Hängebrücken-Solargrafie

Über einer Landschaft, aus der eine Hängebrücke hochragt, wölben sich türkisfarbene helle Spuren, die die Sonne im Laufe von sechs Monaten hinterlassen hat.

Credit und Bildrechte: Justin Quinnell

Beschreibung: Wenn jedes Bild eine Geschichte erzählt, erzählt dieses einen Roman. Die sechs Monate lange Belichtung komprimiert die Zeit vom 17. Dezember 2007 bis 21. Juni 2008 auf eine eizige Ansicht. Das bemerkenswerte Bild, als Solargrafie bezeichnet, wurde mit einer einfachen Lochkamera aufgenommen, die aus einer Getränkedose hergestellt wurde, in der ein Stück Fotopapier steckte. Im Vordergrund erhebt sich die Hängebrücke von Clifton über den Avon bei Bristol in England, darüber wölbt sich mit ihrem täglichen Auf- und Untergang die Sonne und zieht eine leuchtende Spur über den Himmel. Wolkendecken verursachen dunkle Lücken in den täglichen Sonnenspuren. Im Dezember sind die Sonnenspuren tiefer angesetzt und kurz, was der Zeit um die Wintersonnenwende auf der Nordhalbkugel entspricht. Sobald sich die Sommersonnenwende am 21. Juni hähert, werden sie länger und steigen höher in den Himmel.

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NGC 2170: Himmlisches Stillleben

Im sternbedeckten Bildausschnitt leuchten um einige der helleren Sterne blaue oder violette Nebel.

Credit und Bildrechte: Thomas V. Davis (tvdavisastropix com)

Beschreibung: Ist das ein Gemälde oder eine Fotografie? Auf diesem schönen himmlischen Stillleben, das mit einem kosmischen Pinsel zusammengestellt wurde, leuchtet der staubhaltige Nebel NGC 2170 nahe der Bildmitte. NGC 2170, der das Licht nahe gelegener heißer Sterne reflektiert, wird von anderen bläulichen Reflexionsnebeln, einer roten Emissionsregion, vielen dunklen Absorptionsnebeln und einem Hintergrund farbenprächtiger Sterne begleitet. Wie gewöhnliche Haushaltsgegenstände, welche die Maler von Stillleben häufig als Motive wählen, sind die Wolken aus Gas, Staub und heißen Sternen, die hier abgebildet sind, ebenfalls zahlreich in diesem Rahmen zu finden – einer massereichen, Sterne bildenden Molekülwolke im Sternbild Einhorn. Die riesige Molekülwolke, Mon R2, liegt eindrucksvoll nahe, schätzungsweise nur etwa 2400 Lichtjahre entfernt. In dieser Entfernung hätte das Gemälde einen Durchmesser von mehr als 40 Lichtjahren.

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Größter Mond des Jahres 2009 über den Alpen

Über schneebedeckten Bergen geht der Vollmond auf. Scheinbar wird er von einem Flugzeug getroffen.

Credit und Bildrechte: Vincent Jacques Sky Shows

Beschreibung: Einen größeren Mond wird es dieses Jahr nicht mehr zu sehen geben. Am vergangenen Wochenende war in der Nacht der größte Mond des Jahres 2009 von fast jedem klaren Beobachtungsort der Erde aus zu sehen. Eine große Winkelausdehnung des Vollmondes ist üblicherweise dann zu beobachten, wenn der Mond während seiner vollen Phase nahe an der Erde steht. Weil der Mond die Erde auf einer elliptischen Bahn umkreist, hängt seine Winkelgröße davon ab, wie nahe sich der Mond am erdnächsten (Perigäum) oder erdfernsten Punkt (Apogäum) befindet. Dennoch war die Fläche und Helligkeit des Mondes nur etwa 30 Prozent größer als ein typischer Vollmond. Auf diesem Bild wurde ein pathetisch positionierter Mondes von Breil-sur-Roya im Südosten Frankreichs aus fotografiert, während er über den Alpen aufging. Dieses Bild, das mit einer gewöhnlichen Digitalkamera zu einem außerordentlich gut gewählten Zeitpunkt aufgenommen wurde, hielt auch ein vorbeifliegendes Flugzeug fest. Der letzte Vollmond im Dezember 2008 war der größte Vollmond des Jahres 2008.

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Ungewöhnliche Lichtsäulen über Lettland

Über einer nebeligen Stadt reichen über Lampen Lichtsäulen aufwärts.

Credit und Bildrechte: Aigar Truhin

Beschreibung: Was geschieht über dieser Stadt? Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass diese seltsamen Lichtsäulen über hellen Lampen zu sehen sind und wahrscheinlich fallende Eiskristalle an diesem Phänomen beteiligt sind, die diese Lichter reflektieren. Der Grund weshalb sich diese Säulen oben auffächern ist derzeit nicht bekannt – Lesende von APOD könnten das durch Teilnahme an einer Forumsdiskussion ergründen. Das obige und mehrere ähnliche Bilder wurden letzten Monat mit einer gewöhnlichen Digitalkamera in Sigulda in Lettland aufgenommen. Die Luft wurde als relativ kalt und voll kleiner Eiskristalle beschrieben, genau von der Art, die dafür bekannt ist, verschiedene beeindruckende, aber gut bekannte Himmelsphänomene wie Lichtsäulen, Sonnensäulen, Nebensonnen und Mondhalos zu erzeugen. Der kalte und schneereiche Winter dieses Jahres in einigen Teilen der Nordhalbkugel der Erde bietet Himmelsbeobachtenden neue und normalerweise unerwartete Möglichkeiten einige dieser ungewöhnlichen optischen atmosphärischen Erscheinungen selbst zu beobachten.

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Im Schatten Saturns

Im Bild leuchtet Saturn von Ringen umgeben. Die Beleuchtung wirkt etwas

Credit: Cassini-Bildgebungsteam, SSI, JPL, ESA, NASA

Beschreibung: Im Schatten Saturns sind unerwartete Wunderdinge zu sehen. Die Raumsonde Cassini, die derzeit Saturn umkreist, begab sich unlängst etwa 12 Stunden lang in den Schatten des Riesenplaneten und blickte zur abgedeckten Sonne zurück. Cassini hatte einen beispiellosen Ausblick. Zum einen wird die Nachtseite Saturns teilweise von Licht erhellt, das von seinem eigenen majestätischen Ringsystem reflektiert wird. Weiters erscheinen auf dem obigen farbverstärkten Bild die Ringe vor dem Hintergrund Saturns dunkel, jedoch relativ hell, wenn man sie abseits von Saturn betrachtet, wo sie das Sonnenlicht leicht streuen. Saturns Ringe leuchten so hell, dass neue Ringe entdeckt wurden, obwohl sie auf dem obigen Bild so schwierig zu sehen sind. Mit spektakulärer Detailgenauigkeit ist Saturns E-Ring zu sehen – jener Ring, der von den erst vor kurzem entdeckten Eisfontänen des Mondes Enceladus gebildet wird; er ist der äußerste Ring, der oben zu sehen ist. In weiter Ferne, im Bild links unmittelbar über den hellen Hauptringen zu sehen, ist der leicht zu übersehende hellblaue Punkt der Erde.

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Sonnenuntergang auf dem Mars

Über einem dunklen Horizont leuchtet eine trübe Sonne, sie ist von einem bläulichen Glanz um geben, der nach oben und zur Seite hin in eine orangefarbenes Leuchten übergeht.

Credit: Mars Exploration Rover Mission, Texas A&M, Cornell, JPL, NASA

Beschreibung: Diesen Monat feiern die Mars Exploration Rover den 5. Jahrestag ihres Einsatzes auf der Oberfläche des Roten Planeten. Dieser stimmungsvolle Sonnenuntergang, Teil ihres umfangreichen Vermächtnisses an Bildern der Marsoberfläche, wurde am 19. Mai 2005 vom Rover Spirit aufgenommen. Die Farben im Bild wurden ein wenig verstärkt, würden aber dem Auge eines menschlichen Beobachters wahrscheinlich so erscheinen. Natürlich verleihen die feinen marsianischen Staubpartikel, die in der dünnen Atmosphäre verteilt sind, dem Himmel eine rötliche Farbe, doch der Staub streut auch blaues Licht nach vorne, was am Himmel um die untergehende Sonne herum einen bläulichen Schimmer erzeugt. Die Sonne geht hinter dem Rand des Kraters Gusev unter, der an die 80 Kilometer entfernt ist. Weil der Mars weiter entfernt ist, scheint die Sonne dort weniger hell, und ihr Durchmesser ist nur etwa zwei Drittel dessen, wie man sie vom Planeten Erde aus sieht.

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NGC 4945 im Zentauren

In der Bildmitte ist eine von der Seite sichtbare, leicht verkrümmte Galaxie abgebildet.

Credit und Bildrechte: Dietmar Hager, Thorsten Brandes, Johannes Schedler

Beschreibung: Die riesige, staubhaltige Spiralgalaxie NGC 4945 ist nahe der Mitte dieses Teleskopbildes von der Seite zu sehen. Die Ansicht erstreckt sich über fast 2 Grad oder etwa 4 Vollmonddurchmesser in Richtung des ausgedehnten südlichen Sternbildes Zentaur. NGC 4945, etwa 13 Millionen Lichtjahre entfernt, ist fast gleich groß wie unsere eigene Milchstraße. Doch Beobachtungen im Röntgen- und Infrarotlicht enthüllen sogar mehr energiereiche Strahlung und Sternbildung im Herzen von NGC 4945. Die andere markante Galaxie in diesem Sternfeld, NGC 4976, ist eine elliptische Galaxie. NGC 4976, links der Mitte, ist viel weiter entfernt in einer Entfernung von etwa 35 Millionen Lichtjahren und nicht physisch mit NGC 4945 verbunden.

Hinweis: Mit Astrometry.net wurde eine beschriftete Version erstellt.
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NGC 2736: Der Bleistiftnebel

Im Bild verläuft senkrecht nach oben ein bläuliches Faserbündel, das oben breiter wird und violette Fasern einschließt.

Credit und Bildrechte: Ken Crawford (Rancho Del Sol Observatory)

Beschreibung: Diese Stoßwelle pflügt mit mehr als 500.000 Kilometern pro Stunde durch den Weltraum. Die dünnen, verflochtenen Filamente, die sich auf diesem detaillierten Farbkomposit von rechts nach links bewegen, sind in Wirklichkeit lange Wellen auf einer Schicht aus leuchtendem Gas, die fast von der Seite zu sehen ist. Die schmale Erscheinung legt den volkstümlichen Namen „Bleistiftnebel“ nahe; katalogisiert ist er als NGC 2736. Der Bleistiftnebel, etwa 5 Lichtjahre lang und an die 800 Lichtjahre entfernt, ist nur ein kleiner Teil des Supernovaüberrestes im Schiffssegel. Der ganze Vela-Überrest misst etwa 100 Lichtjahre im Durchmesser und ist die sich ausdehnende Trümmerwolke eines Sterns, dessen Explosion vor etwa 11.000 Jahren zu sehen war. Ursprünglich bewegte sich die Stoßwelle mit Millionen Kilometern pro Stunde, doch inzwischen wurde sie beträchtlich langsamer, als sie durch das sie umgebende interstellare Gas fegte.

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