Die Kante der Spindelgalaxie

Durch eine Galaxie, die von der Seite zu sehen ist, verläuft ein dunkler Strich. Um den Strich herum ist sie heller, nach außen hin ist sie von eihem leuchtenden Flausch umgeben. Die Sterne im Vordergund sind dünn und ungleichmäßig verteilt.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block, Mt. Lemmon SkyCenter, U. Arizona

Was für ein Himmelsobjekt ist das? Es ist eine relativ normale Galaxie, aber wir sehen sie von der Seite. Eigentlich sind viele Scheibengalaxien so dünn wie NGC 5866, die hier gezeigt wird. Aber wir sehen sie aus unserem Blickwinkel nicht von der Seite. Eine Galaxie, bei der wir auf die Kante blicken und die wir gut kennen, ist unsere Galaxis.

Die Spindelgalaxie ist als M102 und NGC 5866 katalogisiert. Sie besitzt viele komplexe Staubbahnen, die dunkel und rot erscheinen. Die vielen hellen Sterne in der Scheibe verleihen ihr einen bläulichen Farbton. Die bläuliche Scheibe aus jungen Sternen ist deutlich breiter als der Staub in der extrem dünnen galaktischen Ebene.

Es gibt Hinweise, dass während der letzten Milliarde Jahre kleinere Galaxien in die Spindelgalaxie gestürzt sind. Ein Hinweis sind mehrere Ströme aus blassen Sternen und dunklem Staub, die von der Hauptebene der Galaxie ausgehen. Ein anderer Hinweis ist eine umgebende Galaxiengruppe, die wir hier nicht sehen.

Viele Scheibengalaxien sind dünn, weil das Gas, aus dem sie entstehen, mit sich selbst kollidiert, wenn es um das Schwerezentrum rotiert. Die Spindelgalaxie ist ungefähr 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Wir sehen sie im Sternbild Drache (Draco).

Zur Originalseite

Der Kampf in NGC 3256

Die Galaxie im Bild sieht wild und unregelmäßig aus. Ihre Sterne wirken wie ein wild geschleuderter Nebel, der ein helles Zentrum mit markanten dunklen Staubbahnen umgibt.
Bildcredit und Lizenz: NASA, ESA, Weltraumteleskop Hubble

Die Galaxie NGC 3256 wirkt merkwürdig. Sie ist geprägt von einer ungewöhnlich hellen Zentralregion, wirbelnden Staubbahnen und ausladenden Gezeitenschweife. Sie sind die das Nachspiel einer wahrhaft kosmischen Kollision. Der Kampf zweier getrennter Galaxien dauert schon 500 Millionen Jahre. Er reicht auf diesem scharfen Bild von Hubble über etwa 100.000 Lichtjahre.

Wenn zwei Galaxien kollidieren, treffen sich ihre einzelnen Sterne nur selten. Stattdessen stoßen riesige galaktische Wolken aus Molekülen und Staub gegeneinander. Dann beginnen eindrucksvolle Ausbrüche an Sternbildung. Die beiden Galaxien hatten ursprünglich die Form von Spiralen. Vor dem Kampf hatten sie eine ähnliche Masse. Nun sind ihre Scheiben nicht mehr getrennt, und die beiden Galaxienkerne sind hinter undurchsichtigem Staub verschwunden. In wenigen Hundert Millionen Jahren verschmelzen wohl auch ihre Kerne. Dann wird aus NGC 3256 eine einzelne, große elliptische Galaxie.

NGC 3256 ist fast 100 Millionen Lichtjahre entfernt. Die Galaxie liegt im südlichen Segelsternbild Segel des Schiffs (Vela). Im Hintergrund sind viele Galaxien verteilt, die noch weiter entfernt sind. Die gezackten Sterne leuchten im Vordergrund.

Zur Originalseite

Galaxien im Fluss

Mitten im Bild sehen wir eine große Galaxie von der Seite. Rechts darüber ist eine kleine Galaxie sehr nahe, die vermutlich bald verschluckt wird. Die große Galaxie ist NGC 1532, die kleine Zwerggalaxie ist als NGC 1531 katalogisiert.

Bildcredit und Bildrechte: Michel Meunier, Laurent Bernasconi, Janus Team

Große Galaxien wachsen, indem sie kleine aufnehmen. Auch unsere Milchstraße betreibt galaktischen Kannibalismus. Wenn kleine Galaxien ihr zu nahe kommen und ihre Gravitation sie erfasst, werden sie verschluckt. Diese Praxis ist im Universum alltäglich. Auch dieses auffällige Paar wechselwirkender Galaxien ist ein Beispiel dafür. Sie liegen am Ufer des Flusses Eridanus, einem südlichen Sternbild.

Die große, verzerrte Spirale NGC 1532 ist mehr als 50 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie trägt einen Kampf durch Gravitation mit der Zwerggalaxie NGC 1531 aus. Sie liegt rechts neben der Mitte. Die kleinere Galaxie verliert am Ende. Wir sehen die Spirale NGC 1532 von der Seite. Sie ist ungefähr 100.000 Lichtjahre breit. Das scharfe Bild zeigt das Paar sehr detailgetreu. Es ähnelt vermutlich einem gut untersuchten System, das aus einer Spirale und einer kleinen Begleiterin besteht. Wir sehen die beiden Galaxien von oben. Sie sind als M51 bekannt.

Zur Originalseite

Der Blick auf M101

Die Galaxie M101 links oben wird von der Zwerggalaxie NGC 5474 begleitet. Ihre Spiralstruktur wurde mit dem Leviathan von Parsonstown von Lord Rosse erfasst.

Bildcredit und Bildrechte: Joonhwa Lee

Die große Spiralgalaxie M101 ist einer der letzten Einträge in Charles Messiers berühmtem Katalog, aber sicher nicht der unwichtigste. Die Galaxie ist riesig. Sie misst ungefähr 170.000 Lichtjahre. Damit ist sie fast doppelt so groß wie unsere Milchstraße. M101 war einer der ursprünglichen Spiralnebel, die im 19. Jahrhundert mit Lord Rosses großem Teleskop beobachtet wurden. Das riesige Fernrohr wurde auch Leviathan von Parsonstown genannt.

Rechts unten zeigt das aktuelle Teleskopbild von M101 eine Begleiterin. Es ist die Zwerggalaxie NGC 5474. Die gezackten Sterne liegen vorne in der Milchstraße. Ihre Farben finden wir auch im Sternenlicht der großen Universumsinsel. Kühle, gelbliche Sterne prägen den Kern. Die stattlichen Spiralarme sind von blauen, heißen jungen Sternen gesäumt. Undurchsichtige Staubbahnen und rosarote Regionen mit Sternbildung mischen sich in die Arme.

M101 hat auch den Namen Feuerradgalaxie. Sie ist etwa 23 Millionen Lichtjahre entfernt und liegt am Rand des nördlichen Sternbildes Große Bärin (Ursa Major). NGC 5474 wurde wahrscheinlich bei früheren Begegnungen durch die Gravitation der größeren Galaxie verzerrt.

Zur Originalseite

NGC 289: Strudel am südlichen Himmel

Mitten im Bild schwebt eine Spiralgalaxie zwischen Sternen. Wir sehen sie schräg von oben. Das Zentrum ist dicht und leuchtet gelblich, außen herum sind lose Spiralarme aus blauen Sternhaufen gewickelt. Die Galaxie ist im Bild von Sternen umgeben.

Bildcredit und Bildrechte: Adam Block, ChileScope

Die prächtige Spiralgalaxie NGC 289 ist etwa 70 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie ist größer als unsere Milchstraße. Wir sehen sie fast von oben. Der helle Kern und die farbige zentrale Scheibe gehen in auffallend schwache, bläuliche Spiralarme über. Die ausgedehnten Arme reichen mehr als 100.000 Lichtjahre über das Zentrum der Galaxie hinaus.

Das scharfe Porträt der Galaxie entstand mit einem Teleskop. Der Hauptspiralarm trifft rechts unten auf eine kleine elliptische Begleitgalaxie, die verschwommen wirkt. Sie steht in Wechselwirkung mit der gewaltigen Galaxie NGC 289. Die gezackten Sterne liegen im Vordergrund der Szene, und zwar in der Milchstraße im südlichen Sternbild Bildhauer.

Zur Originalseite

Die Nadelöhrgalaxie NGC 247 und ihre Freundinnen

Rechts ist die Galaxie NGC 247. Sie hat eine kahle Stelle in den Spiralarmen, daher erinnert ihr Aussehen an ein Nadelöhr. Links unten ist eine Kette aus mehreren Galaxien, von denen mindestens zwei miteinander wechselwirken.

Bildcredit und Bildrechte: CHART32 Team, BearbeitungJohannes Schedler

Die Spiralgalaxie NGC 247 ist etwa 70.000 Lichtjahre groß, also etwas kleiner als unsere Milchstraße. Die gemessene Entfernung beträgt nur 11 Millionen Lichtjahre, Sie ist also relativ nahe. Wir sehen die Galaxie, die dieses Teleskopfeld bestimmt, fast von der Seite. Sie liegt im südlichen Sternbild Walfisch.

Auf einer Seite hat die Scheibe der Galaxie eine ausgeprägte Leere. So bekam sie ihren gängigen Namen Nadelöhrgalaxie. Das scharfe Porträt zeigt auch viele Galaxien im Hintergrund. Links unter NGC 247 verläuft zum Beispiel eine markante Kette aus vier Galaxien. Es ist die Burbidge-Kette.

Die Galaxien der Burbidge-Kette sind ungefähr 300 Millionen Lichtjahre entfernt. Das detailreiche Bild zeigt, dass zwei Galaxien links in der Kette miteinander wechselwirken. Sie sind durch eine blasse Materiebrücke verbunden. NGC 247 und die glänzende Spirale NGC 253 gehören zur Sculptor-Galaxiengruppe.

Zur Originalseite

Die Galaxie NGC 474: Schalen und Sternströme

Die Galaxie mitten im Bild ist von eigentümlichen Schalen umgeben. Rechts daneben ist eine kleinere Galaxie, die eher gewöhnlich aussieht. Im Vordergrund sind unterschiedlich große Sterne verteilt.

Bildcredit: CFHT, Coelum, MegaCam, J.-C. Cuillandre (CFHT) und G. A. Anselmi (Coelum)

Was passiert mit der Galaxie NGC 474? Sie hat unerwartete vielfache Schichten, die seltsam komplex schimmern. Auf Bildern mit weniger Details wirkt die elliptische Galaxie relativ strukturlos. Derzeit wissen wir nicht, wie die Hüllen entstehen. Vielleicht handelt es sich um Gezeitenschweife und Reste, die in den vergangenen Milliarden Jahren von vielen kleinen Galaxien übrig geblieben sind.

Doch vielleicht sind die Hüllen ähnlich wie Wellen in einem Teich. Bei der Kollision mit der Spiralgalaxie NGC 474, die noch andauert, sind Dichtewellen entstanden, die sich im galaktischen Riesen ausbreiten.

Was auch immer die Ursache ist – zumindest ist man sich zunehmend darüber einig, dass wenigstens einige elliptische Galaxien in jüngster Vergangenheit entstanden sind. Das zeigt auch dieses Bild. Die äußeren Höfe der meisten großen Galaxien sind nicht ebenmäßig, sondern haben viele Schichten. Sie entstehen, wenn größere Galaxien mit kleineren Galaxien in der Nähe wechselwirken und sie einlagern. Auch Hof um unsere Milchstraße hat unerwartet viele Schichten.

NGC 474 ist ungefähr 250.000 Lichtjahre breit. Die Distanz beträgt 100 Millionen Lichtjahre. Sie befindet sich im Sternbild Fische (Pisces).

Zur Originalseite

NGC 2623: Hubble zeigt, wie Galaxien verschmelzen

Zwei Galaxien bilden ein verworrenes Knäul, aus dem links und rechts gebogene Gezeitenschweife ausgeschleudert werden. Das ganze Gewirr ist von blauen Sternen geprägt, die erst kürzlich entstanden sind.

Bildcredit: ESA/Hubble und NASA

Wo entstehen Sterne, wenn Galaxien kollidieren? Um das klären, nahm das Weltraumteleskop Hubble die nahe Verschmelzung der Galaxien in NGC 2623 auf. Neben Hubblebildern von NGC 2623 werden auch Bilder im Infrarotlicht des Weltraumteleskops Spitzer untersucht. Aufnahmen im Röntgenlicht stammen von XMM-Newton und Bilder im Ultraviolettlicht von GALEX. Dabei zeigt sich, dass die beiden ursprünglichen Spiralgalaxien nun stark gefaltet wirken. Ihre Kerne vereinten sich zu einem aktiven galaktischen Kern.

Der Kern liegt mitten im Bild. In seiner Nähe und an den gedehnten Gezeitenschweifen, die an beiden Seiten herauslaufen, geht die Sternbildung weiter. Auch in einer Region links über dem Kern gibt es Haufen heller blauer Sterne. Das war etwas überraschend. Wenn Galaxien kollidieren, dauert das oft Hunderte Jahrmillionen. Das wird durch Gravitation ausgelöst und gesteuert. Die Galaxien erfahren dabei mehrere zerstörerische Annäherungen.

NGC 2623 ist auch als Arp 243 bekannt. Sie ist 50.000 Lichtjahre breit und liegt zirka 250 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Krebs. Oft ist es schwierig oder sogar unmöglich, die ursprünglichen Galaxien und den Ablauf ihrer Verschmelzung zu rekonstruieren. Doch es ist wichtig, um besser zu verstehen, wie sich unser Universum entwickelt hat.

Zur Originalseite