Saturn und Neptun tanzen rückwärts

Zwei parallele Schleifen aus hellen Punkten verlaufen am Nachthimmel. Dieses Kompositbild zeigt die Positionen von Saturn und Neptune. Die Kamera folgte ihnen von Mai 2025 bis JÄnner 2026. Der hellere Ring vorne ist Saturn, der blassere Ring dahinter ist Neptun.

Bildcredit und Bildrechte: Tunç Tezel (TWAN); Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was bedeutet es, wenn Saturn und Neptun rückläufig sind? Das Bild wurde aus Aufnahmen zusammengesetzt, die in 34 Nächten von Mai 2025 bis Februar 2026 entstanden sind. Sie zeigen Saturn (er ist vorne und heller) und Neptun (schwächer und hinten). In dieser Zeit bewegten sich beide Planeten am Himmel rückwärts – das nennt man rückläufige Bewegung.

Diese scheinbare Rückwärtsbewegung entsteht, wenn die Erde die langsameren äußeren Planeten auf ihrer Bahn um die Sonne innen überholt. Man stelle sich das Sonnensystem wie eine Laufbahn vor: Die Erde läuft auf der Innenbahn schneller als die äußeren Planeten. Die Erde nähert sich, überholt und „überrundet“ die äußeren Planeten. Sie liegen aus unserer Perspektive dann scheinbar hinter uns. Durch die veränderte Perspektive wechseln die äußeren Planeten am Nachthimmel ihre Position.

Zum heutigen Bild gibt es auch eine Animation. Sie zeigt den monatelangen „Tanz“ von Saturn und Neptun am nördlichen Nachthimmel. Saturn wechselte dabei vom Sternbild Fische in den Wassermann und wieder zurück. Neptun blieb in den Fischen. Seit ihrer letzten Konjunktion im Jahr 1989 waren sich Saturn und Neptun nicht mehr am Himmel.

Zur Originalseite

Orion über dem Teide

Über dem Teide, einem Vulkan auf der Kanarischen Insel Teneriffa, schimmern die rötlichen Emissionsnebel im Sternbild Orion: der Orionnebel, der Flammennebel, die Barnardschleife und der Nebel, in den der dunkle Pferdekopf gekerbt ist.

Bildcredit und Bildrechte: Marcin Rosadziński

Orion kann man selten so sehen. Für so einen majestätischen Anblick benötigt man eine Kamera, die so lange Belichtungszeiten ermöglicht, dass auch schwache Strukturen am Nachthimmel sichtbar werden.

Zu den bekannten Nebeln im Bild gehören der Orionnebel, der Flammennebel und die Barnardschleife. Für den Kontrast ist es zudem hilfreich, wenn im Vordergrund ein Vulkan steht. In diesem Fall ist es der Vulkan Teide auf Teneriffa, einer der Kanarischen Inseln Spaniens. Wenn der Teide jedoch auch noch schneebedeckt sein soll, dann braucht man auch das richtige Timing. Dies ist in der Regel nur an wenigen Tagen im Jahr der Fall.

Zum richtigen zeitlichen Planung gehört auch, darauf zu warten, dass Orion direkt hinter dem Teide aufgeht. Dies geschah Ende letzten Jahres nach Sonnenuntergang. Dieses Bild ist das Ergebnis einer Serie von Fotos, die nacheinander mit derselben Kamera am selben Standort entstanden sind.

Zur Originalseite

Riesige Schwaden im Inneren der Erde

Bildcredit und Lizenz: Sanne Cottaar via Wikimedia Commons

Warum gibt es im Inneren der Erde ausgedehnte, ungewöhnliche Massen? Das weiß niemand. Die Menschheit beobachtet, wie Erdbeben im Inneren unseres Planeten grollen. Dabei entdeckte man zwei Strukturen in der Tiefe. Es scheint, als hätten sie eine ungewöhnliche Temperatur, oder ihre chemische Zusammensetzung weicht ab. Vielleicht trifft sogar beides zu.

Eine Hypothese lautet, dass die Superschwaden aus Geröll bestehen, das absank. Es blieb vielleicht von der Kollision übrig, bei der vor ca. 4,5 Milliarden Jahren die Ur-Erde zerbrach. Dabei entstand auch der Erdmond. Eine andere Theorie besagt, dass sie die Schutthalden alter tektonischer Platten sind, die im Laufe der letzten paar Milliarden Jahre langsam untereinander glitten.

Ungeachtet ihres Ursprungs können wir davon ausgehen, dass sich die Superschwaden auf den Vulkanismus an der Erdoberfläche auswirken. Vielleicht führen sie sogar dazu, dass Inseln entstehen, z. B. der Inselkette von Hawaii.

Die riesigen Schwaden in der Erde beschreibt man auch als „große Gebiete mit geringer Schergeschwindigkeit1. Hier sind sie als Animation visualisiert.

Zur Originalseite

  1. Large Low-Shear-Velocity Provinces, LLSVPs ↩︎

Säulen und Strahlen im Trifid

Aus einer braunen Nebelwolke rechts ragt eine Säule, die oben abgerundet ist. Sie ist von hellen Strahlen umgeben. Dahinter leuchtet ein blauer Nebel. Oben aus der Kuppe ragt ein kleiner Fortsatz mit einem winzigen Stern an der Spitze. Nach links oben strömt ein Strahl.
Bildcredit: NASA, ESA, STScI; Bearbeitung: J. DePasquale (STScI)

Staubsäulen sind wie interstellare Berge. Sie bleiben bestehen, weil sie dichter sind als das Material, das sie umgibt. Doch die feindliche Umgebung erodiert sie langsam. Dieses Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Es zeigt die Kuppe einer riesigen Säule aus Gas und Staub im Trifidnebel (M20). Oben ragt ein kleiner Fortsatz heraus. Dahinter strömt ein ungewöhnlicher Strahl nach links oben.

Viele der hellen Punkte sind neu entstandene Sterne. Außerhalb des oben Bildrandes liegt ein sehr heller Stern. Er raubt mit seiner Strahlung einem kleineren Stern am Ende der kleinen Säule langsam das Gas, das um ihn kreist.

Der Strahl ist ungefähr ein Lichtjahr lang. Ohne die Beleuchtung von außen würden wir ihn nicht sehen. Weil das Gas und der Staub der Säulen verdampft, wird die versteckte stellare Quelle des Strahlstroms wahrscheinlich in den nächsten 20.000 Jahre freigelegt.

Zur Originalseite

Titan sehen

Sieben Bilder des Mondes Titan. In der Mitte als gelblich-verwaschene Scheibe. Außenrum als Kugel mit vielen Oberflächendetails, gesehen aus sechs verschiedenen Richtungen.
Bildcredit: VIMS Team, Univ. Arizona, U. Nantes, ESA, NASA

Eine dichte Atmosphäre verhüllt die Oberfläche des größten Saturnmonds Titan. Deswegen ist sie sehr schwierig zu sehen. In der oberen Atmosphäre von Titan schweben kleine Teilchen. Sie bilden einen fast undurchdringlichen Nebel. Er streut sichtbares Licht und verbirgt Details auf der Oberfläche vor neugierigen Blicken.

Titans Oberfläche lässt sich im Infraroten besser beobachten. Infrarote Strahlung wird schwächer gestreut und die Atmosphäre verschluckt weniger davon. In der Mitte seht ihr ein Bild von Titan im sichtbaren Licht. Außen sind sechs Bilder des Mondes in Infrarot angeordnet. Sie zeigen den Mond in Falschfarben.

Die Bilddaten in Infrarot wurden 13 Jahre lang mit dem Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS) aufgenommen und einheitlich bearbeitet. VIMS ist ein Spektrometer, das Karten im sichtbaren und infraroten Licht erstellt. Es befand sich an Bord der Raumsonde Cassini, die Saturn von 2004 bis 2017 umrundete.

Für das Jahr 2027 plant die NASA eine revolutionäre Quadrocopter-Mission zu Titan.

Zur Originalseite

Markarjans Kette

Eine Kette aus Galaxien verläuft diagonal durchs Bild - von rechts unten nach links oben. Sie wird Markarjans Kette genannt, zu der auch Markarjans Augen gehört.
Bildcredit und Bildrechte: Chuck Ayoub

Diese Teleskopansicht zeigt eine Kette von Galaxien, die nahe beim Zentrum des Virgo-Galaxienhaufens verläuft. Man nennt sie Markarjans Kette. Sie beginnt bei den markanten linsenförmigen Galaxien M84 (im Bild unten) und M86 (rechts unten). Von dort lässt sich der sanfte Bogen der Kette nach links oben verfolgen. Mitten im Bild befinden sich die beiden Galaxien NGC 4438 und NGC 4435, die miteinander wechselwirken. Man nennt sie auch Markarjans Augen.

Die Entfernung zum Virgo-Haufen wird auf 50 Millionen Lichtjahre geschätzten. Damit ist er der am nächsten gelegene Galaxienhaufen. Er enthält bis zu etwa 2000 Galaxien und übt einen spürbaren gravitativen Einfluss auf unsere Lokale Galaxiengruppe aus.

Mindestens sieben Galaxien in Markarjans Kette bewegen sich anscheinend gemeinsam durch den Virgo-Haufen. Andere Mitglieder sind womöglich nur zufällig Teil der Kette.

Zur Originalseite