die Antennen erkunden

Zwei Galaxien bilden ein verworrenes Knäuel in der Bildmitte. Nach links unten und rechts oben sind lange Gezeitenschweife ausgeworfen.
Bildcredit und Bildrechte: BeschaffungMike Selby BearbeitungRoberto Colombari

Im südlichen Sternbild Rabe (Corvus) stoßen zwei große Galaxien aufeinander. Es sind NGC 4038 und NGC 4039. Die beiden sind 60 Millionen Lichtjahre entfernt. Nur selten kollidieren dabei die Sterne in den Galaxien. Die kosmische Karambolage dauert Hunderte Millionen Jahre. Doch in den Galaxien sind große Wolken aus molekularem Gas und Staub. Diese kollidieren häufig. Dabei kommt es mitten im kosmischen Trümmerfeld zu Phasen mit heftiger Sternbildung.

Das Teleskopbild ist etwa 50.000 Lichtjahre breit. Es zeigt auch neue Sternhaufen und Materie, die von den Kräften der Gezeiten weit vom Ort des Zusammenstoßes weggeschleudert wurde. Das scharfe Bild zeigt die blassen Gezeitenströme und einige weit entfernte Galaxien im Hintergrund. Die bogenförmigen Strukturen im Panorama gaben dem Galaxienpaar seinen Namen: Antennengalaxien. Man kennt sie auch als Arp 244.

Artemis II: Aktuelles von der Mission

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Hickson 44 im Löwen

Hinter Sternen ist ein Bündel Galaxien verteilt, die sehr verschieden aussehen: Elliptisch, aufgebauscht, spiralförmig oder wie ein Haken.
Bildcredit und Bildrechte: Peter Kennett

Als der kanadische Astronom Paul Hickson und seine Kollegen nach Galaxien suchten, fanden sie am Himmel ca. 100 kompakte Galaxienhaufen. Heute nennt man sie passend kompakte Hickson-Gruppen. Die vier markanten Galaxien auf dieser faszinierenden Fotografie gehören zu so einer Gruppe, nämlich Hickson 44. Sie ist 100 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und liegt im nördlichen Frühlingssternbild Löwe. Die Sterne liegen im Vordergrund und gehören zur Milchstraße.

Die beiden Spiralgalaxien mitten im Bild sehen wir von der Seite. Es sind NGC 3190 – sie hat einen markanten gewellten Staubstreifen – und die S-förmige NGC 3187. Zusammen mit der hellen elliptischen Galaxie NGC 3193 (links oben) kennt man sie auch als Arp 316. Die Spirale rechts unten ist NGC 3185. Sie ist das vierte Mitglied der Hickson-Gruppe.

Galaxien in Hickson-Gruppen zeigen häufig Anzeichen von Verzerrung und verstärkter Sternbildung. Hickson 44 ist keine Ausnahme. Es liefert Hinweise auf ein Tauziehen durch Gravitation. Auf einer kosmischen Zeitskala führt das am Ende dazu, dass Galaxien verschmelzen. Das gilt heute als normaler Vorgang bei der Entwicklung von Galaxien, auch bei unserer Milchstraße.

Zum Größenvergleich: NGC 3190 hat bei der geschätzten Entfernung von Hickson 44 einen Durchmesser von ca. 75.000 Lichtjahren.

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Der verlorene Marsmond Phobos

Der rötliche Himmelskörper ist von vielen Kratern zernarbt und hat eine grob kugelähnliche Form. Einige der Krater sind sehr groß. Von rechts laufen parallele Rillen über die Oberfläche.

Bildcredit: NASA, LPL (U. Arizona), MRO, HiRISE

Dieser Mond ist dem Untergang geweiht. Der rote Planet Mars ist nach dem römischen Kriegsgott benannt. Er hat zwei winzige Monde: Phobos und Deimos. Ihre Namen stammen aus dem Altgriechischen und bedeuten „Furcht“ und „Schrecken“. Diese Marsmonde sind vielleicht eingefangene Asteroiden aus dem Hauptgürtel. Dieser befindet sich zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter. Sie könnten aber auch aus noch weiter entfernten Regionen unseres Sonnensystems stammen.

Der größere Mond Phobos ist von Kratern übersät und ähnelt in der Tat einem Asteroiden. Dieses beeindruckende Farbbild zeigt Phobos im Blick des Mars Reconnaissance Orbiter. Diese robotische Raumsonde kann kleine Details fotografieren, die gerade einmal 10 Meter groß sind.

Phobos‘ Bahn verläuft sehr eng um den Mars, nur 5800 Kilometer über der Oberfläche des Planeten. Unser Mond ist rund 400.000 Kilometer von der Erde entfernt. Deswegen ziehen Gezeitenkräfte den Marsmond zum Planeten. In vielleicht 50 Millionen Jahren zerfällt Phobos voraussichtlich. Danach werden seine Trümmer einen Ring um den Planeten bilden.

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Io in Echtfarben

Der Jupitermond Io füllt das ganze Bild. Er erinnert auf diesem bunt gefärbten Bild an eine Pizza. Seine Oberfläche ist großteils schwefelgelb. Dazwischen sind Vulkane wie Pickel verteilt.

Bildcredit: NASA, JPL, Projekt Galileo

Der seltsamste Mond in unserem Sonnensystem leuchtet in hellem Gelb. Dieses Bild zeigt, wie Io in „echten Farben“ aussehen würde – also so, wie das menschliche Auge ihn wahrnehmen würde. Die Aufnahme stammt von der Raumsonde Galileo und wurde im Juli 1999 aufgenommen. Die Raumsonde umkreiste Jupiter von 1995 bis 2003.

Ios Farben stammen von Schwefel und geschmolzenem Silikatgestein. Ein System aktiver Vulkane hält die ungewöhnliche Oberfläche des Mondes Io sehr jung.

Jupiters gewaltige Gezeitenkräfte ziehen Io in die Länge. Außerdem gleichen sie die Schwankungen durch die anderen galileischen Monde aus. Dabei entsteht Reibung. Sie erhitzt das Innere von Io so stark, dass geschmolzenes Gestein durch die Oberfläche bricht. Ios Vulkane sind so aktiv, dass sie den Mond Io quasi von innen nach außen kehren. Seine Lava ist teilweise so heiß, dass sie im Dunkeln leuchtet.

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Galaxien im Fluss

Mitten im Bild ist eine große Spiralgalaxie, die eine kleinere verschlingt. Die herausgezogenen Spiralarme zeigen, dass starke Gezeitenkräfte am Werk sind. Im Bild sind noch weitere kleine Galaxien verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Vikas Chander

Große Galaxien wachsen, indem sie kleinere verschlingen. Auch unsere Milchstraße betreibt eine Art galaktischen Kannibalismus: Sie zieht kleine Galaxien an, die zu nah kommen und von ihrer Schwerkraft eingefangen werden.

Dieses Phänomen ist im Universum weit verbreitet. Ein beeindruckendes Beispiel ist dieses Paar wechselwirkender Galaxien im Sternbild Eridanus, dem Fluss. Die große, verzerrte Spiralgalaxie NGC 1532 und die Zwerggalaxie NGC 1531 sind über 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Die kleinere Galaxie wird diesen gravitativen Kampf auf Dauer verlieren.

Auf diesem scharfen Bild ist NGC 1532 fast von der Kante zu sehen und erstreckt sich über etwa 100.000 Lichtjahre. Das System NGC 1532/1531 ähnelt dem gut erforschten Paar aus der Spiralgalaxie M51 und ihrem kleinen Begleiter, die man von oben sieht.

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Galaxien im Chemischen Ofen

Eine große Galaxie ist von schalenartigen Hüllen umgeben. Rechts neben ihrem Zentrum ist eine kleinere Galaxie mit Hüllen. Beide gehören zum Fornax-Galaxienhaufen. Im Bild sind einige weitere, kleinere Galaxien und ein paar Sterne mit Lichtkreuzen verteilt. Dazwischen sind viele kleine Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Simone Curzi und das ShaRA-Team

Die elliptische Galaxie NGC 1316 ist ein Beispiel für Gewalt in kosmischem Ausmaß. Sie ist etwa 75 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Man untersuchte diese riesige Galaxie. Daher vermuten Forschende der Astronomie, dass sie mit ihrer kleineren Nachbarin NGC 1317 kollidiert. Diese liegt rechts neben der Mitte der großen Galaxie. Bei der Begegnung wurden Schleifen und Hüllen aus Sternen weit hinausgeschleudert. Das Licht, das bei ihrer nahen Begegnung abgestrahlt wurde, erreichte die Erde vor etwa 100 Millionen Jahren.

Das scharfe Teleskopbild zeigt die zentralen Bereiche von NGC 1316 und NGC 1317. Sie sind mehr als 100.000 Lichtjahre voneinander entfernt. Komplexe Staubspuren in NGC 1316 zeigen, dass auch sie das Ergebnis der Verschmelzung von Galaxien in der fernen Vergangenheit ist.

Man kennt NGC 1316 auch als Fornax A. Sie liegt am Rand des Galaxienhaufens in Fornax. Dort ist sie ist eine der hellsten Galaxien, aber auch eine der stärksten und größten Radioquellen am ganzen Himmel. Ihre Radioemissionen reichen weit über dieses Sichtfeld, das 1 Grad breit ist, hinaus.

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Porträt von NGC 1055

Die Galaxie NGC 1055 ist fast von der Kante zu sehen. Sie enthält viel dunklen Staub und ist von einem zarten Halo aus Sternen umgeben. Dahinter sind einige weitere Galaxien verteilt. Der Vordergrund ist lose mit unterschiedlich hellen Sternen dekoriert.

Bildcredit und Bildrechte: John Hayes

Die große, schöne Spiralgalaxie NGC 1055 ist ein markantes Mitglied einer kleinen Galaxiengruppe, die etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Sie liegt im aquatisch einschüchternden Sternbild Walfisch (Cetus). Wir sehen das Inseluniversum fast von der Seite. Es ist mehr als 100.000 Lichtjahre breit. Damit ist es etwas größer als unsere Galaxis, die Milchstraße.

Bunte, gezackte Sterne schmücken dieses kosmische Porträit von NGC 1055. Sie befinden sich vorne in der Milchstraße. Doch die verräterischen rosigen Regionen mit Sternbildung und die jungen, blauen Sternhaufen sind in den gewundenen Staubbahnen in der dünnen Scheibe der fernen Galaxie verteilt. Außen herum gibt es ein paar noch weiter entfernte Galaxien.

Das detailreiche Bild zeigt einen schachtelartigen Hof. Er reicht weit über und unter die zentrale Wölbung der Scheibe von NGC 1055 hinaus. Der Hof ist von blassen, schmalen Strukturen durchzogen. Er besteht vermutlich aus den verteilten Trümmern einer Begleitgalaxie, die von der größere Spirale vor etwa 10 Milliarden Jahren zerrissen wurde.

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Mondvorderseite

Die beschriftete Version der Mondvorderseite ist zu sehen, wenn man den Mauspfeil über das Bild schiebt.

Bildcredit: ASA / GSFC / Arizona State Univ. / Lunar Reconnaissance Orbiter

Etwa 1300 Bilder der Weitwinkelkamera der Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) wurden zu dieser spektakulären Ansicht eines vertrauten Gesichtes kombiniert – es ist die Vorderseite des Mondes. Doch warum hat der Mond eine Vorderseite?

Der Mond dreht sich um seine Achse, und im selben Zeitraum kreist er einmal um die Erde, nämlich etwa einmal in etwa 28 Tagen. An diese Konfiguration ist er durch die Gezeiten gebunden. Weil er synchron rotiert, zeigt immer dieselbe Seite zur Erde, nämlich seine Vorderseite. Das führt dazu, dass Beobachterinnen auf der Erde die glatten, dunklen Mondmeere und die zerklüfteten Hochländer sehr gut kennen. Die Meere sind eigentlich Einschlagbecken, die von Lava geflutet wurden.

Dieses Mosaik in voller Auflösung zeigt alles erstaunlich detailreich. Wenn ihr euer Lieblingsmeer oder einen großen Krater sucht, folgt diesem Link oder schiebt den Mauspfeil über das Bild. Die LRO-Bilder, aus denen das Mosaik entstand, wurden im Dezember 2010 in einem Zeitraum von zwei Wochen aufgenommen.

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