NGC 1898: Kugelsternhaufen in der Großen Magellanschen Wolke

Ein bunter Kugelsternhaufen mit vielen roten und blauen Sternen füllt das Bild. In der Mitte ist ein helles Zentrum, doch auch der Hof ist voller Sterne.

Bildcredit: ESA / Hubble und NASA

Juwelen scheinen nicht hell – nur Sterne. Fast jeder Fleck in diesem Schmuckkästchen auf einem Foto des Weltraumteleskops Hubble ist ein Stern. Es gibt Sterne, die röter sind als unsere Sonne und andere, die blauer sind – doch sie alle sind weiter entfernt. Das Licht braucht 8 Minuten von der Sonne, um die Erde zu erreichen. NGC 1898 ist so weit weg, dass sein Licht etwa 160.000 Jahre benötigt, um hier anzukommen.

Der große Ball aus Sternen wird NGC 1898 genannt und ist ein Kugelsternhaufen. Er befindet sich im Zentralbalken der Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Satellitengalaxie unserer Milchstraße.

Das mehrfarbige Bild entstand aus vielen Bändern von Infrarot bis Ultraviolett. Es wurde aufgenommen, um zu entscheiden, ob alle Sterne von NGC 1898 gleichzeitig entstanden oder unterschiedlich alt sind. Nun häufen sich die Hinweise, dass in den meisten Kugelsternhaufen die Sterne in Wellen entstehen. Insbesondere die Sterne von NGC 1898 entstanden alle kurz nach einer Annäherung der Kleinen Magellanschen Wolke (KMW) an unsere Milchstraße vor langer Zeit.

Weltraumteleskope – aktuell: Wohin blicken Hubble und Webb gerade?

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Komet Tschurjumow-Gerassimenko bildet Schweife

Der dunkle Kern des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko leuchtet hier hell in der Sonne. Von seiner Oberfläche steigen Ströme aus Staub und Gas auf. Die Aufnahme stammt von der ESA-Raumsonde Rosetta.

Bildcredit und Lizenz: ESA, Rosetta, NAVCAM

Wo entsteht ein Kometenschweif? Normalerweise gibt es auf den Kernen von Kometen keine offensichtlichen Orte oder Poren, aus denen die Strahlen kommen, die den Kometenschweif bilden. Dieses Bild ist der besten, das Strahlen aus einem Kometen zeigt. Es wurde 2015 von der robotischen ESA-Sonde Rosetta gewonnen. Rosetta flog um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Sie befand sich von 2014 bis 2016 im Orbit.

Das Bild zeigt viele Wolken aus Staub und Gas, die aus dem Kern von Komet Tschurjumow-Gerassimenko strömen, der sich der Sonne näherte und erwärmte. Der Komet hat zwei auffällige Lappen. Der größere ist etwa 4 Kilometer lang. Er ist mit dem kleineren durch einen engen Hals verbunden, der 2,5 Kilometer lang ist.

Analysen zeigten, dass die Ausdünstung direkt von der Kometenoberfläche kommen muss. Sie wird zu Strömen aus Gas, Staub und Eis gebündelt, die aus der Oberfläche austreten. Komet Tschurjumow-Gerassimenko (auch Komet 67P genannt) verliert dadurch bei jedem Umlauf um die Sonne an der Oberfläche etwa einen Meter an Dicke. Ein Umlauf dauert 6,44 Jahre. Bei diesem Verlust an Material verschwindet er binnen einiger tausend Jahre komplett.

2016 endete die Mission Rosetta. Dabei stürzte die Raumsonde kontrolliert auf die Oberfläche des Kometen 67P.

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Rutschung bei Hebes Chasma auf dem Mars

In einer Senke steht ein Berg, an dessen Vorderseite ein Teil abgebrochen ist. In der hufeisenförmigen Kerbe sammelt sich eine dunkle Flüssigkeit, die anscheinend aus einer dunklen Schicht weiter oben über einen Hang abfloss. Es ist nicht erkennbar, wohin das Abbruchmaterial verschwunden ist.

Bildcredit und Lizenz: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Was passierte in Hebes Chasma auf dem Mars? Die Senke Hebes Chasma liegt nördlich der gewaltigen Schlucht Valles Marineris. Sie ist nicht mit anderen Strukturen auf der Oberfläche verbunden. Daher ist unklar, wohin das Material verschwunden ist, das sich darin befunden hat. Mitten in Hebes Chasma steht der 5 km hohe Tafelberg Hebes Mensa. Ein Teil davon stürzte offenbar auf eine ungewöhnliche Art und Weise ein. Dieser Einsturz liefert vielleicht Hinweise.

Das Bild wurde von der robotischen Raumsonde Mars Express der ESA aufgenommen, die derzeit um den Mars kreist. Es zeigt genaue Details der Senke und eine ungewöhnliche, hufeisenförmige Vertiefung im Tafelberg. Anscheinend floss das Material des Tafelbergs auf den Grund der Senke, und eine mögliche dunkle Schicht sammelte sich wie Tinte auf einem abschüssigen Hang.

Eine Vermutung lautet, dass tiefere Schichten in Hebes Chasma aus salzigem Gestein bestehen. Das Salz könnte sich in einem geschmolzenen Eisgemisch auflösen, das durch Löcher in einen Grundwasserleiter unter der Oberfläche abfließt.

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Gaia erstellt eine Seitenansicht unserer Milchstraße

Ein dunkles Feld umgibt ein dünnes, farbenfrohes Band. Es verläuft horizontal durch die Mitte. Das Band ist fast gerade, krümmt sich jedoch an den Außenkanten.

Illustrationscredit: ESA, Gaia, DPAC, Stefan Payne-Wardenaar

Wie sieht die Milchstraße von der Seite aus? Ein echtes Foto zu machen ist unmöglich, weil wir uns ja in dieser Galaxie befinden. Doch vor kurzem entstand so eine Außenansicht mithilfe der genauen Positionen von mehr als einer Milliarde Sternen. Die Daten dafür stammen von der ESA-Mission Gaia.

Die Darstellung zeigt, dass unsere Milchstraße eine sehr dünne zentrale Scheibe hat, so wie viele andere Spiralgalaxien auch. In dieser Scheibe befinden sich unsere Sonne und alle Sterne, die wir nachts sehen.

Man vermutete das zwar schon vorher. Dennoch war die kurvige Form der Scheibe in den äußeren Bereichen eine Überraschung. Die Farben des gebogenen zentralen Bandes der Galaxis stammen überwiegend von dunklem Staub, hellen, blauen Sternen und roten Emissionsnebeln.

Im März endete die erfolgreiche Mission Gaia. Doch die Analyse der Daten geht noch lange weiter.

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Sternbildungs-Galaxie Messier 94

Bildfüllend ist eine Spiralgalaxie von oben abgebildet. In der Mitte ist ein kleiner heller Kern, umgeben von diffusen Sternfeldern, die von markanten Staubbahnen überlagert sind. Außen herum läuft ein Ring aus sehr hell glitzernden Gebieten mit Sternbildung.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA

Das prächtige Inseluniversum Messier 94 befindet sich in nur 15 Millionen Lichtjahren Entfernung im nördlichen Sternbild der Jagdhunde (Canes Venatici). Wir sehen die gesamte Fläche dieser Spiralgalaxie. Sie misst etwa 30.000 Lichtjahre im Durchmesser und ihre Spiralarme ziehen sich durch die äußeren Bereiche der weiten Scheibe. All das macht sie zu einem beliebten Fotomotiv von der Erde aus.

Diese Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops umfasst nur ca. 7000 Lichtjahre der zentralen Region von M94. Die scharfe Nahaufnahme zeigt den kompakten, hellen Kern der Galaxie mit deutlichen inneren Staubbahnen, umgeben von einem bläulichen Ring aus jungen, massereichen Sternen. Diese Sterne im Ring scheinen jünger als 10 Millionen Jahre zu sein. Das weist darauf hin, dass die Galaxie zu diesem Zeitpunkt gerade eine Phase rascher Sternentstehung durchlief.

Der kleine, helle Kern ist typisch für Seyfert-Galaxien. Doch wegen des Rings ist M94 auch als Sternentstehungsgalaxie bekannt. Da M94 relativ nahe ist, können hier die Ursachen für den Ausbruch an Sternentstehung im Detail erforscht werden.

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Kilometerhohe Klippe auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko

Hinter einer glatten Lichtung mit einigen großen Felsbrocken ragt eine steile Klippe auf. Die Landschaft befindet sich auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko.

Bildcredit und Lizenz (CC BY-SA 3.0 IGO): ESA, Raumsonde Rosetta, NAVCAM; Zusätzliche Bearbeitung: Stuart Atkinson

Diese Klippe ist einen Kilometer hoch. Sie befindet sich auf der Oberfläche eines Kometen. Man entdeckte sie auf dem dunklen Kern des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Die Entdeckerin war Rosetta, eine kleine robotische Raumsonde der ESA. Sie umrundete den Kometen von 2014 bis 2016.

Rosetta fotografierte die zerklüftete Klippe im Bild schon zu Beginn der Mission. Sie ist zwar einen Kilometer hoch, trotzdem könnte ein Mensch einen Sprung zur Oberfläche des Kometen überleben! Der Grund dafür ist die niedrige Schwerkraft auf dem Kometen.

Am Fuße der Klippe befindet sich ein eher ebenes Gelände. Hier liegen viele Felsen, manche davon bis zu 20 Meter groß. Daten der Mission Rosetta deuten darauf hin, dass das Wassereis des Kometen einen anderen Anteil an Deuterium hat als Wasser in den Ozeanen der Erde. Wahrscheinlich hat es also einen anderen Ursprung als das Wasser der Erde.

Die Sonde wurde nach dem Stein von Rosetta benannt. Darauf fanden Archäologen denselben Text, der in drei verschiedenen Sprachen geschrieben war. So konnte man viele Texte aus dem alten Ägypten übersetzen und verstehen.

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BepiColombo zeigt den Krater Vivaldi auf Merkur

Hinter zwei Auslegern der Raumsonde BepiColombo ist die Oberfläche des Planeten Merkur zu sehen. Der Rand des Planeten ist unten. Die Oberfläche ist von Kratern übersät, in der Bildmitte liegt der markante Krater Vivaldi mit seinen zwei konzentrischen Kraterwällen.

Bildcredit: ESA, JAXA, BepiColombo, MTM

Warum hat dieser große Krater auf dem Merkur zwei Ringe und einen glatten Boden?
Das kann niemand so genau sagen. Dieses ungewöhnliche Objekt ist der Krater Vivaldi. Er ist über 215 Kilometer groß. Die sehr detaillierte Aufnahme entstand bei einem Überflug der Raumsonde BepiColombo zu Beginn des Monats. BepiColombo ist ein Gemeinschaftsprojekt von ESA und JAXA.

Normalerweise entstehen so große kreisförmige Strukturen auf einem Gesteinsplaneten oder Mond entweder durch den Aufprall eines kleinen Meteoriten oder eines Kometenbruchstücks. Sie können aber auch durch einen Vulkanausbruch verursacht werden. Vielleicht entstand Vivaldi aber auch durch eine Kombination beider Phänomene, indem auf einen heftigen Einschlag ein relativ gleichmäßiger Lavastrom folgte. Krater mit doppelten Ringen sind selten. Vor allem die Ursache des inneren Rings wird nach wie vor wissenschaftlich untersucht.

Der Vorbeiflug der Raumsonde BepiColombo nützt die Gravitation des Planeten Merkur, um mit geringer Geschwindigkeit in eine andere Umlaufbahn zu gelangen. Von dort aus soll ab 2026 der innerste Planet im Sonnensystem genauer untersucht werden.

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Mars: Mond, Krater und Vulkane

Panoramablick auf die Marsoberfläche. Mehrere Landformen sind zu sehen, darunter Krater und Vulkane. Vor einem Teil der Oberfläche befindet sich ein kleiner dunkler Mond.

Bildcredit: ESA, DLR, FU Berlin, Mars Express; Bearbeitung und CC – 2.0 Lizenz: Andrea Luck; Hut ab vor Phil Plait

Stellt euch vor, ihr könntet über den Mars fliegen. Was würdet ihr sehen? Dieses Bild zeigt es. Es ist eine Aussicht der Raumsonde Mars Express, die über im Juli über einer besonders interessanten Region des Mars aufgenommen wurde.

Das berühmteste Merkmal im Bild ist Olympus Mons rechts oben im Bild. Er ist der größte Vulkan im Sonnensystem. Rechts am Horizont ragt Pavonis Mons auf. Er ist ein weiterer großer Marsvulkan. Auf der Oberfläche des passend benannten Roten Planeten sind mehrere runde Einschlagkrater verteilt.

Das Bild wurde zeitlich so geplant, dass der dunkle Marsmond Phobos vor dem Planeten schwebte. Der Mond ist dem Untergang geweiht. Man sieht ihn links neben der Mitte. Das Oberflächenmerkmal links unten ist Orcus Patera. Mit seiner Größe und länglichen Form ist er ungewöhnlich. Rätselhaft ist auch der Vorgang, bei dem er entstand.

Die Roboter-Raumsonde Mars Express der ESA wurde 2003 gestartet. Sie erbrachte viele bemerkenswerte wissenschaftliche Entdeckungen. Unter anderem lieferte sie Hinweise, dass der Mars einst große Wasserkörper hatte.

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