Fensterplatz über der Hudson Bay

Über einem Flugzeugtriebwerk schimmern grüne und violette Polarlichter am tiefblauen Himmel in der Dämmerung. Mitten im Bild blitzt ein Meteor auf. Rechts leuchtet schon die Sonne unter dem Horizont.
Bildcredit und Bildrechte: Ralf Rohner

Am 18. August bot ein Fensterplatz auf dem Nachtflug von San Francisco nach Zürich diese reizende Aussicht. An den Himmel über der Hudson Bay war ein Schleier aus farbigem Licht drapiert. Das Bild entstand aus sechs Aufnahmen, die aus der Hand kurz belichtet und später digital kombiniert wurden.

Die Szene zeigt schimmernde Nordlichter kurz vor Sonnenaufgang. Die näher rückende Sonne beleuchtete schon den Horizont im Nordosten. Auch ein Meteor der Perseïden blitzte auf und zog unter den Deichselsternen des nördlichen Großen Wagens seine Spur. Es war wenige Tage nach dem Höhepunkt des Meteorstroms. Die Spur zeigte quer über den Himmel zum Sternbild Perseus.

Bei kommerziellen Flügen sieht man manchmal schöne Polarlichter und Meteore in der oberen Erdatmosphäre. Sie treten in einer Höhe von ungefähr 100 Kilometern auf. Die Polarlichter entstehen durch energiereiche geladene Teilchen in der Magnetosphäre. Meteore sind leuchtende Spuren von Kometenstaub.

Zur Originalseite

Die irreguläre Galaxie NGC 55

Eine schmale Galaxie läuft schräg durchs Bild. Ihre Mittelachse ist von rosaroten Sternbildungsregionen und blauen Sternhaufen durchzogen. Außen herum sind wenige Sterne verteilt.
Bildcredit und Bildrechte: Martin Pugh

Die irreguläre Galaxie NGC 55 ähnelt vermutlich der Großen Magellanschen Wolke (GMW). Die GMW ist ungefähr 180.000 Lichtjahre entfernt und eine gut bekannte Begleitgalaxie unserer Milchstraße. Auf Detailbildern ähnelt die GMW einer Balkenspirale. NGC 55 ist dagegen ungefähr 6 Millionen Lichtjahre entfernt und gehört zur Sculptor-Gruppe im Sternbild Bildhauer.

NGC 55 ist ungefähr 50.000 Lichtjahre groß. Wir sehen sie fast genau von der Seite. Sie präsentiert uns ein flaches, schmales Profil. Damit bildet sie einen Kontrast zur GMW, die wir von oben sehen. In der GMW bilden große Emissionsnebel Regionen mit Sternbildung, und auch in NGC 55 entstehen offenbar neue Sterne. Dieses Galaxienporträt zeigt viele Details. Es betont den hellen Kern in NGC 55, den Staubwolken, verräterische rosarote Regionen mit Sternbildung und junge blaue Sternhaufen kreuzen.

Zur Originalseite

Sterne und Staub in der Südlichen Krone

Helle Sterne sind von blauen Nebeln umgeben. Dazwischen befinden sich auch Herbig-Haro-Objekte mit gekrümmten Staubbögen. Um die blauen Nebel sind dunkle Nebel verteilt. Sie verdecken Sterne, die dahinter liegen.
Bildcredit und Bildrechte: Josep Drudis

Kosmische Staubwolken und junge Sterne mit viel Energie sind auf dieser Ansicht verteilt. Sie ist weniger als 500 Lichtjahre entfernt und entstand mit einem Teleskop. Wir finden den Ausschnitt im Norden der Südlichen Krone (Corona Australis). Blaue Staubwolken verdecken das Licht der Sterne in der Milchstraße dahinter.

Der eindrucksvolle Komplex besteht aus den Reflexionsnebeln NGC 6726, NGC 6727 und IC 4812. Die charakteristische Farbe entsteht, wenn der kosmische Staub das blaue Licht der heißen, jungen Sterne in der Region reflektiert. Der Staub verdeckt auch Sterne, die gerade erst entstehen.

Rechts oben ist der kleinere gelbliche Nebel NGC 6729. Er krümmt sich um den jungen veränderlichen Stern R Coronae Australis. Eingebettete neue Sterne komprimierten die leuchtenden Bögen und Schleifen in der Nähe der Ausströmungen. Man bezeichnet sie als Herbig-Haro-Objekte.

Am Himmel ist dieses Sichtfeld ungefähr 1 Grad breit. Das entspricht in der geschätzten Entfernung der nahen Sternbildungsregion fast 9 Lichtjahren.

Zur Originalseite

Der Kokonnebel in einem detailreichen Feld

Das Sternfeld im Bild wirkt leicht vernebelt. Rechts oben schimmert ein zarter blau-rosa Nebel mit dunklen Schlieren.
Bildcredit und Bildrechte: Marcel Drechsler (Mediendesign)

Im Kokonnebel entsteht ein neuer Sternhaufen. Der kosmische Kokon rechts oben durchbricht außerdem eine lange Spur aus undurchsichtigen interstellaren Staubwolken, die links daneben verläuft.

Der Kokonnebel ist als IC 5146 katalogisiert. Er ist fast 15 Lichtjahre groß und ungefähr 3300 Lichtjahre entfernt. Wir finden ihn im nördlichen Sternbild Schwan (Cygnus). Wie auch andere Regionen mit Sternbildung wird sie von rot leuchtendem Wasserstoff markiert, der von jungen, heißen Sternen angeregt wird, und blauem Staub, der Sternenlicht reflektiert. Der Staub liegt am Rand einer Molekülwolke, die man kaum sieht.

Der helle Stern mitten im Nebel ist wahrscheinlich nur ein paar Hunderttausend Jahre alt. Er liefert die Energie für das Leuchten des Nebels, während er langsam einen Raum im Staub und Gas der Molekülwolke aushöhlt. Diese farbige Ansicht des Kokonnebels ist außergewöhnlich detailreich. Sie folgt den Strukturen in und um das staubige Gebiet mit Sternbildung.

Zur Originalseite

Salz, Pfeffer und Eis

Videocredit und -rechte: Maroun Habib (Moophz)

Gerade wandert ein fotogener Komet über den Himmel. Komet 21P / Giacobini-Zinner ist etwas zu blass für das bloße Auge, doch er entwickelte einen langen Schweif. Dieser ist ein schöner Anblick für Ferngläser und empfindliche Kameras.

Dieses Zeitraffervideo wurde letzte Woche aufgenommen. Es zeigt die Bewegung des Kometen 21P am Himmel. 90 Minuten Aufnahme wurden zu etwa 2,5 Sekunden komprimiert. Der Schweif von 21P folgt nicht der Bewegung des Kometen, was seltsam wirkt. Der Grund dafür ist, dass Kometenschweife immer von der Sonne weggerichtet sind. Als der Komet fotografiert wurde, wanderte er nicht in Richtung Sonne. Weit im Hintergrund sieht man links oben M37, er heißt auch Salz-und-Pfeffer-Sternhaufen. Über der Bildmitte steht der helle, rote Stern V440 Aurigae.

Diese Kugel aus Eis, die Staub schleuderte, ist 2 km groß. Sie passierte letzte Woche ihren sonnen- und den erdnächsten Punkt. Nun verblasst sie, während sie zum Südhimmel weiterzieht. Doch Komet 21P sollte weiterhin sichtbar sein. Noch ungefähr einen Monat lang bleibt sie ein fotogenes Ziel für Kameras auf Stativ.

Zur Originalseite

Kosmische Kollision formt galaktischen Ring

Rechts im Bild ist eine irreguläre Galaxie, die von einem ovalen blauen Ring aus Sternen umgeben ist. Die Galaxie sitzt innen beim oberen Rand des Ringes. Wahrscheinlich wurde sie von der Galaxie rechts durchdrungen. Rosarote Flecken im Bild zeigen helle Röntgenquellen.
Bildcredit: Röntgen: Chandra (NASA, CXC, INAF, A. Wolter et al.); Optisch: Hubble (NASA, STScI)

Warum ist die Galaxie AM 0644-741 wie ein Ring geformt? Rechts ist der blaue Rand einer Galaxie abgebildet. Er ist eine gewaltige, ringähnliche Struktur, die 150.000 Lichtjahre groß ist. Sie besteht aus neuen, extrem hellen und massereichen Sternen. Die Galaxie AM 0644-741 ist auch als Ringgalaxie bekannt. Sie entstand bei einer gewaltigen Kollision.

Wenn Galaxien kollidieren, durchdringen sie einander. Ihre Einzelsterne stoßen selten zusammen. Die ringähnliche Form ist das Ergebnis der gravitativen Störung. Ausgelöst wurde die Störung von einer kleinen Galaxie, welche die große Galaxie durchdrang. Als das geschah, wurden das Gas und der Staub zwischen den Sternen komprimiert. Das löste eine Welle an Sternbildung aus. Diese Welle wanderte vom Einschlagspunkt nach außen wie Wellen auf der Oberfläche eines Teiches.

Links ist die Galaxie, die wahrscheinlich eingedrungen ist. Das Bild kombiniert Daten der Weltraumteleskope Hubble in sichtbarem Licht und Chandra in Röntgenstrahlung. Röntgenlicht ist rosarot dargestellt. Es zeigt, wo energiereiche Schwarze Löcher oder Neutronensterne hausen. Wahrscheinlich entstanden sie kurz nach der Kollision der Galaxien.

Offene Wissenschaft: 1800+ Codes der Astrophysics Source Code Library

Zur Originalseite

Eine Protuberanz bricht auf der Sonne aus

Ein Ausschnitt der Sonne leuchtet orangefarben. Mitten im Bild bricht ein riesiges Filament aus. Darüber ist eine aktive Region, aus der Schleifen aus Plasma strömen.
Bildcredit: GSFC der NASA, SDO-AIA-Team

Was ist mit unserer Sonne passiert? Nichts Ungewöhnliches – sie stieß eine Protuberanz aus. Mitte 2012 explodierte plötzlich ein Filament auf der Sonne, das lange beständig war, in den Weltraum. Es erzeugte einen koronalen Massenauswurf (KMA) mit viel Energie. Das Magnetfeld der Sonne, das ständig wechselt, hatte das Filament tagelang in der Höhe gehalten. Doch der Zeitpunkt des Ausbruchs kam unerwartet.

Das Solar Dynamics Observatory SDO, das um die Sonne kreist, beobachtete die Explosion. Dabei schossen Elektronen und Ionen ins Sonnensystem. Einige davon erreichten drei Tage später die Erde. Dort trafen sie auf ihr Magnetfeld und riefen Polarlichter hervor, die gut zu sehen waren. Dieses Bild wurde in Ultraviolett aufgenommen. Darauf ziehen Schleifen aus Plasma um eine aktive Region, die über dem Filament liegt, das gerade ausbricht.

Derzeit hat die Sonne ein Stadium in ihrem 11-Jahres-Zyklus erreicht, in dem sie relativ wenig aktiv ist. Trotzdem öffneten sich unerwartet Löcher in der Sonnenkorona. Daraus strömte ein Schwall geladener Teilchen ins All und löste Polarlichter aus.

Zur Originalseite

Mont Blanc, Meteor und Milchstraße

Über dem Mont Blanc leuchtet ein Sternenhimmel, der teilweise von orange beleuchteten Wolken verdeckt ist. Links neben der Milchstraße leuchtet Saturn, rechts Antares. Neben der Milchstraße blitzt ein grünlicher Perseïd auf.
Bildcredit und Bildrechte: Adrien Mauduit

Mitten in dieser stimmungsvollen Landschaft unter dem Nachthimmel steht der Mont Blanc, von Schnee bedeckt. Der Fotograf stand mit Blick nach Süden zu Europas höchstem Gipfel in den südlichen Schweizer Alpen. Dort vernebelten hohe, dünne Wolken den Himmel. Doch die Aufnahme, die 13 Sekunden belichtet wurde, zeigt die blassen Sternenfelder und die dunklen Teilungen der Milchstraße über dem berühmten weißen Berg.

Links leuchtet der helle Planet Saturn und rechts Antares, der Alphastern im Skorpion. Beide Lichter sind durch den Dunst aufgebläht. Sie leuchten hinter den Wolken und flankieren die zentrale Wölbung der Galaxis. Die Szene im Hochland entstand in der Nacht von 12. auf 13. August. Daher zieht neben der galaktischen Ebene auch ein Meteor der Perseïden seine grüne Spur.

Zur Originalseite