Weltraumteleskop Webb zeigt Carinas Klippen

Das Weltraumteleskop James Webb zeigt einen Wolkenrand im Carinanebel im Sternbild Schiffskiel

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI

Sterne haben diese Klippen geschaffen. Genauer gesagt: Die zerstörerischen Winde und das energiereiche Licht der Sterne im offenen Haufen NGC 3324 haben Teile eines Berges aus dunklem, interstellarem Staub im nördlichen Teil des Carinanebels abgetragen. Mehrere dieser Sterne leuchten am oberen Rand dieses sehr detailreichen Bildes, das kürzlich mit dem James-Webb-Weltraumteleskop aufgenommen wurde. Es ist das größte astronomische Teleskop, das je gestartet wurde.

Webb besitzt einen sehr großen Spiegel und kann in Infrarotlicht sehen, das Staub durchdringen kann. Daher konnte es faszinierende Details im Staub abbilden, Hunderte zuvor verborgene Sterne und sogar einige weit entfernte Galaxien darstellen. Die zerklüfteten Klippen im Bild befinden sich in einem Teil von Carina, der als Gabriela-Mistral-Nebel bekannt ist. Wenn man das Bild dreht und einen größeren Ausschnitt betrachtet, sieht er ähnlich aus wie das Profil der berühmten chilenischen Dichterin.

Die Nebelklippen liegen etwa 7600 Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Schiffskiel (Carina).

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Berge an Staub im Carinanebel

Das Bild zeigt Staubgebirge im Carinanebel, es sind Sternbildungsregionen im Sternbild Carina (Schiffskiel)

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung: Javier Pobes

Im Carinanebel heißt es Sterne gegen Staub, und die Sterne gewinnen. Genauer gesagt verdampfen und zerstreuen die staubigen Sternentstehungsgebiete durch das energiereiche Licht und die Winde von massereichen, neu entstandenen Sternen, in denen sie entstanden.

Die Säule liegt im Carinanebel und ist informell als Mystischer Berg bekannt. Ihre Erscheinung ist von dunklem Staub geprägt, obwohl sie großteils aus klarem Wasserstoff besteht. Staubsäulen wie diese sind in Wirklichkeit viel dünner als Luft. Wie Berge wirken sie nur wegen ihrer relativ kleinen Mengen an undurchsichtigem interstellarem Staub.

Dieses Bild ist etwa 7500 Lichtjahre entfernt. Es wurde mit dem Weltraumteleskop Hubble fotografiert und zeigt eine etwa drei Lichtjahre breite innere Region von Carina. In wenigen Millionen Jahren werden die Sterne wahrscheinlich die Oberhand gewinnen, und der ganze Staubberg verdampft.

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Der große Nebel in Carina

Der große Carinanebel NGC 3372 mit dem Schlüssellochnebel NGC 3324 und dem Stern Eta Carinae ist vermutlich eine regelrechte Supernovafabrik.

Bildcredit und Bildrechte: Ignacio Javier Diaz Bobillo

Beschreibung: In einem sehr hellen Teil der Milchstraße liegt ein Nebel, in dem äußerst seltsame Dinge geschehen. NGC 3372 ist als der große Nebel in Carina bekannt, er enthält massereiche Sterne und veränderliche Nebel. Der Schlüssellochnebel NGC 3324 – die helle Struktur knapp unter der Bildmitte – enthält einige dieser massereichen Sterne.

Hier ist der ganze Carinanebel abgebildet, er umfasst mehr als 300 Lichtjahre und liegt etwa 7500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schiffskiel. Eta Carinae, der energiereichste Stern im Nebel, war in den 1830er-Jahren einer der hellsten Sterne am Himmel, verlor danach aber dramatisch an Leuchtkraft.

Vielleicht steht Eta Carinae an der Schwelle zu einer Supernovaexplosion. Röntgenbilder lassen vermuten, dass ein Großteil des Carinanebels eine regelrechte Supernovafabrik ist.

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Schätze der Nacht auf den Malediven

Alpha Centauri, Hadar, das Kreuz des Südens und der Carinanebel in der Milchstraße über der Insel Madivaru bei den Malediven.

Bildcredit und Bildrechte: Petr Horálek (ESOPhoto-Botschafter, Institut für Physik in Opava)

Beschreibung: Der südlichste Teil der Milchstraße enthält nicht nur die Sterne im Kreuz des Südens, sondern auch Alpha Centauri, das unserer Sonne am nächsten liegende Sternsystem.

Das Kreuz des Südens hat an der Spitze den hellen, gelblichen Stern Gamma Crucis. Eine Linie von Gamma Crucis durch den blauen Stern Acrux am unteren Ende des Kreuzes zeigt zum Himmelssüdpol, der auf diesem Bild von Anfang März über einer kleinen Insel liegt. Diese Insel ist Madivaru auf den Malediven im Indischen Ozean.

Vor dem blassen Sternenlicht der Milchstraße liegt links neben dem Kreuz der dunkle Kohlensacknebel. Noch weiter links entlang der Milchstraße leuchten die hellen Sterne Alpha Centauri (links) und Beta Centauri (Hadar). Alpha Centauri A ist ein sonnenähnlicher Stern, der ein Dreifachsternsystem mit Exoplaneten verankert. Er ist nur 4,3 Lichtjahre entfernt. Von Alpha Centauri aus gesehen wäre unsere Sonne ein heller gelblicher Stern im ansonsten erkennbaren Sternbild Kassiopeia.

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Eta Car: 3D-Modell des gefährlichsten bekannten Sterns


Videocredit: NASA, CXC, April Hobart; Text: Michael F. Corcoran (NASA, Catholic U., HEAPOW)

Beschreibung: Welcher ist der gefährlichste Stern in der Nähe der Erde? Viele meinen, es wäre Eta Carinae, ein Doppelsternsystem mit etwa 100 Sonnenmassen, das knapp 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Eta Carinae ist eine tickende Zeitbombe, er könnte in wenigen Millionen Jahren als Supernova explodieren und dabei die Erde in gefährliche Gammastrahlen tauchen.

Der Stern hatte in den 1840er-Jahren einen spektakulären Ausbruch, bei dem er zum hellsten Stern am Südhimmel wurde, danach verschwand er in wenigen Jahrzehnten in der Versenkung. Der Stern wurde nicht zerstört, doch er ist hinter einer dicken, expandierenden zweilappigen Struktur namens Homunkulus verborgen, die den Doppelstern umgibt. Untersuchungen der Auswürfe liefern forensische Hinweise zur Explosion.

Dank der Beobachtungen der NASA-Satelliten wurde die dreidimensionale Verteilung der Auswürfe visualisiert – von Infrarot über sichtbares und ultraviolettes Licht bis hin zur äußersten Hülle, die Millionen Grad heiß und nur im Röntgenlicht sichtbar ist.

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Nördlicher Carinanebel

Der nördliche Teil des Carina-Nebels im Sternbild Schiffskiel.

Bildcredit und Bildrechte: Roberto Colombari

Beschreibung: Der große Carinanebel enthält seltsame Sterne und kultige Nebel. Das riesige Sternentstehungsgebiet ist nach seinem Heimatsternbild benannt. Der Nebel ist größer und heller als der Orionnebel, aber weniger bekannt, weil er so weit im Süden liegt und ein großer Teil der Menschheit weiter nördlich lebt.

Dieses Bild zeigt viele Details im nördlichsten Teil des Carinanebels. Zu den sichtbaren Nebeln zählen halbkreisförmige Fasern, die den aktiven Stern Wolf-Rayet 23 (WR23) ganz links umgeben. Links neben der Bildmitte liegt der Gabriela-MistralNebel, er besteht aus dem Emissionsnebel IC 2599 aus leuchtendem Gas, der den kleinen offenen Sternhaufen NGC 3324 umgibt. Über der Bildmitte liegt der größere Sternhaufen NGC 3293, rechts daneben der relativ blasse Emissionsnebel mit der Bezeichnung Loden 153.

Der berühmteste Bewohner des Carinanebels ist jedoch nicht im Bild. Rechts unten liegt außerhalb des Bildes der helle, wechselhafte, dem Untergang geweihte Stern Eta Carinae. Er war einst einer der hellsten Sterne am Himmel, voraussichtlich explodiert er in den nächsten Millionen Jahren als Supernova.

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Vom Orion zum Kreuz des Südens

Kultobjekte des Himmels über dem Bombo-Steinbruch in Ostaustralien.

Bildcredit und Bildrechte: Lucy Yunxi Hu

Beschreibung: Dieser Himmel ist voller leuchtenden Kultobjekte. Ganz links steht das vertraute Sternbild Orion, das von drei einprägsam aufgereihten Gürtelsternen geteilt ist und in dem sich der berühmte Orionnebel befindet. Beide sind teilweise von der Barnardschleife umgeben. Links neben der Mitte strahlt der hellste Stern der Nacht: Sirius.

Über der Bildmitte wölbt sich das zentrale Band unserer Milchstraße. Rechts oben befinden sich die beiden hellsten Begleitgalaxien der Milchstraße, die Große Magellansche Wolke (GMW) und die Kleine Magellansche Wolke (KMW). Ebenfalls ganz rechts seht ihr über dem wolkenverhangenen Horizont das Sternbild Crux aus vier Sternen, die das kultige Kreuz des Südens bilden.

Das Bild entstand aus 18 aufeinanderfolgenden Aufnahmen, die Ende letzten Jahres mit derselben Kamera am selben Ort in Ostaustralien fotografiert wurden. Im Vordergrund öffnen sich die malerischen Basaltsäulen der Bombo-Steinbruchs und geben den Blick auf den weiten Pazifischen Ozean frei.

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HH 666: Staubsäule mit Strahl in Carina

Das Bild zeigt die Staubsäule HH 666 im Carina-Nebel, aufgenommen mit dem Weltraumteleskop Hubble.

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung und Bildrechte: Mehmet Hakan Özsaraç

Beschreibung: Manche erkennen hier einen Bienenstock. Tatsächlich zeigt dieses Bild des Weltraumteleskops Hubble eine mehr als zwei Lichtjahre lange kosmische Staubsäule. In ihrem Inneren befindet sich Herbig-Haro 666 – das ist ein junger Stern, der mächtige Strahlen ausstößt.

Die Struktur liegt in einem der größten Sternbildungsgebiete in unserer Galaxis, dem Carinanebel, dieser leuchtet etwa 7500 Lichtjahre entfernt am Südhimmel. Der geschichtete Umriss der Säule wird von den Winden und der Strahlung von Carinas jungen, heißen, massereichen Sternen geformt. Einige von ihnen entstehen noch im Inneren des Nebels.

Eine Ansicht in Infrarotlicht, das den Staub durchdringt, zeigt die beiden schmalen, energiereichen Strahlen, die von einem noch verborgenen jungen Stern ausströmen.

Verschoben: Führung im Sterngarten Georgenberg, Wien: Himmelsbeobachtung bei Schönwetter am Samstag, 18. Dezember, 17 Uhr mit APOD-Übersetzerin Maria Pflug-Hofmayr (Anmeldung erforderlich)

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Die Wolken im Carinanebel

Der Carinanebel ist als NGC 3372 katalogisiert, er umfasst mehr als 300 Lichtjahre und liegt etwa 7500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schiffskiel.

Bildcredit und Bildrechte: John Ebersole

Beschreibung: Welche Formen lauern im Carinanebel? Die dunklen, bedrohlichen Formen sind eigentlich Molekülwolken, also Knoten aus molekularem Gas und Staub, die so dicht sind, dass sie undurchsichtig wurden. Im Vergleich sind diese Wolken jedoch typischerweise viel weniger dicht als die Erdatmosphäre.

Hier seht ihr ein detailreiches Bild vom Zentrum des Carinanebels. In diesem Teil sind sowohl dunkle als auch farbige Wolken aus Gas und Staub besonders markant. Das Bild wurde Mitte 2016 am Siding Spring Observatory in Australien fotografiert. Der Nebel besteht vorwiegend aus Wasserstoff, der hier grün gefärbt wurde. Dem Bild wurden Farben zugewiesen, sodass Licht, das von Schwefel– und Sauerstoffspuren abgestrahlt wird, rot beziehungsweise blau abgebildet ist.

Der ganze Carinanebel ist als NGC 3372 katalogisiert, er umfasst mehr als 300 Lichtjahre und liegt etwa 7500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schiffskiel. Eta Carinae, der energiereichste Stern im Nebel, war in den 1830er-Jahren einer der hellsten Sterne am Himmel, verblasste dann aber dramatisch.

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WR32 und interstellare Wolken in Carina

WR32 und NGC 3324 - der Gabriela-Mistral-Nebel - im Carinanebel im Sternbild Schiffskiel.

Bildcredit und Bildrechte: Ariel Cappelletti

Beschreibung: Sterne können wahre Künstler sein. Mit interstellarem Gas als Leinwand bildete ein massereicher, stürmischer Wolf-Rayet-Stern die malerisch zerzausten halbkreisförmigen Fasern links im Bild mit der Bezeichnung WR32. Zusätzlich bildeten die Winde und Strahlung des kleinen Sternhaufens NGC 3324 rechts oben eine 35 Lichtjahre große Höhlung, in deren rechter Seite das Profil eines Gesichtes erkennbar ist. Der landläufige Name der Region ist Gabriela-Mistral-Nebel nach der berühmten chilenischen Dichterin.

Die beiden interstellaren Nebel liegen ungefähr 8000 Lichtjahre entfernt im großen Carinanebel, einer komplexen Sternumgebung mit zahlreichen Wolken aus Gas und Staub, die voller fantastischer und fantasieanregender Formen sind. Diese Teleskopansicht zeigt die charakteristischen Emissionen dieser Nebel, die von ionisierten Schwefel-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen stammen. Diese wurden in roten, grünen und blauen Farbtönen der beliebten Hubble-Palette kartiert.

Neu: APOD ist jetzt auf Bulgarisch verfügbar!
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Der Südhimmel aus 11.500 Metern Höhe

Südhimmel mit Carinanebel, Gum-Nebel, Kanopus im Sternbild Schiffskiel, Große und Kleine Magellansche Wolke.

Bildcredit und Bildrechte: Ralf Rohner

Beschreibung: Die Sehenswürdigkeiten des Südhimmels leuchten auf dieser prächtigen Ansicht des Nachthimmels über dem wolkigen Planeten Erde. Die Szene wurde im Cockpit eines Flugzeugs in einer Höhe von 11.500 Metern fotografiert, und zwar auf einem ruhigen Flug Richtung Westen nach Lima in Peru. Für dieses scharfe Astrofoto aus der Luft wurden aus einer Serie kurz belichteter Aufnahmen die besten ausgewählt und digital übereinandergelegt.

Das breite Band der südlichen Milchstraße beginnt links oben mit dem dunklen Kohlensacknebel und dem Kreuz des Südens. Im diffusen Sternenlicht erkennt ihr den Carinanebel und rechts den großen Gum-Nebel. Kanopus, Alphastern im Sternbild Schiffskiel und der zweithellste Stern am irdischen Nachthimmel, ist unter der Milchstraße leicht erkennbar, ebenso die Zwerggalaxie, die als Große Magellansche Wolke bekannt ist. Die Kleine Magellansche Wolke ragt gerade noch über den bewölkten Horizont. Auch der Himmelssüdpol befindet in diesem sternklaren südlichen Himmelsausschnitt.

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