Die Regenbogenbucht

Mitten im Bild liegt die Regenbogenbucht, die ins Regenmeer links unten mündet. Der hohe Kraterwall ist von der Sonne beleuchtet. Vorne im "Meer" sind nur wenige Krater, das Gelände links oben ist ziemlich zerklüftet und zernarbt.

Bildcredit und Bildrechte: Olaf Filzinger

Die dunklen, glatten Flächen auf der Mondoberfläche, die uns vertraut ist, tragen lateinische Namen für „Meere“ oder „Ozeane“. Diese Benennung hat einen historischen Ursprung und klingt im Zeitalter der Raumfahrt etwas seltsam. Schließlich wissen wir, dass der Mond eine vorwiegend trockene, luftleere Welt ist. Die dunklen Ebenen sind Einschlagbecken, die von Lava geflutet wurden.

Ein gutes Beispiel ist diese Teleskopaufnahme: Sie zeigt den nordwestlichen Teil des Mare Imbrium, also des „Regenmeeres“. Der Blick fällt in die Sinus Iridum, die „Regenbogenbucht„. Sie ist vom Juragebirge (Montes Jura) umgeben und ist etwa 250 Kilometer breit.

Die Berge bilden einen Teil des Kraterrands der Sinus Iridum. Hier wurden sie nach dem lokalen Sonnenaufgang fotografiert. Ihr zerklüfteter Bogen ist von der Sonne beschienen. Oben begrenzt ihn das Kap Laplace. Es ragt fast 3000 Meter über die Oberfläche der Bucht. Am unteren Tand des Bogens liegt Kap Heraklides. Manchmal sieht man darin das Profil einer „Mondjungfrau„.

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Io in Echtfarben

Der Jupitermond Io füllt das ganze Bild. Er erinnert auf diesem bunt gefärbten Bild an eine Pizza. Seine Oberfläche ist großteils schwefelgelb. Dazwischen sind Vulkane wie Pickel verteilt.

Bildcredit: NASA, JPL, Projekt Galileo

Der seltsamste Mond in unserem Sonnensystem leuchtet in hellem Gelb. Dieses Bild zeigt, wie Io in „echten Farben“ aussehen würde – also so, wie das menschliche Auge ihn wahrnehmen würde. Die Aufnahme stammt von der Raumsonde Galileo und wurde im Juli 1999 aufgenommen. Die Raumsonde umkreiste Jupiter von 1995 bis 2003.

Ios Farben stammen von Schwefel und geschmolzenem Silikatgestein. Ein System aktiver Vulkane hält die ungewöhnliche Oberfläche des Mondes Io sehr jung.

Jupiters gewaltige Gezeitenkräfte ziehen Io in die Länge. Außerdem gleichen sie die Schwankungen durch die anderen galileischen Monde aus. Dabei entsteht Reibung. Sie erhitzt das Innere von Io so stark, dass geschmolzenes Gestein durch die Oberfläche bricht. Ios Vulkane sind so aktiv, dass sie den Mond Io quasi von innen nach außen kehren. Seine Lava ist teilweise so heiß, dass sie im Dunkeln leuchtet.

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SDO zeigt eine Sonneneruption

Videocredit: NASA, SDO, AIA, Helioviewer; Bearbeitung und Text: Ogetay Kayali (MTU)

Was steigt da von der Sonne auf? Eine hoch aufragende Struktur aus Sonnenplasma steigt plötzlich von der Oberfläche der Sonne auf und breitet sich in den Weltraum aus. Sie ist so groß wie mehrere Erden. Dies markiert den Beginn eines dramatischen koronalen Massenauswurfs (KMA; CME = coronal mass ejection). Das Ereignis wurde Ende 2024 vom Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA in eindrucksvoll detailreich festgehalten.

Wir können die Vorhersagen für Weltraumwetter durch die ständige Überwachung der Sonne verbessern. Es hilft der Menschheit zu verstehen, wie die Aktivität der Sonne Satelliten, GPS, Kommunikation über Funk und Stromnetze auf der Erde beeinflussen.

Dieses Video entstand aus drei Aufnahmen im extremen UV-Licht. Sie stammen von der Atmospheric Imaging Assembly (AIA), einem Instrument an Bord des SDO, und zeigen, wie Plasma mit verschiedenen Temperaturen bei dem Ausbruch nach oben geschleudert wird.

Im Video ist kühleres und dichteres Material, das aus der unteren Atmosphäre der Sonne aufsteigt, rot abgebildet. Gelb zeigt extrem heiße Schleifen. Sie sind Millionen Grad heiß. Diese Schleifen breiten sich nach außen aus, weil sich die Magnetfelder der Sonne öffnen. Nach dem Hauptausbruch leuchtet es in der Nähe der Ausbruchsregion blau. Dies ist ein Zeichen für extrem erhitztes Plasma. Es blieb zurück, als sich das Magnetfeld der Sonne schnell neu ordnete.

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Simeis 147: Der Spaghetti-Nebel, ein Supernova-Überrest

Der leuchtende Spaghetti-Nebel füllt das Bild. Er ist von leuchtenden, verworrenen Fasern geprägt. Der Nebel ist hier rot leuchtend dargestellt.

Bildcredit und Bildrechte: Saverio Ferretti

Sein beliebter Spitzname ist der „Spaghetti-Nebel“. Doch offiziell ist er als Simeis 147 oder Sharpless 2-240 katalogisiert. Schnell verliert man sich in den verschlungenen, gewundenen Fasern des komplexen Supernova-Überrests. Er liegt am Rand der Sternbilder Stier (Taurus) und Fuhrmann (Auriga). Die beeindruckende Gasstruktur ist am Himmel fast 3 Grad breit – das entspricht sechs Vollmond-Durchmessern. In der geschätzten Entfernung von 3000 Lichtjahren ist das eine Ausdehnung von etwa 150 Lichtjahren.

Der Nebel ist ein Supernova-Überrest. Sein Alter wird auf rund 40.000 Jahre geschätzt. Das Licht dieser gewaltigen Sternexplosion erreichte die Erde also zu einer Zeit, als noch Wollhaarmammuts umherzogen. Neben dem expandierenden Überrest hinterließ die kosmische Katastrophe einen Pulsar. Das ist ein schnell rotierender Neutronenstern. Er war der ursprüngliche Kern des Sterns.

Das Bild wurde letzten Monat in Forca Canapine in Italien aufgenommen.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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Galaxien im Fluss

Mitten im Bild ist eine große Spiralgalaxie, die eine kleinere verschlingt. Die herausgezogenen Spiralarme zeigen, dass starke Gezeitenkräfte am Werk sind. Im Bild sind noch weitere kleine Galaxien verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Vikas Chander

Große Galaxien wachsen, indem sie kleinere verschlingen. Auch unsere Milchstraße betreibt eine Art galaktischen Kannibalismus: Sie zieht kleine Galaxien an, die zu nah kommen und von ihrer Schwerkraft eingefangen werden.

Dieses Phänomen ist im Universum weit verbreitet. Ein beeindruckendes Beispiel ist dieses Paar wechselwirkender Galaxien im Sternbild Eridanus, dem Fluss. Die große, verzerrte Spiralgalaxie NGC 1532 und die Zwerggalaxie NGC 1531 sind über 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Die kleinere Galaxie wird diesen gravitativen Kampf auf Dauer verlieren.

Auf diesem scharfen Bild ist NGC 1532 fast von der Kante zu sehen und erstreckt sich über etwa 100.000 Lichtjahre. Das System NGC 1532/1531 ähnelt dem gut erforschten Paar aus der Spiralgalaxie M51 und ihrem kleinen Begleiter, die man von oben sieht.

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Die bipolaren Strahlströme von KX Andromedae

Aus dem Doppelstern KX Andromedae mitten im Bild schießen Strahlströme, die erst kürzlich entdeckt wurden. Sie sind leuchtend rot abgebildet. Das Bild ist von zarten diffusen Nebeln und dicht verteilten Sternen gefüllt.

Bildcredit und Bildrechte: Tim Schaeffer und das Deep-Sky-Kollectiv

KX Andromedae ist ein veränderlicher Stern. Atemberaubende bipolare Jets schießen aus diesem Stern ins All. Sie sind 19 Lichtjahre lang und wurden erst kürzlich entdeckt. Dieses Teleskopbild zeigt die Ströme beispiellos detailreich. Das Bild ist auf KX Andromedae zentriert. Es besteht aus über 692 Stunden kombinierter Bilddaten.

KX Andromedae wurde spektroskopisch als wechselwirkender Doppelstern erkannt. Es besteht aus einem hellen, heißen Stern vom Typ B und einem aufgeblähten, kühlen Riesenstern als engem Begleiter. Wahrscheinlich strömt Materie des kühlen Riesensterns über eine Akkretionsscheibe auf den heißen B-Stern. Spektakuläre, symmetrische Jets schießen senkrecht aus der Scheibe.

Die bekannte Entfernung zu KX Andromedae beträgt 2500 Lichtjahre. Wenn man die scheinbare Größe der Jets und die geschätzte Neigung der Akkretionsscheibe berücksichtigt, ergibt das eine Länge von erstaunlichen 19 Lichtjahren für jeden Jet.

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M77: Spiralgalaxie mit aktivem Zentrum

Die aktive Galaxie M77 im Sternbild Walfisch füllt dieses Bild. Markante Staubspuren in den Spiralarmen sind von rötlichen Sternbildungsregionen und blauen Sternhaufen gesäumt. Das Zentrum leuchtet gelblich. Die Erscheinung der Galaxie ist sehr dicht.

Bildcredit: Hubble, NASA, ESA, L. C. Ho, D. Thilker

Was passiert im Zentrum der nahen Spiralgalaxie M77? Wir sehen die Galaxie ist von oben. Sie ist nur 47 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Walfisch (Cetus). Bei dieser Entfernung hat die schöne Inselwelt einen Durchmesser von etwa 100.000 Lichtjahren.

M77 ist auch als NGC 1068 bekannt. Sie hat einen kompakten und sehr hellen Kern. Astronom*innen erforschen dort die Geheimnisse massereicher Schwarzer Löcher in aktiven Seyfert-Galaxien. M77 und ihr aktiver Kern strahlen hell in einem breiten Spektrum. Es reicht von Röntgen– und Ultraviolettstrahlung bis hin zu sichtbarem Licht, Infrarot und Radiowellen.

Dieses scharfe Bild von M77 stammt vom Hubble-Weltraumteleskop von NASA und ESA. Es zeigt Details der gewundenen Spiralarme, die von roten Staubwolken und blauen Sternhaufen gesäumt werden. Alles umkreist das helle, weiße, leuchtende Zentrum der Galaxie.

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Komet Lemmons wandernder Schweif

Über Alfacar ragen zerklüftete Berge auf, darüber breitet sich der stark strukturierte Schweif des Kometen Lemmon aus. Am Himmel funkeln helle Sterne, über dem Gebirge schimmert der Himmel grünlich.

Bildcredit und Bildrechte: Ignacio Fernández

Was passiert mit dem Schweif des Kometen Lemmon? Die Antwort weiß ganz allein der Wind – in diesem Fall dem Sonnenwind. Er ist ein kontinuierlicher Strom geladener Teilchen von der Sonne und war in letzter Zeit sehr wechselhaft. Die Sonne stößt Energieausbrüche aus, sogenannte koronale Massenauswürfe. Sie lenken die geladenen Teilchen des Kometen ab.

Das führt dazu, dass der blau gefärbte Ionenschweif des Kometen C/2025 A6 (Lemmon) nicht nur beeindruckend komplex ist, sondern auch einige ungewöhnliche Wendungen nimmt.

Das Bild ist ein Komposit aus Langzeitbelichtungen aus Alfacar in Spanien vom letzten Monat. Es zeigt den ikonischen Tumult im inneren Sonnensystem. Der Komet Lemmon verblasst nun, während er sich von der Erde und der Sonne entfernt und zurück in das äußere Sonnensystem fliegt.

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