Den westlichen Schleier entlang

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Bildcredit und Bildrechte: Min Xie

Diese Fasern aus erschüttertem leuchtendem Gas wirken zart. Am Himmel des Planeten Erde sind sie im Sternbild Schwan drapiert. Sie bilden den westlichen Teil des Schleiernebels. Das ist ein großer Supernovaüberrest – also eine Wolke, die bei der zerstörenden Explosion eines massereichen Sterns entstand und sich ausdehnt. Das Licht der ursprünglichen Supernova-Explosion erreichte die Erde wahrscheinlich vor mehr als 5000 Jahren.

Die interstellaren Stoßwellen wurden bei dem vernichtenden Ereignis ausgesprengt. Sie pflügen durchs All, fegen interstellare Materie auf und regen sie an. Die leuchtenden Fasern sind eher wie lange Wellen in einem Tuch, das wir fast genau von der Seite sehen. Atomarer Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blaue-grün) sind erstaunlich gut aufgeteilt.

Der Schleiernebel ist auch als Cygnus-Schleife bekannt. Er umfasst derzeit fast 3 Grad, damit ist er etwa 6-mal so breit wie der Vollmond. Das entspricht in seiner geschätzten Entfernung von 1500 Lichtjahren mehr als 70 Lichtjahren. Das Teleskopbild zeigt den westlichen Teil und etwa die Hälfte seines Umfangs. Hellere Teile im westlichen Schleier sind als eigene Nebel anerkannt. Dazu zählen der Hexenbesen (NGC 6960) am oberen Bildrand und Flemings dreieckiges Büschel (NGC 6979) links unten.

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IC 1805: Der Herznebel

Der Nebel im Bild erinnert an ein Herz, er leuchtet im Sternbild Kassiopeia. Im Inneren ist der offene Sternhaufen Melotte 15, rechts oben befindet sich der Fischkopfnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Bray Falls

Was liefert die Energie für den Herznebel? Der große Emissionsnebel, der als IC 1805 bezeichnet wird, erinnert an ein menschliches Herz. Er leuchtet hell in rotem Licht, das von seinem Hauptelement Wasserstoff abgestrahlt wird. Die Energie für das rote Leuchten und die größere Form stammen von einer kleinen Sternengruppe nahe der Nebelmitte. Im Herznebel befinden sich junge Sterne des offenen Sternhaufens Melotte 15. Sie tragen mit ihrem energiereichen Licht und den Winden, die sie verströmen, mehrere malerische Staubsäulen ab.

Der offene Sternhaufen enthält ein paar helle Sterne mit fast 50 Sonnenmassen. Dazu kommen viele blasse Sterne, die nur den Bruchteil einer Sonnenmasse besitzen, und ein fehlender Mikroquasar, der vor Millionen Jahren ausgeschleudert wurde. Der Herznebel ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild Kassiopeia. Zufällig wurde beim Fotografieren vorne ein kleiner Meteor erfasst. Man sieht ihn über den Staubsäulen in der Mitte. Rechts oben befindet sich der Fischkopfnebel.

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Der Spinnennebel in Infrarot

Von links dringt ein gelbgrün schimmernder Nebel ins Bild, der von rechts beleuchtet wird. Der Hintergrund ist voller Sterne, einige davon sehr hell, die meisten weniger hell. Einige Sterne stechen hervor, unter anderem ein Stern rechts mit Zacken, der anscheinend den Nebel beleuchtet.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, Weltraumteleskop Spitzer, 2MASS

Fängt die Spinne jemals die Fliege? Nicht, wenn es zwei große Emissionsnebel im Sternbild Fuhrmann (Auriga) sind. Die spinnenförmige Gaswolke links ist ein Emissionsnebel mit der Bezeichnung IC 417. Die kleinere Wolke rechts hat die Form einer Fliege. Sie wird als NGC 1931 bezeichnet und ist sowohl Emissionsnebel als auch Reflexionsnebel. Beide Nebel sind ungefähr 10.000 Lichtjahre entfernt und enthalten junge offene Sternhaufen. Zur Größenordnung: Der kompaktere NGC 1931 (die Fliege) ist ungefähr 10 Lichtjahre groß.

Dieses Bild in wissenschaftlich zugeordneten Infrarot-Farben kombiniert Bilder des Weltraumteleskops Spitzer und der Durchmusterung Two Micron All Sky Survey (2MASS). Spitzer feiert sein 16. Jahr in einer Bahn um die Sonne in Erdnähe.

APOD ist in den Weltsprachen Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch (Peking), Chinesisch (Taiwan), Deutsch, Englisch (GB), Französisch (Frankreich), Hebräisch, Indonesisch, Japanisch, Katalanisch, Kroatisch, Montenegrinisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch (Brasilien), Russisch, Serbisch, Slowenisch, Spanisch, Syrisch, Taiwanesisch, Tschechisch, Türkisch, Türkisch und Ukrainisch verfügbar.

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M27 ist kein Komet

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Bildcredit und Bildrechte: Bob Franke

Beschreibung: Auf der Suche nach Kometen am Himmel über dem Frankreich des 18. Jahrhunderts führte der Astronom Charles Messier sorgfältig eine Liste an Dingen, die er fand, und die eindeutig keine Kometen waren. Dieses Objekt ist die Nummer 27 auf seiner inzwischen berühmten Kein-Komet-Liste. Astronomen des 21. Jahrhunderts würden darin einen planetarischen Nebel erkennen, doch es ist auch kein Planet, obwohl er in einem kleinen Teleskop rund und planetenähnlich aussieht.

Messier 27 (M27) ist ein ausgezeichnetes Beispiel eines gasförmigen Emissionsnebels, der entsteht, wenn im Kern eines sonnenähnlichen Sterns der Nuklearbrennstoff zur Neige geht. Der Nebel entsteht, wenn die äußeren Hüllen des Sterns in den Raum ausgestoßen werden. Dabei entsteht ein visuelles Leuchten, indem seine Atome durch das intensive, aber unsichtbare Ultraviolettlicht des sterbenden Sterns angeregt werden.

Die schöne, symmetrische interstellare Gaswolke ist unter dem beliebten Namen Hantelnebel bekannt. Dieser ist größer als 2,5 Lichtjahre und liegt ungefähr 1200 Lichtjahre entfernt im Sternbild Fuchs. Dieses eindrucksvolle Farbkomposit betont Details der gut erforschten Zentralregion sowie blassere, selten abgebildete Strukturen im äußeren Hof des Nebels. Das Bild verwendet Breit- und Schmalbanddaten, die mit Filtern aufgenommen wurden, welche für die Emissionen von Wasserstoff- und Sauerstoffatomen durchlässig sind.

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Dunkler Staub und bunte Wolken bei Antares

Das Bild zeigt sehr farbenprächtige Wolken, unten bis zur Mitte ein orangegelber, stark strukturierter Nebel, dazu einige violette kleine Nebel um Sterne. Rechts unten ist ei Sternhaufen.

Bildcredit: David McGarvey

Beschreibung: Warum ist der Himmel in der Nähe von Antares und Rho Ophiuchi so staubhaltig und doch so farbenprächtig? Die Farben stammen von einer Mischung aus Objekten und Prozessen.

Feiner Staub, den Sternenlicht von vorne beleuchtet, bildet blaue Reflexionsnebel. Gasförmige Wolken, deren Atome durch ultraviolettes Sternenlicht angeregt werden, erzeugen rötliche Emissionsnebel. Von hinten beleuchtete Staubwolken blockieren Sternenlicht und erscheinen daher dunkel. Antares, ein roter Überriese und einer der helleren Sterne am Nachthimmel, beleuchtet die gelb-roten Wolken links unten im Bild. Rho Ophiuchi liegt oben in der Mitte des blauen Nebels. Der ferne Kugelsternhaufen M4 ist rechts neben Antares zu sehen.

Diese Sternwolken sind viel farbenprächtiger, als Menschen sie sehen können, sie strahlen Licht im gesamten elektromagnetischen Spektrum ab.

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NGC 2170: Engelnebel-Stillleben

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Bildcredit und Bildrechte: Juan Lozano de Haro

Beschreibung: Ist das ein Gemälde oder eine Fotografie? Auf diesem klassischen himmlischen Stillleben, das von einem kosmischen Pinsel geschaffen wurde, leuchtet der staubige Nebel NGC 2170 nahe der Bildmitte, er ist auch als Engelnebel bekannt. Neben NGC 2170, der das Licht naher heißer Sterne reflektiert, gibt es weitere bläuliche Reflexionsnebel, eine rote Emissionsregion, vielen dunkle Absorptionsnebel und eine Kulisse aus farbenprächtigen Sternen.

Wie gewöhnliche Haushaltsgeräte, welche die Malerinnen von Stillleben häufig für ihre Motive wählen, sind auch die hier abgebildeten Wolken aus Gas, Staub und heißen Sternen häufig in so einer Umgebung anzutreffen – einer massereichen, Sterne bildenden Molekülwolke im Sternbild Einhorn (Monoceros). Die riesige Molekülwolke Mon R2 ist beeindruckend nahe, schätzungsweise nur ungefähr 2400 Lichtjahre entfernt. In dieser Entfernung wäre die Leinwand breiter als 60 Lichtjahre.

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NGC 1499: Der Kaliforniennebel

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Bildcredit und Bildrechte: Sara Wager

Beschreibung: Diese kosmische Wolke, die durch den Orion-Arm der Milchstraßen-Spiralgalaxie treibt, spiegelt zufällig den Umriss von Kalifornien an der Westküste der Vereinigten Staaten wider. Unsere Sonne liegt ebenfalls im Orion-Arm der Milchstraße und ist nur etwa 1500 Lichtjahre vom Kaliforniennebel entfernt.

Dieser klassische Emissionsnebel ist ungefähr 100 Lichtjahre lang und auch als NGC 1499 bekannt. Der Kaliforniennebel leuchtet im verräterischen rötlichen Licht, das charakteristisch ist für Wasserstoffatome, die mit verloren gegangenen Elektronen rekombinieren. Die Elektronen wurden von energiereichem Sternenlicht ionisiert und weggerissen. Sehr wahrscheinlich liefert der helle, heiße, bläuliche Stern Xi Persei rechts neben dem Nebel das energiereiche Sternenlicht, das einen Großteil des Nebelgases ionisiert.

Der Nebel ist ein beliebtes Ziel für Astrofotografen. Das detailreiche Bild des Kaliforniennebels ist ein Mosaik aus 6 Teleskopbildern, das ein Weitwinkelfeld abdeckt. Der Nebel liegt im Sternbild Perseus, nicht weit von den Plejaden entfernt.

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Der Elefantenrüsselnebel im Kepheus

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Bildcredit und Bildrechte: Chuck Ayoub

Beschreibung: Wie die Illustration einer galaktischen Genau-so-Geschichte windet sich der Elefantenrüsselnebel im hohen, fernen Sternbild Kepheus durch den Emissionsnebel und den jungen Sternhaufenkomplex IC 1396.

Der kosmische Elefantenrüssel ist auch als vdB 142 bekannt und länger als 20 Lichtjahre. Diese farbenprächtige Nahaufnahme wurde durch Schmalbandfilter aufgenommen, die für das Licht ionisierter Wasserstoff-, Schwefel- und Sauerstoffatome in der Region durchlässig sind. Das Ergebniskomposit betont die hellen zurückgefegten Grate, welche die Taschen aus kühlem interstellarem Staub und Gas umranden. Solche eingebetteten dunklen, rankenförmigen Wolken enthalten das Rohmaterial für Sternbildung und verbergen im Inneren Protosterne.

Der relativ blasse Komplex IC 1396 ist fast 3000 Lichtjahre entfernt und bedeckt am Himmel einen großen Bereich von mehr als 5 Grad. Die dramatische Szene ist ein 1 Grad breites Feld, es hat etwa die Größe von 2 Vollmonden.

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