NGC 1316: Nach der Kollision von Galaxien

Das Bild zeigt die Galaxie NGC 1316 - auch bekannt als Fornax A - im Sternbild Chemischer Ofen, die offenbar die Galaxie NGC 1317 rechts oben verschlingt.

Bildcredit und Bildrechte: Aufnahme: Greg Turgeon; Bearbeitung: Kiko Fairbairn

Astronomen werden zu Detektiven beim Versuch, die Ursache für faszinierende Anblicke wie NGC 1316 herauszufinden. Untersuchungen zeigen, dass die gewaltige elliptische Galaxie NGC 1316 vor etwa 100 Millionen Jahren begann, die kleinere benachbarte Spiralgalaxie NGC 1317 rechts oben zu verschlingen. Die dunklen Staubbahnen, die für eine Spiralgalaxie charakteristisch sind, sowie blasse Wirbel und Hüllen aus Sternen und Gas auf diesem weitläufigen, detailreichen Bild sind ein klarer Hinweis.

Ein ungeklärtes Detail sind die ungewöhnlich kleinen Kugelsternhaufen, die als blasse Punkte im Bild zu sehen sind. Die meisten elliptischen Galaxien haben mehr und hellere Kugelsternhaufen als NGC 1316. Die hier beobachteten Kugelsternhaufen sind jedoch zu alt, als dass sie bei der jüngsten Galaxienkollisionen entstanden sein könnten.

Eine Hypothese dazu besagt, dass diese Kugelsternhaufen Überlebende von einer noch älteren Galaxie sind, die von NGC 1316 verschlungen wurde. Ein weiteres überraschendes Merkmal von NGC 1316, die auch als Fornax A bekannt ist, sind ihre riesigen Lappen aus Gas, die im Radio-Wellenlängen hell leuchten.

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Die Antennen erforschen

Die beiden Galaxien NGC 4038 und NGC 4039 kollidieren, sie sind als Arp 244 katalogisiert und werden Antennen genannt.

Bildcredit und Bildrechte: Dietmar Hager, Eric Benson

Beschreibung: Im südlichen Sternbild Rabe (Corvus) kollidieren zwei etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernte große Galaxien. Im Zuge des schwerfälligen Kataklysmus, der Hunderte Millionen Jahre dauert, kollidieren nur selten Einzelsterne in den beiden Galaxien, die als NGC 4038 und NGC 4039 katalogisiert sind. Doch die großen Wolken aus molekularem Gas und Staub in den Galaxien kollidieren häufig und lösen nahe dem Zentrum der kosmischen Karambolage gewaltige Episoden an Sternbildung aus.

Diese faszinierende Aufnahme umfasst mehr als 500.000 Lichtjahre, es zeigt auch neue Sternhaufen und Materie, die durch Gezeitenkräfte weit vom Kollisionsort fortgeschleudert wurde. Das bemerkenswert scharfe, am Boden aufgenommene Bild kombiniert 88 Stunden Aufnahmezeit von 2012 bis 2021 und zeigt die zarten Gezeitenschweife sowie ferne Galaxien im Hintergrund.

Die vielsagende visuelle Gesamterscheinung der ausgedehnten bogenförmigen Strukturen verleihen dem Galaxienpaar, das auch als Arp 244 bekannt ist, seinen landläufigen Namen: die Antennen.

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Die merkwürdigen Galaxien von Arp 273

Diese merkwürdigen Galaxien im Sternbild Andromeda sind als Arp 273 oder auch UGC 1810 katalogisiert.

Bildcredit und Bildrechte: Jason Guenzel

Beschreibung: Die gezackten Sterne im Vordergrund dieses Hinterhof-Teleskopbildes liegen in unserer Milchstraße. Doch die beiden markanten Galaxien, die mehr als 300 Millionen Lichtjahren entfernt sind, liegen weit außerhalb der Milchstraße. Ihre verzerrte Erscheinung entsteht durch Gezeiten, die bei den engen Begegnungen des Paares entstehen.

Die Galaxien sind als Arp 273 (auch UGC 1810) katalogisiert. Sie sehen seltsam aus, doch man weiß inzwischen, dass wechselwirkende Galaxien im Universum weit verbreitet sind.

Die nahe gelegene große Andromeda-Spiralgalaxie ist ungefähr zwei Millionen Lichtjahre entfernt und nähert sich der Milchstraße. Die verzerrten Galaxien von Arp 273 sind vielleicht eine Analogie der Begegnung in ferner Zukunft. Bei wiederholten Begegnungen können Galaxien auf einer kosmischen Zeitskala zu einer einzigen Sternengalaxie verschmelzen.

Aus unserer Perspektive sind die hellen Kerne der Galaxien in Arp 273 nur wenig mehr als 100.000 Lichtjahre voneinander entfernt.

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Wien, 26. Februar 2022, 18h: Führung im Sterngarten mit APOD-Übersetzerin
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Die Regenschirm-Galaxie NGC 4651

Die Spiralgalaxie NGC 4561 im Sternbild Haar der Berenike hat einen Schirm aus Sternen.

Bildcredit und Bildrechte: CFHT, Coelum, MegaCam, J.-C. Cuillandre (CFHT) und G. A. Anselmi (Coelum)

Beschreibung: Es regnet Sterne. Was wie ein riesiger kosmischer Schirm aussieht, entpuppt sich als Gezeitenstrom aus Sternen, die aus einer kleinen Begleitgalaxie gerissen wurden. Die Hauptgalaxie NGC 4561, eine Spiralgalaxie, ist etwa so groß wie unsere Milchstraße, während ihr Sternenschirm offenbar an die 100.000 Lichtjahre über die helle Scheibe dieser Galaxie hinausreicht.

Wahrscheinlich wurde eine kleine Galaxie bei wiederholten Begegnungen auseinandergerissen, während sie auf ihren exzentrischen Bahnen durch NGC 4651 vor- und zurückwanderte. Die verbliebenen Sterne fallen wohl zurück und werden im Laufe der nächsten Millionen Jahre Teil einer vereinten größeren Galaxie.

Dieses Bild wurde mit dem kanadisch-französischen Hawaii-Teleskop (CFHT) auf Hawaii in den USA fotografiert. Die Schirmgalaxie ist ungefähr 50 Millionen Lichtjahre entfernt, sie liegt im gut frisierten nördlichen Sternbild Haar der Berenike (Coma Berenices).

Fast Hyperraum: APOD-Zufallsgenerator
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Die Kaulquappengalaxie von Hubble

Die verzerrte Spiralgalaxie Arp 188, die Kaulquappengalaxie, liegt etwa 420 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Drache.

Bildcredit: Hubble Legacy Archive, ESA, NASABearbeitung: Amal Biju

Beschreibung: Warum hat diese Galaxie einen so langen Schweif? Diese atemberaubende Ansicht basiert auf einem Bild aus dem Nachlass-Archiv des Weltraumteleskops Hubble. Ferne Galaxien bilden hier einen dramatischen Hintergrund für die zerrissene Spiralgalaxie Arp 188, die Kaulquappengalaxie. Die kosmische Kaulquappe liegt etwa 420 Millionen Lichtjahre entfernt im nördlichen Sternbild Drache (Draco). Ihr auffälliger Schweif ist etwa 280.000 Lichtjahre lang und weist massereiche, helle blaue Sternhaufen auf.

Eine Vermutung besagt, dass eine kompaktere eindringende Galaxie vor Arp 188 kreuzte – auf dieser Ansicht von rechts nach links – und durch ihre Schwerkraft hinter die Kaulquappe geschleudert wurde. Während der engsten Begegnung zogen die Gezeitenkräfte Sterne, Gas und Staub aus der Spiralgalaxie heraus, daraus entstand der spektakuläre Schweif.

Die eindringende Galaxie liegt schätzungsweise etwa 300.000 Lichtjahre hinter der Kaulquappe und ist rechts oben hinter den Spiralarmen im Vordergrund zu sehen. Wie ihr irdischer Namensgeber verliert die Kaulquappengalaxie wahrscheinlich ihren Schweif, sobald sie älter wird, wobei die Sternhaufen des Schweifes kleinere Begleiterinnen der großen Spiralgalaxie bilden.

APOD in Weltsprachen: arabisch, bulgarisch, chinesisch (Peking), chinesisch (Taiwan), deutsch, Farsi, französisch, hebräisch, indonesisch, japanisch, katalanisch, koreanisch, kroatisch, montenegrinisch, niederländisch, polnisch, russisch, serbisch, slowenisch, spanisch, taiwanesisch, tschechisch, türkisch, türkisch und ukrainisch

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NGC 3521: Galaxie in einer Blase

Die prächtige Spiralgalaxie NGC 3521 ist nur 35 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Löwe.

Bildcredit und Bildrechte: BeschaffungEric Benson, BearbeitungDietmar Hager

Beschreibung: Die prächtige Spiralgalaxie NGC 3521 ist nur 35 Millionen Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Löwe. Am Himmel des Planeten Erde leuchtet NGC 3521 relativ hell, sie ist mit kleinen Teleskopen leicht sichtbar, wird aber von Amateurfotografen häufig zugunsten anderer Spiralgalaxien im Löwen übersehen, etwa M66 und M65.

Auf diesem farbenprächtigen kosmischen Porträt kann man sie aber kaum ignorieren. Die Galaxie umfasst ungefähr 50.000 Lichtjahre und zeigt uns charakteristische unregelmäßige, irreguläre Spiralarme, die von Staub, rötlichen Sternbildungsregionen und Haufen junger, blauer Sterne gesäumt sind.

Außerdem zeigt dieses detailreiche Bild, dass NGC 3521 in gewaltige blasenähnliche Hüllen eingebettet ist. Die Hüllen sind wahrscheinlich Gezeitenschutt – Sternströme, die aus Begleitgalaxien herausgerissen wurden, die in der fernen Vergangenheit mit NGC 3521 verschmolzen sind.

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Arp 78: Merkwürdige Galaxie in Widder

Die merkwürdige Spiralgalaxie Arp 78 ist ungefähr 100 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt.

Bildcredit und Bildrechte: Bernard Miller

Beschreibung: Die merkwürdige Spiralgalaxie Arp 78 liegt ungefähr 100 Millionen Lichtjahre außerhalb der Sterne und Nebel unserer Milchstraße im dickköpfigen Sternbild Widder. Das Inseluniversum ist auch als NGC 772 bekannt. Es hat einen Durchmesser von mehr als 100.000 Lichtjahren und stellt auf diesem detailreichen kosmischen Porträt einen einzelnen, markanten äußeren Spiralarm zur Schau.

Rechts über der größeren Galaxie liegt ihre hellste Begleitgalaxie, die kompakte NGC 770. Die verschwommene, elliptische Erscheinung von NGC 770 bildet einen hübschen Kontrast in passenden gelblichen Farbtönen zu einem gezackten Stern, der im Vordergrund in der Milchstraße liegt.

Der große Spiralarm von Arp 78 wahrscheinlich auf gravitationsbedingte Gezeiten-Wechselwirkungen zurückzuführen. Er verläuft entlang ausladender Staubbahnen und ist von jungen blauen Sternhaufen gesäumt. Zarte Materieströme verbinden scheinbar Arp 78 mit ihren nahe gelegenen Begleitgalaxien.

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Die Milchstraße über St. Michael’s Mount

Zu St. Michael’s Mount führt bei Niedrigwasser ein Fahrdamm und am Himmel die Milchstraße.

Bildcredit: Simon R. Hudson

Beschreibung: Wo laufen Land und Himmel zusammen? An jedem Horizont – doch hier führt der Pfad auf der Erde zu St. Michael’s Mount (kornisch: Karrek Loos yn Koos), einer kleinen historischen Insel in Cornwall (England). Der Berg ist normalerweise von seichtem Wasser umgeben, doch bei Niedrigwasser verläuft ein von Menschen errichteter Fahrdamm dorthin.

Die Straße am Himmel ist das zentrale Band unserer Milchstraße, sie führt scheinbar ebenfalls zu St. Michael’s Mount, doch in Wirklichkeit ist sie weit entfernt. Der rote Nebel in der Milchstraße knapp über dem Schloss ist der Lagunennebel, links daneben leuchtet der helle Jupiter, und rechts blitzt ein Meteor auf.

Die Vordergrund- und Hintergrundbilder für dieses Kompositbild wurden in derselben Julinacht am selben Ort fotografiert. Meteore sind flüchtig, und die Scheibe der Milchstraße verschiebt sich im Lauf der Nacht, während sich die Erde dreht, doch Jupiter bleibt bis Dezember markant am Abendhimmel.

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Porträt von NGC 3628

NGC 3628 heißt wegen ihrem Aussehen Hamburger-Galaxie, zusammen mit M65 und M66 bildet sie das Leo-Triplett im Sternbild Löwe.

Bildcredit und Bildrechte: Stefano Cancelli (1963-2020), Paul Mortfield

Beschreibung: Scharfe Teleskopansichten von NGC 3628 zeigen eine gebauschte galaktische Scheibe, die von dunklen Staubbahnen geteilt wird.

Dieses detailreiche Porträt der prächtigen, von der Seite sichtbaren Spiralgalaxie erinnert manche Astronomen an ihren beliebten Spitznamen „Hamburger-Galaxie“. Es zeigt auch eine kleine Galaxie in der Nähe, wahrscheinlich eine Begleiterin von NGC 3628, sowie einen blassen, aber ausgedehnten Gezeitenschweif. Der herausgezogene Schweif ist ungefähr 300.000 Lichtjahre lang und reicht sogar über den rechten Rand des Weitwinkelbildes hinaus.

NGC 3628 teilt ihre Nachbarschaft im lokalen Universum mit zwei anderen großen Spiralgalaxien, M65 und M66. Die Gruppe ist auch als Leo-Triplett bekannt. Wahrscheinlich entstanden sowohl der Gezeitenschweif als auch das weiträumige Aufflackern und die Verwerfung dieser Spiralscheibe durch gravitative Wechselwirkungen mit ihren kosmischen Nachbarn.

Das faszinierende Inseluniversum hat einen Durchmesser von ungefähr 100.000 Lichtjahren und liegt 35 Millionen Lichtjahre entfernt im nördlichen Frühlingssternbild Löwe.

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Ein schwarzes Loch zerstört einen vorbeiziehenden Stern

Wenn ein Stern einem Schwarzen Loch zu nahe kommt, können ihn die Gezeitenkräfte auseinanderreißen; Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech

Beschreibung: Was geschieht mit einem Stern, der in die Nähe eines Schwarzen Lochs gelangt? Wenn der Stern ein massereiches Schwarzes Loch direkt trifft, fällt er als Ganzes hinein – und alles verschwindet.

Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Stern nahe genug an das Schwarze Loch herankommt, dass dessen Gravitation die äußeren Schichten des Sterns abzieht oder den Stern auseinanderreißt. Dann fällt ein Großteil vom Gas des Sterns nicht in das Schwarze Loch. Solche Ereignisse stellarer Gezeitenzerstörung können so hell wie eine Supernova sein, und ein immer größerer Teil dieser Ereignisse wird durch automatisierte Himmelsdurchmusterungen entdeckt.

Auf dieser künstlerischen Darstellung hat ein Stern gerade ein massereiches Schwarzes Loch passiert und verliert Gas, das im Orbit zurückbleibt. Der innere Rand einer Scheibe aus Gas und Staub, die das Schwarze Loch umgibt, wird von dem Zerstörungsereignis aufgeheizt und könnte nach dem Verschwinden des Sterns noch lange Zeit nachleuchten.

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Die Sternenströme von NGC 5907

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit und Bildrechte: R Jay Gabany (Blackbird Observatory) – Kollaboration; D.Martinez-Delgado (IAC, MPIA), J.Penarrubia (U.Victoria) I. Trujillo (IAC) S.Majewski (U.Virginia), M.Pohlen (Cardiff)

Beschreibung: Um die Galaxie NGC 5907 verlaufen große Gezeitenströme aus Sternen. Die bogenförmigen Strukturen bilden zarte Schleifen, diese reichen mehr als 150.000 Lichtjahre über die schmale, von der Kante sichtbaren Spirale hinaus, die auch als der Splitter oder Messerschneidengalaxie bekannt ist.

Die Ströme, die auf sehr lang belichteten Aufnahmen dokumentiert wurden, stellen wahrscheinlich die geisterhaften Spuren einer Zwerggalaxie dar – es sind Trümmer einer kleineren Begleitgalaxie, die entlang ihrer Bahn verstreut wurden, nachdem sie allmählich auseinandergerissen wurde und vor mehr als vier Milliarden Jahren mit NGC 5907 verschmolz.

Dieses bemerkenswerte Entdeckungsbild, das mit einem kleinen robotischen Observatorium in New Mexico aufgenommen wurde, stützt schlussendlich das kosmologische Szenario, bei dem große Spiralgalaxien wie unsere Milchstraße durch Einlagerung kleinerer Galaxien entstanden sind. NGC 5907 liegt etwa 40 Millionen Lichtjahre entfernt im nördlichen Sternbild Drache.

Science-Fiction in Wien: 2-teilige Exkursion 21. und 28. November – 2. Termin mit dem Kabarettisten und Perry-Rhodan-Autor Leo Lukas!

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