Phaethons Brut

In einem von Sternen gefüllten Bild ziehen zwei Meteore der Geminiden ihre Spur, links unten ist die kurze Strichspur des Asteroiden Phaethon.

Bildcredit und Bildrechte: Mikiya Sato (Nippon-Meteor-Gesellschaft)

Die Umlaufbahn des Asteroiden 3200 Phaethon (ausgesprochen FA-eh-thon) ist gut vermessen. Daher gilt er als Quelle des jährlichen Meteorschauers der Geminiden. Zwar stammen die meisten Meteorströme von Kometen. Doch 3200 Phaethon ist ein bekannter und genau beobachteter erdnaher Asteroid. Er hat eine Umlaufzeit von 1,4 Jahren und ist felsig und sonnenverbrannt. Sein Perihel liegt ein gutes Stück innerhalb der Umlaufbahn des innersten Planeten Merkur. Das Perihel ist der sonnennächste Punkt der Umlaufbahn.

In diesem Teleskop-Sichtfeld zog der schnelle Asteroid eine kurze Spur. Die schwachen Sterne im Hintergrund liegen im heroischen Sternbild Perseus. Die Belichtungszeit betrug insgesamt zwei Minuten. Die (schwachen) parallelen Streifen seiner meteorischen „Ableger“ blitzten viel schneller durch die Szene. Das Familienporträt entstand um den sehr aktiven Höhepunkt des Geminiden-Meteorschauers am 13. Dezember 2017. Das war nur drei Tage vor 3200 Phaethons historischem nahen Vorbeiflug an der Erde.

Dieses Jahr gibt in der Nacht des 13. Dezember wieder einen Höhepunkt des Meteorschauers der Geminiden. Doch das helle Licht des fast vollen Mondes überstrahlt schwache Meteore.

Aufgepasst: Der Geminiden-Meteorstrom

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Einschlagskrater Manicouagan: Blick aus dem All

Der Blick von der Internationalen Raumstatzion ISS fällt auf die Erde. In der Mitte verläuft ein breites Gewässer, rechts auf halber Bildhöhe ist eine sehr markante weiße runde Struktur, die vermutlich von einem Meteoriteneinschlag stammt. Es ist der Manicouagankrater.

Bildcredit: NASA, Expedition 59 der Internationalen Raumstation ISS

Am 11. April befand sich die ISS-Besatzung der Expedition 59 400 Kilometer über der kanadischen Stadt Quebec auf der Erde. Sie fotografierte den breiten Sankt-Lorenz-Strom und dem seltsamen, kreisförmigen Manicouagan-See. Der ringförmige See rechts neben der Mitte ist ein moderner Stausee. Dieser befindet sich im erodierten Überrest eines urzeitlichen Einschlagkraters, der 100 Kilometer groß ist.

Der alte Krater vom Orbit aus sehr auffällig. Er erinnert daran, dass die Erde durch Gesteinsbrocken aus dem All gefährdet ist. Der Manicouagankrater ist mehr als 200 Millionen Jahre alt. Wahrscheinlich entstand er durch den Einschlag eines ca. 5 Kilometer großen Felsbrockens. Derzeit kennen wir keinen Asteroid, der mit einer hohen Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahrhundert die Erde trifft.

Jeden Monat veröffentlicht das NASA-Koordinationsbüro für planetare Verteidigung einen Bericht. Dieser enthält die aktuellsten Daten zu engen Begegnungen mit erdnahen Objekten. Auch Fakten über Kometen und Asteroiden, die auf der Erde einschlagen könnten, sind darin enthalten.

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Betelgeuse verfinstert

Zwei Abbildungen des Sternbildes Orion, links leuchtet Betelgeuse hell, rechts ist er während der Bedeckung durch einen Asteroiden sehr schwach.

Bildcredit und Bildrechte: Sebastian Voltmer

Am 12. Dezember zog der Asteroid 319 Leona vor dem hellen Stern Betelgeuse vorbei. Dabei warf er einen Schatten auf den Planeten Erde. Um zu sehen, wie er den allseits beliebten Roten Riesen verdunkelte, musste man auf der zentralen schmalen Schattenlinie stehen. Sie begann in Zentralmexiko und zog nach Osten über den Süden von Florida, den Atlantischen Ozean, Südeuropa und Eurasien. 

Das Himmelsereignis war nur von der Erde aus sichtbar. Diese beiden Bilder, die es zeigen, wurden in Almodovar del Rio in Spanien aufgenommen. Das linke Bild entstand vor der Sternbedeckung durch den Asteroiden, das rechte Bild während der Bedeckung. 

Auf beiden Bildern leuchtet der Stern Betelgeuse links oben an der Schulter des bekannten Sternbilds Orion. Seine Helligkeit nahm während der äußerst seltenen Bedeckung merklich ab. Der Riesenstern wurde ein paar Sekunden lang von dem ungefähr 60 Kilometer großen Asteroiden bedeckt.

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Dinkinesh-Mondaufgang

Mitten im Bild schwebt ein Asteroid, der mit Geröll bedeckt ist. Unten und etwas weiter hinten schwebt ein kleinerer Körper, der aus demselben Material besteht.

Bildcredit: NASA/Goddard, SwRI, Johns Hopkins APL, NOIRLab

Letzten Mittwoch begegnete die reisende Raumsonde Lucy ihrem ersten Asteroiden 152830 Dinkinesh im inneren Hauptasteroidengürtel. Dabei fand sie heraus, dass er einen Mond besitzt. Aus einer Entfernung von wenig mehr als 400 Kilometern fotografierte Lucys Long-Range Reconnaissance Imager diese Nahaufnahme das Binärsystem, während sie mit 4,5 Kilometern pro Sekunde vorüberzog.

Die prachtvolle kleine Welt Dinkinesh hat misst an der breitesten Stelle weniger als 800 Meter. Aus der Perspektive der Raumsonde taucht der Begleiter hinter dem primären Asteroiden auf. Der Mond des Asteroiden ist ungefähr 220 Mete breit.

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Rückkehr von Bennu

In einer kargen sandigen Ebene mit wenigen Pflanzen, die von der Sonne beschienen wird, liegt eine schwarze Kapsel, im Hintergrund ragen Berge auf.

Bildcredit: NASA / Keegan Barber

Eine Kapsel mit Bodenproben des Asteroiden 101955 Bennu kehrte zurück. Sie ist 50 Kilogramm schwer und 80 Zentimeter groß. Hier liegt sie in einer Wüste auf dem Planeten Erde. Das Bild wurde letzten Sonntag am 24. September fotografiert. Der Ort ist nahe bei Salt Lake City in Utah im Test- und Übungsgelände des Verteidigungsministeriums.

Die Kapsel wurde von der Raumsonde OSIRIS-Rex abgeworfen. Sie wirkt verkohlt, weil sie bei ihrem rasanten Abstieg durch die dichte Erdatmosphäre extremen Temperaturen ausgesetzt war.

Die Heimreise der Sonde OSIRIS-Rex von Bennu begann im Mai 2021. Am 25. September wurde der Behälter der Kapsel zum NASA-Raumfahrtzentrum Johnson in Houston gebracht. Man erwartet, dass sie eine Probe von etwa 250 Gramm des lose gepackten Regoliths auf Bennu enthält, die nicht kontaminiert ist.

Für die Mission OSIRIS-REx wurde ein neues Labor konzipiert. Dort zerlegen Forschende und Fachleute fachgerecht den Behälter. Geht es nach Plan, wird die Probe des erdnahen Asteroiden am 11. Oktober bei einer Übertragung geöffnet.

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Bennu markieren

Das Schwarzweißbild zeigt den Sammelkopf der Raumsonde OSIRIS-REx auf der geröllübersäten Oberfläche des Asteroiden Bennu.

Bildcredit: OSIRIS-REx, Universität von Arizona, NASA, Goddard Wissenschaftliches Visualisierungsstudio

Der Arm der Raumsonde OSIRIS-REx berührte am 20. Oktober 2020 nach einer vorsichtigen Annäherung den kleinen erdnahen Asteroiden 101955 Bennu, dessen Oberfläche von Felsbrocken übersät ist. Die Aufnahme stammt von der SamCam der Raumsonde.

Das Ereignis der Probeaufnahme wird als Touch-And-Go (TAG) bezeichnet. Die Nahaufnahme zeigt, wie der 30 Zentimeter breite Probensammelkopf (TAGSAM) scheinbar etwas Gestein zerquetscht. Das Bild entstand kurz nach dem Oberflächenkontakt, die Erde war etwa 321 Millionen Kilometer entfernt.

Eine Sekunde später schleuderte die Raumsonde Stickstoff aus einer Flasche. Dadurch wurde eine beträchtliche Menge von Bennus Regolith in den Probensammelkopf geblasen, um das lose Oberflächenmaterial zu sammeln.

Am Sonntag, 24. September 2023, erreicht die Bodenprobe des Asteroiden Bennu nach fast drei Jahren planmäßig den Planeten Erde. Die Probenrückholkapsel wird von der Raumsonde OSIRIS-Rex bei einem nahen Vorbeiflug an der Erde abgesetzt. Zwanzig Minuten nach dem Abwurf zündet die Raumsonde ihre Triebwerke, um an der Erde vorbei zum erdnahen Asteroiden 99942 Apophis zu fliegen und in seine Umlaufbahn einzutreten.

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Bahnen potenziell gefährlicher Asteroiden

Die Sonne und die Bahnen der inneren Gesteinsplaneten sind von zahllosen blau gefärbten Bahnen von Asteroiden umgeben und durchzogen.

Illustrationscredit: NASA, JPL-Caltech

Sind Asteroiden gefährlich? Manche schon, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein gefährlicher Asteroid in einem beliebigen Jahr die Erde trifft, ist gering. Weil jedoch einige frühere Massenaussterben mit Asteroideneinschlägen einhergingen, setzte sich die Menschheit das Ziel, alle Asteroiden zu finden und zu katalogisieren, die eines Tages das Leben auf der Erde gefährden könnten.

Hier seht ihr die Bahnen der mehr als 1000 bekannten potenziell gefährlichen Asteroiden (PHA). Diese registrierten taumelnden Brocken aus Gestein und Eis sind größer als 140 Meter und ziehen weniger als 7,5 Millionen Kilometer an der Erde vorbei – das ist etwa die 20-fache Entfernung zum Mond. Zwar wird keiner davon in den nächsten 100 Jahren die Erde treffen. Bisher wurden jedoch nicht alle PHAs entdeckt, und nach 100 Jahren sind viele Bahnen schwer vorherzusagen.

Wenn ein Asteroid dieser Größe die Erde trifft, könnte er zum Beispiel schwere Tsunamis auslösen. Letztes Jahr führte die NASA erfolgreich die Mission Double Asteroid Redirection Test (DART) durch. Diese Mission untersuchte Strategien zum Schutz der Erde. Natürlich treffen täglich viel kleinere Teilchen aus Gestein und Eis die Erde. Üblicherweise stellen sie keine Gefahr dar, doch manchmal entstehen dabei eindrucksvolle Feuerkugeln und Meteore.

Heute ist Asteroidentag

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Ida und Dactyl: Asteroid und Mond

Das Bild zeigt einen kartoffelförmigen Himmelskörper mit Kratern, rechts dahinter befindet sich ein viel kleinerer Himmelskörper.

Bildcredit: NASA, JPL, Galileo-Mission

Dieser Asteroid hat einen Mond. Die Roboter-Raumsonde Galileo begegnete 1993 auf ihrer langen interplanetaren Reise zum Jupiter zwei Asteroiden und fotografierte sie. Der zweite Kleinplanet, den sie abbildete, war 243 Ida, bei der unerwartet ein Mond entdeckt wurde.

Der winzige Mond Dactyl ist nur etwa 1,6 Kilometer groß. Es ist der kleine Punkt rechts auf diesem geschärften Bild. Die kartoffelförmige Ida ist viel größer, etwa 60 Kilometer lang und 25 Kilometer breit. Dactyl ist der erste Mond eines Asteroiden, der je entdeckt wurde. Inzwischen kennen wir viele Asteroiden, die Monde besitzen. Die Namen Ida und Dactyl stammen aus der griechischen Mythologie.

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