NGC 6188: Drachen im Sternbild Altar

Vor einem blau schimmernden Hintergrund kämpfen zwei rötlich-braune Nebelfetzen, deren Form an Fabelwesen erinnert. Rechts unten ist ein runder Nebel, der an ein Drachenei erinnert.
Bildcredit und Bildrechte: Rod Prazeres

Wo findet man kämpfende Drachen am Himmel? Ein Beispiel sieht man hier im südlichen Sternbild Altar. Die Drachen bestehen nicht aus Schuppen, sondern aus eigenartig geformten Gas- und Staubwolken. Die himmlische Heimat der Fabelwesen ist auch unter der Katalognummer NGC 6188 bekannt. Sie ist etwa 4000 Lichtjahre von der Erde entfernt und liegt am äußeren Rand einer großen Molekülwolke.

Die Struktur Ara-OB1 ist in die Molekülwolke eingebettet. Darin entstanden massereiche Sterne, die nur ein paar Millionen Jahre jung sind. Sie formen die dunklen Gestalten und bringen den Nebel mit Sternwinden und intensiver UV-Strahlung zum Leuchten. Rechts unten gesellt sich noch ein ungewöhnlicher Nebel zu NGC 6188: der Emissionsnebel NGC 6164. Auch dieser Nebel entstand durch einen der massereichen Sterne in der Gegend.

Das Panorama wurde in Queensland aufgenommen, das zu Australien gehört. Es reicht am Himmel über ganze zwei Grad. Das ist so breit wie vier Vollmonde nebeneinander.

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Planetarischer Nebel mit kosmischen Fullerenen

Der Nebel Tc1 wurde vom JWST fotografiert. In diesem Nebel entdeckte man 2010 die ersten Buckminsterfullerene. Sie befinden sich in einer Hülle um den orangefarbenen Teil des Nebels im Inneren.
Bildcredit: NASA/ESA/CSA/J. Cami (Western University); Bildbearbeitung: K. Beecroft; Text: Jan Cami (Western University) und Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Was passiert in diesem ungewöhnlichen Nebel? Das Bild stammt vom Weltraumteleskop James Webb. Es zeigt viele Details im planetarischen Nebel Tc1. Dort entdeckte man 2010 die ersten außerirdischen Fullerene! Der offizielle Name lautet Buckminsterfulleren. Das ist ein Molekül aus 60 Kohlenstoffatomen (C60) und sieht aus wie ein Fußball. Das Molekül wurde nach dem Architekten Buckminster Fuller benannt, der geodätische Kuppeln baute. Das Molekül erinnert an diese Kuppeln.

Mit dieser neuen Aufnahme des Webb Teleskops können wir nun die Fullerene im Nebel lokalisieren: Sie bevölkern hauptsächlich eine dünne Kugelschale um den Zentralstern. Im Bild ist die Schale die helle Grenze des orange gefärbten inneren Bereichs. Wenn man sich den Zentralbereich noch genauer anschaut, so entdeckt man eine noch verblüffendere Struktur: Der Nebel formt hier ein filigranes Fragezeichen, das auf den Kopf gestellt ist. Es steht für all die Fragen, die dieser Nebel noch aufwirft!

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Die lokale Flocke

Die Grafik zeigt das interstellare Medium in der Umgebung der Sonne. Es wird auch als Lokale Flocke bezeichnet. Die blauen Pfeile zeigen die Bewegung des Gases, der gelbe Pfeil zeigt die Bewegung der Sonne. Zu den Sternen in der Umgebung zählen Sirius und Alpha Centauri.

Illustrationscredit: NASA, SVS, Adler, U. Chicago, Wesleyan

Die Sterne sind nicht allein. In der Scheibe unserer Galaxis, der Milchstraße, besteht etwa 10 Prozent der sichtbaren Materie aus Gas. Es wird als interstellares Medium (ISM) bezeichnet. Das ISM ist nicht überall gleich verteilt, sondern etwas fleckig, sogar in der Nähe der Sonne.

Es kann ziemlich schwierig sein, das lokale ISM zu messen, denn es ist sehr schwach und sendet wenig Licht aus. Dieses Medium besteht überwiegend aus Wasserstoff. Es absorbiert einige charakteristische Farben aus dem Licht der nächstgelegenen Sterne.

Hier ist eine Arbeitskarte des lokalen ISM in einem Bereich von 20 Lichtjahren. Sie basiert auf laufenden Beobachtungen und Teilchenfunden des Satellitenteleskops Interstellar Boundary Exporer satellite (IBEX) im Erdorbit.

Diese Beobachtungen zeigen, dass sich unsere Sonne durch eine Lokale Interstellare Wolke bewegt. Diese Wolke fließt aus der Scorpius-Centaurus-Assoziation. Das ist ein Gebiet, in dem Sterne entstehen. In den nächsten 10.000 Jahren verlässt unsere Sonne vermutlich die Lokale Wolke. Sie wird auch Lokale Flocke genannt.

Am lokalen ISM gibt es noch viel zu erforschen. Dazu gehören Details wie die Frage nach seiner Verteilung. Wir wissen auch wenig über seinen Ursprung und darüber, wie es die Sonne und die Erde beeinflusst. Die Messungen des Weltraumteleskops IBEX zeigen auch etwas, das überrascht: Die Richtung, aus der neutrale interstellare Teilchen durch unser Sonnensystem fließen, ändert sich stetig.

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NGC 6188: Die Drachen von Ara

Vor einem blau leuchtenden Hintergrund verstricken sich dichte braune Staubranken, die entfernt an Drachen erinnern.

Bildcredit und Bildrechte: Carlos Taylor

Kämpfen Drachen am Altar des Himmels? Obwohl es so aussieht, sind diese Drachen nur optische Täuschungen aus Gas und Staub.

Der Emissionsnebel NGC 6188 beheimatet leuchtende Wolken und liegt in einer Entfernung von rund 4.000 Lichtjahren in der Nähe einer großen Molekularwolke im südlichen Sternbild Altar (Ara), die in sichtbaren Teilen des elektromagnetischen Spektrums unsichtbar ist.

Junge, massereiche Sterne der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation entstanden in der Region vor ein paar Millionen Jahren, formten das dunkle Aussehen des Nebels und halten das Leuchten des Nebels durch Sternwinde und intensive ultraviolette Strahlung am Leben.

Die jüngste Sternentstehung wurde vermutlich durch die Winde und Supernovaexplosionen früherer Sterngenerationen, die durch das Molekulargas gerast sind und das Gas komprimiert haben, ausgelöst.

Das beeindruckende, detailreiche Bild zeigt eine Fläche, die sich über 2 Grad (4 Vollmonde) erstreckt, was einer Ausdehnung von über 150 Lichtjahren entspricht (bei der geschätzten Entfernung von NGC 6188).

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NGC 6188: Die Drachen am Altar

Das Bild zeigt Drachen aus Gas und Staub im Nebel NGC 6188 sowie den planetarischen Nebel NGC 6164 im Sternbild Altar.

Bildcredit und Bildrechte: Shaun Robertson

Kämpfen Drachen auf dem Altar des Himmels? Es scheint so, doch diese Drachen sind Illusionen aus dünnem Gas und Staub. Die Emissionsnebel NGC 6188, in dem die Wolken leuchten, liegt etwa 4000 Lichtjahre entfernt am Rand einer großen Molekülwolke im südlichen Sternbild Ara (Altar). In sichtbaren Wellenlängen ist er unsichtbar.

Die massereichen jungen Sterne der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation in dieser Region entstanden vor wenigen Millionen Jahren. Sie formten mit ihren Sternwinden und der intensiven Ultraviolettstrahlung die dunklen Gestalten und liefern auch die Energie für das Leuchten des Nebels. Die aktuelle Sternbildung wurde wahrscheinlich durch Winde und Supernovaexplosionen von früheren Generationen massereicher Sterne ausgelöst, die das molekulare Gas auffegten und komprimierten.

Neben NGC 6188 ist rechts unten auf dieser kosmischen Leinwand auch der einzigartige Emissionsnebel NGC 6164 zu sehen, der ebenfalls von einem der massereichen O-Sterne in der Region erzeugt wurde. Wie bei vielen anderen planetarischen Nebeln umgibt eine auffallend symmetrische Hülle aus Gas und ein blasser Halo den hellen Zentralstern von NGC 6164 nahe dem unteren Rand.

Dieses eindrucksvolle Weitwinkel-Sichtfeld umfasst mehr als 2 Grad (vier Vollmonde), das entspricht in der geschätzten Entfernung von NGC 6188 mehr als 150 Lichtjahren.

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NGC 6188: Die Drachen von Ara

Der Emissionsnebel NGC 6188 am Rand einer großen Molekülwolke im Sternbild Altar (Ara) mit der jungen Ara-OB1-Assoziation

Bildcredit und Bildrechte: Ariel L. Cappelletti

Beschreibung: Die dunklen Formen mit den hellen Rändern, die sich ihren Weg durch den staubigen Emissionsnebel NGC 6188 bahnen, sind zig Lichtjahre lang. Der Nebel liegt etwa 4000 Lichtjahre entfernt am Rand einer sonst dunklen, großen Molekülwolke im südlichen Sternbild Altar.

Die massereichen jungen Sterne der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation, die erst vor wenigen Millionen Jahren in dieser Region entstanden sind, formen mit ihren Sternwinden die fantastischen Gestalten und liefern mit intensiver Ultraviolettstrahlung die Energie für das Leuchten des Nebels. Die jüngste Sternbildung wurde wahrscheinlich durch die Winde und Supernova-Explosionen früherer Generationen an massereichen Sternen ausgelöst, die das Molekülgas auffegten und komprimierten.

Dieses Bild wurde in einem Zeitraum von 10 Stunden mit einem Hobbyteleskop in Córdoba in Argentinien aufgenommen und mithilfe der Hubble-Palette eingefärbt, diese Farbpalette betont die Emissionen von Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen in Rot, Grün und Blau. Das Sichtfeld umfasst ungefähr vier Vollmonde, was in der geschätzten Entfernung von NGC 6188 etwa 150 Lichtjahren entspricht.

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NGC 6188: Die Drachen von Ara

Vor einem blau schimmenrnden Nebel sind viele zarte Sterne und Ranken von Dunkelebeln verteilt.

Bildcredit und Bildrechte:  Tian Lee

Beschreibung: Die dunklen Formen mit hellen Rändern, die ihren Weg durch den staubigen NGC 6188 finden, sind zig Lichtjahre lang. Der Emissionsnebel liegt nahe dem Rand der sonst dunklen, großen Molekülwolke im südlichen Sternbild Altar, ungefähr 4000 Lichtjahre entfernt.

Die massereichen jungen Sterne der eingebetteten Ara-OB1-Assoziation, die erst vor wenigen Millionen Jahren in dieser Region geboren wurden, bilden die fantastischen Formen und befeuern das Leuchten des Nebels mit Sternenwinden und intensive Ultraviolettstrahlung. Die aktuelle Sternbildung selbst wurde wahrscheinlich von Winden und Supernovaexplosionen früherer Generationen massereicher Sterne ausgelöst, die das Molekülgas auffegten und komprimierten.

Für die Bilddaten des Chilescope-Observatoriums wurde eine Hubble-Falschfarbenpalette verwendet, um dieses prächtige Weitwinkelbild herzustellen, es zeigt Emissionen von Schwefel, Wasserstoff und Sauerstoffatomen in roten, grünen und blauen Farbtönen. Das Sichtfeld umfasst ungefähr vier Vollmonde, was in der geschätzten Entfernung von NGC 6188 ungefähr 150 Lichtjahren entspricht.

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RCW 114: Drachenherz im Altar

Hinter vielen kleinen, spitzen Sternen breitet sich eine gewölbte rote Wolke aus, die in der Mitte eine Höhlung hat. Die Wolke hat stark ausgeprägte Ranken und Fasern.

Bildcredit und Bildrechte: Andrew Campbell

Diese große kosmische Wolke ist als RCW 114 katalogisiert. Ihre Form wirkt dramatisch und gefasert. Sie liegt im südlichen Sternbild Altar. Am Himmel des Planeten Erde ist sie mehr als sieben Grad breit, das sind 14 Vollmonde nebeneinander. Trotzdem ist es schwierig, sie abzubilden. Dieses Mosaik entstand mit einem Teleskop. Dazu fotografierte man die vielsagenden rötlichen Emissionen der ionisierten Atome von Wasserstoff.

Man fand heraus, dass RCW 114 der Überrest einer Supernova ist. Das ist die finale Explosion eines massereichen Sterns. Dabei entstand eine Stoßwelle, die sich immer noch ausdehnt. Sie fegt die umgebende interstellare Materie auf. So kam es zu den langen, faserartigen Emissionen.

Nach guten Schätzungen ist die Wolke mehr als 600 Lichtjahre entfernt. Somit hat sie einem Durchmesser von etwa 100 Lichtjahren. Das Licht der Supernovaexplosion, bei der RCW 114 entstand, erreichte die Erde also vor rund 20.000 Jahren. Kürzlich erkannte man einen Pulsar – das ist ein rotierender Neutronenstern – als Überrest des kollabierten Sternkerns.

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