Die Hörner der Venus

Vor einem dunkelblauen Himmel zeichnet sich eine extrem schmale Sichel ab, die mehr als den halben Himmelskörper umfasst. Es ist der Planet Venus, den die Sonne von hinten beleuchtet.
Bildcredit und Bildrechte: Thierry Legault

Nein, das ist kein Mond. Es ist jedoch nicht verwunderlich zu glauben, eine Mondsichel am Himmel zu sehen. Dass auch die Venus Phasen hat, ist eine wenig bekannte Tatsache. Auf den Merkur trifft das auch zu. Wie ist das jedoch bei anderen Planeten?

Dieses Bild zeigt den Planeten Venus, wenn er sich fast genau zwischen Sonne und Erde befindet. Das passiert alle 584 Tage. Zu Neumond befindet sich der Mond alle 29,5 Tage in derselben Konstellation. Der Mond ist in dieser Phase ganz dunkel, die Venus jedoch nicht. Die von hinten beleuchtete Atmosphäre der Venus streut das Sonnenlicht. So entsteht ein leuchtender sichelförmiger Bogen, der sich über 180 Grad erstreckt. Die Enden dieses Sichelbogens werden als „Hörner“ bezeichnet.

Die Venussichel kann während der Dämmerung mit einem kleinen Teleskop oder einem Fernglas beobachtet werden. Personen mit außergewöhnlich guter Sehrkraft können sie sogar mit bloßem Auge erkennen. Babylonische Astronomen waren vielleicht die Ersten, die die periodischen Helligkeitsschwankungen der Venus bemerkt und ihre Phasen studiert haben. Es gibt jedoch viele alte Kulturen mit astronomischen Aufzeichnungen, dazu zählt auch das älteste erhaltene Buch der Maya.

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