Dem Mondschatten hinterher

Der Blick aus dem Cockpit einer WB-57F zeigt die Sonne über dem Kopf des Piloten. Sie ist vom Neumond verdeckt, nur die Korona strahlt hell. Links neben der Bildmitte leuchtet die Venus, rechts Jupiter und Merkur. Der Himmel ist dunkel, doch der Horizont, der außerhalb des Mondschattens liegt, ist hell.
Bildcredit: NASA

Am 12. August jagte eine WB-57F der NASA den Schatten des Neumondes. Sie stieg vor der Küste von Island in die Lüfte, um die totale Sonnenfinsternis zu beobachten. Die WB-57F ist ein Forschungsflugzeug für große Höhen. Es folgte dem präzise berechneten Pfad der Totalität in einer Höhe von etwa 15.000 Metern, um die Zeit im Mondschatten so lang wie möglich auszureizen.

An Bord war eine Reihe hochauflösender Kameras. Sie sammelten Daten der Finsternis oberhalb von Wolken, Staub und Wasserdampf in der Atmosphäre, welche Beobachtungen näher am Boden stören.

Das Bild aus dem Cockpit stammt aus einem Video, das beim Flug gefilmt wurde. Es zeigt, wie die Korona der Sonne am Beginn der Totalität zum Vorschein kommt. Der Himmel ist im Schatten des Mondes dunkel. Links über der Bildmitte leuchtet die Venus. Jupiter und Merkur stehen rechts neben der verfinsterten Sonne. Unten am fernen Horizont, der außerhalb des Mondschattens liegt, ist der Himmel hell.

Zur Originalseite

Ein Flugzeug vor der Mondfinsternis

Der teilweise verfinsterte Mond füllt beinahe das Bild. Von rechts fliegt ein Flugzeug davor vorbei. Der dunkle Mondschatten ist links unten.
Bildcredit: Paulo Ferreira

Musste man in diesem Flugzeug auf der rechten Seite sitzen, um die Finsternis zu sehen? Nein. Eine Mondfinsternis sieht man auf der ganzen Erdhälfte, die während der Finsternis zum Mond zeigt. Daher zählen Mondfinsternisse zu den astronomischen Ereignissen, die am häufigsten beobachtet werden.

Man braucht nicht einmal spezielle Instrumente, um eine Mondfinsternis zu sehen. Die bloßen Augen sind gut genug. Mondfinsternisse gehören zu den astronomischen Ereignissen, die sehr häufig fotografiert werden. Man muss dazu weder die Augen noch eine Kamera zur gleißenden Sonne richten. Das ist anders als bei einer Sonnenfinsternis.

Dieses Bild wurde letzte Woche in Portugal fotografiert. Wenn ihr in diesem Flugzeug auf der linken Seite gesessen wärt, als es abhob, hättet ihr die Finsternis vielleicht nicht gesehen – zumindest am Beginn. Doch Mondfinsternisse dauern für gewöhnlich mehrere Stunden. Ihr hättet also bald nach dem Start die Sitzreihen tauschen können, um den Mond im Schatten zu sehen.

Zur Originalseite

Ein Paar Finsternisse

Zwei Bildteile zeigen eine Sonnenfinsternis (oben) und eine Mondfinsternis (unten). Oben schimmert die Korona am Rand des Mondes. Rechts unten leuchtet sie hinter dem Rand hervor.

Unten ist der Mond etwa halb in den Kernschatten der Erde getaucht. Der dunkle Teil ist rötlich gefärbt. Rechts erkennt man die markanten Mondmeere.
Bildcredit und Bildrechte: Gwenaël Blanck

Finsternisse treten häufig paarweise auf. Zweimal im Jahr stehen Sonne, Mond und Erde fast in einer Reihe. So eine Finsternis-Saison dauert ungefähr 34 Tage. In dieser Zeit kann eine totale Finsternis bei der Sonne oder Mond auftreten. Neumond und Vollmond liegen nämlich nur etwa 14 Tage auseinander. Doch nur selten gibt es bei so einer Gelegenheit sowohl eine totale Sonnenfinsternis als auch eine totale Mondfinsternis. Viel häufiger ist eine der beiden Finsternisse partiell.

Doch 2026 gab es bei der letzten Finsternis-Saison tatsächlich beide Arten im Abstand von zwei Wochen. Am 12. August fand eine totale Sonnenfinsternis statt (oben), und in der Nacht von 27. auf 28. August eine fast totale Mondfinsternis (unten). Bei der Sonnenfinsternis war Neumond. Sie wurde im spanischen Peñafiel fotografiert. Die HDR-Fotomontage zeigt das kurze Perlschnur-Phänomen knapp vor Beginn der Totalität. Außen schimmert die goldene Sonnenkorona.

Bei dem Neumond danach gab es eine partielle Mondfinsternis, die in Frankreich in Sèvres aufgenommen wurde. Beim Maximum war der Mond zu 93 Prozent verdunkelt. Auch dieses Bild ist eine HDR-Montage. Es zeigt die partielle Finsternis zur Halbzeit. Etwa die Hälfte der Mondscheibe erscheint dunkelrot, weil sie in den Kernschatten der Erde getaucht ist.

In der nächsten Finsternis-Saison gibt es am 6. Februar 2027 eine ringförmige Sonnenfinsternis, gepaart mit einer Halbschatten-Mondfinsternis in der Nacht von 20. auf 21. Februar.

Zur Originalseite

Mondfinsternisse visualisieren den Erdschatten

Rund um einen dunklen, unscharfen Kreis sind Bilder des Mondes angeordnet. Das dunkle Loch in der Mitte ist der Schatten der Erde. Er wird von Bildern des Mondes, die zu einem Mosaik angeordnet sind, nachgebildet. Die Daten der Mondfinsternisse sind außen um die Bilder des Mondes angeordnet.
Bildcredit und Bildrechte: Tim Martin

Was ist dieses riesige Loch im Weltraum? Es ist kein Schwarzes Loch, sondern der Schatten der Erde. Schon in der Zeit von Aristoteles bemerkten die Menschen, dass der dunkle Schatten der Erde bei einer partiellen Mondfinsternis rund ist. Doch er ist nie ein ganzer Kreis. Mit moderner digitaler Technologie können wir viele Bilder von Mondfinsternissen kombinieren. So erkennen wir den ganzen Schatten der Erde. Diese Bilderserie gelang einem beharrlichen Astrofotografen. Sie vereint Mondfinsternisse aus 22 Jahren in einem Bild.

Der Mond wird nicht jeden Monat verfinstert, denn seine Umlaufbahn ist leicht zur Erdbahn geneigt. Wenn man genau hinsieht, erkennt man auf manchen Bildern der Mondfinsternisse ein schwaches, bläuliches Band. Es entsteht, weil die obere Atmosphäre der Erde rotes Licht eher filtert als blaues.

Diese Woche gibt es wieder eine Mondfinsternis. Am besten sieht man sie in Teilen von Nord- und Südamerika, Europa und Afrika.

Zur Originalseite

Bockmond und Venusgürtel

Über dem Meer ragen Berge der Insel Krk auf, über denen der Vollmond aufgeht. Zusammen mit dem Mond steigt auch ein bleigraues Band auf, das sich nach oben hin rosarot verfärbt. Es ist der Schatten der Erde, der oben in den Venusgürtel übergeht.
Bildcredit und Bildrechte: Aaron Gronstal

Bockmond ist der traditionelle Name für den Vollmond im Juli. Diese zart gefärbte Landschaft an der Adria wurde am 28. Juli auf der Insel Krk fotografiert, die vor der kroatischen Küste liegt. Über den fernen Bergen geht der volle Bockmond auf.

Wenn die Sonne untergeht, geht gleichzeitig der Vollmond auf. Daher steigt in der Dämmerung auch der Erdschatten auf. Er ist ein diffuses graues Band, das im Südosten über den Bergen am Horizont immer höher steigt. Über dem Erdschatten wölbt sich der rosarote Bogen der Gegendämmerung. Das zart getönte Band entsteht, wenn Sonnenlicht zurückgestreut wird. Man kennt es landläufig als Venusgürtel.

Als sich dieser volle Bockmond den östlichen Horizont mit dem Schatten der Erde auf die Atmosphäre und dem Venusgürtel teilte, bereitete er scheinbar die Bühne für den nächsten Neumond am 12. August, der seinen Schatten auf den Planeten Erde wirft – bei der totalen Sonnenfinsternis, auf die wir uns schon sehr freuen!

Zur Originalseite

Schatten und Regenbogen

Ein Berg wirft einen dreieckigen Schatten, dessen Spitze am Horizont liegt. Rund um die Spitze des Schattengegels verläuft ein kreisförmiger Regenbogen. Der Himmel ist bewölkt, der rötliche Sonnenschein verleiht dem Bild einen etwas schaurigen Eindruck.
Bildcredit und Lizenz: Dave Loschiavo

Dieser Schnappschuss raubt einem den Atem. Er zeigt, wie ein Regenbogen und der Schatten eines Berges bei Sonnenuntergang zusammenspielen. Die tolle Aussicht bot sich am 13. Juli in Kalifornien auf dem Turm einer Feuerwache. Der Fotograf stand auf dem Smith Peak im Plumas National Forest in der Nähe von Portola.

Der majestätische Berg wirft kurz vor Sonnenuntergang einen langen Schatten. Seine Spitze zeigt scheinbar mitten in den zierlichen Kreis des Regenbogens. Das ist kein Zufall. Der Bergschatten verjüngt sich zu einem Dreieck. Dafür sorgt die Perspektive und die langen Sichtlinie. Die obere Spitze des Dreiecks liegt am Horizont genau gegenüber der Sonne.

Der Regenbogen wölbt sich abends nach Gewittern in der ganzen Region am Himmel. Es ist ein farbiger, typischer 42-Grad-Bogen. Er entsteht, wenn Wassertropfen in der Atmosphäre das Sonnenlicht brechen und reflektieren. Die geometrische Mitte im Regenbogenbogen ist der Sonnengegenpunkt. Auch er liegt gegenüber der Sonne. Die Szene wurde zur „goldenen Stunde“ auf dem Planeten Erde fotografiert.

Zur Originalseite

Zwei Finsternisse im Saros-Zyklus 133

Die beiden Mondfinsternisse wurden am 21. Februar 2008 und am 3. März 2026 fotografiert. Sie sehen sehr ähnlich aus und gehören zum Saroszyklus 133. In der Mitte ist der maximal verfinsterte Mond, kombiniert mit zwei Bildern von Beginn und Ende der Totalität.
Bildcredit und Bildrechte: Tunc Tezel (TWAN), Petr Horalek / Institut für Physik in Opava / KPNO/NOIRLab/NSF/AURA

Diese beiden totalen Mondfinsternisse sind auf das Maximum der Finsternis zentriert. Sie sehen fast gleich aus. Allerdings entstand die obere aus Aufnahmen im Februar 2008. Die untere ist die totale Mondfinsternis vom März 2026, sie wurde erst kürzlich fotografiert.

Warum sehen die beiden Mondfinsternisse einander so ähnlich? Das liegt daran, dass sie aus dem gleichen Saroszyklus stammen. Historisch wurde der Saroszyklus entdeckt, indem man die Mondbahn beobachtete. Seine Periode beträgt 18 Jahre, 11 und 1/31/3 Tage. Der Zyklus sagt voraus, wann Sonne, Erde und Mond zur selben geometrischen Konfiguration zurückkehren, bei der es zu einer Finsternis von Mond oder Sonne kommt.

Finsternisse, die im Abstand von genau einem Saroszyklus auftreten, haben die gleiche Nummer in der Sarosreihe. In diesem Fall ist das 133. Demnach erwarteten wir die nächste Mondfinsternis mit der Nummer 133 am 3. März dieses Jahres. Die darauffolgende findet am 13. März 2044 statt.

Galerie: Totale Mondfinsternis vom 3. März

Zur Originalseite

Totale Mondfinsternis über Tsé Bit’a’í

Über dem Tsé Bit'a'í im Gebiet der Navajo zieht der Mond über den Himmel, während er in den Erdschatten eintaucht.
Bildcredit und Bildrechte: Satoru Murata; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Diese Woche wanderte der Vollmond durch den Erdschatten. Es war die einzige totale Mondfinsternis des Jahres. Die beeindruckende Bildfolge zeigt den Weg des Mondes am Nachthimmel. Die Fotoserie zeigt, wie der Erdschatten den Mond langsam bedeckt, bis er rot leuchtet.

Warum wird der Mond rot? Die Erdatmosphäre streut und bricht Sonnenlicht. Blaues und grünes Licht, also Licht mir kürzerer Wellenlänge, wird stärker gestreut. Übrig bleiben Rot-, Orange- und Gelbtöne, die den Mond färben.

Vorne steht der Tsé Bit’a’í („Fels mit Flügeln“), der auch Shiprock genannt wird. Der Vulkan liegt im Navajo-Gebiet. Er ist ein wichtiger Ort in den Geschichten der Navajo – voller Ursprungsmythen, Abenteuer und Helden.

Diese Finsternis war speziell: Sie war der erste Vollmond im neuen Mondjahr und für viele Kulturen ein bedeutendes Ereignis. Man sah sie von Ostasien bis Nordamerika, doch sie verband Menschen weltweit – eine kosmische Erinnerung, dass wir alle unter demselben Himmel leben.

Zur Originalseite