Webb zeigt die Balkenspiralgalaxie NGC 1365

Der helle Kern der Balkenspiralgalaxie NGC 1365 im Sternbild Chemischer Ofen ist von Spiralarmen umgeben, die hier etwas zerfleddert wirken, weil das Bild mit dem Infrarotteleskop James Webb aufgenommen wurde.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, Janice Lee (NOIRLab) – Bearbeitung: Alyssa Pagan (STScI)

NGC 1365 ist eine gewaltige Balkenspiralgalaxie im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Sie ist nur 56 Millionen Lichtjahre entfernt und etwa 200.000 Lichtjahre breit. Damit ist ihr Durchmesser etwa doppelt so groß wie der unserer Balkenspiralgalaxie, der Milchstraße.

Das Bild entstand mit dem Mid-Infrared Instrument (MIRI) am Weltraumteleskop James Webb und ist gestochen scharf. Es zeigt atemberaubende Details der prächtigen Spirale im Infrarotlicht. Das Sichtfeld von Webb zeigt einen etwa 60.000 Lichtjahre breiten Ausschnitt von NGC 1365. Es erforscht dabei den Kern der Galaxie und helle, neu entstandene Sternhaufen. Junge Sterne in den Spiralarmen erzeugen das komplexe Netzwerk aus staubigen Filamenten und Blasen. Die Arme winden sich vom zentralen Balken der Galaxie nach außen.

Astronom*innen vermuten, dass das Gravitationsfeld des Balkens von NGC 1365 eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Galaxie spielt. Es leitet Gas und Staub in einen Strudel aus Sternbildung und speist schließlich Material in das zentrale, sehr massereiche Schwarze Loch der aktiven Galaxie.

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M51: Die Strudelgalaxie

Über der markanten Spiralgalaxie M51, die hier blau und rot leuchtet und einen gelblichen Kern hat, liegt eine kleinere Begleitgalaxie, von der viele nebelige Strukturen ausgehen.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Sleeman

Die Whirlpool-Galaxie ist eine klassische Spiralgalaxie. Sie ist nur 30 Millionen Lichtjahre entfernt und gut 60.000 Lichtjahre breit. M51 kennt man auch als NGC 5194. Sie ist malerisch und eine der hellsten Galaxien am Himmel.

Für dieses Bild wurden Aufnahmen kombiniert, die insgesamt 58 Stunden lang in verschiedenen Farben aufgenommen wurden. Dafür diente ein Teleskop im chinesischen Lijiang. Doch schon mit einem guten Fernglas kann man diesen Strudel im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici) erkennen.

M51 ist eine Spiralgalaxie vom Typ Sc und das markanteste Mitglied einer ganzen Galaxiengruppe. Astronom*innen vermuten, dass die Spiralstruktur von M51 hauptsächlich durch die gravitative Wechselwirkung mit der kleineren Galaxie direkt darüber entsteht.

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M104: Die Sombrero-Galaxie im Infrarotlicht

Ein rot leuchtender, scheinbar schwebender Ring umläuft eine bläulich leuchtende, transparente ovale Wolke. Vor dem schwarzen Hintergrund sind außerde, einzelne Lichtpunkt zu sehen.

Bildcredit: NASA, JPL, Caltech, SSC, R. Kennicutt (Steward Obs.) et al.

Dieser schwebende Ring ist so groß wie eine Galaxie. Er ist in der Tat eine Galaxie – oder zumindest ein Teil davon, denn er gehört zur fotogenen Sombrero-Galaxie. Sie ist eine der größten Galaxien im nahe gelegenen Virgo-Galaxienhaufen. Im sichtbaren Licht verfinstert das dunkle Staubband den mittleren Teil der Sombrero-Galaxie. Im Infrarotlicht leuchtet es hell.

Dieses Bild wurde digital nachgeschärft. Es zeigt dieses Infrarotleuchten. Das Weltraumteleskop Spitzer hat es vor kurzem aufgenommen. Ihr seht es hier zusammen mit einem Falschfarben-Bild des NASA-Weltraumteleskops Hubble im sichtbaren Licht.

Die Sombrero-Galaxie hat die Katalogbezeichnung M104. Ihr Durchmesser beträgt rund 50.000 Lichtjahre. Sie ist etwa 28 Millionen Lichtjahre von und entfernt. Ihr könnt M104 mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Jungfrau beobachten.

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IC 342: Versteckte Galaxie im Sternbild Giraffe

Vor einem sternenbedeckten, dunklen Himmel, steht formatfüllend eine Spiralgalaxie mit klar erkennbaren Armen und einem gelblich leuchtenden Kernbereich.

Bildcredit und Bildrechte: Gaetan Maxant

IC 342 ist so groß wie die hellen Spiralgalaxien in unserer Nachbarschaft: Sie ist gerade einmal 10 Millionen Lichtjahre entfernt. Wir finden sie im Sternbild Giraffe (Camelopardalis). Die riesige Welteninsel müsste eigentlich eine auffällige Galaxie am Nachthimmel sein. Doch sie versteckt sich vor unseren Blicken. Wir können sie nur erahnen, da sie sich hinter einem Schleier aus Sternen, Gas und Staubwolken befindet, der sich über die Ebene unserer Milchstraße ausbreitet.

Das Licht von IC 342 wird durch diese kosmischen Wolken abgeschwächt und gerötet. Dennoch zeigt dieses scharfe Bild, das mit einem Teleskop aufgenommen wurde, viele Details. Ihr erkennt in den Spiralarmen, die sich weit weg vom Kern der Galaxie erstrecken, verdunkelnden Staub, junge Sternhaufen und leuchtende Regionen mit Sternentstehung.

In IC 342 gab es vor Kurzem einen Ausbruch der Sternbildung. Sie ist nah genug an der Lokalen Gruppe und der Milchstraße, um deren Entwicklung beeinflusst zu haben.

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Die Einsteinkreuz-Gravitationslinse

Die sehr blasse Galaxie im Bild hat scheinbar vier sehr helle Kerne. Diese gehören jedoch nicht zur Galaxie, sondern sind das Licht eines Quasars, der weit dahinter liegt. Das Objekt ist als Einsteinkreuz bekannt.

Bildcredit und Lizenz: NSF, NOIRLab, AURA, WIYN; Bearbeitung: J. Rhoads (Arizona State U.) et al.

Die meisten Galaxien haben nur einen Kern. Hat diese Galaxie vier davon? Die Antwort auf diese Frage scheint eigenartig, aber der Schein trügt. Astronom*innen schließen aus diesem Bild, dass der Kern der umgebenden Galaxie überhaupt nicht sichtbar ist. Vielmehr stammt das Licht des „vierblättrigen Kleeblatts“ in der Mitte eigentlich von einem Quasar, der dahinter liegt.

Das Gravitationsfeld der vorne liegenden Galaxie lenkt die Lichtstrahlen des weiter entfernten Quasars um. Wir kennen das auch von optischen Linsen. Es kann dazu führen, dass man von einem Objekt vier Einzelbilder sieht. Diese Art von Trugbild erhalten wir nur, wenn ein Quasar und das Zentrum einer massereichen Galaxie genau in einer Sichtlinie liegen.

Wir kennen das Phänomen ist als Gravitationslinseneffekt. Die oben gezeigte Galaxie ist das Einsteinkreuz. Die einzelnen Abbildungen im Einsteinkreuz sind unterschiedlich hell, was vielleicht noch verwunderlicher ist. Einzelne Sterne der vorderen Galaxie üben durch ihre Gravitation einen zusätzlichen Mikrolinseneffekt aus, was die Helligkeit verstärkt.

Fast Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator

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Andromeda und Koboldblitze über Australien

Hinter einem Affenbrotbaum tobt ein Gewitter, man sieht sein Leuchten hinter einer Wolke am Horizont. Rechts über dem Baum zuckt ein riesiger Roter Kobold, links daneben leuchtet die Andromedagalaxie M31. Der Himmel darüber ist sternklar.

Bildcredit und Bildrechte: JJ Rao

Was passiert über diesem Baum? Zwei Dinge im Bild sind ganz verschieden. Links ist die Andromedagalaxie. Sie ist älter als die Menschheit und bleibt noch Milliarden Jahre bestehen. Andromeda (M31) ist ähnlich groß wie unsere Galaxis, die Milchstraße, und hat auch eine ähnliche Form.

Rechts ist ein Roter Kobold. Das ist eine Art von Blitzen, die nur den Bruchteil einer Sekunde existieren. Sie treten über mächtigen Gewittern auf. Erst vor 35 Jahren erkannte man Rote Kobolde als echtes Phänomen in der Atmosphäre.

Der Baum in der Mitte ist eine Art Affenbrotbaum (Adansonia gregorii). Er kann bis zu tausend Jahre alt werden. Natürliche Vorkommen der Adansonia gregorii sind Australien und Afrika. Sie können große Mengen Wasser speichern, nämlich bis zu 100.000 Liter. Dieses Bild entstand letzten Monat in der Nähe von Derby in Westaustralien.

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Galaxien im Fluss

Mitten im Bild ist eine große Spiralgalaxie, die eine kleinere verschlingt. Die herausgezogenen Spiralarme zeigen, dass starke Gezeitenkräfte am Werk sind. Im Bild sind noch weitere kleine Galaxien verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Vikas Chander

Große Galaxien wachsen, indem sie kleinere verschlingen. Auch unsere Milchstraße betreibt eine Art galaktischen Kannibalismus: Sie zieht kleine Galaxien an, die zu nah kommen und von ihrer Schwerkraft eingefangen werden.

Dieses Phänomen ist im Universum weit verbreitet. Ein beeindruckendes Beispiel ist dieses Paar wechselwirkender Galaxien im Sternbild Eridanus, dem Fluss. Die große, verzerrte Spiralgalaxie NGC 1532 und die Zwerggalaxie NGC 1531 sind über 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Die kleinere Galaxie wird diesen gravitativen Kampf auf Dauer verlieren.

Auf diesem scharfen Bild ist NGC 1532 fast von der Kante zu sehen und erstreckt sich über etwa 100.000 Lichtjahre. Das System NGC 1532/1531 ähnelt dem gut erforschten Paar aus der Spiralgalaxie M51 und ihrem kleinen Begleiter, die man von oben sieht.

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Galaxien im Chemischen Ofen

Eine große Galaxie ist von schalenartigen Hüllen umgeben. Rechts neben ihrem Zentrum ist eine kleinere Galaxie mit Hüllen. Beide gehören zum Fornax-Galaxienhaufen. Im Bild sind einige weitere, kleinere Galaxien und ein paar Sterne mit Lichtkreuzen verteilt. Dazwischen sind viele kleine Sterne.

Bildcredit und Bildrechte: Simone Curzi und das ShaRA-Team

Die elliptische Galaxie NGC 1316 ist ein Beispiel für Gewalt in kosmischem Ausmaß. Sie ist etwa 75 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Man untersuchte diese riesige Galaxie. Daher vermuten Forschende der Astronomie, dass sie mit ihrer kleineren Nachbarin NGC 1317 kollidiert. Diese liegt rechts neben der Mitte der großen Galaxie. Bei der Begegnung wurden Schleifen und Hüllen aus Sternen weit hinausgeschleudert. Das Licht, das bei ihrer nahen Begegnung abgestrahlt wurde, erreichte die Erde vor etwa 100 Millionen Jahren.

Das scharfe Teleskopbild zeigt die zentralen Bereiche von NGC 1316 und NGC 1317. Sie sind mehr als 100.000 Lichtjahre voneinander entfernt. Komplexe Staubspuren in NGC 1316 zeigen, dass auch sie das Ergebnis der Verschmelzung von Galaxien in der fernen Vergangenheit ist.

Man kennt NGC 1316 auch als Fornax A. Sie liegt am Rand des Galaxienhaufens in Fornax. Dort ist sie ist eine der hellsten Galaxien, aber auch eine der stärksten und größten Radioquellen am ganzen Himmel. Ihre Radioemissionen reichen weit über dieses Sichtfeld, das 1 Grad breit ist, hinaus.

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