IC 2574: Coddingtons Nebel

Die Zwerggalaxie im Bild ist verzerrt und klein. Doch die vielen rötlichen Regionen darin sind klare Hinweise auf aktive Sternbildung.

Bildcredit und Bildrechte: Dane Vetter

Große Spiralgalaxien ernten scheinbar oft den ganzen Ruhm, denn sie stellen ihre jungen, hellen, blauen Sternhaufen in schönen symmetrischen Spiralarmen zur Schau. Doch auch in kleinen, irregulären Galaxien entstehen Sterne. Die Zwerggalaxie IC 2574 enthält Regionen aus leuchtendem Wasserstoff. Sie sind klare Zeichen intensiver Sternbildung und haben einen typisch rötlichen Farbton.

Sternwinde und Supernova-Explosionen wühlen die turbulenten Gebiete der Sternbildung in IC 2574 auf. Das ist genau wie in Spiralgalaxien. Dabei wird Material in das interstellare Medium der Galaxie geschleudert. Das löst wiederum weitere Sternbildung aus.

IC 2574 ist nur 12 Millionen Lichtjahre entfernt gehört zur M81-Galaxiengruppe. Diese liegt im nördlichen Sternbild Großer Bär (Ursa Major). Die lichtschwache, aber faszinierende Universumsinsel ist auch als Coddington-Nebel bekannt. Sie ist etwa 50.000 Lichtjahre breit. Im Jahr 1898 entdeckte sie der amerikanische Astronom Edwin Coddington.

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Die Schweife des Kometen Wierzchoś

Links unten ist der blaugrüne Kopf des Kometen Wierzchoś. Seine Schweife reichen diagonal nach rechts oben. Der längere Schweif zielt knapp an der Galaxie NGC 300 im Hintergrund vorbei.

Bildcredit und Bildrechte: José J. Chambó; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Einige Kometen besuchen unser Sonnensystem regelmäßig. Andere kommen nur einmal vorbei – und kehren nie wieder zurück. Den Kometen C/2024 E1 (Wierzchoś), der gerade durch das innere Sonnensystem fliegt, sehen wir nie wieder. Seine hyperbolische Bahn zeigt: Er wird wahrscheinlich zu einem interstellaren Reisenden.

Heute ist der Komet Wierzchoś der Erde besonders nah – etwa so weit entfernt wie die Sonne. Das Foto aus Chile wurde 30 Minuten lang belichtet. Es zeigt den Kometen mit einem 5 Grad langen Ionenschweif und drei kürzeren Staubschweifen. Das grüne Leuchten der Koma entsteht, weil Sonnenlicht Dikohlenstoff-Moleküle (C2) zerlegt. Dieser Effekt hält aber nicht lange genug an, um auch die Schweife zu färben.

Ganz rechts im Bild ist eine weit entfernte Spiralgalaxie zu sehen: NGC 300.

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NGC 147 und NGC 185

Die beiden Zwerggalaxien NGC 147 (links) und NGC 185 stehen im Bild nebeneinander. Der Hintergrund ist dicht mit Sternen gefüllt. Beide Galaxien wirken elliptisch und verschwommen.

Bildcredit und Bildrechte: Chuck Ayoub

Die Zwerggalaxien NGC 147 (links) und NGC 185 stehen hier nebeneinander. Sie sind Begleitgalaxien von M31, der berühmten Spiralgalaxie Andromeda. Ihr Licht braucht ungefähr 2,5 Millionen Jahre, bis es uns erreicht. Das Bild wurde mit einem Teleskop aufgenommen und lang belichtet.

Die beiden kleinen Begleitgalaxien liegen im Sternbild Kassiopeia. Der Abstand zwischen den beiden beträgt am Himmel weniger als 1 Grad. Das entspricht in der Distanz von Andromeda etwa 35.000 Lichtjahren. Die große Andromedagalaxie liegt weit außerhalb des Bildes. M32 und M110 sind hellere und bekanntere Begleiterinnen von Andromeda. Sie liegen sehr viel näher an der großen Spirale.

NGC 147 und NGC 185 wurden als Doppelgalaxien erkannt. Sie bilden ein gravitativ stabiles Doppel-System. Anscheinend gehört auch die blasse Zwerggalaxie Cassiopeia II zu diesem System. Sie wurde erst kürzlich entdeckt. Die drei bilden eine gravitativ gebundene Gruppe. Sie liegt in einer Population kleiner Satellitengalaxien von Andromeda.

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Weitwinkelaufnahme der Spiralgalaxie NGC 1512

Diese Spiralgalaxie wirkt etwas zottig und hat drei Ringe. Der innerste ist kaum erkennbar, der mittlere verbindet die Enden des zentralen Balkens, und der äußere wirkt etwas zottig. Außen herum verlaufen unregelmäßige, blau gesprenkelte Spiralarme.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel Stern

Die meisten Galaxien haben keine Ringe. Warum hat diese Galaxie gleich drei? Zunächst läuft ein Ring nahe um das Zentrum von NGC 1512: Er ist der Kernring. Auf diesem Weitwinkelbild ist er kaum zu sehen. In diesem Ring strahlen neu entstandene Sterne.

Danach folgt ein rötlicher und blauer Ring aus Sternen und Staub. Man nennt ihn kontraintuitiv den „inneren Ring„. Er verbindet die Enden eines diffusen Zentralbalkens aus Sternen, der waagrecht über die Galaxie verläuft. Am weitesten außen ist eine zottige Struktur. Man könnte sie für einen spiralartigen äußeren Ring halten. Er ist von Haufen heller blauer Sterne übersät.

Man nimmt an, dass all diese Ringstrukturen durch die gravitativen Asymmetrien in NGC 1512 in einem langwierigen Prozess beeinflusst werden, den man als säkulare Evolution bezeichnet. Dieses Bild entstand letzten Monat mit einem Teleskop von Deep Sky Chile in Chile.

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NGC 2442: Galaxie im Fliegenden Fisch

Im Bild windet sich eine hakenförmige Galaxie mit sehr ausgeprägten Sternbildungsregionen. Außen herum sind Sterne und kleine Galaxien verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Die verzerrte Galaxie NGC 2442 liegt im südlichen Sternbild Fliegender Fisch (Piscis Volans). Sie ist etwa 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Die beiden Spiralarme der Galaxie gehen von einem sehr markanten zentralen Balken aus. Sie verleihen ihr eine Erscheinung, die an einen Haken erinnert.

Das farbige Bild wurde mit Teleskop fotografiert und zeigt viele Details. Um die Galaxie herum sind Sterne verteilt, die im Vordergrund liegen. Das Bild zeigt auch die undurchsichtigen Staubbahnen in der fernen Galaxie. Junge, blaue Sternhaufen und rötliche Regionen mit Sternbildung umgeben einen Kern. Darin leuchtet eine ältere gelbliche Population an Sternen. Die Regionen mit Sternbildung konzentrieren sich anscheinend stärker in dem Spiralarm, der nach rechts oben herausgezogen ist.

Die verzerrte Struktur entstand wahrscheinlich durch eine enge Begegnung vor langer Zeit mit einer kleineren Galaxie, die liegt links oben außerhalb des Bildes liegt. In der Distanz von NGC 2442 ist dieses Teleskop-Sichtfeld breiter als 200.000 Lichtjahre.

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NGC 55: Eine Galaxie voller Nebel

Die Galaxie NGC 55 im Bild wirkt flach. Sie schimmert wie ein Schatzkästchen voller Juwelen. Die leuchtenden Flecken sind Nebel aus Wasserstoff und Sauerstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Wolfgang Promper; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Kann man Nebel in anderen Galaxien sehen? Ja – manche Nebel leuchten hell genug, wenn man weiß, wie man sie findet. Wolken aus Wasserstoff und Sauerstoff geben Licht in ganz bestimmten Farben ab. Astronom*innen und Astrofotograf*innen können diese Farben mit Filtern isolieren. Dadurch heben sie Strukturen hervor, die sonst zu schwach leuchten, um sie zu bemerken.

Diese Aufnahme wurde 50 Stunden belichtet. Sie zeigt die Galaxie NGC 55, die wir fast von der Kante sehen. Leuchtender Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) sind hier besonders betont. Das Bild zeigt, dass die Galaxie von Emissionsnebeln übersät ist. Manche liegen in der Staubscheibe der Galaxie, manche darüber. So bietet sich ein detaillierter Blick auf ferne Sternbildungsgebiete.

NGC 55 wird auch die Perlenkettengalaxie genannt. Oft vergleicht man sie mit der Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Begleitgalaxie unserer Milchstraße. Allerdings ist NGC 55 mit einer Entfernung von 6,5 Millionen Lichtjahren viel weiter weg.

Knobelspiel: Astronomie-Puzzle des Tages

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Webb zeigt die Balkenspiralgalaxie NGC 1365

Der helle Kern der Balkenspiralgalaxie NGC 1365 im Sternbild Chemischer Ofen ist von Spiralarmen umgeben, die hier etwas zerfleddert wirken, weil das Bild mit dem Infrarotteleskop James Webb aufgenommen wurde.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, Janice Lee (NOIRLab) – Bearbeitung: Alyssa Pagan (STScI)

NGC 1365 ist eine gewaltige Balkenspiralgalaxie im südlichen Sternbild Chemischer Ofen (Fornax). Sie ist nur 56 Millionen Lichtjahre entfernt und etwa 200.000 Lichtjahre breit. Damit ist ihr Durchmesser etwa doppelt so groß wie der unserer Balkenspiralgalaxie, der Milchstraße.

Das Bild entstand mit dem Mid-Infrared Instrument (MIRI) am Weltraumteleskop James Webb und ist gestochen scharf. Es zeigt atemberaubende Details der prächtigen Spirale im Infrarotlicht. Das Sichtfeld von Webb zeigt einen etwa 60.000 Lichtjahre breiten Ausschnitt von NGC 1365. Es erforscht dabei den Kern der Galaxie und helle, neu entstandene Sternhaufen. Junge Sterne in den Spiralarmen erzeugen das komplexe Netzwerk aus staubigen Filamenten und Blasen. Die Arme winden sich vom zentralen Balken der Galaxie nach außen.

Astronom*innen vermuten, dass das Gravitationsfeld des Balkens von NGC 1365 eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Galaxie spielt. Es leitet Gas und Staub in einen Strudel aus Sternbildung und speist schließlich Material in das zentrale, sehr massereiche Schwarze Loch der aktiven Galaxie.

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M51: Die Strudelgalaxie

Über der markanten Spiralgalaxie M51, die hier blau und rot leuchtet und einen gelblichen Kern hat, liegt eine kleinere Begleitgalaxie, von der viele nebelige Strukturen ausgehen.

Bildcredit und Bildrechte: Michael Sleeman

Die Whirlpool-Galaxie ist eine klassische Spiralgalaxie. Sie ist nur 30 Millionen Lichtjahre entfernt und gut 60.000 Lichtjahre breit. M51 kennt man auch als NGC 5194. Sie ist malerisch und eine der hellsten Galaxien am Himmel.

Für dieses Bild wurden Aufnahmen kombiniert, die insgesamt 58 Stunden lang in verschiedenen Farben aufgenommen wurden. Dafür diente ein Teleskop im chinesischen Lijiang. Doch schon mit einem guten Fernglas kann man diesen Strudel im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici) erkennen.

M51 ist eine Spiralgalaxie vom Typ Sc und das markanteste Mitglied einer ganzen Galaxiengruppe. Astronom*innen vermuten, dass die Spiralstruktur von M51 hauptsächlich durch die gravitative Wechselwirkung mit der kleineren Galaxie direkt darüber entsteht.

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