Zwei Bänder leuchten über der Atacama

In einer felsigen Landschaft steht in der Ferne eine Person. Über ihr breitet sich der Sternenhimmel aus. Zu beiden Seiten der Person ragen helle, bogenförmige Lichtbänder vom Horizont auf.

Bildcredit und Bildrechte: Julien Looten

Was sind diese zwei Bänder am Himmel? Relativ häufig sieht man das linke: Es ist der zentrale Bereich unserer Milchstraße. Unsere Sonne kreist um dieses Zentrum unserer Spiralgalaxie. Wenn wir dorthin blicken, sehen wir ein langgestrecktes Band, das relativ gleichmäßig leuchtet und um den ganzen Himmel reicht.

Das zweite Band rechts im Bild sehen wir viel seltener: Es ist das Zodiakallicht. Dieses Band entsteht, weil der Staub im Sonnensystem das Licht der Sonne reflektiert. Am hellsten ist das Zodiakallicht direkt in der Nähe der Sonne. Deshalb sehen wir es am besten, wenn die Sonne gerade untergegangen ist oder bald aufgeht. An manchen Abenden leuchtet das Zodiakallicht sehr klar. Der Staub, der das Leuchten verursacht, stammt von Kometen, die zuvor nahe Jupiter vorbeigezogen sind. Das erkannte man übrigens erst in diesem Jahrhundert. Das Bild entstand vor etwa einem Jahr in der Atacama in Chile.

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Drei Galaxien im Sternbild Pfau

Siehe Beschreibung. XXX Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.
Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby

Diese drei Galaxien sind etwa 190 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Damit liegen sie weit jenseits der hellen Sterne und Nebel der Milchstraße. Sie werden durch die Schwerkraft in einem fesselnden kosmischen Tanz zueinander hingezogen.

Wir schauen von oben auf die großen Spiralgalaxien NGC 6769 und NGC 6770. Ihre leuchtenden galaktischen Scheiben sind von verdunkelnden interstellaren Staubbahnen durchzogen. Sie sind durch gravitative Wechselwirkungen von galaktischem Ausmaß deutlich verzerrt. Durch die Kollision massereicher Molekülwolken entstehen in Sternentstehungsgebiete mit jungen blauen Sternhaufen entlang der langgestreckten Spiralarme .

Die Spiralgalaxie NGC 6771 darunter sehen wir von der Seite. Ihr kastenförmiger Zentrabereich ist durch Gezeitenkräfte verursachte Sternströme entstanden. In ferner Zukunft ist eine Verschmelzung der drei Galaxien unvermeidlich.

Dieses Galaxientrio wird manchmal auch als Teufelsmaske bezeichnet. Bei der genannten Entfernung erstreckt sich das Bildfeld über 300.000 Lichtjahre. Es liegt sich im Sternbild Pavo am südlichen Himmel.

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Hubble zeigt die Säulen des Adlernebels in Infrarot

Vor einem zarten blauen Leuchten zeichnen sich dunkle, säulenförmige Nebel ab. In den dunklen Wolken entstehen neue Sterne.
Bildcredit: NASA, ESA, Hubble, HLA; Processing: Luis Romero Ventura

Im Adlernebel entstehen neue Sterne. Sie verdichten sich unter dem Einfluss der Schwerkraft in den Säulen aus dichtem Gas und Staub und zünden dann. Durch die intensive Strahlung der neu entstandenen jungen Sterne verdampft das umgebende Material und gibt den Blick frei.

Dieses Bild entstand mit dem Weltraumteleskop Hubble im nahen Infrarot. So ist es möglich, durch einen Großteil des dichten Staubs zu blicken. Dieser macht die Säulen im sichtbaren Licht undurchsichtig. Die riesigen Strukturen sind teilweise einige Lichtjahre lang. Umgangssprachlich nennt man sie „Säulen der Schöpfung„.

Der Adlernebel ist mit dem offenen Sternhaufen M16 verbunden. Er ist ca. 6500 Lichtjahre von uns entfernt. Auch für kleine Teleskope lohnt sich dieses Ziel. Der Adlernebel liegt in einem nebelreichen Teil des Himmels im zweigeteilten Sternbild Schlange im Schlangenschwanz (Serpens Cauda).

Himmlische Überraschung: Was zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Der dunkle Wolf-Nebel

Vor einer rot leuchtenden Wolke zeichnet sich eine dunkle Form ab, die an einen Wolf erinnert. Solche dunklen Wolken sind Orte, an denen neue Sterne entstehen.
Bildcredit und Bildrechte: William Vrbasso; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Ein dunkler Wolf liegt im Gum. Nein, das ist kein Rätsel! Das heutige Bild zeigt den dunklen Wolf-Nebel, der auch Sandqvist–Lindroos 17 heißt. Er ist eine gruselige Staubwolke im Nebel Gum 55 (RCW 113), der im Sternbild Skorpion liegt.

Staub ist für uns eine Plage. Doch er spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, eine Umgebung zu schaffen, in der Sterne entstehen können. Der dunkle Wolf absorbiert das intensive ultraviolette und sichtbare Licht, das die jungen Sterne in Gum 55 abstrahlen. Später gibt er es in Form von längeren, vorwiegend infraroten Wellenlängen wieder ab. Das verhindert, dass Licht mit höherer Energie das Gas in der Region erwärmt.

Wenn eine Region aus Gas kühl genug ist, nimmt die Schwerkraft überhand. Das führt dazu, dass Gas zu einem Stern kollabiert. Nicht nur verhält sich Staub wie ein interstellarer Thermostat, er ist auch der Ort, an dem einzelne Wasserstoffatome molekularen Wasserstoff bilden. Diese Moleküle aus Wasserstoff sind die Bausteine der Sterne. Der scheinbar sinistre dunkle Wolf ist also ein Bote einer künftigen kosmische Existenz.

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Das Ungeheuer vom unheimlichen Berg zerfällt

Aus dem Kopf und an mehreren Teilen des Körpers verströmen unsichtbare Sterne Strahlen. Man nennt sie Herbig-Haro-Objekte. Die neuen Sterne zerstören zugleich das Staubmonster, das hier vom Weltraumteleskop Hubble abgebildet wurde.
Bildnachweis: Hubble, NASA, ESA; Bearbeitung und Lizenz: Judy Schmidt

Im Kopf dieses interstellaren Monsters ist ein Stern, der es langsam zerstört. Das große Ungeheuer ist eigentlich eine unbeseelte Sammlung an Säulen aus Staub und Gas. Es ist Lichtjahre lang. Im Kopf ist ein Stern, den man durch den opaken interstellaren Staub nicht direkt sieht. Doch er bricht teilweise aus. An gegenüber liegenden Seiten stößt er Strahlen aus energiereichen Teilchen aus. Man bezeichnet sie als Herbig-Haro-Strahlen.

Diese Säulen sind etwa 7.500 Lichtjahre entfernt und liegen im Carina Nebel. Umgangssprachlich nennt man sie „Mystic Mountain“ (Geheimnisvoller Berg). Optisch werden sie von dunklem Staub geprägt. Doch sie bestehen größtenteils aus klarem Wasserstoff.

Dieses Bild stammt vom Weltraumteleskop Hubble. Überall an diesen Säulen sind massereiche, neue Sterne verteilt. Sie verströmen energiereiches Licht und Sternwinde. Damit verdampfen und zerstreuen sie die staubigen Gebiete, in denen sie entstanden sind. In ein paar Millionen Jahre ist der Kopf dieses Riesen und der größte Teil seines Körpers vollständig verdampft. Dafür sorgen die Sterne im Inneren und in seiner Umgebung.

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Reflexionsnebel IC 4592: Der blaue Pferdekopf

Der blasse Nebel im Bild schimmert blau und erinnert an den Kopf eines Pferdes. Ein Stern könnte sein Auge bilden.
Bildcredit und Bildrechte: Rabeea Alkuwari

Seht Ihr den Kopf des Pferdes? Es ist aber nicht um der berühmte Pferdekopfnebel im Orion, sondern ein ziemlich blasser Nebel. Nur wenn er längere Zeit belichtet wird, tritt die bekannte Form hervor.

Der Hauptteil der hier gezeigten Molekülwolke ist der Reflexionsnebel IC 4592. Solche Nebel bestehen aus sehr feinem Staub, der normalerweise dunkel ist. Wenn so ein Nebel das sichtbare Licht heller Sternen in der Nähe reflektiert, erscheint er blau.

In diesem Fall ist die Hauptquelle des reflektierten Lichts ein Stern im Auge des Pferdes. Dieser Stern ist Nu Scorpii. Er ist eines der helleren Sternsysteme im Sternbild Skorpion (Scorpius). Ein zweiter Reflexionsnebel mit der Bezeichnung IC 4601 umgibt die beiden Sterne unter der Bildmitte. Das Bild wurde in Sawda Natheel in Katar fotografiert.

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Flug über den Nordpol des Mars

Videocredit: ESA, Mars Express, VMC; Bearbeitung und Lizenz: Simeon Schmauß

Was sehen wir bei einem Flug über den Nordpol des Mars? Dieses Video zeigt so eine Reise. Es entstand aus Bildern der ESA-Sonde Mars Express aus dem Jahr 2019. Zuerst sehen wir unten eine Landschaft aus fein gemahlenem Boden, die vom rostigen Eisen rot getönt ist. Ein Teil davon erscheint dunkler. Dort ist Fels und Gestein freigelegt.

Bald kommt die nördliche Polkappe in Sicht. Sie ist fast weiß, weil sie aus gefrorenem Wasser besteht, das reflektiert. Um die Polkappe verläuft das Borealis-Becken. Es ist eine geschichtete Senke, die mit Staub und Sand bedeckt ist. Die Einzelbilder im Video entstanden im nördlichen Marsfrühling, als sich das Kohlendioxideis verflüchtigte. Darunter liegt Wassereis in der Kappe, das übrig blieb.

Mars Express erkundet weiterhin die Oberfläche des Mars. Dabei sucht die Sonde nach Hinweisen auf das frühe Klima des Roten Planeten und sein Potenzial für Leben.

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Webb und Hubble zeigen IC 5332

Die Galaxie IC 5332 wurde vom Weltraumteleskop James Webb abgebildet. Das Bild ist von einer alternativen Ansicht in sichtbarem Licht überlagert. Man sieht sie, wenn man den Mauspfeil über das Bild schiebt. (Smartphones: Link im Text)

Bildcredit: ESA/Webb, NASA, CSA, J. Lee und die Teams PHANGS-JWST und PHANGS-HST; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wie sieht das Universum durch eine Infrarot-Brille aus? Unsere Augen nehmen nur sichtbares Licht wahr. Doch Astronom*innen wollen mehr sehen. Das heutige APOD zeigt die Spiralgalaxie IC 5332. Sie wurde von zwei NASA-Weltraumteleskopen aufgenommen: Webb zeigt sie im mittleren Infrarotbereich, Hubble bildete sie im ultravioletten und sichtbaren Licht ab. Schiebt den Mauspfeil über das Bild (oder folgt diesem Link), dann könnt ihr die beiden Ansichten aus dem Weltraum vergleichen.

An Bord von Webb befindet sich das Mid InfraRed Instrument (MIRI). Es muss bei einer extrem frostigen Temperatur von -266 °C betrieben werden, sonst würde es die Infrarotstrahlung messen, die das Teleskop selbst abstrahlt.

Das Hubble-Bild betont die Spiralarme der Galaxie. Sie sind durch dunkle Regionen voneinander getrennt. Das Webb-Bild offenbart dagegen eine feinere, stärker verflochtene Struktur. Interstellarer Staub streut und absorbiert das Licht der Sterne in der Galaxie. Das führt zu den dunklen Staubspuren im Hubble-Bild. Doch derselbe Staub strahlt Wärme im Infrarotlicht ab. Daher leuchtet er auf dem Bild von Webb.

Astronom*innen kombinieren die Beobachtungen der beiden Teleskope. Damit bringen sie die „kleinen Maßstäbe“ von Gas und Sternen in Beziehung mit den wirklich großen Dimensionen der Struktur und der Entwicklung von Galaxien.

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