Wirbel um das Auge des Wirbelsturms Irma

Videocredit: NASA, Satellit GOES-16, SPoRT

Warum ist mitten in einem Wirbelsturm ein Auge? Das wissen wir bisher nicht genau. Was in und um das Auge eines Wirbelsturms geschieht, ist jedoch gut bekannt. Warme Luft steigt an den Rändern des Auges auf. Sie kühlt ab, rotiert, breitet sich über dem großen Sturm aus und sinkt hauptsächlich am äußeren Rand ab.

Im Auge herrscht Niederdruck. Auch dort sinkt Luft ab und erwärmt sich. Dadurch entsteht Verdunstung, Beruhigung und Aufklaren. Sogar Sonnenlicht kann hineinströmen. Am Rand des Auges türmt sich ein Augenwall auf. In diesem Bereich herrscht der stärkste Wind. Es ist besonders gefährlich hinauszugehen, wenn das ruhige Auge vorüberzieht, weil bald wieder der brachiale Augenwall des Sturms folgt.

Dies ist eines der dramatischsten Videos, die es von einem Auge und dem rotierenden Augenwall gibt. Das Zeitraffervideo entstand letzte Woche, es wurde vom Satelliten GOES-16 der NASA im Weltraum gefilmt. Dargestellt ist einer der gewaltigsten tropischen Wirbelstürme der Geschichte: Wirbelsturm Irma.

Wirbelstürme können extrem gefährlich sein. Ihre Gefahren sind nicht auf das Auge des Sturms begrenzt.

Aktuelle Bilder der Erde

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Saturns Ringe von innen gesehen

Das Bild zeigt eine Animation des Tauchgangs der Raumsonde Cassini durch die Ringebene. Der Einschub zeigt, was die Sonde dabei filmte.

Videocredit: NASA, JPL-Caltech, Institut für Weltraumforschung

Wie sehen Saturns Ringe aus, wenn man sie von Saturn aus sieht? Die robotische Raumsonde Cassini nähert sich dem Abschluss ihrer Mission. Ihre Bilder bieten uns eine beispiellose Aussicht. Vor Cassinis großen letzten Umläufen wurden alle Bilder von Saturns majestätischem Ringsystem außerhalb der Ringe mit Blick nach innen fotografiert.

Der Einschub rechts zeigt ein außergewöhnliches Video. Die Animation außen zeigt die Positionen der Raumsonde. Der kurze Ablauf in Zeitraffer zeigt zu Beginn Details der komplexen Ringe. Am Ende erkennt man, wie papieren dünn die Ringe sind. Die Bilder entstanden am 20. August. Cassini hat nur noch wenige Umläufe um Saturn. Ab 15. September wird sie auf Tauchgang in den Riesenplaneten gelenkt.

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Wirbelsturm Harvey wird stärker

Videocredit: NASA-NOAA GOES-Projekt

Im Golf von Mexiko entstand ein großer, gefährlicher Wirbelsturm. Dieses Zeitraffervideo zeigt, wie Wirbelsturm Harvey in den letzten Tagen die Kategorie 4 erreichte. Der Satellit GOESEast der NASA und der NOAA zeichneten das auf.

Wirbelstürme beginnen mit einer leichten Senkung des Luftdrucks. Später schwellen sie zu großen, spiralförmigen Sturmsystemen an. Diese werden oft von starken Winden und Schlagregen begleitet. Ihre Energie erhalten sie aus Meerwasser, das verdunstet. Daher werden sie über warmem Wasser stärker und nehmen über dem Festland wieder ab.

Vieles an Wirbelstürmen und Zyklonen ist unklar, zum Beispiel die Details, wie sie entstehen und welchen Pfad sie genau nehmen. Wirbelsturm Harvey erreicht voraussichtlich heute in Texas das Festland, zusammen mit gefährlichen Sturmfluten.

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Zeitraffer: Eine totale Sonnenfinsternis

Bildcredit und Bildrechte: Colin Legg

Habt ihr schon einmal eine totale Sonnenfinsternis gesehen? Dieses Zeitraffervideo zeigt so eine Finsternis dramatisch detailreich. Die Finsternis war 2012 in Australien zu sehen. Zu Beginn des Videos nimmt man eine leichte Abdunklung der Sonne und der Umgebung auf der Erde kaum wahr. Während der Mond wandert und fast die ganze Sonne bedeckt, zieht von links die Dunkelheit heran. Dort ist der vollständig abgedeckte Teil der Sonne.

Während der Totalität ragt nur die helle Sonnenkorona über den Mondrand hinaus, und ihr seid von Dunkelheit umgeben. Doch der weit entfernte Horizont ist noch hell, weil er nicht im dunkelsten Teil des Schattens liegt. Der Schattenkegel der Erde bildet die Dunkelheit. Zur Mitte der Totalität erreicht er den Horizont unter der verfinsterten Sonne. Dieser Schattenkorridor reicht bis zum Mond. Am Ende der totalen Phase der Sonnenfinsternis kehrt sich der Prozess um. Das passiert meist nach ein paar Minuten. Der Mondschatten zieht dann auf der anderen Seite ab.

Die Sonnenfinsternis morgen Nachmittag sieht man in ganz Nordamerika, zumindest als partielle Finsternis. Man kann sie bei geselligen Treffen erleben. Einige werden in örtlichen Bibliotheken organisiert.

Finsternis: NASA-Infosite

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Charon-Überflug von New Horizons


Videocredit: NASA, JHUAPL, SwRI, P. Schenk und J. Blackwell (LPI); Musik: Juicy von ALBIS

Was sieht man bei einem Flug über Charon? Er ist Plutos großer Mond. Die Raumsonde New Horizons sauste im Juli 2015 mit klickenden Kameras an Pluto und Charon vorbei. Aus den vielen Bildern kann man einen Großteil von Charons Oberfläche digital rekonstruieren und sogar fiktive Flüge über Charon simulieren.

Hier seht ihr eines der fantastischen Zeitraffer-Videos. Es dauert eine Minute. Die Höhen und Farben der Strukturen auf der Oberfläche wurden digital verstärkt. Die Reise beginnt über einer weiten Schlucht. Sie teilt Charons unterschiedliche Arten der Landschaft. Die Schlucht entstand vielleicht, als Charon gefroren ist. Bald wendet ihr euch nach Norden und fliegt über eine farbige Senke. Sie wird Mordor genannt. Eine Hypothese besagt, dass sie der ungewöhnliche Überrest eines urzeitlichen Einschlags ist. Eure Reise führt dann über eine fremde Landschaft. Sie ist reich an Kratern, Bergen und Spalten, wie man sie nie zuvor sah.

Die Roboter-Raumsonde New Horizons wurde nun zum Kuipergürtelobjekt 2014 MU 69 umgelenkt. Dort soll sie am Neujahrstag 2019 vorbeisausen.

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Ein Tag im Leben einer (großteils) menschlichen Sonnenuhr

Videocredit und Bildrechte: Astronomie-AG, Progymnasium Rosenfeld, Till Credner, AlltheSky.com

Wolltet ihr schon einmal ein Gnomon sein? Ein Gnomon ist der Teil einer Sonnenuhr, der den Schatten wirft. Der Schatten des Schattenzeigers wandert, während die Sonne über den Himmel zieht. Die Position des Schattens zeigt die Zeit auf dem Ziffernblatt.

Am 19. Juli bildete die Astronomiegruppe des Progymnasiums Rosenfeld eine menschliche Sonnenuhr. Jeder Teilnehmer spielte geduldig zehn Minuten lang die Rolle des Schattenzeigers. Für dieses Zeitraffervideo der Entdeckungs-„Zeitreise“ wurde von 8 bis 16 Uhr MESZ alle 20 Sekunden ein Bild fotografiert.

Die berechneten Stundenmarkierungen, welche die Ortszeit an genau diesem Tag zeigen sollten, wurden auf den Boden gezeichnet. Die Turmuhr hinten bietet einen Zeitvergleich.

Erkennt ihr die Ortszeit des Sonnenhöchststandes? (Tipp: Beim Sonnenhöchststand steht die Sonne im Meridian.) Die geduldige Gruppe plant für den Winter eine Wiederholung des Auftritts als menschlichen Sonnenuhr, um die Tageslänge und die Höhe der Sonne zu vergleichen.

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Milchstraße und explodierender Meteor

Neben der Milchstraße explodiert ein Meteor der Perseïden und hinterlässt eine Schwade, die sich ausbreitet.

Bildcredit und Bildrechte: André van der Hoeven

Nächstes Wochenende erreicht der Meteorstrom der Perseïden den Höhepunkt. Körnchen aus Eis und Gestein zischen über den Himmel, wenn sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre verdampfen. Die Körnchen stammen vom Kometen Swift-Tuttle.

Einmal im Jahr wandert die Erde durch die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Dann fallen die Perseïden. Sie sind meist der aktivste Meteorstrom des Jahres. Wie aktiv ein Meteorstrom wird, ist schwer vorherzusagen. Doch bei klarem, dunklem Himmel könnte man einen Meteor pro Minute sehen.

Der Höhepunkt der Perseïden findet knapp eine Woche nach Vollmond statt. Daher gehen viele blasse Meteore im Mondlicht unter. Am besten beobachtet man einen Meteorstrom in entspannter Position und fern von Licht. Die Explosion dieses Meteors wurde bei den Perseïden 2015 in Österreich fotografiert. Er zerbrach nahe beim Zentralband der Milchstraße.

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New Horizons: Flug über Pluto

Credit: NASA, JHUAPL, SwRI, P. Schenk und J. Blackwell (LPI); Musik: Open Sea Morning von Puddle of Infinity

Was sieht man bei einem Flug über Pluto? Die Raumsonde New Horizons flog im Juli 2015 über die ferne Welt. Ihre Geschwindigkeit betrug ungefähr 80.000 km/h. Kürzlich wurden viele Bilder des spektakulären Vorbeiflugs digital und farbverstärkt. Dann kombinierte man sie zu diesem zwei Minuten langen Zeitraffervideo.

Zu Beginn des Films dämmert das Licht auf Bergen. Sie bestehen vermutlich aus Wassereis, das von gefrorenem Stickstoff gefärbt ist. Bald sehen wir rechts ein flaches Meer, das großteils aus festem Stickstoff besteht. Es ist in seltsame Vielecke gegliedert. Daher vermutet man, dass sie aus einem vergleichsweise warmen Inneren hochgekocht sind. Die Krater und Eisberge unten sind ein vertrauter Anblick. Das Video wird trübe und endet über einem Gelände, das man als schartig bezeichnen könnte. Auf diesem Gelände ragen 500 Meter hohe Grate auf, die durch kilometergroße Lücken getrennt sind.

Die Roboter-Raumsonde New Horizons hat zu viel Schwung, um je zu Pluto zurückzukehren. Doch sie wird nun zum Kuipergürtelobjekt 2014 MU 69 gelenkt. Am Neujahrstag 2019 schießt sie daran vorbei.

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