Alle Messier-Objekte im gleichen Maßstab

Alle 110 Objekte des Messier-Katalogs wurden im selben Maßstab fotografiert und zu diesem Raster zusammengefasst. Manche Bildfelder enthalten zwei oder mehr Objekte (z. B.: M31, M32 und M110).
Bildcredit: Sylvain Villet; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Nachts sieht man viele astronomische Objekte. Welche sind besonders interessant? Mit einem guten Fernglas oder einem kleinen Teleskop könnt ihr auf der Nordhalbkugel nach den Objekten im Messier-Katalog suchen, die sehr beliebt sind. Viele davon sieht man auch auf der Südhalbkugel, aber nicht alle.

Der Katalog enthält 110 Objekte. Charles Messier erstellte ihn im 18. Jahrhundert, weil er sich für Kometen interessierte. Dieses Bild zeigt sie alle im gleichen Maßstab. Der Katalog ist eine Liste bekannter Objekte, die Kometen ähnlich sehen. Wenn man Kometen beobachtete oder nach ihnen suchte, sollte man sie vermeiden.

Der Katalog enthält eine Vielfalt an Himmelsobjekten. Dazu zählt zum Beispiel der Krebsnebel (M1), ein Supernovaüberrest. Galaxien wie die Andromeda-Galaxie (M31). Nebel wie der Orionnebel (M42), in dem Sterne entstehen. Oder Sternhaufen wie die Plejaden (M45). Sie sind ein offener Haufen aus hellen jungen Sternen.

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Saturn und Neptun tanzen rückwärts

Zwei parallele Schleifen aus hellen Punkten verlaufen am Nachthimmel. Dieses Kompositbild zeigt die Positionen von Saturn und Neptune. Die Kamera folgte ihnen von Mai 2025 bis JÄnner 2026. Der hellere Ring vorne ist Saturn, der blassere Ring dahinter ist Neptun.

Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was bedeutet es, wenn Saturn und Neptun rückläufig sind? Das Bild wurde aus Aufnahmen zusammengesetzt, die in 34 Nächten von Mai 2025 bis Februar 2026 entstanden sind. Sie zeigen Saturn (er ist vorne und heller) und Neptun (schwächer und hinten). In dieser Zeit bewegten sich beide Planeten am Himmel rückwärts – das nennt man rückläufige Bewegung.

Diese scheinbare Rückwärtsbewegung entsteht, wenn die Erde die langsameren äußeren Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne innen überholt. Man stelle sich das Sonnensystem wie eine Laufbahn vor: Die Erde läuft auf der Innenbahn schneller als die äußeren Planeten. Die Erde nähert sich, überholt und „überrundet“ die äußeren Planeten. Sie liegen aus unserer Perspektive dann scheinbar hinter uns. Durch die veränderte Perspektive wechseln die äußeren Planeten am Nachthimmel ihre Position.

Zum heutigen Bild gibt es auch eine Animation. Sie zeigt den monatelangen „Tanz“ von Saturn und Neptun am nördlichen Nachthimmel. Saturn wechselte dabei vom Sternbild Fische in den Wassermann und wieder zurück. Neptun blieb in den Fischen. Seit ihrer letzten Konjunktion im Jahr 1989 waren sich Saturn und Neptun nicht mehr am Himmel.

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Orion über dem Teide

Über dem Teide, einem Vulkan auf der Kanarischen Insel Teneriffa, schimmern die rötlichen Emissionsnebel im Sternbild Orion: der Orionnebel, der Flammennebel, die Barnardschleife und der Nebel, in den der dunkle Pferdekopf gekerbt ist.

Bildcredit und Bildrechte: Marcin Rosadziński

Orion kann man selten so sehen. Für so einen majestätischen Anblick benötigt man eine Kamera, die so lange Belichtungszeiten ermöglicht, dass auch schwache Strukturen am Nachthimmel sichtbar werden.

Zu den bekannten Nebeln im Bild gehören der Orionnebel, der Flammennebel und die Barnardschleife. Für den Kontrast ist es zudem hilfreich, wenn im Vordergrund ein Vulkan steht. In diesem Fall ist es der Vulkan Teide auf Teneriffa, einer der Kanarischen Inseln Spaniens. Wenn der Teide jedoch auch noch schneebedeckt sein soll, dann braucht man auch das richtige Timing. Dies ist in der Regel nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall.

Zum richtigen zeitlichen Planung gehört auch, darauf zu warten, dass Orion direkt hinter dem Teide aufgeht. Dies geschah Ende letzten Jahres nach Sonnenuntergang. Dieses Bild ist das Ergebnis einer Serie von Fotos, die nacheinander mit derselben Kamera am selben Standort entstanden sind.

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CG 30: Kometenartige Globulen

Diese dunklen Globulen aus Staub strömen vom Vela-Supernovaüberrest fort. Sie sind dunkel und von rot leuchtendem Gas umgeben. Der Hintergrund ist von Sternen gesprenkelt.
Bildcredit und Bildrechte: Marcelo Salemme

Sie erinnern an Bergspitzen, doch sie bilden gerade Sterne. Das Gebiet ist reich an Sternen. Es liegt am Rand der südlichen Sternbilder Segel und Achterdeck des Schiffs. Helle, fließende Formen mit roten Rändern sammeln sich in der Mitte. Diese Ansammlung aus interstellarem Gas und Staub besteht aus kometenartigen Globulen. Alle sind etwa ein Lichtjahr groß und ungefähr 1300 Lichtjahre von uns entfernt.

Das energiereiche ultraviolette Licht heißer Sterne in der Nähe formt diese Globulen. Es ionisiert ihre Ränder und bringt sie zum Leuchten. Gleichzeitig strömen die Globulen vom Vela-Supernova-Überrest weg. Das führte möglicherweise zu ihren zurückgefegten Formen. In ihrem Inneren stürzen wahrscheinlich kalte Gas- und Staubkerne zusammen. Dabei entstehen Sterne mit geringer Masse. Wenn diese Sterne zu leuchten beginnen, lösen sie schließlich die Globulen auf.

Die kometenartige Globule CG 30 liegt in der Gruppe rechts oben. In ihrem Kopf ist ein kleines rötliches Leuchten. Es ist ein typisches Zeichen für die energiereichen Strahlströme eines Sterns, der gerade erst entsteht.

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Komet R3 PanSTARRS über einem Tal im Himalaya

Über einer Kerbe zwischen zwei Hängen, die nach links und rechts aufragen, steigt der Komet PanSTARRS mit seinem langen schmalen Schweif auf. Unten sind die Lichter einer Siedlung.
Bildcredit und Bildrechte: Basudeb Chakrabarti und Samit Saha

Der Komet R3 PanSTARRS zeigt seinen langen Schweif am besten auf Fotos. Der Komet wird nun heller. Diese Woche sieht man ihn am nördlichen Himmel morgens vor der Dämmerung im Osten. Doch mit bloßem Auge erkennt man ihn nur schwer.

Auf lang belichteten Bildern wird sein Ionenschweif sichtbar. Er ist mehrere Grad lang. Das liegt daran, dass wir ihn von der Erde aus fast von der Seite sehen, während er von der Sonne fortströmt. Auf einem Bild, das kürzlich fotografiert wurde, leuchtet der Schweif des Kometen C/2025 R3 (PanSTARRS) zwischen zwei Anhöhen im Himalaya in Indien.

Gestern erreichte der Komet seinen sonnennächsten Punkt. Nächste Woche kommt er der Erde am nächsten. Dann sehen wir vielleicht einen staubigen, buschigen Staubschweif. Allmählich verschwindet der Komet vom nördlichen Himmel. Ende des Monats sieht man ihn nach Sonnenuntergang am südlichen Himmel. Dann wird er blasser und verlässt unser Sonnensystem.

Galerie: Komet R3 PanSTARRS 2026

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CG 4: Globule und Galaxie

Scheinbar schnappt eine Molekülwolke nach einer Spiralgalaxie. Doch die Wolke ist viel näher. Sie erinnert an eine Hand oder einen gefräßigen Wurm.
Bildcredit und Bildrechte: William Vrbasso; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Ist das ein kosmisches Monster, das bereit ist, eine ahnungslose Galaxie zu verschlingen? Zum Glück nicht. Das rote „Monster“ im Bild ist CG 4, eine sogenannte kometenartige Globule. Sie ist etwa 1300 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Achterdeck des Schiffs (Puppis).

CG 4 ist eine Molekülwolke. Der Wasserstoff darin so kalt ist, dass Moleküle entstehen. Durch die Schwerkraft kommt hier neues Material zusammen und bildet Sterne. Die Form erinnert an einen Kometen, doch sie ist viel größer: Der Kopf von CG 4 hat einen Durchmesser von 1,5 Lichtjahren und ihr Schweif ist 8 Lichtjahre lang. Zum Vergleich: Die Entfernung von der Erde zur Sonne beträgt nur 8 Lichtminuten.

Forschende vermuten, dass die Explosion einer Supernova in der Nähe oder die Strahlung heißer, massereicher Sterne den Schweif der kometaren Globule formte. CG 4 und andere Globulen in der Nähe zeigen tatsächlich vom Vela-Supernovaüberrest fort, der im Zentrum des Gum-Nebels liegt.

Die Spiralgalaxie ESO 257-19 liegt mehr als 100 Millionen Lichtjahre hinter CG 4. Sie ist also in Sicherheit. Das „Monster“ ist für sie harmlos.

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Totale Mondfinsternis über Tsé Bit’a’í

Über dem Tsé Bit'a'í im Gebiet der Navajo zieht der Mond über den Himmel, während er in den Erdschatten eintaucht.
Bildcredit und Bildrechte: Satoru Murata; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Diese Woche wanderte der Vollmond durch den Erdschatten. Es war die einzige totale Mondfinsternis des Jahres. Die beeindruckende Bildfolge zeigt den Weg des Mondes am Nachthimmel. Die Fotoserie zeigt, wie der Erdschatten den Mond langsam bedeckt, bis er rot leuchtet.

Warum wird der Mond rot? Die Erdatmosphäre streut und bricht Sonnenlicht. Blaues und grünes Licht, also Licht mir kürzerer Wellenlänge, wird stärker gestreut. Übrig bleiben Rot-, Orange- und Gelbtöne, die den Mond färben.

Vorne steht der Tsé Bit’a’í („Fels mit Flügeln“), der auch Shiprock genannt wird. Der Vulkan liegt im Navajo-Gebiet. Er ist ein wichtiger Ort in den Geschichten der Navajo – voller Ursprungsmythen, Abenteuer und Helden.

Diese Finsternis war speziell: Sie war der erste Vollmond im neuen Mondjahr und für viele Kulturen ein bedeutendes Ereignis. Man sah sie von Ostasien bis Nordamerika, doch sie verband Menschen weltweit – eine kosmische Erinnerung, dass wir alle unter demselben Himmel leben.

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Die Schweife des Kometen Wierzchoś

Links unten ist der blaugrüne Kopf des Kometen Wierzchoś. Seine Schweife reichen diagonal nach rechts oben. Der längere Schweif zielt knapp an der Galaxie NGC 300 im Hintergrund vorbei.

Bildcredit und Bildrechte: José J. Chambó; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Einige Kometen besuchen unser Sonnensystem regelmäßig. Andere kommen nur einmal vorbei – und kehren nie wieder zurück. Den Kometen C/2024 E1 (Wierzchoś), der gerade durch das innere Sonnensystem fliegt, sehen wir nie wieder. Seine hyperbolische Bahn zeigt: Er wird wahrscheinlich zu einem interstellaren Reisenden.

Heute ist der Komet Wierzchoś der Erde besonders nah – etwa so weit entfernt wie die Sonne. Das Foto aus Chile wurde 30 Minuten lang belichtet. Es zeigt den Kometen mit einem 5 Grad langen Ionenschweif und drei kürzeren Staubschweifen. Das grüne Leuchten der Koma entsteht, weil Sonnenlicht Dikohlenstoff-Moleküle (C2) zerlegt. Dieser Effekt hält aber nicht lange genug an, um auch die Schweife zu färben.

Ganz rechts im Bild ist eine weit entfernte Spiralgalaxie zu sehen: NGC 300.

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