Der Schmetterlingsnebel von Hubble

Das Bild zeigt den Schmetterlingsnebel NGC 6302, ein Emissionsnebel im Sternbild Skorpion

Bildcredit: NASA, ESA, Hubble; Bearbeitung: William Ostling

Sterne können schöne Muster bilden, wenn sie altern – manchmal sehen diese ähnlich aus wie Blumen oder Insekten. NGC 6302, der Schmetterlingsnebel, ist ein interessantes Beispiel dafür.

Die gasförmigen Flügel des hier abgebildeten planetarischen Nebels NGC 6302 haben eine Spannweite von mehr als 3 Lichtjahren. Sein alternder Zentralstern wurde außergewöhnlich heiß, seine geschätzte Oberflächentemperatur übersteigt 200.000 Grad C. Er leuchtet hell in sichtbarem und ultraviolettem Licht, ist jedoch durch einen dichten Staubwulst vor der direkten Sicht verborgen.

Diese scharfe Nahaufnahme wurde mit dem Weltraumteleskop Hubble aufgenommen und bearbeitet, um die interessanten Details des komplexen planetarischen Nebels zu zeigen. Das Bild wurde in speziellem Licht aufgenommen, das von Sauerstoff (blau abgebildet), Wasserstoff (grün) und Stickstoff (rot) abgestrahlt wird.

NGC 6302 ist etwa 3500 Lichtjahre entfernt und liegt im arachnologisch korrekten Sternbild Skorpion (Scorpius). Planetarische Nebel entstehen aus den äußeren Atmosphären von Sternen wie unserer Sonne, doch sie verblassen für gewöhnlich nach etwa 20.000 Jahren.

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Wellen aus Nachthimmellicht über Tibet

Schwerewellen über Tibet erzeugen dieses Muster aus Nachthimmellicht nach einem schweren Gewitter.

Bildcredit und Bildrechte: Jeff Dai

Warum sieht der Himmel wie eine gewaltige Zielscheibe aus? Durch Nachthimmellicht. Nach einem gewaltigen Gewitter über Bangladesch im April 2014 traten über Tibet in China die hier abgebildeten riesigen runden Wellen aus leuchtender Luft auf. Das ungewöhnliche Muster entstand durch Schwerewellen in der Atmosphäre. Das sind Wellen mit schwankendem Luftdruck, die mit der Höhe, wo die Luft dünner wird – in diesem Fall in einer Höhe von etwa 90 Kilometer – zunehmen können.

Anders als Polarlichter, deren Energie von Kollisionen mit energiereichen geladenen Teilchen stammt, und die in hohen Breiten zu sehen sind, entsteht Nachthimmellicht durch Chemolumineszenz. Dabei entsteht Licht durch eine chemische Reaktion. Nachthimmellicht ist eher nahe am Horizont zu sehen und verhindert, dass der Nachthimmel jemals ganz dunkel wird.

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Die Mondfahrt von Artemis 1

Das Bild zeigt die SLS-Rakete beim Start des Raumschiffs Orion, als sie am Mond vorbeiflog.

Bildcredit und Bildrechte: John Kraus

Wenn das Raumschiff Orion der Artemis-1-Mission am 21. November am Mond vorbeifliegt, sehen Erdlinge eine abnehmende Mondsichel. Auf seinem Weg zu einem fernen retrograden Orbit, der bis ungefähr 70.000 Kilometer über die Mondbahn hinausreicht, nähert sich das Raumschiff der Mondoberfläche bis auf etwa 130 Kilometer.

Beim Start am 16. November stand in den dunklen frühen Stunden nach Mitternacht ein abnehmender Halbmond nahe am Horizont. Ihr seht ihn hier am Himmel über dem Kennedy-Raumfahrtzentrum neben den SLS-Raketen- und Feststoffbooster-Triebwerken, welche das besatzungslose Raumschiff Orion in den Weltraum transportierten.

Der ausgefranste helle Rand auf der sonnenbeleuchteten Mondvorderseite entstand, als die Druckwellen, die durch den Vorbeiflug der Rakete entstanden, den Brechungsindex in der Sichtlinie der Kamera änderten.

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Der Protostern in L1527

Das Bild zeigt Protostern in der dunklen Wolke L1527 mit sanduhrförmigen Flügeln, es stammt vom James-Webb-Weltraumteleskop.

Bildcredit: ForschungNASA, ESA, CSA, STScI, NIRCam; Bearbeitung – Joseph DePasquale (STScI), Anton M. Koekemoer (STScI), Alyssa Pagan (STScI)

Der Protostern in der dunklen Wolke L1527 ist gerade einmal 100.000 Jahre alt und noch in die Wolke aus Gas und Staub eingebettet, die sein Wachstum ermöglicht. Das Bild stammt von der NIRCam des Weltraumteleskops James Webb. Das dunkle Band am Hals des Infrarot-Nebels ist eine dicke Scheibe um das junge stellare Objekt. Diese Scheibe ist etwas größer als unser Sonnensystem und fast genau von der Seite zu sehen. Sie versorgt den Protostern mit Material und verbirgt ihn vor Webbs direkten Infrarotblick.

Der Nebel selbst ist jedoch atemberaubend detailreich abgebildet. Die sanduhrförmigen Hohlräume des Nebels werden vom Infrarotlicht des Protosterns beleuchtet. Sie entstehen durch Materie, die beim Sternbildungsprozess ausgeworfen wird und durch das umgebende Medium pflügt. Wenn der Protostern an Masse gewinnt, wird er schlussendlich ein vollwertiger Stern, der kollabiert, sodass in seinem Inneren die Kernfusion zündet.

Der Protostern in der dunklen Wolke L1527 ist wahrscheinlich ein Analogon zu einem frühen Stadium unserer Sonne und dem Sonnensystem. Er ist etwa 460 Lichtjahre entfernt und liegt in der Taurus-Sternbildungsregion. Webbs NIRCam-Bild umfasst einen Bereich von ungefähr 0,3 Lichtjahre.

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Planet Erde von Orion

Das Bild zeigt die Triebwerke des Manöversystems des Raumschiffs Orion und ein Solarpaneel, im Hintergrund leuchtet die Erde.

Bildcredit: NASA, Artemis 1

Am Mittwoch, dem 16. November, verließ um 1:47 Uhr EST eine Space Launch System-Rakete bei der Mission Artemis 1 mit dem Raumschiff Orion den Planeten Erde. Es war der erste umfassende Test der NASA-Systeme zur Erforschung des Weltraums. Mehr als eine Stunde nach dem Start am historischen Startkomplex 39B des Kennedy-Raumfahrtzentrums zeigte eine von Orions externen Videokameras diese Ansicht ihrer neuen Perspektive im Weltraum.

Im Vordergrund seht ihr Orions Triebwerke des Orbitalen Manövriersystems am Fuß des europäischen Servicemoduls. Hinter einem der sieben Meter langen ausgefahrenen Solarpaneele des Moduls liegt die wunderschöne Heimatwelt des Raumschiffs. Die Mission Artemis 1 dauert fast vier Wochen, in denen die Möglichkeiten zur Erkundung von Mond und Mars durch Menschen getestet wird.

Das Raumschiff Orion ist ohne Besatzung auf den Weg in eine retrograde Umlaufbahn, die 70.000 Kilometer über die Mondbahn hinausreicht. Voraussichtlich am 21. November zieht sie am Mond vorbei und nähert sich dabei der Mondoberfläche.

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In den Armen von NGC 1097

Das Bild zeigt die Spiralgalaxie NGC 1097 im Sternbild Fornax mit ihren rätselhaften Strahlen.

Bildcredit und Bildrechte: Mike Selby, Mark Hanson

Die Spiralgalaxie NGC 1097 leuchtet etwa 45 Millionen Lichtjahre entfernt am südlichen Himmel im beheizten Sternbild Fornax. Ihre blauen Spiralarme sind auf diesem farbenprächtigen Galaxienporträt mit rötlichen Sternbildungsregionen gesprenkelt. Sie haben sich anscheinend um eine kleine Begleitgalaxie unter der Mitte gewickelt, die etwa 40.000 Lichtjahre vom leuchtstarken Kern der Spirale entfernt ist.

Das ist aber nicht das einzige merkwürdige Merkmal von NGC 1097. Diese sehr detailreiche Aufnahme zeigt Hinweise auf blasse, rätselhafte Strahlen, die sich offenbar weit unter die bläulichen Arme ausdehnen. Tatsächlich sind auf Bildern von NGC 1097 im sichtbaren Licht schlussendlich vier blasse Strahlen zu erkennen.

Die Strahlen bilden ein X in der Mitte des Galaxienkerns, haben aber wahrscheinlich nicht dort ihren Ursprung. Stattdessen handelt es sich vielleicht um fossile Sternströme, also um Spuren, die in der fernen Vergangenheit der großen Spirale beim Einfangen und Zerreißen einer viel kleineren Galaxie übrig geblieben sind.

NGC 1097 ist eine Seyfertgalaxie, daher enthält ihr Kern ein sehr massereiches Schwarzes Loch.

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Der Wolfshöhlennebel

Der Reflexionsnebel im Bild ist eine dunkle längliche Form, deren Spitze blau leuchtet. Im Hintergrund sieht man rote Emissionsnebel einer früheren Supernovaexplosion.

Bildcredit und Bildrechte: Gianni Lacroce

Dieser rätselhafte blaue Reflexionsnebel wird in Katalogen als VdB 152 oder Ced 201 bezeichnet, und er ist wirklich sehr blass. Er liegt an der Spitze des langen Dunkelnebels Barnard 175 in einem staubigen Komplex, der auch Wolfshöhle genannt wird. Die kosmischen Erscheinungen in der Mitte dieser detailreichen Teleskopansicht liegen fast 1400 Lichtjahre entfernt in der nördlichen Milchstraße im königlichen Sternbild Kepheus.

Der interstellare Staub in der Region blockiert Licht der Hintergrundsterne und streut das Licht des eingebetteten hellen Sterns, was dem Endnebel seine charakteristische blaue Farbe verleiht. Obwohl Sterne tatsächlich in Molekülwolken entstehen, wanderte dieser Stern anscheinend nur zufällig in die Region, da sich seine gemessene Geschwindigkeit im Weltraum stark vom Tempo der Wolke unterscheidet.

Am unteren Bildrand liegt der planetarische Nebel Dengel-Hartl 5. Rechts im Bild seht ihr rötlich leuchtendes Gas eines urzeitlichen Supernovaüberrestes.

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NGC 7380: Der Hexernebel

Das Bild zeigt den Hexernebel im Sternbild Kepheus, in dem ein offener Sternhaufen entsteht.

Bildcredit und Bildrechte: Ioan Popa

Welche Zauberkräfte wirken im Hexernebel? Gravitation, die stark genug ist, um Sterne zu bilden, sowie Sternenwinde und Strahlung, die mächtig genug sind, um Türme aus Gas zu schaffen und aufzulösen.

Der Hexernebel ist nur 8000 Lichtjahre entfernt. Er umgibt den gerade entstehenden offenen Sternhaufen NGC 7380. Durch das Zusammenspiel von Sternen, Gas und Staub entstand eine Form, in der manche visuell einen fiktiven mittelalterlichen Hexenmeister erkennen.

Die aktive Sternbildungsregion umfasst etwa 100 Lichtjahre und erscheint breiter als die Winkelausdehnung des Mondes. Ihr findet den Hexernebel mit einem kleinen Teleskop im Sternbild Kepheus, dem König von Aithiopia. Der Nebel bleibt vielleicht nur wenige Millionen Jahre bestehen, doch einige der entstehenden Sterne werden wohl unsere Sonne überleben.

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Fliegende Untertasse stürzt in der Wüste von Utah ab

Das Bild zeigt die beschädigte Probenrückholkapsel der Raumsonde Genesis nach ihrem Absturz in der Wüste von Utah, im Hintergrund stehen zwei Hubschrauber.

Bildcredit: USAF 388th Range Sqd., Genesis Mission, NASA

Eine fliegende Untertasse aus dem Weltraum stürzte in der Wüste von Utah ab, nachdem sie mit Radar und von Hubschraubern verfolgt worden war. Man schrieb das Jahr 2004, und es waren keine Außerirdischen aus dem Weltraum beteiligt.

Die fliegende Untertasse war die Genesis-Probenrückholkapsel, diese war Teil der von Menschen geschaffenen robotischen Raumsonde Genesis, die 2001 von der NASA gestartet worden war, um die Sonne zu untersuchen. Die unerwartet harte Landung mit mehr als 300 Kilometern pro Stunde trat ein, weil sich die Fallschirme nicht wie geplant geöffnet hatten.

Die Mission Genesis umkreiste zuvor die Sonne und sammelte Teilchen des Sonnenwindes, die normalerweise vom Erdmagnetfeld abgelenkt werden. Trotz der Bruchlandung waren viele der Rückholproben gut genug für eine Analyse erhalten.

Zu den bisherigen Entdeckungen im Zusammenhang mit Genesis zählen neue Details der Zusammensetzung der Sonne und darüber, wie sich die Häufigkeit bestimmter Elementarten im Sonnensystem unterscheidet. Diese Ergebnisse lieferten faszinierende Hinweise auf Details, wie die Sonne und die Planeten vor Milliarden von Jahren entstanden.

Mehr zum Thema:Dreh das Ding doch mal kurz um, Joe“ von Eugen Reichl

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Finsternis in der Stadt

Das Bild zeigt eine Mondfinsternis über Manhattan, am Himmel sieht man die Plejaden, das Sternbild Orion und die Leuchtspur der Internationalen Raumstation.

Bildcredit und Bildrechte: Stan Honda

Auf dieser nächtlichen Himmelslandschaft geht über Manhattan ein dunklerer Mond unter. Das Komposit wurde aus 16 nacheinander fotografierten Einzelbildern der totalen Mondfinsternis am 8. November montiert. Während der Mond in den Erdschatten getaucht ist, ziehen Sterne kurze Spuren über der Stadtkulisse der Zeitraffer-Szene.

Doch die Internationale Raumstation zog gerade aus dem Schatten in sonnenbeleuchteten Teil ihrer Bahn im niedrigen Erdorbit. Von New York aus gesehen beginnt die sichtbare Spur dieses ISS-Überflugs bei einem Stern im Stier und zieht von rechts nach links durch den Gürtel des Orion und über Sirius, den Alphastern in Großen Hund. Die Lücken in den hellen Spuren des schnellen Außenpostens im Orbit (und eines Flugzeugs, das näher am Horizont fliegt) markieren die Zeit zwischen den Einzelaufnahmen der Sequenz.

Am oberen Bildrand zieht der helle Planet Mars seine Spur. Der Sternhaufen der Plejaden zieht hoch über dem verfinsterten Mond und dem Empire State Building.

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Blutmond, Eisriese

Das Bild zeigt den rot gefärbten Mond der Mondfinsternis am 8. November, als er gerade den Planeten Uranus bedeckte.

Bildcredit und Bildrechte: Ryan Han

Am 8. November wurde der Vollmond blutrot, als er bei einer totalen Mondfinsternis durch den Erdschatten glitt. Beobachtende der Finsternis in Teilen von Asien, Japan und Alaska sahen außerdem, wie er während der Totalität den äußeren Planeten Uranus bedeckte.

Die beiden Bilder wurden kurz vor Beginn der Finsternis mit zwei unterschiedlichen Teleskopen und Kameras auf demselben Dach in Schanghai in China fotografiert. Sie zeigen eine Nahaufnahme und eine größere Ansicht des Ereignisses. Die winzige blasse, grünliche Scheibe des fernen Eisriesen ist normalerweise – verglichen mit einem Vollmond – sehr blass. Ihr seht sie links knapp neben dem Mondrand, wo sie gerade hinter dem abgedunkelten roten Mond verschwindet.

Mondbedeckungen von Planeten sind zwar nur an bestimmten Orten auf dem Planeten Erde sichtbar, aber trotzdem relativ häufig. Doch damit diese seltene „Mondfinsternisbedeckung“ stattfinden konnte, musste der äußere Planet während der totalen Finsternis sowohl in Opposition als auch sehr nahe an der ekliptischen Ebene stehen, sodass er in einer Linie mit Sonne, Erde und Mond stand.

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