Messier 63: Die Sonnenblumengalaxie

Die Galaxie, die mitten im Bild schwebt, wirkt ein wenig verschwommen. Sie besitzt gleichmäßig gewundene Spiralarme mit vielen Sternhaufen und Sternbildungsregionen. Das Zentrum leuchtet gelblich.

Bildcredit und Bildrechte: Daten – Hubble-Vermächtnisarchiv, Subaru-Teleskop (NAOJ), Don Goldman; Bearbeitung – Robert Gendler, Roberto Colombari, Don Goldman

Messier 63 ist eine helle Spiralgalaxie am nördlichen Himmel. Sie ist etwa 25 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im treuen Sternbild Jagdhunde. Das majestätische Inseluniversum ist auch als NGC 5055 katalogisiert. Es misst 100.000 Lichtjahre. Damit ist es etwa so groß wie unsere Milchstraße.

M63 ist landläufig als Sonnenblumengalaxie bekannt. Dieses scharfe Kompositbild entstand aus Teleskopbildern aus dem Weltraum und auf der Erde. Darauf hat sie einen hellen, gelblichen Kern und ausladende blaue Spiralarme. Sie sind von kosmischen Staubbahnen durchzogen und mit rosaroten Regionen mit Sternbildung gesprenkelt.

M63 ist ein markantes Mitglied einer bekannten Galaxiengruppe. Sie hat blasse, ausgedehnte Strukturen. Es sind wohl Sternströme von Begleitgalaxien, die von Gezeiten zerrissen wurden. M63 leuchtet im ganzen elektromagnetischen Spektrum. Vermutlich gab es in der Galaxie Ausbrüche intensiver Sternbildung.

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Die Galaxiengruppe Hickson 90

Mitten im Bild ist eine stark verzerrte Galaxie, die vor allem durch markante Staubbahnen im Vordergrund auffällt. Rechts darunter ist eine diffuse elliptische Galaxie.

Bildcredit: NASA; ESA, Hubble-Vermächtnisarchiv; Bearbeitung: Oliver Czernetz

Als der kanadische Astronom Paul Hickson mit seinen Kollegen den Himmel nach Galaxien absuchte, entdeckten sie etwa 100 kompakte Galaxiengruppen. Diese werden nun passenderweise Hickson Compact Groups (HCGs) genannt.

Dieses scharfe Hubblebild zeigt HCG 90 überraschend detailreich. Sie ist eine dieser Galaxiengruppen. Bei drei Galaxien, von denen hier zwei zu sehen sind, zeigte sich, dass sie stark wechselwirken. In der Bildmitte ist eine staubige, gestreckte und verzerrte Spiralgalaxie. Zur Gruppe gehören noch zwei große elliptische Galaxien. Enge Begegnungen lösen heftige Sternbildung aus.

In kosmischen Zeiträumen führt der Zug der Gravitation bei dem Gerangel am Ende dazu, dass das Trio zu einer einzigen großen Galaxie verschmilzt. Diesen Prozess kennen wir heute als normalen Bestandteil in der Entwicklung von Galaxienen wie zum Beispiel unserer Milchstraße.

HCG 90 liegt im Sternbild Südlicher Fisch (Piscis Austrinus). Sie ist ungefähr 100 Millionen Lichtjahre entfernt. In dieser Distanz ist die Hubble-Ansicht etwa 40.000 Lichtjahre breit. Der Anblick kompakter Hickson-Gruppen lohnt sich auch auf der Erde, sogar mit kleineren Teleskopen.

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UGC 1810: Hubble zeigt eine wechselwirkende Galaxie

Die Spiralgalaxie UGC 1810 hat eine sehr ungewöhnliche Form. In der Mitte verlaufen markante gelbe Spiralarme, außen ist eine ausschweifende blau leuchtende ringförmige Struktur mit vielen heißen jungen Sternen.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Bearbeitung und Bildrechte: Domingo Pestana

Was passiert mit dieser Spiralgalaxie? Die Details sind zwar unklar, doch es handelt sich hier sicherlich um ein Gefecht mit ihrer kleineren galaktischen Nachbarin, das noch andauert. Die Galaxie wird als UGC 1810 bezeichnet. Zusammen mit ihrer Kontrahentin ist sie als Arp 273 bekannt.

Die äußere Form von UGC 1810 – vor allem ihr blauer äußerer Ring – ist wahrscheinlich das Ergebnis wilder, gewaltiger Wechselwirkungen durch Gravitation. Die blaue Farbe des Ringes stammt von massereichen, blauen, heißen Sternen. Sie sind erst in den letzten Millionen Jahren entstanden. Die innere Galaxie erscheint älter und röter. Sie ist von kühlen Fäden aus fasrigem Staub durchzogen.

Vorne leuchten ein paar helle Sterne. Sie stehen in keinem Zusammenhang mit UGC 1810. Mehrere Galaxien liegen weit dahinter. Arp 273 ist etwa 300 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie liegt im Sternbild Andromeda. Ziemlich wahrscheinlich verschlingt UGC 1810 in wenigen Milliarden Jahren ihre Galaxienpartnerin und nimmt eine klassische Spiralform an.

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Die Antennen erforschen

Hinter lose verteilten Sternen, von denen einige wenige hell leuchten, sind zwei verzerrte Galaxien angeordnet, die miteinander wechselwirken. Zwei Sternströme sind in großen Bögen hinausgeschleudert.

Bildcredit und Bildrechte: Daten: Subaru, NAOJ, NASA/ESA/Hubble – Montage und Bearbeitung: Roberto Colombari

Im südlichen Sternbild Rabe kollidieren zwei große Galaxien. Sie sind etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt. Einzeln sind sie als NGC 4038 und NGC 4039 katalogisiert. Die schwerfällige Schau dauert Hunderte Millionen Jahre. Dabei kollidieren nur selten die Sterne in den beiden Galaxien.

Doch die großen Wolken aus molekularem Gas und Staub in den Galaxien kollidieren häufig. Das löst Episoden heftiger Sternbildung beim Zentrum der kosmischen Karambolage aus. Die Ansicht ist 500.000 Lichtjahre breit. Sie zeigt auch junge Sternhaufen und Materie, die von den Gezeiten weit vom Schauplatz des Unfalls fortgeschleudert wurde.

Das Mosaikbild entstand aus Daten von Subaru, das auf der Erde steht, und des Weltraumteleskops Hubble. Die Bilder des Subaru-Teleskops zeigt die weitläufigen, zarten Gezeitenströme. Die extrem detailreichen Daten von Hubble zeigen die hellen Zentren der Galaxien. Das Aussehen der langen, gebogenen Schweife führte zum gängigen Namen für das Galaxienpaar: die Antennen.

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Schwaden über Enceladus sind förderlich für Leben

Über der rissigen Oberfläche von Enceladus steigen am oberen Rand helle Eisschwaden strahlenförmig auf.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Hat Enceladus Ozeane unter der Oberfläche, in denen es Leben geben könnte? Im Jahr 2005 entdeckte die Raumsonde Cassini in der Saturn-Umlaufbahn Schwaden aus Wasserdampf und Eiskristallen. Erst einmal wusste man nicht, woher das Wasser für diese Ströme kommt. Nun gibt es Hinweise auf einen Ozean unter der Oberfläche von Enceladus, der durch Gezeitenreibung erwärmt wird.

Vorne ist die strukturierte Oberfläche von Enceladus. In der Ferne dringen Schwaden reihenweise aus den Rissen im Eis. Durch den Winkel, aus dem das Sonnenlicht kommt, erkennt man die Schwaden und die aufsteigenden Schatten der Nacht besser.

Ein Flug durch eine Schwade lieferte Hinweise, dass sie – und auch der mögliche Ozean darunter – viel molekularen Wasserstoff enthält. Er wäre als Futterquelle für Mikroben brauchbar, die eventuell dort leben könnten.

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Daphnis und die Saturnringe

Zwischen den Saturnringen verläuft eine Lücke, in der ein kleiner Mond eine Reihe von Wellen hinter sich herzieht.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Space Science Institute, Cassini

Was geschieht hier mit den Saturnringen? Nicht viel. Nur ein kleiner Mond schlägt Wellen. Der Mond ist der 8 km große Daphnis. Er schlägt mit seiner Gravitation Wellen in der Keeler-Teilung der Saturnringe, während er auf- und abhüpft: hinein und hinaus.

Das Bild ist die Weitwinkelversion einer früheren Aufnahme. Es wurde letzten Monat von der Roboterraumsonde Cassini bei einer ihrer aktuellen großen Schlussrunden fotografiert. Daphnis ist ganz rechts. Er bildet Dünen, die wahrscheinlich aus angehäuften Ringteilchen bestehen.

Daphnis wurde 2005 auf Bildern von Cassini entdeckt. 2009 war auf Saturn Tag- und Nachtgleiche. Die Ringebene zeigte direkt zur Sonne. So sah man, dass der Mond so hohe Hügel aus Ringteilchen anhäufte, dass sie deutliche Schatten warfen.

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NGC 1316: Nach einer Kollision von Galaxien

Die beiden Galaxien im Bild sind von schalenförmigen Hüllen umgeben. Sie wirken diffus und sind von dunklen Staubwolken überzogen.

Bildcredit und Bildrechte: Steve Mazlin, Warren Keller und Steve Menaker (SSRO / UNC / PROMPT / CTIO)

Die gewaltige elliptische Galaxie NGC 1316 ist ein Beispiel für mächtige Vorgänge in kosmischem Ausmaß. Sie ist ungefähr 75 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Forschende untersuchen den erstaunlichen Anblick. Sie vermuten, dass die riesige Galaxie mit der kleineren Nachbargalaxie NGC 1317 kollidiert, die darüber liegt. Dabei entstehen weit geschwungene Schleifen und Schalen aus Sternen. Das Licht der engen Begegnung hat die Erde wohl vor etwa 100 Millionen Jahren erreicht.

Dieses detailreiche, scharfe Bild zeigt die Zentralregionen von NGC 1316 und NGC 1317. Sie sind offenbar mehr als 100.000 Lichtjahre voneinander entfernt. Die komplexen Staubbahnen, die man darin sieht, lassen vermuten, dass NGC 1316 selbst das Ergebnis einer Verschmelzung von Galaxien ist, die in ferner Vergangenheit stattfand.

NGC 1316 liegt am Rand des Fornax-Galaxienhaufens. Sie ist als Fornax A bekannt und eine der visuell hellsten Galaxien im Fornax-Haufen. NGC 1316 ist eine der stärksten und größten Radioquellen. Ihre Radioemission reicht sich weit über dieses Teleskopsichtfeld hinaus, sie reicht am Himmel über mehrere Grad.

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Daphnis der Wellenmacher

In der dunklen Lücke in den Saturnringen wandert ein kleiner Mond. Hinter ihm schlägt der untere Ring Wellen.

Bildcredit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Die Raumsonde Cassini war zum äußeren Rand der Saturnringe getaucht. Dort fotografierte sie am 16. Jänner diese Ansicht von Daphnis aus nächster Nähe. Der kleine Mond ist etwa 8 km groß. Er kreist in der Keeler-Teilung des hellen Ringsystems und schlägt Wellen.

Die 42 km große äußere Lücke ist auf dem Bild durch Cassinis Blickwinkel perspektivisch verkürzt. Die Wellen im Ringmaterial am Rand der Lücke entstehen durch die schwache Gravitation des kleinen Mondes. Er kreuzt das Bild von links nach rechts.

Knapp hinter Daphnis zieht offenbar eine wellenartige Spur aus Ringmaterial her. Auch auf Daphnis sind beachtliche Details zu sehen. Dazu gehört ein schmaler Grat um seinen Äquator. Wahrscheinlich ist es eine Ansammlung von Teilchen aus dem Ring.

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