Die Einsteinkreuz-Gravitationslinse

Mitten im Bild leuchtet ein Bündel aus vier Lichtpunkten, das von einem blassen Nebel umgeben ist. Es ist das Einsteinkreuz. Darin bricht eine Galaxie das Licht eines Quasars dahinter in vier Bilder.

Bildcredit und Bildrechte: J. Rhoads (Arizona State U.) et al., WIYN, AURA, NOAO, NSF

Die meisten Galaxien haben einen einzigen Kern. Hat diese Galaxie vier? Forschende der Astronomie kommen zu dem seltsamen Schluss, dass der Kern der umgebenden Galaxie auf diesem Bild nicht einmal sichtbar ist. Stattdessen besteht das Kleeblatt in der Mitte aus Licht, das ein Quasar im Hintergrund abstrahlt.

Das Gravitationsfeld der Galaxie, die man vorne sieht, bricht das Licht des fernen Quasars in vier Einzelbilder. Für so eine Illusion muss der Quasar exakt hinter dem Zentrum der massereichen Galaxie liegen. Der Effekt wird als Gravitationslinse bezeichnet. Diese spezielle Linse ist als Einsteinkreuz bekannt. Noch seltsamer ist, dass die relative Helligkeit der Bilder im Einsteinkreuz variiert. Das geschieht, weil die Helligkeit gelegentlich durch zusätzliche Mikrolinsen-Effekte einzelner Sterne in der vorderen Galaxie verstärkt wird.

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Ein Meteorschauer im Winter

Über dem Lake Edith im kanadischen Jasper-Nationalpark, der teilweise zugefroren und von Schnee bedeckt ist, blitzen vier Meteore der Geminiden über den Himmel. Dahinter stehen die Rocky Mountains.

Bildcredit und Bildrechte: Jack Fusco

Vier Geminiden blitzen über diesen winterlichen nördlichen Nachthimmel. Eine einzige Aufnahme wurde 10 Sekunden belichtet. Sie bannte die helle Feuerkugel und 3 blassere Meteore. Das Bild entstand fast zum Höhepunkt des Meteorstroms der Geminiden im Dezember.

Der Lake Edith liegt im Jasper-Nationalpark. Der befindet sich in der kanadischen Provinz Alberta. Der See ist teilweise zugefroren. Er reflektiert das grünliche Licht der Feuerkugel. Am Horizont im Norden ragen die kanadischen Rocky Mountains auf. Der Gletschersee ist sogar im Sommer kalt. In dieser Nacht hatte der Fotograf Jack Fusco Temperaturen von minus 9 Grad Celsius. Dabei beobachtete er einen der aktivsten Meteorschauer seines Lebens.

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Geminiden im Norden

Eine einsame Radioschüssel in einer Landschaft mit flachen Bergen zeigt nach oben. Die Milchstraße steigt steil zum Zenit auf. Über der Schüssel leuchtet der helle Stern Sirius, rechts darüber der Orion, rechts über diesem die Hyaden und die Plejaden. Links oben sind die markanten Zwillingssterne Kastor und Pollux. Von dort strömen scheinbar viele helle Meteore aus.

Bildcredit und Bildrechte: Yin Hao

Jedes Jahr trifft der Meteorstrom der Geminiden die Erde. Er enttäuschte nicht, als unser Planet durch Staub des aktiven Asteroiden 3200 Phaethon pflügte. Diese Nachtlandschaft wurde auf der Nordhalbkugel fotografiert. Darauf strömen die Meteore vom Radianten des Meteorstroms aus, der im Sternbild Zwillinge liegt.

In der Nacht von 12. auf 13. Dezember entstanden in einem Zeitraum von 8,5 Stunden 37 Einzelbilder mit den Spuren von Meteoren. Sie wurden zu diesem Kompositbild kombiniert. Dazu wurden die einzelnen Bilder am sternklaren Himmel ausgerichtet. Er breitete sich über einer Radioantenne von MUSER aus. Die Radioteleskope von MUSER gehören zur Station Mingantu, deren Name einen astronomischen Hintergrund hat. Sie dienen der Beobachtung der Sonne. Die Anlage steht in der Inneren Mongolei in China und ist ungefähr 400 Kilometer von Peking entfernt.

Sirius leuchtet hell über der Radioschüssel. Er ist der Alphastern im Großen Hund (Canis Major). Die Milchstraße reicht von dort bis zum Zenit. Der gelbliche Stern Beteigeuze steht rechts neben der nördlichen Milchstraße. Er ist ein Blickfang im Orion. Der Radiant der Sternschnuppen liegt links oben bei Kastor und Pollux. Sie sind die Zwillingssterne in Gemini. Der Radianteffekt entsteht durch die Perspektive. Die Meteorbahnen laufen parallelen. Scheinbar treffen sie sich in der Ferne. Die Meteore der Geminiden treten mit etwa 22 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein.

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Tauchgang auf Jupiter

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, SwRI, MSSS, Gerald Eichstadt, Justin Cowart

Diese Simulation zeigt einen Sturz in die obere Atmosphäre von Jupiter. Er ist der größte Gasriese im Sonnensystem. Die faszinierende Animation entstand aus Bilddaten von JunoCam und dem Mikrowellenradiometer, das sich an Bord der Raumsonde Juno befindet. Juno kreist um Jupiter.

Die Reise beginnt etwa 3000 Kilometer über Jupiters südlichen Wolkenoberflächen. Am Display links könnt ihr der Reise folgen. Wenn die Höhe sinkt, steigt die Temperatur, wenn ihr bei Jupiters berühmtem Rotem Fleck tiefer taucht. Der Rote Fleck ist das größte Sturmsystem im Sonnensystem. Junos Daten zeigen, dass er ungefähr 300 Kilometer in die Atmosphäre des Riesenplaneten hinabreicht. Im Vergleich dazu liegt der tiefste Punkt in den Ozeanen der Erde in einer Tiefe von nur etwa 11 Kilometern. Aber keine Panik. Ihr fliegt auch wieder hinaus.

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Meteore über der inneren Mongolei

Viele Meteore ziehen über den Nachthimmel, sie spiegeln sich in einem See. Rechts steht eine Person mit einem Stativ. Am Horizont strahlt ein helles Licht.

Bildcredit und -rechte: Haitong Yu

Hat euch schon einmal ein Strom aus Sternschnuppen fasziniert? Dabei flammen fast jede Minute kurze Lichtblitze am Himmel auf. Das war das Schicksal dieses Astrofotografen beim Perseïden-Meteorstrom im letzten Jahr. Die Aufnahmen für dieses Bildkomposit entstanden im Lauf von 3 Stunden. Dabei fielen etwa 90 Perseïden über dem Duolun. Das ist ein See in der Inneren Mongolei in China. Wenn ihr den Spuren der Meteore rückwärts folgt, seht ihr, dass die meisten scheinbar aus einem Sternbild strömen. In diesem Fall ist es Perseus. Ihr seht sogar, welche Meteore keine Perseïden sind, denn sie laufen anders.

Heute Nacht ist wieder eine gute Gelegenheit für einen Meteorstrom, denn die Geminiden erreichen ihren Höhepunkt. Der Radiant des Stroms liegt in den Zwillingen. Sie gehen kurz nach Sonnenuntergang auf, und man sieht sie fast die ganze Nacht.

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Höhepunkte am Winterhimmel

Die Infografik zeigt Ereignisse am Nachthimmel im Winter 2018.

Illustrationscredit und -rechte: Universe2go.com

Was passiert diesen Winter am Himmel? Diese Grafik zeigt einige Höhepunkte für die Nordhalbkugel der Erde. Sie ist eine Art Ziffernblatt, das unten zentriert ist. Frühe Ereignisse am Winterhimmel sind links aufgefächert, späte Winterereignisse rechts. Objekte, die der Erde relativ nahe sind, liegen näher an der Gestalt mit Teleskop unten in der Mitte. Doch fast alles, was hier gezeigt ist, sieht man ohne Teleskop.

Ein Höhepunkt am Winterhimmel ist der Meteorstrom der Geminiden. Er erreicht diese Woche seinen Höhepunkt. Am Abendhimmel stehen das auffällige Sternbild Orion und viele Planeten. Sie gehen im Februar vor der Sonne auf. Wie zu jeder Jahreszeit zieht manchmal die Internationale Raumstation ISS über den Himmel. Man sieht sie, wenn man weiß, wann und wo man sie suchen muss.

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Merkur, visualisiert von MESSENGER

Videocredit: NASA, JHUAPL, CIW; Bearbeitung: Roman Tkachenko; Musik: Open Sea Morning von Puddle of Infinity

Wie ist es, wenn man über den Planeten Merkur fliegt? Die Robotersonde MESSENGER der NASA umkreiste Merkur von 2011 bis 2015. Ihre Bilder und Daten wurden digital zu einem virtuellen Flug kombiniert. Er zeigt einen Großteil der Oberfläche des heißen Planeten.

Die innerste Welt im Sonnensystem sieht so ähnlich aus wie der Erdmond. Das Gelände auf der Oberfläche ist grau und voller Krater. MESSENGER fand viel über Merkur heraus. Dazu gehört, dass es in den Schatten bei seinen Polen wahrscheinlich Wassereis gibt.

Zu Beginn des Videos sieht man die Seite von Merkur, die zur Sonne zeigt. Am Ende verschwindet die virtuelle Raumsonde in der Merkurnacht. Merkur dreht sich so langsam, dass er bei zwei Wanderungen um die Sonnen nur dreimal um sich selbst rotiert. 2018 soll die europäische und japanische Sonde BepiColombo starten. Sie soll Merkurs Oberfläche besser kartieren und sein Magnetfeld sondieren.

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In grüner Gesellschaft: Polarlicht über Norwegen

Polarlicht über dem Austnesfjorden in der Nähe von Svolvear auf Lofoten in Nordnorwegen.

Bildcredit und Bildrechte: Max Rive

„Hebe die Arme, wenn du ein Polarlicht siehst.“ Mit dieser Anweisung vergingen zwei Nächte großteils mit Wolken. Doch in der dritten Nacht klarte der Himmel bei der Rückkehr zum selben Gipfel nicht nur auf. Er zeigte sogar eine spektakuläre Polarlichtschau. Die Arme flogen hoch in die Luft. Geduld und Erfahrung trugen Früchte. So entstand dieses faszinierende Bild.

Die Umgebung ist ein Gipfel beim Austnesfjorden. Dieser Fjord liegt in der Nähe von Svolvear auf Lofoten in Nordnorwegen. Es war Anfang 2014. Unsere Sonne nähert sich zwar dem Sonnenminimum und zeigt daher relativ wenig Oberflächenaktivität. Doch Löcher in der oberen Korona sorgten in den letzten Monaten für einige hübsche Polarlichter.

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