Betelgeuse verfinstert

Zwei Abbildungen des Sternbildes Orion, links leuchtet Betelgeuse hell, rechts ist er während der Bedeckung durch einen Asteroiden sehr schwach.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Am 12. Dezember zog der Asteroid 319 Leona vor dem hellen Stern Betelgeuse vorbei. Dabei warf er einen Schatten auf den Planeten Erde. Um zu sehen, wie er den allseits beliebten Roten Riesen verdunkelte, musste man auf der zentralen schmalen Schattenlinie stehen. Sie begann in Zentralmexiko und zog nach Osten über den Süden von Florida, den Atlantischen Ozean, Südeuropa und Eurasien. 

Das Himmelsereignis war nur von der Erde aus sichtbar. Diese beiden Bilder, die es zeigen, wurden in Almodovar del Rio in Spanien aufgenommen. Das linke Bild entstand vor der Sternbedeckung durch den Asteroiden, das rechte Bild während der Bedeckung. 

Auf beiden Bildern leuchtet der Stern Betelgeuse links oben an der Schulter des bekannten Sternbilds Orion. Seine Helligkeit nahm während der äußerst seltenen Bedeckung merklich ab. Der Riesenstern wurde ein paar Sekunden lang von dem ungefähr 60 Kilometer großen Asteroiden bedeckt.

Zur Originalseite

Supernovaüberrest Cassiopeia A

Mitten im Bild prangt eine runde Struktur aus vielen rosa-lila Fasern, die bei einer gewaltigen Sternexplosion entstanden sind. Die Struktur dehnt sich aus. Über allem liegen nebelartige weiße Dunstwolken.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI; D. Milisavljevic (Purdue-Universität), T. Temim (Princeton-Universität), I. De Looze (Universität Gent)

Massereiche Sterne in der Milchstraße haben eine spektakuläre Existenz. Sie kollabieren aus riesigen kosmischen Wolken. Ihre Kernbrennöfen zünden und erzeugen in ihrem Inneren schwere Elemente. Die angereicherte Materie der massereichsten Sterne wird nach ein paar Millionen Jahren in den interstellaren Raum geschleudert. Dann beginnt die Sternbildung von Neuem.

Diese Trümmerwolke mit der Bezeichnung Cassiopeia A dehnt sich aus. Sie ist ein Beispiel für die Schlussphase der Sternentwicklung. Das Licht der Supernovaexplosion, bei der dieser Überrest entstand, war vor etwa 350 Jahren erstmals am Himmel des Planeten Erde zu sehen. Doch das Licht brauchte 11.000 Jahre, um uns zu erreichen.

Dieses scharfe Bild des Weltraumteleskops Webb entstand mit der NIRCam. Es zeigt die Fasern und Knoten im Supernovaüberrest, die immer noch heiß sind. Die weißliche, rauchige äußere Hülle der expandierenden Explosionswelle ist etwa 20 Lichtjahre groß. Der helle Fleck in der Mitte ist ein Neutronenstern. Das ist der unglaublich dichte, kollabierte Überrest eines massereichen Sternkerns.

Webbs detailreiches Bild vom Überrest der Supernova Cassiopeia A zeigt auch Lichtechos von der zerstörerischen Explosion des massereichen Sterns.

Zur Originalseite

Deep Field: Der Herznebel

In dem bildfüllenden Nebelfeld, das organgefarben leuchtet und stark strukturiert ist, befinden sich der Herznebel, der Fischkopfnebel und Melotte 15.

Bildcredit und Bildrechte: William Ostling, Telescope Live

Was regt den Herznebel an? Zunächst einmal sieht der große Emissionsnebel auf der linken Seite, der als IC 1805 katalogisiert ist, ein wenig wie ein menschliches Herz aus. Der Nebel leuchtet hell in rotem Licht, das von seinem wichtigsten Element, dem Wasserstoff, ausgestrahlt wird. Dieses lang belichtete Bild (Deep Field) wurde aber von Licht überlagert, das von Silizium (gelb) und Sauerstoff (blau) ausgestrahlt wird.

Mitten im Herznebel befinden sich die jungen Sterne im offenen Sternhaufen Melotte 15. Diese Sterne tragen mit ihrem energiereichen Licht und ihren Winden mehrere malerische Staubsäulen ab. Der Herznebel ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild Kassiopeia. Rechts unter dem Herznebel liegt der Fischkopfnebel. Dieses breite, detailreiche Bild zeigt deutlich, dass leuchtendes Gas den Herznebel in alle Richtungen umgibt.

Ein Deep Field ist eine Aufnahme eines Himmelsareals, das lang belichtet wurde. Dadurch werden dunkle, weit entfernte Objekte sichtbar.

Zur Originalseite

Polarlicht und Milchstraße über Norwegen

Hinter einem malerischen Vordergrund ist ein sternenklarer Nachthimmel zu sehen. Im Vordergrund sind abgerundete Felsen und eine Person vor einem entfernten Meer zu sehen. Hinten sind das Band der Milchstraße und helle Polarlichter.

Bildcredit und Bildrechte: Giulio Cobianchi

Was sind die beiden riesigen Bögen am Himmel? Der bekanntere ist links das zentrale Band der Milchstraße. Die gewaltige Scheibe aus Sternen und Nebeln umschließt hier einen Großteil des südlichen Himmels. Unter dem Sternbogen leuchten der orangefarbene Planet Mars und die ausgedehnte Andromeda-Galaxie.

Doch die kalte Polarnacht bot noch mehr! Einige Minuten lang erschien in dieser kalten arktischen Nacht ein zweiter großer Bogen am Himmel. Er war doppelt und umschloss einen Teil des nördlichen Himmels: Es war ein Polarlicht. Polarlichter sind viel näher als Sterne. Sie bestehen aus leuchtender Luft hoch oben in der Erdatmosphäre.

Außerhalb des grünen Polarlichtbogens leuchtet eine Sterngruppe. Diese ist landläufig als Großer Wagen bekannt. Das Digitalkomposit aus 20 Bildern entstand Mitte November 2022 über den Inseln von Lofoten in Norwegen.

Das APOD-Jahr 2023: RJNs Vortrag beim Nachthimmel-Netzwerk

Zur Originalseite

Sonnenminimum versus Sonnenmaximum

Videocredit: NASA, SDO, SVS

Die Oberfläche unserer Sonne ist ständig in Bewegung. In manchen Jahren ist sie ruhig und zeigt relativ wenige Sonnenflecken und aktive Regionen. In anderen Jahren ist sie aufgewühlt. Sie weist dann viele Sonnenflecken auf und wirft häufig CME und Sonneneruptionen aus. Die Oberfläche unserer Sonne durchläuft in Reaktion auf Magnetismus alle 11 Jahre relativ ruhige Phasen. Es sind Sonnenminima. Alternierend dazu gibt es relativ unruhige Phasen, sogenannte Sonnenmaxima.

Das Video zeigt links einen Monat Ende 2019. Damals war die Sonne nahe einem Sonnenminimum. Rechts ist ein Monat im Jahr 2014 nahe einem Sonnenmaximum zu sehen. Die Aufnahmen im fernen Ultraviolettlicht stammen vom Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA.

Unsere Sonne erreicht bis 2025 wieder ein Sonnenmaximum. Sie zeigt aber schon jetzt eine Oberfläche mit überraschend viel Aktivität.

Webseminar Nachthimmelsnetzwerk: APOD-Herausgeber zeigt die besten Weltraumbilder 2023

Zur Originalseite

Der Große Wagen über dem Pyramidenberg

Eine Landschaft mit hohen Bergen in der Ferne und immergrünen Bäume in der Nähe. Oben ist ein sternenklarer Himmel, an dem die Sterne des Großen Wagens leicht erkennbar sind. Ein Rollover-Bild beschriftet die Namen der Sterne des Großen Wagens.

Bildcredit und Bildrechte: Steve Cullen

Seit wann kennt ihr diese Sterngruppe? Sie ist zwar in vielen Kulturen auf der ganzen Erde als Sternbild bekannt. Doch sie verbinden den Asterismus mit ganz verschiedenen Merkhilfen oder folkloristischen Geschichten: In den USA ist er als Große Schöpfkelle bekannt. In Großbritannien nennt man ihn Pflug, in Frankreich Kasserolle und im deutschen Sprachraum Großer Wagen.

Die sieben Sterne sind allerdings kein offizielles Sternbild. Sie gehören zu einer viel größeren Figur. Der Name, der 1922 von der Internationalen Astronomischen Union festgelegt wurde, ist Große Bärin (Ursa Major; Anmerkung zur deutschen Übersetzung: „Der Bär“ wäre im Lateinischen „ursus“). Die anerkannten Namen der Sterne sind von links nach rechts: Alkaid, Mizar und Alkor, Alioth, Megrez, Phecda, Merak und Dubhe.

Selbstredend sind die Sterne in jedem denkbaren Sternbild in den meisten Fällen nicht physisch miteinander verbunden. Daher überrascht es, dass die meisten Sterne des Großen Wagens anscheinend in dieselbe Richtung durchs All pflügen. Diese Eigenschaft teilen sie sogar mit weiteren Sternen in einem noch größeren Feld am Himmel.

Die gemessene gemeinsame Bewegung (als Sternstrom) legt nahe, dass sie doch lose zusammengehören und einen nahen Sternhaufen bilden. Man schätzt, dass dieser Sternhaufen nur ungefähr 75 Lichtjahre entfernt ist. Sein Durchmesser beträgt bis zu 30 Lichtjahre. Der Haufen ist als Ursa-Major-Gruppe bekannt. Mit „Gruppe“ ist „gemeinsame Bewegung“ gemeint. Dieses Bild zeigt die ikonische Sternformation über dem Pyramidenberg im kanadischen Alberta.

Webseminar – Netzwerk für den Nachthimmel: APOD-Herausgeber zeigt die besten Weltraumbilder 2023

Zur Originalseite

Pic du Pléiades

Über dem Gipfel leuchtet am Nachthimmel der Sternhaufen der Plejaden. Ein Meteor zischt in der Mitte hindurch. Auf dem Pic du Midi steht ein bekanntes Observatorium.

Bildcredit und Bildrechte: Jean-Francois Graffand

Am 19. November standen die Plejaden vor der Morgendämmerung über den französischen Pyrenäen. Der Himmel war noch dunkel. Als er heller wurde, gelang es dem Fotografen ein einzigartiger, 3 Sekunden belichteter Schnappschuss. Die Strichspur einer hellen Sternschnuppe durchbohrt scheinbar das Herz des Sternhaufens.

Aus Sicht der Kamera leuchteten Sternhaufen und Meteor direkt über dem Observatorium auf dem Gipfel des Pic du Midi de Bigorre. Für einen Sternhaufen sind die Plejaden vergleichsweise nahe. Die Sternschnuppe war ein Staubkorn, das in der Erdatmosphäre verglühte. Sie verfehlte die dicht gedrängte Ansammlung junger Sterne um etwa 400 Lichtjahre.

Das Bild ist Teil eines Zeitraffers des Nachthimmels. Kamera und Teleobjektiv wurden für die Aufnahme einer Zeitrafferserie des Nachthimmels auf einem Stativ montiert. Die Aufnahme entstand an den Hängen des Col du Tourmalet. Dieser Pass ist etwa 5 Kilometer vom Pic du Midi entfernt. Er wird bei der Tour de France mit Rädern befahren.

Zur Originalseite

Wega und Komet 12P/Pons-Brooks

Links oben leuchtet ein Stern mit blauem Hof, rechts unten ein Komet mit grünlicher Koma.

Bildcredit und Bildrechte: Dan Bartlett

Am 4. Dezember teilte sich der periodische Komet 12P/Pons-Brooks dieses Teleskop-Sichtfeld mit Wega, dem Alpha-Stern im nördlichen Sternbild Leier. Wega ist der fünfthellste Stern am Nachthimmel. Er ist etwa 25 Lichtjahre entfernt. Dagegen hatte der viel schwächere Komet einen Abstand von etwa 21 Lichtminuten zur Erde.

In den letzten Monaten gab es Ausbrüche auf Pons-Brooks. Dadurch stieg seine Helligkeit dramatisch an. Sein Aussehen erinnert an Hörner. Das brachte ihm den Spitznamen „Teufelskomet“ ein. Wer die interstellare Raumfahrt mag, den erinnert die verzerrte Form der großen Koma vielleicht an den Rasenden Falken.

12P/Pons-Brooks ist ein Komet vom Typ Halley. Er besuchte das innere Sonnensystem zuletzt im Jahr 1954. Sein nächstes Perihel – das ist die größte Annäherung an die Sonne – erreicht er am 21. April 2024. Das ist nur zwei Wochen nach der totalen Sonnenfinsternis am 8. April, die über Nordamerika zieht. Die Umlaufbahn des periodischen Kometen 12P/Pons-Brooks ist stark zur Ekliptik geneigt. Daher kreuzt er niemals die Bahn des Planeten Erde.

Zur Originalseite