Saturn gegenüber der Sonne

Über den Kuppeln eines Zwillingsteleskops breitet sich ein dichter Teppich aus Sternen aus. Unten ist der Himmel hell und rosa bis grünlich gefärbt. Oben steht der Planet Saturn. Er ist vom Gegenschein umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: Jin Wang

Am 21. September dieses Jahres stand der Planet Saturn in Opposition zur Sonne. Das bedeutet, er stand von der Erde aus gesehen genau gegenüber der Sonne. In dieser Position war Saturn besonders hell und gut sichtbar. Er ging auf, als die Sonne unterging, und leuchtete die ganze Nacht über am Himmel, eingebettet zwischen den schwächeren Sternen im Sternbild Fische.

Das eindrucksvolle Foto zeigt das Qinghai-Lenghu-Observatorium. Es steht auf dem tibetischen Plateau im Südwesten Chinas. Saturn ist von einem schwach leuchtenden, ovalen Lichtschein umgeben. Es ist der sogenannte Gegenschein. Dieser entsteht durch Sonnenlicht, das von interplanetarem Staub in der Ekliptik zurückgestreut wird. Die Ekliptik ist die Ebene, in der sich die Planeten unseres Sonnensystems bewegen. Der Gegenschein erscheint gegenüber der Sonne am Himmel. Man sieht ihn, wenn der Himmel besonders dunkel ist.

Im Bild erinnern Saturn und der Gegenschein an ein riesiges, kosmisches Auge, das in der Nacht auf die Teleskopkuppeln der Sternwarte herabblickt. Am Horizont ist ein farbenfrohes Leuchten. Es ist Nachthimmellicht, ein natürliches Lichtphänomen in der oberen Atmosphäre.

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GW250114: Rotierende Schwarze Löcher kollidieren

Die Illustration der Künstlerin Aurore Simonnet zeigt ein Schwarzes Loch vor seiner Verschmelzung.

Illustrationscredit: Aurore Simonnet (SSU/EdEon), LVK, URI; LIGO-Arbeitsgemeinschaft

Es war das stärkste Signal von Gravitationswellen, das man je gemessen hat. Was zeigte es? GW250114 wurde Anfang des Jahres von beiden Armen von LIGO in Washington und Louisiana in den USA entdeckt. LIGO steht für Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory. Die Analyse ergab, dass bei dem Ereignis zwei Schwarze Löcher zu einem größeren Schwarzen Loch mit etwa 63 Sonnenmassen verschmolzen. Jedes einzelne hatte davor etwa 33 Sonnenmassen.

Das Ereignis fand zwar rund eine Milliarde Lichtjahre entfernt statt. Doch das Signal war so stark, dass erstmals der Spin aller Schwarzen Löcher genau bestimmt werden konnte. Außerdem wurde besser als je zuvor bestätigt, dass die gesamte Fläche des Ereignishorizonts um das kombinierte Schwarze Loch größer war als die der verschmelzenden Schwarzen Löcher. Genau so wurde es vorhergesagt.

Diese Illustration einer Künstlerin zeigt eine Ansicht aus der Nähe eines Schwarzen Lochs vor der Kollision.

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NGC 6357: Kathedrale für massige Sterne

In dem blau hinterlegten Bild sind Sterne verteilt. Im unteren Teil und ganz rechts sieht man braune und ockerfarbige Nebelstrukturen.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI, JWST; Bearbeitung: Alyssa Pagan (STScI); Überlagertes Bild: NASA, ESA, HST und J. M. Apellániz (IAA, Spain); Danksagung: D. De Martin (ESA/Hubble)

Wie massereich kann ein normaler Stern sein? Aufgrund der Entfernung, Helligkeit und sogenannten Standard-Sonnenmodellen wurde die Masse eines Sterns im offenen Sternhaufen Pismis 24 geschätzt. Seine Masse entspricht der 200-fachen Sonnenmasse. Das macht ihn zu einem der massereichsten Sterne, die man kennt.

Dieser Stern ist das hellste Objekt in der oberen Bildhälfte. Er ist auch als Pismis 24-1 bekannt. Das Foto wurde mit dem James-Webb-Weltraumteleskop im infraroten Licht aufgenommen. Zum Vergleich ist ein Bild darüber gelegt, das vom Hubble-Weltraumteleskop im sichtbaren Licht aufgenommen wurde.

Bei genauerer Untersuchung der Bilder stellte sich heraus, dass Pismis 24-1 seine brillante Leuchtkraft nicht nur einem, sondern mindestens drei Sternen verdankt. Die einzelnen Sterne haben immer noch eine Masse von rund 100 Sonnenmassen. Damit gehören auch sie zu den massereichsten Sternen, die wir kennen.

Am unteren Bildrand befindet sich der dazugehörige Emissionsnebel NGC 6357. Dort bilden sich nach wie vor weitere Sterne. Es scheint, als würden die energiereichen Sterne nahe dem Zentrum aus ihrem spektakulärem Kokon herausbrechen und ihn beleuchten. Der himmlische Anblick erinnert stark an eine gotische Kathedrale.

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Tagundnachtgleiche auf Saturn

Fünf Bilder des beringten Planeten Saturn angeordnet von links oben nach rechts unten. Neben jedem Bild steht eine Jahreszahl – von 2020 bis 2025. In den Bildern ändert sich die Ausrichtung des Planeten und seines Ringsystems zur Blickrichtung.

Bildcredit und Bildrechte: Imran Sultan

Auf dem Saturn könnt ihr an den Ringen die Jahreszeit erkennen. Heute ist auf der Erde Tagundnachtgleiche. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne direkt über dem irdischen Äquator steht. Das große Ringsystem von Saturn umläuft den Planeten parallel zu seinem Äquator. Daher sind die Ringe aus der Perspektive der Sonne am deutlichsten zu erkennen, wenn die Rotationsachse des Saturn zur Sonne weist. Umgekehrt ist eine Tagundnachtgleiche, wenn die Rotationsachse des Saturn zur Seite zeigt. Dann sind die Ringe nicht nur von der Sonne, sondern auch von der Erde aus schwer zu erkennen.

Diese Montage zeigt Bilder von Saturn, die in den Jahren 2020 bis 2025 entstanden. Sie zeigen, wie die Jahreszeiten auf dem Riesenplaneten zur Tagundnachtgleiche in diesem Jahr vom Nordsommer zum Südsommer wechseln. Gestern erreichte Saturn seinen geringsten Abstand zur Erde. Deswegen leuchtet der riesige Ringplanet diesen Monat vergleichsweise hell. Ihr könnt ihn außerdem die ganze Nacht am Himmel sehen.

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Sonnenuntergang zur Tagundnachtgleiche

Über der Stadt Edmonton im kanadischen Alberta geht die Sonne siebenmal unter. Die gepunkteten Sonnenuntergangsspuren wurden in verschiedenen Monaten fotografiert. Die linke Spur zeigt den Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende, die rechten den Bogen, den die Sonne im Sommer zieht. Die Landschaft ist winterlich, vorne ist ein Fluss, der teilweise von Eis bedeckt ist. Hinter den Silhouetten von Wolkenkratzern leuchtet Abendrot.

Bildcredit: Luca Vanzella

Geht die Sonne immer in der gleichen Richtung unter? Nein, die Richtung des Sonnenuntergangs hängt von der Jahreszeit ab. Die Sonne geht zwar immer ungefähr im Westen unter. Aber morgen, zur Tagundnachtgleiche, geht sie ganz genau im Westen unter. Danach verschiebt sich ihr Untergang nach und nach Richtung Südwesten. Zur Wintersonnenwende im Dezember erreicht der Sonnenuntergang dann seine maximale Verschiebung.

In den vergangenen Sommermonaten ging die Sonne weiter im Nordwesten unter. Zur Sommersonnenwende im Juni erreichte sie ihre größte Verschiebung nach Nordwesten.

Dieses Bild zeigt sieben verschiedene Wege der Sonne. Sie wurden an je einem Tag in den Monaten von Dezember 2019 bis Juni 2020 fotografiert. Die Bilderserie entstand im kanadischen Alberta, weit nördlich des Äquators. Vorne liegt die Stadt Edmonton. Der mittlere gepunktete Streifen zeigt den Weg der Sonne bei der letzten Tagundnachtgleiche im März. Morgen geht die Sonne dort genau am gleichen Equinox-Band unter.

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Venus und Mond: Wölbung und Sichel

Das Bild ist in Blau gehalten. Links unten nimmt der Mond einen großen Bildteil ein, rechts oben steht die gewölbte Venus.

Bildcredit und Bildrechte: Luca Bartek

Früh am Morgen bewunderten Leute auf der ganzen Erde, wie der Sichelmond nahe bei der gleißenden Venus schimmerte. In letzter Zeit standen die beiden am Morgenhimmel in der Dämmerung nahe am östlichen Horizont. Und gestern, am 19. September, sah man an einigen Orten auf der Nordhalbkugel der Erde etwas Besonderes. Die Venus, die gerade voll wird, zog innerhalb der Erdbahn hinter der abnehmenden Mondsichel vorbei.

Dieser Schnappschuss mit Teleskop entstand kurz bevor der Sichelmond anfing, die bald volle Venus zu bedecken. Die Nahaufnahme der prächtigen Ausrichtung am Himmel zeigt, wie sich die Venus einem Teil des Mondrandes nähert, der von der Sonne beleuchtet ist. Das geschah am klaren Tageshimmel über den Schweizer Alpen.

Morgen zieht die Sonne hinter dem Neumond vorbei. Doch diese partielle Sonnenfinsternis am 21. September sieht man nur an einigen Orten auf der Südhalbkugel der Erde.

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Der Komplex um NGC 6914

Zwischen zahlreichen Sternen sind rote Nebel verteilt, dazwischen befinden sich auch Dunkelnebel und blaue Reflexionsnebel.

Bildcredit und Bildrechte: Tommy Lease

Diese farbenfrohe Himmelslandschaft um NGC 6914 ist eine Studie an Kontrasten. Sie zeigt uns Sterne, Staub und leuchtendes Gas in der Umgebung. Die Ansammlung interstellarer Nebel ist etwa 6000 Lichtjahre entfernt. Sie befindet sich im Sternbild Schwan und in der Ebene unserer Milchstraße.

Wir sehen die Umrisse dunkler interstellarer Staubwolken. Rötliche Emissionsnebel und bläuliche Reflexionsnebel füllen die kosmische Leinwand. In der ausgedehnten Cygnus-OB2-Assoziation sind massereiche, heiße, junge Sterne. Ihre ultraviolette Strahlung ionisiert den Wasserstoff. Wenn die Elektronen und Protonen wieder zusammenfinden, leuchtet es dann in seinem typischen rötlichen Licht.

Die Sterne von Cygnus OB2 erzeugen auch das blaue Licht, das von den Staubwolken reflektiert wird. Das Bildfeld ist über ein Grad breit. In der Entfernung von NGC 6914 ist es etwa 100 Lichtjahre groß.

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Komet C/2025 R2 (SWAN)

Der Kopf des Kometen C/2025 R2 (SWAN) ist rechts unten, er ist von einer hellgrünen Koma umgeben. Nach links oben breitet sich der gefaserte Schweif aus. Im Hintergrund sind Sterne verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Team Ciel Austral

Der Komet C/2025 R2 (SWAN) ist ein neuer Besucher aus dem äußeren Sonnensystem. Er ist auch als SWAN25B bekannt und wurde erst Ende letzter Woche entdeckt, und zwar am 11. September. Das war nur einen Tag, bevor der Komet das Perihel, den sonnennächsten Punkt seiner Bahn, erreichte.

Erstmals sichtete ihn Wladimir Bezugly auf Aufnahmen des Instruments SWAN auf der Raumsonde SOHO, welche die Sonne beobachtet. Der Komet war überraschend hell. Doch wegen des gleißenden Sonnenlichts war er schwer zu erkennen.

Auf dieser Aufnahme mit Teleskop vom 17. September ist er am Himmel noch immer in Sonnennähe. Das Bild zeigt die grünliche Koma und den Schweif von C/2025 R2 (SWAN). Spica, der Hauptstern im Sternbild Jungfrau, leuchtet knapp unter dem oberen linken Bildrand. Der Komet ist etwa 6,5 Lichtminuten von der Erde entfernt.

Nach Sonnenuntergang ist er vor allem auf der Südhalbkugel nahe dem Westhorizont etwas leichter mit Ferngläsern zu beobachten. Am 2. Oktober zieht Komet C/2025 R2 (SWAN) in der Nähe von Zubenelgenubi, dem Hauptstern der Waage, vorbei. Seine erdnächste Passage steht um den 20. Oktober bevor.

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