Mars gibt Psyche einen Gravitationsschub

Videocredit: NASA/JPL-Caltech/ASU/True Story Films; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Körper im Sonnensystem helfen, bei der Forschung in den Tiefen des Alls Treibstoff zu sparen! Dieses Video zeigt, wie die Raumsonde Psyche an Fahrt gewinnt. Sie änderte ihre Flugbahn mit sehr wenig Treibstoff, indem sie sich im Mai 2026 beim Mars einen Gravitationsschub holte. Der Mars zieht im Schnitt mit fast 87.000 km/h auf seiner Bahn um die Sonne. Seine Bewegung entlang der Bahn und seine Gravitation führten dazu, dass Mars die Sonde Psyche mitzog, sodass sie schneller wurde.

Gravitationsmanöver gibt es seit der Mission Luna 3 im Jahr 1959. Mit solchen Manövern gelangen Raumsonden (z. B. Voyager oder Cassini) weiter hinaus als nur mit Treibstoff alleine. Die Unterstützung durch Gravitation hilft der Raumsonde Psyche auf ihrer Reise zum Asteroiden Psyche, den sie 2029 erreicht.

Als die Sonde den Mars passierte, testete sie ihre Instrumente. Diese sollen die Zusammensetzung und das Magnetfeld des Asteroiden untersuchen. Die Mission Psyche ist die erste zu einem Asteroiden, der großteils aus Metall besteht. Metalle sind ein wichtigerer Bestandteil von Planeten als Gestein oder Eis.

Tipp: Sucht einen dunklen Himmel und beobachtet diesen August die Perseïden-Meteore ohne Mond!

Zur Originalseite

Fliegende Untertasse notlandet in der Wüste von Utah

Eine fliegende Untertasse aus dem Weltraum notlandete in der Wüste von Utah in den USA. Zuvor wurde sie vom Radar erfasst und von Helikoptern gejagt. Es war im Jahr 2004. Und daran waren keine Außerirdischen beteiligt.

Die Untertasse war die Kapsel Genesis, die Probematerial zur Erde brachte. Sie gehörte zum robotischen Raumschiff Genesis, das von Menschen gebaut und 2001 von der NASA gestartet worden war. Es sollte die Sonne untersuchen. Durch eine Fehlfunktion kam es zu einer unerwartetet harten Landung mit mehr als 300 km/h, weil sich die Fallschirme nicht wie geplant geöffnet hatten.

Die Mission Genesis umkreiste die Sonne und sammelte Teilchen des Sonnenwinds. In Erdnähe lenkt das Magnetfeld der Erde diese Teilchen ab. Trotz der Bruchlandung waren viele der Proben in gutem Zustand.

Es lohnte sich also, die Daten von Genesis zu analysieren. Dabei fand man zum Beispiel heraus, woraus die Sonne besteht. Oder wie sich die Menge chemischer Elementen an verschiedenen Orten im Sonnensystem unterscheidet. Diese Ergebnisse lieferten starke Hinweise, durch welche Prozesse die Sonne und ihre Planeten vor Milliarden Jahren entstanden sind.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

Der doppellappige Asteroid Torifune

Der Himmelskörper im Bild ist der Asteroid 98943. Er wirkt etwas verschwommen. Aus seiner eher glatten Oberfläche ragen viele Felsbrocken. Das Bild stammt von der japanischen Raumsonde Hayabusa2.
Bildcredit und Bildrechte: JAXA, U. von Tokio, Chiba Tech, Wissenschaftsuniversität Tokio, AIST, Obs. von Paris, IAC

Die japanische Raumsonde Hayabusa2 flog Anfang des Monats am Asteroiden 98943 Torifune vorbei und schickte Fotos. Als man ihn von der fernen Erde aus beobachtete, vermutete man eine längliche Form. Doch die Bilder von Hayabusa2 zeigten, dass Torifune aus zwei Teilen besteht, die miteinander verbunden sind. Der Brocken im Weltraum ist etwa so lang wie vier Fußballfelder. Auf seiner Bahn um die Sonne kommt er der Erde zwar immer wieder nahe, doch er bedroht sie nicht.

Auf den beiden Teilen von Torifune liegen viele große Felsbrocken. Es überrascht, dass er keine klar erkennbaren Krater hat. Vermutlich ist die Oberfläche eine Geröllhalde. Anscheinend entstand jeder der beiden Teile separat, wie beim Asteroiden Arrokoth. Erst später kollidierten die Teile und blieben aneinander hängen.

Hayabusa2 wurde mit dem Besuch beim Asteroiden Ryugu im Jahr 2018 bekannt. Im Jahr 2031 soll die Sonde dem kleinen Asteroiden 1998 KY26 begegnen, der ungewöhnlich schnell rotiert. Es kann sein, dass er größere Mengen Eis enthält.

Zur Originalseite

Pathfinder auf dem Mars

In einer felsigen, braun gefärbten Landschaft steht ein Rover mit Rädern auf einer Plattform mit Solarpaneelen, umgeben von weißen Stofffetzen. Es ist der Marsrover Sojourner, der auf der Raumsonde Mars Pathfinder steht, bevor er zu seiner historischen Erkundung aufbricht.
Bildcredit: Mars Pathfinder, JPL, NASA

Am 4. Juli 1997 landete die Sonde Mars Pathfinder auf dem Mars. Der Abstieg zum Mars gelang mit einem eigenen Feuerwerk, einem Fallschirm und einen schützenden Prallkissen. Damit hüpfte die Sonde wie ein riesiger Wasserball etwa 15 Mal auf und ab, bevor sie schließlich um 19.07 MESZ auf der Marsoberfläche zu liegen kam. Die Landung mit Airbags war damals völlig neu.

Pathfinder schickte dieses farbige Mosaikbild an das Kontrollzentrum auf der Erde. Es ist eine Szene aus einer anderen Welt. Vorne steht der Marsrover Sojourner. Er steht noch auf Pathfinder. Sojourner war der erste erfolgreiche Marsrover. Er ist etwa so groß wie eine große Hauskatze, hat sechs Räder und wird mit Solarpaneelen betrieben.

Rund um Pathfinder liegen die verbrauchten Airbags. Er steht in der Überschwemmungsebene des Ares Vallis, die mit Felsbrocken übersät ist. Am Horizont zeichnen sich ferne Marshügel vor dem bräunlichen Himmel ab. Die Landesonde Pathfinder wurde später in Carl Sagan Memorial Station umbenannt.

Zur Originalseite

Seltsame glatte Flächen auf dem Asteroiden Itokawa

Der Asteroid im Bild ist länglich und leicht gebogen. Seine Oberfläche ist rau, doch einige Stellen sind sehr glatt.
Bildcredit: JAXA, ISAS

Warum sind einige Stellen auf der Oberfläche dieses Asteroiden so glatt? Sehr wahrscheinlich liegt es an seiner inneren Dynamik. Denn er gleicht eher einem Haufen aus losem Geröll als einem festen Felsbrocken.

Die japanische Raumsonde Hayabusa besuchte im Jahr 2005 den ungewöhnlichen Asteroiden Itokawa. Sie fotografierte und dokumentierte die seltsame Struktur seiner Oberfläche und das rätselhafte Fehlen von Kratern. An den Übergängen zwischen glatten und rauen Bereichen finden sich Hinweise auf Bewegungen im Asteroiden. Diese könnten der Grund dafür sein, dass die großen Felsbrocken nahe der Oberfläche von den kleinen getrennt auftreten – ähnlich wie beim Paranuss-Effekt.

Der Astroid misst ca. 500 Meter. Die Roboter-Sonde Hayabusa landete auf einer glatten Stelle, die nun MUSES Sea genannt wird. Das ist ein Wortspiel mit dem früheren Namen der Raumsonde: „MUSES-C“. Hayabusa nahm Proben vom Gestein, die zur Erde gebracht werden. Sie verraten uns einiges darüber, wie der eigenartige Asteroid entstanden ist. Wir lernen auch etwas über die frühen Jahre unsers Sonnensystems. Simulationen mit Computern zeigen, dass der Asteroid Itokawa in ein paar Millionen Jahren mit der Erde zusammenstößt.

Zur Originalseite

Die Erde verlassen

Videocredit: NASA, Labor für Angewandte Physik der JHU, Carnegie Inst. Washington, MESSENGER

Wie sieht es aus, wenn man die Erde verlässt? Das nahm die Raumsonde MESSENGER visuell detailreich auf, als sie 2005 noch einmal an der Erde vorbeiflog. Sie war auf dem Weg zum Planeten Merkur. Das Zeitraffervideo zeigt, wie die rotierende Erde in die Ferne entschwindet. Nur eine Hälfte der Erde reflektiert Sonnenlicht. Es ist so hell, dass es die Sterne überstrahlt.

2011 bis 2015 war die robotische Raumsonde MESSENGER im Orbit um Merkur. Dabei erstellte sie die erste vollständige Karte der Oberfläche. Dabei schaute die Sonde auch zurück auf ihre Heimatwelt. MESSENGER ist eines von wenigen Dingen, die auf der Erde hergestellt wurden und niemals zurückkehren. Am Ende der Mission brachte man MESSENGER bewusst auf Merkurs Oberfläche zum Absturz.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

NanoSail-D2

Die Bilder von NanoSail-D2 entstanden mit einem händisch nachgeführten Teleskop. Obwohl das Objekt sehr weit entfernt ist, sind viele Details erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Ralf Vandebergh

Am 20. Januar 2011 entfaltete die NASA mit NanoSail-D2 ein sehr dünnes und stark reflektierendes Segel im All. Es war 10 Quadratmeter groß. Damit schuf man das erste Raumfahrzeug mit Sonnensegel in einer erdnahen Umlaufbahn. Das Segeln durch den Weltraum wurde oft als Science-Fiction angesehen. Es wurde bereits vor 400 Jahren vom Astronomen Johannes Kepler vorgeschlagen. Er beobachtete, wie der Sonnenwind Kometenschweife antrieb.

Moderne Raumfahrzeuge mit Sonnensegel nutzen den geringen, aber stetigen Druck des Sonnenlichts als Antrieb. Dazu zählen NanoSail-D2, Japans interplanetares Raumfahrzeug IKAROS oder Lightsail A der Planetary Society.

Das Sonnensegel von NanoSail-D2 glitzerte im Sonnenlicht, als es die Erde umkreiste. Es war regelmäßig hell und mit bloßem Auge sichtbar. Diese sehr detaillierten Bilder entstanden, indem der Fotograf das umlaufende Raumschiff mit Sonnensegel mit einem kleinen Teleskop händisch verfolgte.

Zur Originalseite

Huygens‘ Blick auf Titans Oberfläche

Das verschwommene Bild zeigt eine steinige Landschaft, die in orangefarbenes Licht getaucht ist. Die sensationelle Aufnahme stammt von der Landesonde Huygens, die mit Cassini zu Saturn flog und auf dem Mond Titan landete.

Bildcredit: ESA, NASA, JPL, U. Arizona, Landesonde Huygens

Was würde man sehen, wenn man auf Titan stehen könnte? Dieses Farbbild zeigt die Ansicht einer fremdartigen, weit entfernten Landschaft auf Saturns größtem Mond Titan. Im Jahr 2005 nahm die ESA-Sonde Huygens diese Szene auf. Die Sonde sank damals 2,5 Stunden lang durch die dichte Atmosphäre aus Stickstoff, die mit Methan vermischt ist.

Die Felsen könnten aus gefrorenem Wasser und Kohlenwasserstoffen bestehen. Sie sind in unheimliches orangefarbenes Licht getaucht und liegen in der Szene verstreut. Die unwirtlichen Temperaturen betragen -179 °C. Der hellere Stein links unter der Mitte ist ungefähr 15 Zentimeter groß. Er ist 85 Zentimeter von der Kamera entfernt.

Man vermutet, dass die untertassenförmige Raumsonde etwa 15 Zentimeter tief in die Oberfläche von Titan eindrang. Demnach hätte er etwa die Beschaffenheit von nassem Sand oder Lehm.

Die Batterie der Huygens-Sonde machte es möglich, dass etwas mehr als 90 Minuten nach der Landung Daten aufgenommen und gesendet wurden. Die bizarre chemische Umgebung von Titan könnte der Erde ähnlich sein, bevor darauf Leben entstand.

Zur Originalseite