Bennu dreidimensional

Die Form des Asteroiden Bennu erinnert an einen Kreisel, aber er wirkt eher wie eine Geröllhalde. Der linke Rand ist rot, der rechte cyanfarben. Wenn man das Bild mit rot-blauen Brillen betrachtet, wirkt er dreidimensional.

Bildcredit: NASA, GSFC, U. Arizona – Rechte am Stereobild: Patrick Vantuyne

Wenn ihr eure Rot-Blau-Brille aufsetzt, schwebt ihr neben dem Asteroiden 101955 Bennu. Bennu ist ein winziger Himmelskörper, der zu unserem Sonnensystem gehört. Er hat die Form eines sich drehenden Kreisels. Seine raue Oberfläche ist mit Felsbrocken übersät. Bennu hat einen Durchmesser, der in etwa der Höhe des Empire State Building entspricht: weniger als 500 Meter.

Die Bilder, aus denen dieses 3-D-Anaglyphenbild erstellt wurde, wurden am 3. Dezember 2018 von der PolyCam an Bord der Raumsonde OSIRIS_REx aus einer Entfernung von etwa 80 Kilometern aufgenommen. Im Mai 2021 verließ OSIRIS_REx die Umgebung von Bennu mit einer Probe von der felsigen Oberfläche des Asteroiden an Bord. Im September 2023 brachte die ferngesteuerte Raumsonde die Probe erfolgreich zur Erde zurück.

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Ida und Dactyl: Asteroid und Mond

Links ist ein unregelmäßiger, kartoffelförmiger Körper, rechts daneben ein winziger kleiner Körper. Es sind der Asteroid Ida mit seinem kleinen Mond Dactyl.

Bildcredit: NASA, JPL, Mission Galileo

Dieser Asteroid hat einen Mond. Die Raumsonde Galileo war 1993 unterwegs zur Erforschung des Jupitersystems. Auf ihrer langen interplanetaren Reise begegnete sie zwei Asteroiden und fotografierte sie. Der zweite Kleinplanet, den sie fotografierte, war 243 Ida. Bei ihm entdeckte die Astronomin Ann Harch ein Mond.

Der winzige Mond namens Dactyl hat einen Durchmesser von nur etwa 1,6 Kilometern. Auf dem Bild ist er der kleine Punkt rechts. Ida ist dagegen etwa 60 Kilometer lang und 25 Kilometer breit, also viel größer.

Dactyl ist der erste Mond, der je bei einem Asteroiden entdeckt wurde. Mittlerweile wissen wir jedoch, dass viele Asteroiden Monde haben. Die Namen der Kleinplaneten Ida und Dactyl stammen aus der griechischen Mythologie.

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Kollision beim Asteroiden Dimorphos

Videocredit: ASI NASA, Johns Hopkins APL, DART, LICIACube, LUKE, IOP

Was macht diese Kollision so ungewöhnlich? Im Jahr 2022 testete die NASA eine Technologie, die vielleicht einmal die Erde retten kann: Das kleine Raumschiff DART kollidierte absichtlich mit dem kleinen Asteroiden Dimorphos. Er ist der Mond des größeren Asteroiden Didymos.

Man erwartete, dass sich die Umlaufbahn von Dimorphos durch den Zusammenstoß verändert. Vielleicht kann man in Zukunft die Erde mit einer ähnlichen Vorgangsweise vor einem gefährlichen Asteroiden bewahren. Die Analyse neuer Daten zeigt aber, dass die Sache anders ausging als erwartet. Den Grund dafür suchen Wissenschaftler noch.

Das Zeitraffer-Video stammt von der abgesetzten LICIACube-Kamera LUKE. Es zeigt, wie sich das Trümmerfeld nach der Kollision etwa 250 Sekunden lang ausbreitet. Didymos fliegt vorne unbehelligt durch das Bild.

Erst 2026 erreicht die europäische Raumfahrtmission Hera die beiden Asteroiden. Sie soll vor Ort drei kleine Raumschiffe absetzen. Diese sollen den Ausgang der Kollision weiter untersuchen.

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Der Asteroid Donaldjohanson

Die Raumsonde Lucy schickte dieses Bild des Kleinplaneten Donaldjohanson. Der längliche Körper ist zweilappig und von vielen Kratern bedeckt.

Bildcredit: Lucy/NASA/Goddard/SwRI/Johns Hopkins APL/NOIRLab

Am 20. April hatte die Raumsonde Lucy ihre zweite Begegnung mit einem Kleinplaneten aus dem Asteroiden-Hauptgürtel. Diese scharfe Nahaufnahme des Asteroiden (52246) Donaldjohanson wurde mit Lucys Weitwinkelkamera aus einer Entfernung von etwa 1100 km aufgenommen.

Der Asteroid ist etwa 8 Kilometer lang und 3,5 Kilometer breit. Seine längliche Form ist typisch für ein Kontaktsystem. Wahrscheinlich entstand er vor etwa 150 Millionen Jahren bei einem sachten Zusammenstoß zweier kleinerer Körper. Der Namenspate des Asteroiden ist der amerikanische Paläoanthropologe Donald Johanson. Er ist der Entdecker des Hominidenfossils Lucy.

Die Raumsonde Lucy startete im Oktober 2021. Sie setzt dieses Jahr ihre Reise durch den Asteroidengürtel fort, ist aber bereits auf dem Weg zu Jupiters Trojaner-Asteroiden. Voraussichtlich besucht Lucy im August 2027 (3548) Eurybates, ihren ersten Trojaner-Asteroiden.

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Asteroid Bennu enthält Bausteine des Lebens

Videocredit: Daten: NASA, SVS, U. Arizona, CSA, York U., MDA; Visualisierung: Kel Elkins (lead, SVS); Text: Ogetay Kayali (Michigan Tech U.)

Was kann uns ein Weltraumfelsen über das Leben auf der Erde sagen? Die NASARaumsonde OSIRIS-REx näherte sich im Oktober 2020 vorsichtig dem erdnahen Asteroiden 101955 Bennu, um Oberflächenproben zu sammeln. Im September 2023 brachte das Roboter-Raumschiff diese Proben zur Erde zurück.

Eine kürzlich durchgeführte Analyse ergab überraschenderweise, dass die Proben 14 von 20 bekannten Aminosäuren enthielten, die wesentlichen Bausteine des Lebens. Das Vorhandensein der Aminosäuren wirft erneut eine große Frage auf: Könnte das Leben im Weltraum entstanden sein?

Die Proteinbausteine selbst boten jedoch noch eine weitere Überraschung: Sie enthielten eine gleichmäßige Mischung aus links- und rechtshändigen Aminosäuren – im Gegensatz zu unserer Erde, die nur linkshändige Aminosäuren besitzt. Dies wirft eine weitere große Frage auf: Warum hat das Leben auf der Erde nur linkshändige Aminosäuren? Die Forschung zu diesem Thema wird sicherlich fortgesetzt.

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Phaethons Brut

In einem von Sternen gefüllten Bild ziehen zwei Meteore der Geminiden ihre Spur, links unten ist die kurze Strichspur des Asteroiden Phaethon.

Bildcredit und Bildrechte: Mikiya Sato (Nippon-Meteor-Gesellschaft)

Die Umlaufbahn des Asteroiden 3200 Phaethon (ausgesprochen FA-eh-thon) ist gut vermessen. Daher gilt er als Quelle des jährlichen Meteorschauers der Geminiden. Zwar stammen die meisten Meteorströme von Kometen. Doch 3200 Phaethon ist ein bekannter und genau beobachteter erdnaher Asteroid. Er hat eine Umlaufzeit von 1,4 Jahren und ist felsig und sonnenverbrannt. Sein Perihel liegt ein gutes Stück innerhalb der Umlaufbahn des innersten Planeten Merkur. Das Perihel ist der sonnennächste Punkt der Umlaufbahn.

In diesem Teleskop-Sichtfeld zog der schnelle Asteroid eine kurze Spur. Die schwachen Sterne im Hintergrund liegen im heroischen Sternbild Perseus. Die Belichtungszeit betrug insgesamt zwei Minuten. Die (schwachen) parallelen Streifen seiner meteorischen „Ableger“ blitzten viel schneller durch die Szene. Das Familienporträt entstand um den sehr aktiven Höhepunkt des Geminiden-Meteorschauers am 13. Dezember 2017. Das war nur drei Tage vor 3200 Phaethons historischem nahen Vorbeiflug an der Erde.

Dieses Jahr gibt in der Nacht des 13. Dezember wieder einen Höhepunkt des Meteorschauers der Geminiden. Doch das helle Licht des fast vollen Mondes überstrahlt schwache Meteore.

Aufgepasst: Der Geminiden-Meteorstrom

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Einschlagskrater Manicouagan: Blick aus dem All

Der Blick von der Internationalen Raumstatzion ISS fällt auf die Erde. In der Mitte verläuft ein breites Gewässer, rechts auf halber Bildhöhe ist eine sehr markante weiße runde Struktur, die vermutlich von einem Meteoriteneinschlag stammt. Es ist der Manicouagankrater.

Bildcredit: NASA, Expedition 59 der Internationalen Raumstation ISS

Am 11. April befand sich die ISS-Besatzung der Expedition 59 400 Kilometer über der kanadischen Stadt Quebec auf der Erde. Sie fotografierte den breiten Sankt-Lorenz-Strom und dem seltsamen, kreisförmigen Manicouagan-See. Der ringförmige See rechts neben der Mitte ist ein moderner Stausee. Dieser befindet sich im erodierten Überrest eines urzeitlichen Einschlagkraters, der 100 Kilometer groß ist.

Der alte Krater vom Orbit aus sehr auffällig. Er erinnert daran, dass die Erde durch Gesteinsbrocken aus dem All gefährdet ist. Der Manicouagankrater ist mehr als 200 Millionen Jahre alt. Wahrscheinlich entstand er durch den Einschlag eines ca. 5 Kilometer großen Felsbrockens. Derzeit kennen wir keinen Asteroid, der mit einer hohen Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahrhundert die Erde trifft.

Jeden Monat veröffentlicht das NASA-Koordinationsbüro für planetare Verteidigung einen Bericht. Dieser enthält die aktuellsten Daten zu engen Begegnungen mit erdnahen Objekten. Auch Fakten über Kometen und Asteroiden, die auf der Erde einschlagen könnten, sind darin enthalten.

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Betelgeuse verfinstert

Zwei Abbildungen des Sternbildes Orion, links leuchtet Betelgeuse hell, rechts ist er während der Bedeckung durch einen Asteroiden sehr schwach.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Am 12. Dezember zog der Asteroid 319 Leona vor dem hellen Stern Betelgeuse vorbei. Dabei warf er einen Schatten auf den Planeten Erde. Um zu sehen, wie er den allseits beliebten Roten Riesen verdunkelte, musste man auf der zentralen schmalen Schattenlinie stehen. Sie begann in Zentralmexiko und zog nach Osten über den Süden von Florida, den Atlantischen Ozean, Südeuropa und Eurasien. 

Das Himmelsereignis war nur von der Erde aus sichtbar. Diese beiden Bilder, die es zeigen, wurden in Almodovar del Rio in Spanien aufgenommen. Das linke Bild entstand vor der Sternbedeckung durch den Asteroiden, das rechte Bild während der Bedeckung. 

Auf beiden Bildern leuchtet der Stern Betelgeuse links oben an der Schulter des bekannten Sternbilds Orion. Seine Helligkeit nahm während der äußerst seltenen Bedeckung merklich ab. Der Riesenstern wurde ein paar Sekunden lang von dem ungefähr 60 Kilometer großen Asteroiden bedeckt.

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