M13: Der große Kugelsternhaufen im Herkules

Mitten im Bild leuchtet ein großer, sehr kompakter Kugelsternhaufen. Am linken oberen Bildrand ist eine kleine Galaxie zu sehen. Im Hintergrund sind Sterne lose verteilt.

Credit und Bildrechte: Noel Carboni, Digitalisierte Himmelsdurchmusterung

Beschreibung: M13 ist leicht erkennbar als der große Kugelsternhaufen im Herkules. Er ist einer der hellsten Kugelsternhaufen am nördlichen Himmel. 25.000 Lichtjahre von uns entfernt drängen sich die Sterne des Haufens in einen Raum von 150 Lichtjahren Durchmesser, doch wenn man sich dem Zentrum des Haufens nähert, sind mehr als 100 Sterne in einem Würfel von nur drei Lichtjahren Seitenlänge enthalten. Zum Vergleich: der sonnennächste Stern ist mehr als vier Lichtjahre entfernt. Dieses beeindruckende Bild  des Haufens entstand aus aktuellen Teleskopaufnahmen des dichten Kerns des Haufens, kombiniert mit digitalisierten Fotoplatten, die zwischen 1987 und 1991 am Samuel-Oschin-Teleskop aufgenommen wurden; dieses Gerät ist ein Weitwinkel-Durchmusterungsinstrument am Palomar-Observatorium. Das sich daraus ergebende Komposit hebt sowohl die inneren als auch die äußeren Bereiche des gigantischen Sternhaufens hervor. Unter den weiter entfernten Hintergrundgalaxien, die ebenfalls zu sehen sind, steht NGC 6207 links oberhalb des großen Kugelsternhaufens M13.

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Tunguska: Der größte Einschlag der jüngeren Vergangenheit

Wie Streichhölzer sind Bäume im Bild geknickt, dazwischen stehen wenige abgebrochene Baumstämme.

Credit: Expedition Leonid Krulik, Wikipedia

Beschreibung: Kann ein Meteor so etwas verursachen? Am 30. Juni 1908 ereignete sich die mächtigste natürliche Explosion der jüngsten Erdgeschichte. Damals ein explodierte ein Meteorit über dem russischen Fluss Tunguska in Sibirien. Die Energie der Explosion war etwa 1000-mal größer als die der Atombombe, die über Hiroshima abgeworfen wurde. Der Tunguska-Einschlag knickte Bäume in einem Umkreis von mehr als 40 Kilometern und verursachte ein gewaltiges Erdbeben. Es gab erstaunliche Berichte von Augenzeugen.

Dieses Bild entstand bei einer russischen Expedition in die Tunguska. Diese brach fast 20 Jahre nach dem Ereignis auf. Die Teilnehmenden fanden Bäume, die auf dem Boden verstreut lagen wie Zahnstocher. Schätzungen zur Größe des Meteors reichen von 60 bis mehr als 1000 Meter. Man vermutet sogar, dass der nahe gelegene Tscheko-See beim Einschlag entstanden ist.

Ein Meteor von der Größe des Tunguska-Meteorits kann eine Stadt einebnen. Weil aber Großstädte und ihre Umgebung nur einen kleinen Teil der Erdoberfläche bedecken, ist ein direkter Einschlag auf eine Stadt relativ unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist ein Einschlag auf dem Wasser in der Nähe einer Stadt, bei dem ein gefährlicher Tsunami entsteht.

Heute sucht die Astronomie nach Objekten im Sonnensystem, die so eine Verwüstung hervorrufen könnten, bevor sie auf der Erde einschlagen.

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Die innere Koma des Kometen Holmes

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Credit und Bildrechte: Gianluca Masi (The Virtual Telescope)

Beschreibung: Was passiert mit dem Kometen Holmes? Der seltene Komet bleibt für Beobachter der nördlichen Hemisphäre als ein ungewöhnlicher kleiner Bovist im Sternbild Perseus mit bloßem Auge sichtbar. Ein Komposit hoch aufgelöster Bilder der inneren Coma des Kometen, die letzte Woche aufgenommen wurden, enthüllt wesentliche Details. Eine Nahaufnahme zeigt zahllose schwache Streifen, möglicherweise das Ergebnis von Jets, die vom Kern des Kometen ausströmen. Komet Holmes blieb während der ganzen letzten Woche überraschend hell mit einer geschätzten Helligkeit von etwa 2 – 3 Magnituden, womit er heller ist als die meisten Sterne, die an einem dunklen Himmel sichtbar sind. Dieses Bild des Kometen Holmes wurde mit einem kleinen automatisierten 0.38-Meter-Teleskop gemacht, das via Internet gegem einen kleinen Betrag zu mieten ist.

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Kosmische Strahlen von galaktischen Zentren

Aus den Tiefen des Universums zischt ein violetter Strahl zur Erde, die unten dargestellt ist. Oben ist die Galaxie Centaurus A eingeblendet. Die Illustration stammt vom Pierre-Auger-Observatorium.

Illustrationscredit: Team des Pierre-Auger-Observatoriums

Woher stammt die kosmische Strahlung? Diese Frage ist Jahrhunderte alt. Vielleicht gelang mit dem Auger Observatory project ein großer Schritt zur Antwort. Das Auger-Observatorium ist die weltweit führende Stelle für die Beobachtung von Gammastrahlen.

Schon seit 100 Jahren wissen wir, dass sich Elementarteilchen mit sehr hoher Energie durch das Universum tunneln. Energiereiche Strahlung ist sehr selten und die vorberechnete Richtung sehr ungenau. Daher konnten man bisher noch nie ein Vorläuferobjekt eindeutig nachweisen.

Doch neue Ergebnisse von Auger zeigen, dass 12 von 15 extrem energiereiche kosmische Strahlen aus Richtungen am Himmel kommen, wo sich auch nahe gelegene aktive Kerne von Galaxien befinden. Von diesen galaktischen Zentren weiß man bereits, dass sie viel Licht abstrahlen. Ihre Energie stammt wahrscheinlich von riesigen Schwarzen Löchern.

Die Ergebnisse von Auger zeigen außerdem, dass die energiereichste kosmische Strahlung wohl aus Protonen besteht. Denn das Magnetfeld der Milchstraße lenkt die elektrischen Ladungen von Kernen mit mehr Energie ab. Daher würde es die Richtungen der Ursprungsquellen wirksam auslöschen.

Die künstlerische Darstellung zeigt einen kosmischen Strahl, der die Erdatmosphäre trifft. Er erzeugt einen Schauer aus Sekundärteilchen, die man auf der Oberfläche der Erde nachweisen kann. Das Bild von Centaurus A wurde oben digital eingefügt. Es symbolisiert eine aktive Galaxie, von der die kosmische Strahlung stammen könnten.

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NGC 6888: Der Sichelnebel

Der Sichelnebel leuchtet unten heller als oben. Er entsteht, indem ein Wolf-Rayet-Stern im Schwan seine äußeren Hüllen abstößt. Die rosarote Hülle ist von vielen nadelfeinen Sternen umgeben.

Credit und Bildrechte: Franck Bugnet

Wie entstand der Sichelnebel? Er liegt mitten im Bild und sieht aus wie ein Kokon im Weltraum, der sich entfaltet. Der Sichelnebel entstand durch den hellsten Stern in seiner Mitte. Eine führende Hypothese besagt, dass die Entstehung des Sichelnebels vor 250.000 Jahren begann. Damals wurde der massereiche Zentralstern zu einem Wolf-Rayet-Stern (WR 136).

Er warf seine äußeren Hüllen mit einem starken Sternenwind ab. Dabei stößt er alle 10.000 Jahre soviel Masse aus, wie die Sonne besitzt. Dieser Wind traf auf das umgebende Gas, das von einer früheren Entwicklungsphase übrig war. Er komprimierte es zu einer Reihe komplexer Hüllen und brachte es zum Leuchten.

Der Sichelnebel ist auch als NGC 6888 bekannt. Er ist etwa 4700 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Schwan (Cygnus). Der Stern WR 136 explodiert vielleicht in den nächsten Millionen Jahren als Supernova.

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Eine Geschichte über den Kometen Holmes

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Credit und Bildrechte: Ivan Eder und Paolo Berardi (Einschub)

Beschreibung: Ein schnöner, blauer Ionenschweif ist auf detaillierten Teleskopbildern des Kometen Holmes sichtbar geworden. Da er generell von der Sonne und auch von der Erde wegzeigt, ist der Ionenschweif des Kometen durch unseren extremen Blickwinkel perspektivisch stark verkürzt. Dennoch finden passionierte Kometenbeobachter, dass die kompakte, mit Tentakeln versehene Erscheinung im Großen und Ganzen an eine Qualle oder sogar einen kosmischen Tintenfisch erinnert. Dieses beeindruckende Bild der grünlichen Koma des Kometen und seines blauen Schweifes wurde am 4. November bei klarem Himmel in der Nähe von Budapest in Ungarn aufgenommen. Die Farben werden von Molekülen wie etwa C2 (grün) oder CO+ (blau) in dem dünnen Gas verursacht, die im Sonnenlicht fluoreszieren. Als Einfügung ist eine neuere Aufnahme dargestellt, ein detailreiches Bild aus L’Aquila in Italien vom 8. November, auf dem zu sehen ist, wie sich der Ionenschweif vom Kometen trennt.

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Himmelslandschaft mit dem Kometen Holmes

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Credit und Bildrechte: Dave Kodama

Beschreibung: Diese prächtige Himmelslandschaft erstreckt sich 10 Grad über das heroische Sternbild Perseus, das entspricht etwa dem Sichtfeld eines größeren Fernglases. Die Aufnahme enthält helle Sterne, Emissionsnebel, Sternhaufen und – natürlich – den berühmten Kometen Holmes.

Um die himmlischen Meilensteine zu erkennen, schieben Sie einfach den Mauspfeil über das Bild. Der hellste Stern auf dieser Ansicht, Alpha Persei, ist von einem losen Sternhaufen in einer Entfernung von etwa 600 Lichtjahren umgeben – dem offenen Sternhaufen Alpha Persei (Mel 20). Doch in einer Entfernung von ungefähr 14 Lichtminuten dominiert immer noch der helle Komet Holmes mit seiner fluoreszierend-grünlichen Koma und seinem verkürzt erscheinenden blauen Schweif die Szenerie.

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VERITAS und Venus

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Credit und Bildrechte: Larry Ciupik (Adler Planetarium, VERITAS Collaboration)

Beschreibung: Frühaufsteher und astronomische Nachteulen konnten in letzter Zeit helle Planeten vor der Morgendämmerung am Himmel genießen, mit der strahlenden Venus über dem östlichen Horizont. Am 5. November gesellte sich der abnehmende Sichelmond zur Venus. Dieses Selbstporträt des Astronomen Larry Ciupik fängt die Szene mit dem reizvollen Paar der beiden hellsten Leuchtfeuer am Himmel ein, wenngleich der Mond – rechts von der Venus – starkt überbelichtet ist. Weit links auf dieser 30-Grad-Aufnahme ist die helle Lichtspur der Internationalen Raumstation zu sehen, an die immer noch der Shuttle-Orbiter Discovery angedockt ist. Zusammen im Erdorbit war diese raumfahrende Kombination in diesem Moment das dritthellste Himmelslicht in Sicht. Als dunkle Silhouette ist eine aus mehreren Spiegeln bestehende Einheit des Very Energetic Radiation Imaging Telescope Array-Systems (VERITAS) im Vordergrund sichtbar. VERITAS arbeitet am Whipple-Observatorium in der Nähe von Tucson in Arizona, um hochenergetische Gammastrahlen aus dem Kosmos aufzufangen.

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