Der planetarische Nebel Abell 78

Abell 78 liegt ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan.

Bildcredit und Bildrechte: Bernhard Hubl

Beschreibung: Der planetarische Nebel Abell 78 sticht auf dieser farbenprächtigen Teleskop-Himmelslandschaft hervor. Die Farben der gezackten Milchstraßensterne lassen auf ihre Oberflächentemperaturen schließen: Kühlere Sterne sind gelblicher, heißere sind bläulicher als die Sonne.

Doch Abell 78 selbst leuchtet in den charakteristischen Emissionen ionisierter Atome in der zarten Materiehülle, die vom extrem heißen Zentralstern abgeworfen wurde. Die Atome werden ionisiert, indem ihre Elektronen durch das energiereiche, aber unsichtbare Ultraviolettlicht des Zentralsterns abgestreift werden.

Das sichtbare blau-grüne Leuchten der Schleifen und Fasern in der Zentralregion des Nebels sind Emissionen von doppelt ionisierten Sauerstoffatomen. Die starken roten Emissionen stammen von Elektronen, die mit Wasserstoffatomen rekombinieren.

Abell 78 liegt ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan und ist etwa drei Lichtjahre groß. Ein planetarischer Nebel wie Abell 78 stellt eine sehr kurze Schlussphase der Sternentwicklung dar, die auch unsere Sonne erfährt … in ungefähr 5 Milliarden Jahren.

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Ou4: Riesiger Tintenfisch in einer fliegenden Fledermaus

Der riesige Tintenfischnebel ist als Ou4 katalogisiert und ist zusammen mit dem Fliegenden Fledermausnebel Sh2-129 auf dieser kosmischen Szene abgebildet.

Bildcredit und Bildrechte: Yannick Akar

Beschreibung: Ein blasser, aber sehr großer tintenfischähnlicher Nebel ist am Himmel des Planeten Erde zu sehen – und zwar in einer noch größeren Fledermaus. Beide befinden sich im königlichen Sternbild Kepheus.

Der riesige Tintenfischnebel ist als Ou4 katalogisiert und ist zusammen mit Sh2-129 – auch bekannt als der Fliegende Fledermausnebel – auf dieser kosmischen Szene abgebildet. Das Teleskopfeld ist 3 Grad oder 6 Vollmonde breit, es wurde aus 55 Stunden Schmalband-Bilddaten erstellt.

Der Tintenfischnebel wurde 2011 vom französischen Astrofotografen Nicolas Outters entdeckt, seine reizende bipolare Form erkennen wir hier an den speziellen blau-grünen Emissionen doppelt ionisierter Sauerstoffatome.

Der Tintenfischnebel ist anscheinend von der rötlichen Wasserstoffemissionsregion Sh2-129 vollständig umgeben, trotzdem waren seine tatsächliche Entfernung und Natur schwierig zu bestimmen. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass Ou4 etwa 2300 Lichtjahre entfernt ist und wirklich im Inneren von Sh2-129 liegt. Dementsprechend wäre Ou4 ein spektakulärer Ausstrom von HR8119, einem Dreifachsystem heißer, massereicher Sterne, die wir im Zentrum des Nebels sehen.

Der wahrhaft gewaltige Tintenfischnebel ist physisch fast 50 Lichtjahre groß.

Neu: APOD-Mirror in Türkisch von Rasyonalis
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Die Fasern des Cygnusbogens

Waagrecht zieht eine orangefarbene zarte Struktur durchs Bild. Sie ist von wenigen Sternen umgeben.
Bildcredit: ESA/Hubble und NASA, W. Blair; Danksagung: Leo Shatz

Was liegt am Rand einer Supernova, die sich ausdehnt? Dieses Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Die Bänder aus erschüttertem interstellarem Gas wirken fein und zart. Sie sind Teil einer Explosionswelle, die am äußeren Rand einer gewaltigen Sternexplosion liegt und sich ausdehnt. Man kennt sie als Cygnusbogen oder Schleiernebel. Menschen im Jungpaläolithikum konnten sie vor etwa 20.000 Jahren leicht mit bloßem Auge sehen.

Die faserartige Stoßfront wandert mit ungefähr 170 km/s zum oberen Rand. Ihr Licht wird von angeregten Wasserstoff-Atomen abgestrahlt. Mit der Mission Gaia erkannte man kürzlich, dass die Entfernung zu Sternen, die vermutlich mit dem Cygnusbogen wechselwirken, ungefähr 2400 Lichtjahre beträgt.

Der ganze Cygnusbogen ist am Himmel sechs Vollmonde breit. Das entspricht etwa 130 Lichtjahren. Teile davon sieht man mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Schwan (Cygnus).

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Der Hexernebel

Der offene Sternhaufen NGC 7380 im Sternbild Kepheus wird landläufig Hexernebel genannt.

Bildcredit und Bildrechte: Andrew Klinger

Beschreibung: Der offene Sternhaufen NGC 7380 ist noch in seine Entstehungswolke aus interstellarem Gas und Staub eingebettet. Landläufig kennt man ihn als Hexernebel. Er befindet sich auf der linken Seite, steht ungefähr 8000 Lichtjahre entfernt im Sternbild Kepheus, im Vordergrund und Hintergrund leuchten Sterne in der Ebene unserer Milchstraße.

Der Vollmond würde die scheinbare Größe des 4 Millionen Jahre jungen Haufens und des dazugehörigen Nebels am Himmel abdecken. Der Nebel ist viel zu blass für das bloße Auge. Das Bild entstand mit fest auf der Erde montierten Teleskop und Kamera. Es zeigt viele Lichtjahre lange Formen und Strukturen aus kosmischem Gas und Staub im Inneren des Hexers.

Die verwendete Farbpalette wurde durch Bilder des Weltraumteleskops Hubble bekannt. Dazu wurde das Licht in sichtbaren Wellenlängen von Wasserstoff-, Sauerstoff- und Schwefelatomen des Nebels mit Schmalbandfiltern aufgenommen und im fertigen Digitalkomposit in grüne, blaue und rote Farben umgewandelt.

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Der Helixnebel von Blanco und Hubble

Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble und des 4 Meter großen Blanco-Teleskops in Chile zeigten die komplexe Struktur des Helixnebels im Wassermann.

Bildcredit: C. R. O’Dell, (Vanderbilt) et al., ESA, NOAO, NASA

Beschreibung: Wie schuf ein Stern den Helixnebel? Die Formen planetarischer Nebel wie der Helix sind bedeutsam, weil sie wahrscheinlich Hinweise liefern, auf welche Weise Sterne wie die Sonne ihr Leben beenden.

Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble und des 4 Meter großen Blanco-Teleskops in Chile zeigten jedoch, dass die Helix eigentlich keine einfache Helix ist. Vielmehr enthält sie zwei fast senkrechte Scheiben, Bögen, Erschütterungen und weniger gut erklärbare Strukturen. Dennoch bleiben viele auffallend geometrische Symmetrien.

Wie ein einzelner sonnenähnlicher Stern eine so schöne geometrische Komplexität bildete, wird weiterhin erforscht. Der Helixnebel ist der erdnächste planetarische Nebel, er ist etwa 3 Lichtjahre groß und liegt nur ungefähr 700 Lichtjahre entfernt im Sternbild Wassermann.

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Messier 20 und 21

Der Trifidnebel im Sternbild Schütze - Messier 20 - ist eine der berühmtesten Sternbildungsregionen am Himmel.

Bildcredit und Bildrechte: Emanuele Petrilli

Beschreibung: Der schöne Trifidnebel ist auch als Messier 20 bekannt. Ihr findet ihn leicht mit einem kleinen Teleskop im nebelreichen Sternbild Schütze. Die farbenprächtige Studie kosmischer Kontraste ist ungefähr 5000 Lichtjahre entfernt, und sie teilt dieses schön arrangierte, fast 1 Grad breite Bildfeld mit dem offenen Sternhaufen Messier 21 (rechts).

Der Trifidnebel wird von Staubbahnen in drei Bereiche unterteilt. Er ist ungefähr 40 Lichtjahre groß und an die 300.000 Jahre alt. Somit ist er eine der jüngsten Sternbildungsregionen am Himmel. Er enthält neu entstandene und noch nicht voll entwickelte Sterne, welche in die Staub- und Gaswolken eingebettet sind, in denen sie entstehen.

Die geschätzte Entfernung zum offenen Sternhaufen M21 ist ähnlich wie die zu M20, doch obwohl die beiden diese prächtige Teleskop-Himmelslandschaft teilen, gibt es keine offensichtliche Verbindung. Die Sterne in M21 sind nämlich viel älter – ungefähr 8 Millionen Jahre alt.

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Der Elefantenrüsselnebel in Kepheus

Der 20 Lichtjahre lange Elefantenrüsselnebel ist auch als vdB 142 bekannt und liegt im Sternhaufenkomplex IC 1396.

Bildcredit und Bildrechte: Chad Leader

Beschreibung: Wie eine Illustration in einer galaktischen Genau-So-Geschichte windet sich der Elefantenrüsselnebel durch IC 1396, einen Emissionsnebel und jungen Sternhaufenkomplex im hoch stehenden, weit entfernten Sternbild Kepheus. Der kosmische Elefantenrüssel mit der Bezeichnung vdB 142 ist länger als 20 Lichtjahre.

Diese detailreiche Nahaufnahme wurde mit Schmalbandfiltern fotografiert, die das Licht von ionisierten Wasserstoff- und Sauerstoffatomen in der Region durchlassen. Das Ergebnis-Kompositbild betont die hellen zurück gefegten Grate, welche die Taschen aus kühlem interstellarem Staub und Gas begrenzen. Solche eingebetteten dunklen rankenförmigen Wolken enthalten das Rohmaterial für Sternbildung, und im Inneren sind Protosterne verborgen.

Der relativ blasse, fast 3000 Lichtjahre entfernte IC 1396-Komplex bedeckt eine riesige Region am Himmel von mehr als 5 Grad. Doch diese dramatische Szene zeigt ein 1 Grad breites Sichtfeld, das entspricht ungefähr der Größe von 2 Vollmonden.

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NGC 6188: Die Drachen von Ara

Der Emissionsnebel NGC 6188 am Rand einer großen Molekülwolke im Sternbild Altar (Ara) mit der jungen Ara-OB1-Assoziation

Bildcredit und Bildrechte: Ariel L. Cappelletti

Beschreibung: Die dunklen Formen mit den hellen Rändern, die sich ihren Weg durch den staubigen Emissionsnebel NGC 6188 bahnen, sind zig Lichtjahre lang. Der Nebel liegt etwa 4000 Lichtjahre entfernt am Rand einer sonst dunklen, großen Molekülwolke im südlichen Sternbild Altar.

Die massereichen jungen Sterne der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation, die erst vor wenigen Millionen Jahren in dieser Region entstanden sind, formen mit ihren Sternwinden die fantastischen Gestalten und liefern mit intensiver Ultraviolettstrahlung die Energie für das Leuchten des Nebels. Die jüngste Sternbildung wurde wahrscheinlich durch die Winde und Supernova-Explosionen früherer Generationen an massereichen Sternen ausgelöst, die das Molekülgas auffegten und komprimierten.

Dieses Bild wurde in einem Zeitraum von 10 Stunden mit einem Hobbyteleskop in Córdoba in Argentinien aufgenommen und mithilfe der Hubble-Palette eingefärbt, diese Farbpalette betont die Emissionen von Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen in Rot, Grün und Blau. Das Sichtfeld umfasst ungefähr vier Vollmonde, was in der geschätzten Entfernung von NGC 6188 etwa 150 Lichtjahren entspricht.

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