Nahaufnahme des Blasennebels

Ein Stern bläht durch seine Strahlung eine Blase in einer Molekülwolke auf. Die Blase ragt von links ins Bild. Rechts ist eine Molekülwolke.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Nachlassarchiv; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Blase gegen Wolke – wer gewinnt? Der Blasennebel NGC 7635 wird vom Sternwind des massereichen Sterns BD+602522 aufgebläht. Doch daneben liegt eine riesige Molekülwolke. Sie ist rechts zu sehen. An diesem Ort im Raum prallt eine unaufhaltsame Kraft auf interessante Art und Weise gegen ein unbewegtes Objekt.

Die Wolke kann die Ausdehnung des Gases in der Blase einschließen. Sie wird jedoch von der heißen Strahlung des Zentralsterns der Blase vernichtet. Die Strahlung erwärmt dichte Regionen in der Molekülwolke und bringt sie zum Leuchten.

Der Blasennebel ist hier in wissenschaftlich zugeordneten Farben abgebildet, um den Kontrast zu erhöhen. Er ist ungefähr 10 Lichtjahre groß und gehört zu einem viel größeren Komplex aus Sternen und Hüllen. Den Blasennebel sieht man mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Kassiopeia, sie ist die mythische Königin von Aithiopia.

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NGC 6188 und NGC 6164

Mitten im Bild leuchtet ein blauer Hintergrund, über den dunkle Staubwolken verlaufen. das Blau ist von dunklen Nebeln umgeben, die teilweise in orange leuchtende Wolken übergehen.

Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh und Rick Stevenson

NGC 6188 ist eine riesige Sternbildungsregion. In den Wolken lauern fantastische Formen aus leuchtendem Gas. Der Emissionsnebel ist etwa 4000 Lichtjahre entfernt. Er liegt am Rand einer riesigen Molekülwolke im südlichen Sternbild Altar. Die Molekülwolke ist in sichtbaren Wellenlängen des Lichts unsichtbar.

In der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation befinden sich massereiche junge Sterne. Sie sind vor nur wenigen Millionen Jahren in der Region entstanden. Die Sterne formen die dunklen Gestalten mit ihren Sternwinden. Außerdem bringen sie durch intensive UV-Strahlung den Nebel zum Leuchten. Der Auslöser für die aktuelle Sternbildung waren wahrscheinlich Winde und Supernovae, bei denen frühere Generationen massereicher Sterne explodierten. Sie fegten das Molekülgas auf und komprimierten es.

Die kosmische Leinwand zeigt auch den ungewöhnlichen Emissionsnebel NGC 6164. Er leuchtet rechts unter NGC 6188. Auch er entstand durch einen massereichen OStern in der Region. Die Gashülle von NGC 6164 ist auffallend symmetrisch. Sie hat einen blassen Halo, der ähnlich aussieht wie viele planetarische Nebel. Der Halo umgibt den hellen Zentralstern.

Das eindrucksvoll große Sichtfeld ist mehr als 3 Grad breit, das ist so viel wie sechs Vollmonde nebeneinander. In der geschätzten Entfernung von NGC 6188 entspricht das mehr als 200 Lichtjahren. Das Komposit entstand aus drei Bildreihen, die kombiniert wurden.

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Orions Gürtel und Schwert über dem Gipfel des Teide

Über dem Gipfel des Vulkans Teide auf der Kanarischen Insel Teneriffa leuchten berühmte Nebel im Sternbild Orion: der Orionnebel, der Flammennebel und der Pferdekopfnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Cesar und Carlos Tejedor

Orion ist der berühmte mythologische Jäger. Hier posiert der südliche Teil malerisch über dem berühmten Vulkan Teide auf der Kanarischen Insel Teneriffa. Er ist einer der größten Vulkane der Erde. Die Inseln liegen vor der Nordwestküste von Afrika. Unter dem schneebedeckten Gipfel des Vulkans schimmern die Lichter einer Klettergruppe. Sie plant einen Aufstieg zum Gipfel des Teide noch vor der Dämmerung.

Das Komposit entstand aus Einzelbildern, die in einer Nacht letzten Monat an einem einzigen Ort fotografiert wurden. Die drei kultigen Gürtelsterne des Orion stehen knapp über dem Gipfel. Der berühmte Orionnebel und der Rest von Orions Schwert prangen neben der linken Flanke des Vulkans. Der Pferdekopfnebel ist die dunkle Einkerbung im roten Emissionsnebel links neben dem Gürtel. Rechts über dem Pferdekopf befindet sich der Flammennebel auf dem lang belichteten Bild des Himmels.

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NGC 6357: Kathedrale massereicher Sterne

Der fantastische Nebel im Bild besteht aus dunklen Strukturen und leuchtenden Nebeln. Es erinnert an eine gotische Kathedrale. Darin befinden sich die massereichsten Sterne, die wir kennen.

Bildcredit: NASA, ESA und Jesús Maíz Apellániz (IAA, Spanien); Danksagung: Davide De Martin (ESA/Hubble)

Wie viel Masse kann ein normaler Stern besitzen? Es gibt Schätzungen aus der Ferne. Anhand von Helligkeit und Standard-Sternmodellen hatte ein Stern im offenen Haufen Pismis 24 mehr als 200 Sonnenmassen. Damit wäre er einer der massereichsten Sterne, die wir kennen. Der Stern ist das hellste Objekt im Bild über der Gasfront.

Als man das Bild mit dem Weltraumteleskop Hubble genau untersuchte, zeigte sich, dass die gleißende Helligkeit von Pismis 24-1 nicht von einem einzigen Stern stammt, sondern von mindestens drei Sternen. Die Einzelsterne haben immer noch fast 100 Sonnenmassen. Damit gehören sie immer noch zu den massereicheren Sternen, die wir kennen.

Zum unteren Bildrand hin entstehen im Emissionsnebel NGC 6357 immer noch Sterne. Nahe der Mitte befinden sich dynamische Sterne. Sie brechen scheinbar aus etwas aus, das an eine gotische Kathedrale erinnert, und beleuchten einen eindrucksvollen Kokon.

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Der große Nebel in Carina

Der Carinanebel NGC 3372 im Sternbild Schiffskiel ist einer der hellsten Nebel am Himmel. Er enthält sehr massereiche Sterne und den rätselhaften Riesen Eta Carinae, der vielleicht bald als Supernova explodiert.

Bildcredit und Bildrechte: Damian Peach/SEN

In einem der hellsten Teile der Milchstraße liegt ein Nebel, in dem sehr merkwürdige Dinge geschehen. Der Nebel NGC 3372 ist als Carinanebel bekannt. Er enthält massereiche Sterne und veränderliche Nebel. Einer davon ist der Schlüssellochnebel (NGC 3324). Er ist die helle Struktur über der Bildmitte. Darin befinden sich mehrere dieser massereichen Sterne. Der Nebel hat seine Erscheinung verändert.

Der ganze Carinanebel ist mehr als 300 Lichtjahre breit. Er liegt etwa 7500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schiffskiel. Eta Carinae ist der energiereichste Stern im Nebel. Er war in den 1830er-Jahren einer der hellsten Sterne am Himmel, wurde dann aber dramatisch blasser. Eta Carinae ist der hellste Stern bei der Bildmitte. Er leuchtet links neben dem Schlüssellochnebel. Vielleicht explodiert Eta Carinae bald als Supernova. Röntgenbilder lassen sogar vermuten, dass ein großer Teil des Carinanebels eine regelrechte Supernovafabrik war.

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Das W in Kassiopeia

Das Sternbild Kassiopeia bildet ein markantes W am Himmel. Es ist hier detailreich abgebildet.

Bildcredit und Bildrechte: Rogelio Bernal Andreo (Deep Sky Colors)

Fünf helle Sterne zeichnen ein vertrautes W-förmiges Zickzack-Muster. Das breite, bunte Mosaik zeigt das nördliche Sternbild Kassiopeia. Am Himmel ist die Szene etwa 15 Grad breit. Sie reicht über dichte Sternenfelder mit dunklen Wolken, hellen Nebeln und Sternhaufen in der Milchstraße.

Shedar ist der Alphastern in der Kassiopeia. Er sticht in Gelb und Orange heraus. Der gelbliche Riesenstern ist kühler als die Sonne und hat mehr als den 40-fachen Sonnendurchmesser. Außerdem ist er so lichtstark, dass er am Nachthimmel der Erde hell leuchtet, obwohl er 230 Lichtjahre entfernt ist.

Der helle Stern Gamma Cas ist ein massereicher Stern mitten im W. Er rotiert schnell und ist ungefähr 550 Lichtjahre entfernt. Gamma Cas leuchtet bläulich, weil er viel heißer ist als die Sonne. Seine intensive, unsichtbare UV-Strahlung ionisiert Wasserstoffatome in interstellaren Wolken in seiner Nähe. Wenn die Atome mit Elektronen rekombinieren, entsteht das sichtbare rote H-alpha-Leuchten.

Falls Leute beim Sternsystem Alpha Centauri den Himmel beobachten, sehen auch sie diesen Umriss der Kassiopeia aus hellen Sternen. Ihre Aussicht ist etwa 4,3 Lichtjahre entfernt. Doch an ihrer Position wäre unsere Sonne ein sechster heller Stern in der Kassiopeia, der das Zickzack-Muster unter den linken Bildrand erweitert.

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IC 1848, der Seelennebel

Hinter Sternen leuchten zwei dunkelrote, schwach leuchtende runde Nebelwolken.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari

In der Seele der Königin von Aithiopia entstehen Sterne. In der griechischen Mythologie war Kassiopeia die eitle Frau eines Königs, der vor langer Zeit die Länder um den oberen Nil regierte. In der Richtung ihres Sternbildes liegt eine große Region, in der Sterne entstehen. Sie wird Seelennebel genannt. Darin befinden sich mehrere offene Sternhaufen. Eine große Radioquelle im Seelennebel ist als W5 bekannt. Auch riesige leere Höhungen findet man dort. Sie wurden von den Winden junger, massereicher Sterne aufgebläht.

Der Seelennebel ist etwa 6500 Lichtjahre entfernt und an die 100 Lichtjahre groß. Er wird meist zusammen mit seinem Nachbarn am Himmel abgebildet, nämlich dem Herznebel (IC 1805). Die dunkelroten Emissionen im Bild leuchten in einer speziellen Lichtfarbe, die von angeregtem Wasserstoff abgestrahlt wird.

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Die Sternbildungsregion S106

Vor einem dunklen Hintergrund mit lose verteilten Sternen breitet sich ein weißlich leuchtender strukturierter Nebel, der in der Mitte von einem dunklen Staubband geteilt ist. Der Nebel erinnert an einen Schmetterling.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble-Nachlassarchiv; Bearbeitung und Bildrechte: Brandon Pimenta

Der massereiche Stern IRS 4 beginnt, seine Flügel auszubreiten. Materie strömt aus diesem jungen Stern, der vor nur 100.000 Jahren entstanden ist. Er hat diesen Nebel mit der Bezeichnung Sharpless 2-106-Nebel (S106) gebildet. Eine große Scheibe aus Staub und Gas kreist um die Infrarotquelle 4 (IRS 4). Sie ist in Braun nahe der Bildmitte zu sehen und verleiht dem Nebel die Form einer Sanduhr oder eines Schmetterlings.

Das Gas in S106 um IRS 4 verhält sich wie ein Emissionsnebel. Es strahlt Licht ab, nachdem es ionisiert wurde. Staub, der weit von IRS 4 entfernt ist, reflektiert das Licht des Zentralsterns ist und somit ein Reflexionsnebel. Als man Bilder wie dieses genau prüfte, kamen Hunderte Brauner Zwerge mit geringer Masse zum Vorschein. Sie lauern im Gas des Nebels.

S106 ist etwa 2 Lichtjahre groß und ungefähr 2000 Lichtjahre entfernt. Er befindet sich im Sternbild Schwan (Cygnus).

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