Ein fröhlicher Himmel über Los Angeles

Über einer lichtverschmutzten Stadt, die bis zum Horizont reicht, leuchtet ein Sichelmond, links darüber stehen die Planeten Venus und Jupiter.

Bildcredit und Bildrechte: Dave Jurasevich (Mt.-Wilson-Observatorium)

Manchmal lächelt der Himmel über weiten Teilen der Erde. An einem Tag im Jahr 2008 zeigte er weltweit eine seltene Anordnung. Sie bestand aus dem Mond und den Planeten Venus und Jupiter. Bilder, die zur rechten Zeit fotografiert wurden, zeigen den Sichelmond. Er war von den Planeten Venus und Jupiter begleitet. Die beiden standen scheinbar nahe beisammen. Alle drei Lichter bildeten ein Lächeln.

Diese Szene entstand am 30. November 2008 nach Sonnenuntergang am Mt.-Wilson-Observatorium. Der Blick reichte über Los Angeles in Kalifornien (USA). Am höchsten steht der Planet Jupiter, er ist auch am weitesten entfernt. Deutlich näher steht links unter Jupiter die Venus. Sie wirkt durch die Wolken in der Erdatmosphäre ungewöhnlich blau. Rechts daneben steht der Mond in zunehmender Sichelphase über dem Horizont.

Dünne Wolken werden vom Mond beleuchtet. Sie sind ungewöhnlich orange gefärbt. Am unteren Bildrand breiten sich die Hügel von Los Angeles aus. Viele sind mit einem zarten Dunst bedeckt. Ganz links stehen die Wolkenkratzer von LA.

Stunden nach Aufnahme dieses Bildes näherte sich der Mond dem fernen Duo. Er bedeckte kurz die Venus und wanderte dann weiter. Diese Woche gibt es eine ähnliche Konjunktion von Venus und Jupiter. Man sieht sie auf weiten Teilen des Planeten Erde kurz vor Sonnenaufgang im Osten.

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Der bunte Mond

Das Mondgelände im Bild wirkt sehr bunt. Die Farben hängen mit der chemischen Zusammensetzung der Oberfläche zusammen. Krater, Gebirge, Ebenen und Strahlen sind im Bild verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Alain Paillou

Der Mond wird meist in zarten Grauschattierungen dargestellt. Dieses Mosaik entstand aus hoch aufgelösten Bildern. Sie wurden etwa zur vollen Mondphase aufgenommen. Kleine, aber messbare Farbunterschiede sind hier übermäßig verstärkt. So entstand die bunte Mondlandschaft.

Es zeigte sich, dass verschiedene Farben echte Unterschiede im mineralischen Aufbau der Mondoberfläche zeigen. Regionen, die viel Titan enthalten, schimmern blau. Manche Gebiete sind orange oder violett gefärbt. Dort gibt es relativ wenig Titan und Eisen.

Unten in der Mitte liegt das Meer der Dünste (Mare Vaporum). Darüber verläuft der weite Bogen der lunaren Apenninen (Montes Apenninus). Links über der Mitte ist der Krater Archimedes mit seinem dunklen Boden im Regenmeer (Mare Imbrium). Er ist 83 Kilometer groß. Die Landestelle von Apollo 15 liegt oben bei der Lücke im Bogen der Apenninen.

Bilder von Raumsonden, die ähnlich farbig sind, kalibrierte man mit Gesteinsproben der Apollo-Missionen, die zur Erde gebracht wurden. So wird die globale Zusammensetzung der Mondoberfläche bestimmt.

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Williamina Flemings dreieckiges Büschel

Williamina Flemings dreieckiges Büschel ist ein Teil des Schleiernebels im Sternbild Schwan. Der Nebel besteht aus roten und blauen Fasern, die farblich streng getrennt sind.

Bildcredit und Bildrechte: Sara Wager

Diese wirren Fasern aus komprimiertem leuchtendem Gas wirken chaotisch. Sie gehören zum Schleiernebel, der sich am Himmel über der Erde im Sternbild Schwan ausdehnt. Der Schleiernebel ist ein großer Überrest einer Supernova. Das ist eine Wolke, die bei der finalen Explosion eines massereichen Sterns entstanden ist und sich ausdehnt. Das Licht der Supernova-Explosion erreichte die Erde wohl vor mehr als 5000 Jahren. Bei dem vernichtenden Ereignis wurden interstellare Stoßwellen hinaus gesprengt. Diese pflügen durch den Raum und fegen interstellare Materie auf. Das Material wird dabei angeregt und beginnt zu leuchten.

Die leuchtenden Fasern sind eigentlich lange Wellen in einer Art Tuch, das wir von der Seite sehen. Das Leuchten der ionisierten Wasserstoffatome ist rot abgebildet, Sauerstoffatome sind blau dargestellt. Diese Bereiche sind auffallend gut getrennt. Der Schleiernebel wird auch als Cygnusbogen genannt. Er ist fast 3 Grad breit, das sind etwa 6 Durchmesser des Vollmondes. Seine Entfernung wird auf 1500 Lichtjahre geschätzt. In dieser Distanz ist der Schleiernebel mehr als 70 Lichtjahre breit. Das Sichtfeld zeigt weniger als ein Drittel dieser Breite.

Die komplexen Fasern sind als NGC 6979 katalogisiert. Häufig werden sie nach einem Direktor des Harvard College Observatory als Pickerings Dreieck bezeichnet. Seine Entdeckerin ist die Astronomin Williamina Fleming. Daher kennt man den Nebel auch als Flemings dreieckiges Büschel.

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Nahaufnahme von NGC 1055

Im Bild schwebt eine Galaxie, die wir fast von der Seite sehen. Sie hat einen sehr markanten dunklen Staubrand, in dem Sterne entstehen. Diese Regionen leuchten rötlich. Die Galaxie ist von hellen Sternen umgeben, die in der Milchstraße liegen. Auch ein paar weiter entfernte Galaxien sind zu sehen.

Bildcredit und Bildrechte: Bearbeitung: Robert Gendler, Roberto Colombari; Daten: Europäische Südsternwarte ESO, Subaru-Teleskop (NAOJ) et al.

Die große, schöne Spiralgalaxie NGC 1055 ist sehr markant und gehört zu einer kleinen Galaxiengruppe. Sie ist etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt bedrohlichen Sternbild Walfisch, das im Wasser wohnt.

Wir sehen die Universumsinsel von der Seite. Sie mehr als 100.000 Lichtjahre breit, also etwas größer als unsere Milchstraße. Die farbigen Sterne auf dieser kosmischen Nahaufnahme von NGC 1055 sind viel näher als die Galaxie, sie liegen in der Milchstraße. In den gewundenen Staubbahnen der dünnen Scheibe der fernen Galaxie sind verräterische rötliche Regionen mit Sternbildung verteilt.

Das detailreiche Bild zeigt Galaxien im Hintergrund, die noch weiter entfernt sind. Ein kastenförmiger Hof reicht weit über und unter die Zentralwölbung und die Scheibe von NGC 1055. Der Hof ist von blassen, schmalen Strukturen gesäumt. Er besteht vielleicht aus Teilen einer Begleitgalaxie, die durchmischt und ausgestreut wurden. Sie wurde vor etwa 10 Milliarden Jahren von der größeren Spirale zerrissen.

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NGC 2261: Hubbles veränderlicher Nebel

Links oben leuchtet der Stern R Monocerotis, von dem scheinbar ein bläulicher Nebel nach unten strömt. Unten sind kleine rötliche Sterne verteilt.

Bildcredit: Hubble, NASA, ESA; Daten: Mark Clampin (NASA-GSFC); Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Wie kommt es zu den Schwankungen in Hubbles veränderlichem Nebel? Er ändert seine Erscheinung im Laufe weniger Wochen deutlich. Der Nebel wurde vor mehr als 200 Jahren entdeckt und ist als NGC 2661 katalogisiert. Benannt wurde er nach Edwin Hubble, der ihn zu Beginn des letzten Jahrhunderts untersuchte.

Es passt, dass dieses Bild von einem weiteren Namensvetter von Hubble aufgenommen wurde: einem Weltraumteleskop. Hubbles veränderlicher Nebel ist ein Reflexionsnebel aus Gas und feinem Staub. Er fächert sich vom Stern R Monocerotis auf. Der zarte Nebel ist etwa ein Lichtjahr groß, 2500 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Einhorn (Monoceros).

Die beste Erklärung der Variabilität von Hubbles veränderlichem Nebel lautet, dass dichte Knoten aus undurchsichtigem Staub nahe an R Mon vorbeiziehen. Dabei werfen sie wandernde Schatten auf den reflektierenden Staub. Diese Schatten sieht man im Rest des Nebels.

Offene Wissenschaft: Stöbert in 1500+ Codes der Astrophysics Source Code Library (ASCL)

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Die Prager astronomische Uhr

Die astronomische Uhr am Rathaus von Prag ist normalerweise von Menschenmassen umgeben. Hier wurde sie in den frühen Morgenstunden auf einem menschenleeren Platz fotografiert.

Bildcredit und Lizenz: Jorge Láscar

In der Prager Altstadt gibt es eine Uhr, so groß wie ein Gebäude. Tagsüber sammeln sich dort Massen von Menschen, um zu sehen, wie sie die Stunde schlägt. Das Zifferblatt der Prager astronomischen Uhr ist eindrucksvoll komplex. Es zeigt nicht nur die erwartete Zeit bezogen auf die Sonne (Sonnenzeit), sondern auch die auf die Sterne bezogene Zeit (Sternzeit), die Zeiten von Sonnenaufgang und -untergang, die Zeit am Äquator, die Phase des Mondes und vieles mehr.

Die Uhr wurde 1410 fertiggestellt. Viele ihrer inneren Mechanismen wurden mehrmals modernisiert, doch es blieben auch Originalteile erhalten. Unter der Uhr befindet sich ein fast gleich großer, statischer Solarkalender. Die Prager astronomische Uhr wurde hier allein fotografiert. Es war an einem frühen Morgen im März 2009. Derzeit werden die Prager Rathausuhr und der alte Stadtturm wieder einmal renoviert. Voraussichtlich im Juni 2018 geht die Uhr wieder in Betrieb.

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Staubstrahl auf der Oberfläche des Kometen 67P

Aus einer Senke in der rauen Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko steigt eine weiße Schwade auf. Dahinter ist eine dunkle Wand, die 10 Meter hoch ist.

Bildcredit und Bildrechte: ESA, Rosetta, MPS, OSIRIS; UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Wie entstehen die Schweife von Kometen? Auf Kometenkernen gibt es keine Orte, wo ganz offensichtlich die Strahlen entstehen, die später einen Kometenschweif bilden. Doch letztes Jahr fotografierte die ESA-Raumsonde Rosetta nicht nur einen Strahl, der vom Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko aufstieg. Sie flog sogar durch den Strahl.

Dieses aufschlussreiche Bild zeigt eine helle Schwade. Sie steigt aus einer kleinen runden Senke auf, die auf einer Seite von einer zehn Meter hohen Wand begrenzt ist. Analysen der Daten von Rosetta zeigen, dass der Strahl aus Staub und Wassereis bestand. Das öde Gelände lässt vermuten, dass wahrscheinlich tief unter der porösen Oberfläche etwas geschah, das die Schwade erzeugte.

Das Bild entstand letzten Juli. Etwa zwei Monate später endete Rosettas Mission, indem die Sonde kontrolliert auf der Oberfläche des Kometen 67P einschlug.

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Vollmonde eines Jahres

Die 12 Bilder des Mondes sehen unterschiedlich aus. Ihre Größe, Neigung und Färbung variiert sichtlich. Unten in der Mitte fällt außerdem der Erdschatten auf den unteren Mondrand.

Bildcredit und Bildrechte: Talha Zia

Sieht der Vollmond immer gleich aus? Nein. Dieser Raster zeigt zwölf Vollmonde mit leichten Unterschieden. Die Bilder zeigen jede Lunation von November 2016 bis Oktober 2017. Sie wurden in Pakistan fotografiert und sind von links oben nach rechts unten angeordnet. Die Vollmonde folgen aufeinander. Sie sind alle im selben Maßstab abgebildet. Daher sind die Unterschiede der scheinbaren Größe, die man hier erkennt, echt – anders als bei der berühmten Mondtäuschung. Die Abweichungen entstehen durch die unterschiedlichen Entfernungen des Mondes, denn die Mondbahn weicht deutlich von der Kreisbahn ab.

Die dunkle Kerbe am unteren Rand des Vollmondes vom August 2017 ist der Erdschatten. Das Bild zeigt eine partielle Mondfinsternis. Neben der manchmal stärkeren Färbung erkennt man bei genauer Betrachtung eine feinere Änderung: Der Mond taumelt von einem zum nächsten Vollmond anscheinend leicht. Man nennt den Effekt Libration. Er ist auf diesem Video einer Lunation deutlicher erkennbar. Dieses Video zeigt alle Varianten der Schwankungen des Mondes im Laufe eines Monats.

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