Die Barnardschleife über den Zwillingsvulkanen

In der Ferne stehen zwei schneebedeckte Vulkane. Dahinter breitet sich ein sternenklarer Himmel aus, an dem sich eine rote Nebelschleife wölbt. Sie verbindet scheinbar die beiden Vulkangipfel miteinander.

Bildcredit und Bildrechte: Gonzalo Laserna Vargas

Was verbindet diese beiden Vulkane? In alten Volkssagen stehen die beiden Vulkane Parinacota (links) und Pomerape (rechts) für einen mythischen Prinzen und eine Prinzessin, die eine verbotene Liebesbeziehung führten. Die beiden Gipfel sind aber offenbar nicht unterirdisch durch eine gemeinsame Kammer mit heißem Magma verbunden. Keiner der beiden Vulkane brach in den letzten 1000 Jahren aus.

Normalerweise verbindet die beiden auch am Himmel nichts miteinander – es sei denn, man wählt den richtigen Zeitpunkt und beobachtet an einem bestimmten Standort. Dieses Bild wurde sorgfältig geplant. Es entstand Mitte April in Bolivien und entstand aus einer Reihe von Einzelaufnahmen, die am selben Tag und am selben Standort fotografiert wurden. Darauf verbindet die Barnardschleife scheinbar die Vulkangipfel.

Das Bild zeigt auch den Orionnebel in der Mitte, rechts den Stern Beteigeuze und rechts oben den Rosettennebel.

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Der Schildkrötenfelsen auf dem Mars

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Bildcredit: NASA/JPL-Caltech/MSSS; Bearbeitung und Lizenz: Thomas Thomopoulos

Haben wir es hier mit einer versteinerten Schildkröte auf dem Mars zu tun? Nein. Zwar ähnelt das, was wir hier sehen, einer großen irdischen Schildkröte. In Wirklichkeit handelt es sich dabei aber um einen geschichteten Felsvorsprung auf dem Mars. Er ist schätzungsweise etwa 15 Meter lang und damit er deutlich größer als Schildkröten auf der Erde.

Der robotische NASA-Marsrover Curiosity stieß letzten Monat während seines 4922. Tages auf dem Mars auf diesen ungewöhnlichen Erdhügel, Er erhielt den Namen „Miraflores“. Die kleine Erhebung hat sich möglicherweise erhalten, weil sie widerstandsfähiger gegen Erosion ist als das umgebende Gestein.

Winde haben in neuerer Zeit seine Oberseite mit orangefarbenem Marssand bedeckt. Unterhalb der obersten Schicht sind mehrere Schichten aus geschichtetem Gestein sichtbar. Das weist auf eine lange Geschichte hin, in der womöglich immer wieder vom Wind verwehter Sand abgelagert und anschließend durch Grundwasser verfestigt wurde.

Ähnliche, durch Wind erodierte, geschichtete Geländeformationen, wie beispielsweise Yardangs in der Qaidam-Wüste in China, gibt es auch hier auf der Erde.

Curiosity und sein Begleitrover Perseverance erforschen weiterhin die Frühgeschichte des Mars und suchen nach Anzeichen für ursprüngliches Leben.

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Drei Galaxien im Sternbild Pfau

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Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Diese drei Galaxien sind etwa 190 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Damit liegen sie weit jenseits der hellen Sterne und Nebel der Milchstraße. Sie werden durch die Schwerkraft in einem fesselnden kosmischen Tanz zueinander hingezogen.

Wir schauen von oben auf die großen Spiralgalaxien NGC 6769 und NGC 6770. Ihre leuchtenden galaktischen Scheiben sind von verdunkelnden interstellaren Staubbahnen durchzogen. Sie sind durch gravitative Wechselwirkungen von galaktischem Ausmaß deutlich verzerrt. Durch die Kollision massereicher Molekülwolken entstehen in Sternentstehungsgebiete mit jungen blauen Sternhaufen entlang der langgestreckten Spiralarme .

Die Spiralgalaxie NGC 6771 darunter sehen wir von der Seite. Ihr kastenförmiger Zentrabereich ist durch Gezeitenkräfte verursachte Sternströme entstanden. In ferner Zukunft ist eine Verschmelzung der drei Galaxien unvermeidlich.

Dieses Galaxientrio wird manchmal auch als Teufelsmaske bezeichnet. Bei der genannten Entfernung erstreckt sich das Bildfeld über 300.000 Lichtjahre. Es liegt sich im Sternbild Pavo am südlichen Himmel.

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Vorbeiflug am Neptunmond Triton

Videocredit: NASA; JPL, Voyager 2, Digital-Komposition: Paul Schenk (LPI, USRA)

Was würde man wohl sehen, wenn man an Triton vorbeifliegen könnte? Nur eine einzige Raumsonde hat das bislang geschafft. Dieses Video zeigt die Bilder der dramatischen Begegnung. Triton ist der größte Mond des Planeten Neptun und etwas kleiner als der Erdmond. Im Jahr 1989 raste die Sonde Voyager 2 mit geöffneten Kameras durch das Neptunsystem. Seine Oberfläche ist reich an gefrorenem Stickstoff, und es gibt Kryovulkanismus.

Der erste Abschnitt im Video zeigt, wie sich Voyager 2 Triton nähert. Der Mond erscheint – abgesehen von einem allgemein falschen Grünton – fast in Echtfarben. Unter der Sonde ist das mysteriöse „Honigmelonen-Gelände“ zu sehen. Es wechselte von hell nach dunkel, als unten der Terminator vorbeizog. Der Terminator ist die Grenze zwischen Licht und Schatten.

Nach der größten Annäherung schwenkte Voyager 2 noch einmal zurück und erfasste den Mond, der sich entfernte. Er war als Sichel zu sehen, die immer kleiner wurde. Im Jahr 2015 flog die robotische Raumsonde New Horizons an Pluto vorbei. Das öffentliche Interesse an der Begegnung war groß. Der Zwergplanet Pluto ist ähnlich groß wie Triton.

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Thors Helm

Die faserartig leuchtende Blase erinnert an einen Helm mit Flügeln. Der Helm leuchtet blau, der Saum und die Flügel sind rot.
Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis, Christian Sasse

Der nordische Gott Thor hat nicht nur seinen eigenen Wochentag (den Donnerstag), sondern auch einen Helm am Himmel. Der Nebel NGC 2359 hat die Form eines Huts mit flügelartigen Ausläufern. Man nennt ihn auch als „Thors Helm“.

Mit einer Breite von etwa 30 Lichtjahren hat Thors Helm wahrhaft göttliche Maße. Eigentlich ist die kosmische Kopfbedeckung eine interstellare Blase. Sie wird vom schnellen Wind des hellen, massereichen Sterns mitten in Blase erzeugt. Der Zentralstern ist ein sogenannter Wolf-Rayet-Stern, also ein extrem heißer Riesenstern. Er hat vermutlich ein kurzes Stadium der Entwicklung erreicht, auf das bald die Explosion als Supernova folgt.

NGC 2359 ist etwa 15.000 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Großer Hund. Das scharfe Bild ist eine Kombination aus lang belichteten Einzelaufnahmen. Diese wurden im Licht von leuchtendem Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) aufgenommen. Man geht davon aus, dass der zentrale Stern in Thors Helm in den nächsten paar tausend Jahren als spektakuläre Supernova explodiert.

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Der Überrest der Vela-Supernova

In der Mitte ist ein Gewirr aus leuchtenden Stoßfronten in einem Gas. Es ist von rot leuchtenden Nebeln umgeben. Der Vela-Supernova-Überrest wurde vielleicht von Menschen zu Beginn der Geschichte beobachtet.
Bildcredit und Bildrechte: José Mtanous

Die Explosion ist vorbei, doch sie hinterließ Spuren. Vor etwa zwölftausend Jahren explodierte ein ganz gewöhnlicher Stern im Sternbild Vela. Dabei erzeugte er einen seltsamen Lichtpunkt. Dür die Menschen, die zu Beginn der aufgezeichneten Geschichte lebten, war er für kurze Zeit sichtbar. Die äußeren Schichten des Sterns prallten auf das interstellare Medium. Dabei lösten sie eine Stoßwelle aus, die man heute noch sieht.

Das Bild entstand in der Khomas-Region in Namibia. Es zeigt einen Teil dieser gewaltigen Stoßwelle mit vielen Fasern im sichtbaren Licht. Die Aufnahme wurde insgesamt 60 Stunden lang belichtet. Emission von Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) betonen die feinen Details.

Das Gas fliegt vom explodierten Stern weg. Dabei zerfällt es und reagiert mit dem interstellaren Medium. So entsteht Strahlung in vielen verschiedenen Farben und Energiebereichen. Im Zentrum des Supernova-Überrests im Sternbild Vela (Segel des Schiffs) befindet sich ein Pulsar. Das ist ein Stern, der so dicht ist wie Kernmaterie. Er dreht sich mehr als zehnmal pro Sekunde um sich selbst.

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Der Kopfhörer-Nebel PK 164 +31.1

Eine ovale, fast runde Blase mit rot leuchtendem Rand schwebt zwischen wenigen Sternen. Innen leuchtet sie in blassem Türkis. An den schmalen Seiten sind innen zwei helle Ausbuchtungen nach innen gewölbt.
Bildcredit und Bildrechte: Bernard Miller; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was machen Kopfhörer am Himmel? Dieses Bild zeigt den planetarischen Nebel PK 164 +31.1 oder Jones-Emberson 1. Er wird manchmal auch Kopfhörer-Nebel genannt. Dabei handelt es sich um den Überrest eines vergehenden sonnenähnlichen Sterns.

Der Nebel ist sehr lichtschwach und befindet sich im Sternbild Luchs. Seine Winkelbreite am Himmel beträgt etwa ⅕ des Vollmondes. Die roten und bläulich-grünen Farben zeigen die Atome von Wasserstoff und Sauerstoff. Der zentrale Weiße Zwerg im Nebel ionisiert sie und regt ihr Leuchten an.

Die Form der Kopfhörer entsteht durch zwei Blasen aus Wasserstoff. Sie dringen in den inneren Bereich mit Sauerstoff. Damit landet dieses Objekt auf einer langen Liste seltsam geformter Nebel. Die Struktur der seltsamen Nebel lässt vermuten, dass der vergehende Stern im Zentrum einen stellaren oder planetaren Begleiter hat. Dieser Begleiter wirbelt durch das ausströmende Material.

Tipp: Hört euch die Hubble– und JWSTSonifikationen von planetarischen Nebeln mit euren Kopfhörern an!

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C/2025 R3 (PANSTARRS): Ein Komet im Orion

In einem Sternenfeld mit vielen hellen Sternen schimmern rote Nebel und ein Komet. Vorne ragen schneebedeckte Berge auf. Der Komet links oben hat einen Schweif, der nach rechts oben zieht. Dort trifft er auf einen hellen Stern.

Bildcredit und Bildrechte: Chester Hall-Fernandez

Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) bleibt wohl vor allem als Orion-Komet in Erinnerung. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Komet gerade dann am spektakulärsten war – was die Sichtbarkeit seines Schweifs angeht – als er vor dem bekannten Sternbild vorbeizog. Es kommt zwar nur selten vor, aber auch andere helle Kometen haben sich schon in den Orion gewagt. Dazu gehören Lovejoy im Jahr 2015, Hale-Bopp im Jahr 1997 und der große Komet von 1264.

Dieses Bild wurde letzte Woche von der Craigieburn-Bergkette in Neuseeland aus aufgenommen. Im Hintergrund des Bildes stehen der Orionnebel und die Barnardschleife. Der Schweif des Kometen trifft den hellen Stern Saiph. Er ist der sechsthellste Stern im Sternbild Orion. C/2025 R3 (PANSTARRS) wird langsam schwächer. Dabei bewegt er sich weiter nach Süden und tritt in den nächsten Tagen in das Sternbild Einhorn (Monoceros).

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