Verheißungsvolle Sonnenfinsternis

Pinguin jubelt bei der Sonnenfinsternis im Dezember 2021.

Bildcredit und Bildrechte: Annie Schmidt (Punkt Blau Naturschutz und Wissenschaft)

Beschreibung: Ein Adelie-Pinguinmännchen, das ihr hier als Silhouette seht, fing am 4. Dezember bei der letzten Sonnenfinsternis des Jahres 2021 zu singen an. Natürlich war sein Gesang eine besondere Darbietung, mit der Pinguinmännchen ihr Revier markieren und mitteilen, dass es ihnen gut geht.

Das Revier dieses Pinguins am Kap Crozier in der Antarktis ist eine der größten Adelie-Pinguinkolonien, sie wird seit 25 Jahren von Forscherinnen und Forschern untersucht. Die Sonne wurde dort bei der Finsternis letzten Dezember beim Maximum zu ungefähr 80 Prozent bedeckt, als der Mondschatten den südlichsten Kontinent der Erde kreuzte.

Wien, 8. Januar 2022, 16:30 Uhr: Führung im Sterngarten Mauer bei der Wotrubakirche mit APOD-Übersetzerin Maria Pflut-Hofmayr (Eintritt frei, Anmeldung erforderlich)
Aktuelles: Entfaltung des James-Webb-Weltraumteleskops
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Die letzten Tage der Venus als Abendstern

Die Venus geht am 1. Januar hinter einer Kathedrale in Veszprém (Ungarn) unter.

Bildcredit und Bildrechte: Tamás Ladányi (TWAN)

Beschreibung: Das ist kein junger Sichelmond, der nach Sonnenuntergang hinter zwei Türmen einer Kathedrale posiert. Es ist die Venus in einer Sichelphase. Auf dieser Aufnahmeserie, die am 1. Januar in Veszprém (Ungarn) mit Kamera und Teleobjektiv entstand, war sie etwa 40 Millionen Kilometer entfernt und zu 2 Prozent vom Sonnenlicht beleuchtet, als sie im Westen unterging.

Die strahlende Himmelsbake verblasste in der Abenddämmerung, denn ihre Tage als Abendstern gehen Anfang 2022 zu Ende. Doch ihr scheinbarer Durchmesser wird größer und ist auf Teleskopansichten eine immer dünnere Sichel.

Der innere Planet ist auf dem Weg zu einer unteren Konjunktion (nicht wertend gemeint), sie steht am 9. Januar zwischen Erde und Sonne und geht im Glanz der Sonne unter. Doch bald danach erscheint im Osten eine Sichelvenus. Mitte des Monats geht sie als gleißender Morgenstern kurz vor der Sonne im Osten auf.

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Sonnenaufgänge eines Jahres

Sonnenaufgänge in den Monaten des Jahres 2021 in Edmonton, Alberta, Kanada.

Bildcredit und Bildrechte: Luca Vanzella

Beschreibung: Geht die Sonne immer in dieselbe Richtung auf? Nein. Im Lauf der Monate ändert sich auch die Richtung des Sonnenaufgangs.

Dieses Bild zeigt die Richtungen zum Sonnenaufgang in jedem Monat des Jahres 2021 in Edmonton (Alberta, Kanada). Die Kamera zeigt immer nach Osten. Links ist Norden, rechts ist Süden. Das obere Bild wurde, wie ein Begleitvideo zeigt, im Dezember 2020 aufgenommen, während das unterste Bild im Dezember 2021 fotografiert wurde, was insgesamt 13 Bilder ergibt. Die Sonne geht zwar allgemein immer im Osten auf, doch zur Dezember-Sonnenwende geht sie am weitesten im Südosten auf und zur Juni-Sonnenwende am weitesten im Nordosten.

In vielen Ländern gilt die Dezember-Sonnenwende als offizielle Wende der Jahreszeiten. Sie ist zum Beispiel der erste Tag des Winters im Norden. Die Menge der Sonnenwärme und der gespeicherten Energie in der Erdoberfläche und der Atmosphäre ist im Winter am geringsten, daher ist die der Winter die kälteste Jahreszeit.

Statusmeldungen: Inbetriebnahme des James-Webb-Weltraumteleskops
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Die Monde hinter Saturns Ringen

Die Raumsonde Cassini fotografierte die Saturnmonde Janus und Rhea hinter den Ringen.

Bildcredit: NASA, ESA, JPL, Cassini Bildgebungsteam

Beschreibung: Was ist mit diesem Saturnmond passiert? Nichts – der Saturnmond Rhea ist nur teilweise von den Saturnringen verdeckt. 2010 fotografierte die Roboter-Raumsonde Cassini im Saturnorbit diesen Teleobjektiv-Blick auf die berühmtesten Ringe des Sonnensystems.

Im Vordergrund seht ihr außen den dünnen F-Ring und innen die viel größeren A- und B-Ringe. Der Saturnmond Janus schwebt scheinbar über den Ringen, in Wirklichkeit liegt er sehr weit hinten. Janus mit einem Durchmesser von nur ungefähr 180 Kilometern ist einer der kleineren Saturnmonde. Die stark von Kratern übersäte Rhea ist noch weiter von der Kamera entfernt, dieser Mond ist mit einem Durchmesser von 1500 km viel größer. Die Oberseite von Rhea ist nur Lücken in den Ringen sichtbar.

Nach mehr als einem Jahrzehnt der Erforschung und Entdeckung ging 2017 der Treibstoff der Raumsonde Cassini zur Neige, und sie wurde in die Saturnatmosphäre gelenkt, wo sie wahrscheinlich geschmolzen ist.

Erforsche das Universum: APOD-Zufallsgenerator
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Komet Leonards langer Schweif

Der lange Schweif des Kometen Leonard über der spanischen Kanareninsel La Palma.

Bildcredit und Bildrechte: Jan Hattenbach

Beschreibung: Mit einem Teleskop konnte man den extrem langen Schweif des Kometen Leonard nicht sehen – er war einfach zu lang. Auch mit Fernglas war er nicht zu sehen – auch dafür war er zu lang. Oder mit bloßen Augen – er war zu blass. Oder in einer Stadt – dort war der Himmel zu hell.

Doch an einem dunklen Ort mit einem niedrigen Horizont konnte eine Kamera ihn festhalten. Und kann es vielleicht immer noch, wenn der Komet heute seine engste Begegnung mit der Sonne überlebt, die zwischen den Bahnen von Merkur und Venus stattfindet.

Dieses Bild entstand aus zwei detailreichen Weitwinkelbildern, die letzten Monat auf der Kanarischen Insel La Palma fotografiert wurden, die zu Spanien gehört. Wenn er bestehen bleibt, verlässt das, was vom Kern des Kometen Leonard übrig bleibt, unser Sonnensystem und kehrt niemals zurück.

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Vierfacher Mondhalo über einer Winterstraße

Vierfach-Mondhalo mit verschneitem Winterhimmel nahe Madrid in Spanien.

Bildcredit und Bildrechte: Dani Caxete

Beschreibung: Manchmal verwandeln fallende Eiskristalle die Atmosphäre in eine riesige Linse, dabei entstehen Bögen und Halos um Sonne oder Mond. 2012 geschah das in einer Samstagnacht in der Nähe von Madrid in Spanien. Am Winterhimmel leuchtete nicht nur ein heller Mond, sondern auch vier seltene Mondhalos.

Das hellste Objekt oben im Bild ist der Mond. Das Licht des Mondes wird durch taumelnde sechsseitige Eiskristalle gebrochen und bildet einen seltenen 22-Grad-Halo, der den Mond umgibt. Horizontal wird der 22-Grad-Bogen durch einen noch selteneren umschließenden Halo verlängert, der durch säulenförmige Eiskristalle entsteht. Etwas Mondlicht wird durch weiter entfernte taumelnde Eiskristalle gebrochen und bildet einen dritten, noch selteneren regenbogenartigen Bogen, der 46 Grad vom Mond entfernt ist und hier knapp über einer malerischen Winterlandschaft leuchtet. Auch ein Teil eines ganzen 46-Grad-Kreishalos ist zu sehen, sodass ein – besonders beim Mond – extrem seltener Vierfachhalo fotografiert wurde.

Weit im Hintergrund leuchtet zwischen den inneren und den äußeren Bögen eine berühmte Winterhimmelslandschaft mit Sirius, dem Gürtel des Orion und Betelgeuse. Halos und Bögen bleiben meist minutenlang oder einige Stunden bestehen. Wenn ihr also einen seht, solltet ihr eure Familie, Freundinnen oder Nachbarn einladen, eure ungewöhnliche gebrochene Ansicht des Himmels mit ihnen teilen.

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Der Vollmond des Jahres 2021

Die zwölf Vollmonde des Jahres 2021.

Bildcredit und Bildrechte: Soumyadeep Mukherjee

Beschreibung: Jeder Vollmond des Jahres 2021 leuchtet auf diesem jahresumfassenden Astrofotoprojekt. Es ist ein Kompositporträt der vertrauten Mondvorderseite bei jeder hellsten Mondphase. Der Jahresablauf verläuft nach Mondtagen geordnet in Streifen von oben nach unten.

Die Streifen stammen aus Vollmondbildern, die allesamt mit derselben Kombination aus Kamera und Objektiv aufgenommen wurden, alle Bilder haben denselben Pixelmaßstab. Trotzdem passen die Streifen scheinbar nicht zusammen, doch sie zeigen, dass sich die Winkelgröße des Vollmondes im Laufe des Jahres ändert, je nach seiner Entfernung zu Kalkutta in Indien auf dem Planeten Erde. Bei jedem Streifen sind Kalendermonat, Vollmondname, Entfernung in Kilometern und die Winkelgröße gelistet. Die Winkelgröße ist in Bogenminuten angegeben, eine Bogenminute entspricht dem Sechzigstel eines Grades.

Der größte Vollmond fand im Mai nahe einem Perigäum statt, das seine größte Annäherung an die Erde. Am kleinsten war der Vollmond im Dezember nahe einem Apogäum, als er am weitesten von der Erde entfernt war. Die Vollmonde im Mai und November tauchten außerdem bei den beiden Mondfinsternissen 2021 in den Erdschatten.

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JWST auf dem Weg zu L2

Das James-Webb-Weltraumteleskop JWST zieht vor den Sternen des Orion zu seinem Ziel, dem Lagrangepunkt 2.

Bildcredit und Bildrechte: Malcolm Park (Astronomische Gesellschaft North York)

Beschreibung: Dieses Zeitraffer-GIF zeigt das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST), wie es auf seiner Reise zu seinem Ziel außerhalb der Mondbahn vor Orions Sternen vorbeizieht. Die Animation entstand am 28. Dezember. Nacheinander wurden 12 Aufnahmen mit einer Belichtungszeit von je 10  Minuten fotografiert, diese wurden ausgerichtet und mit einem danach aufgenommenen Farbbild der Hintergrundsterne zu dieser Animation kombiniert.

Etwa 2,5 Tage nach seinem Start am 25. Dezember passierte das JWST die Höhe der Mondbahn, während es auf dem Weg zu einem Halo-Orbit um L2, einen Erde-Sonne-Lagrangepunkt, die Gravitationsklippe von der Erde überwand. Lagrangepunkte sind günstige Orte im Weltraum, wo die kombinierte Anziehungskraft eines Körpers (Erde), der einen anderen massereichen Körper umrundet (Sonne) im Gleichgewicht ist mit der Zentripetalkraft, die für eine gemeinsame Reise nötig ist. Sehr viel kleinere Massen wie zum Beispiel ein Raumschiff bleiben also eher dort.

L2 ist einer von fünf Lagrangepunkten, er liegt etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt auf einer Achse durch Erde und Sonne. JWST erreicht L2 29 Tage nach dem Start am 23. Januar. In der Oberflächengravitation der Erde könnt ihr entspannt online den Fortschritt und die komplexe Entfaltung des James-Webb-Weltraumteleskops beobachten.

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Der lange Schweif des Kometen Leonard

Der 60 Grad lange Schweif des Kometen Leonard im Sternbild Mikroskop.

Bildcredit und Bildrechte: Daniele Gasparri

Beschreibung: Komet Leonard ist der hellste Komet des Jahres 2021. Auf diesen beiden Bildern, die am 29. Dezember unter dem dunklen Himmel der Atacamawüste fotografiert wurden, befindet er sich links unten.

Auf dem Weg zum Perihel am 3. Januar wurde Komet Leonards sichtbarer Schweif länger. Kombinierte Aufnahmen, die mit einer Weitwinkellinse fotografiert wurden (für besseren Kontrast hier auch als umgekehrtes Schwarz-Weiß-Bild gezeigt), zeigen den komplexen Ionenschweif, der erstaunliche 60 Grad lang ist. Der helle Jupiter leuchtet rechts unten nahe am Horizont.

Der lange Schweif besteht aus ionisiertem Gas, das im Sonnenlicht fluoresziert. Das Material des Schweifes verdampft vom Kern des Kometen Leonard, einer etwa einen Kilometer großen Masse aus Staub, Gestein und Eis. Wahrscheinlich führten Ausbrüche auf dem Kometenkern und Stöße von Magnetfeldern und dem Sonnenwind in den letzten Wochen zu dem unregelmäßigen, geknickten und verdrehten Aussehen des Schweifes.

In wenigen Tagen erreicht Komet Leonard den sonnennächsten Punkt. Seine Aktivität sollte anhalten, während er südlich der Ekliptik durch das Sternbild Mikroskop zieht.

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Riesige Stürme und hohe Wolken auf dem Jupiter

Die Raumsonde Juno zeigt Wolken über ovalen Wirbelsturm-Regionen auf Jupiter.

Bildcredit: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS; Bearbeitung und Lizenz: Kevin M. Gill

Beschreibung: Was und wo sind diese riesigen Ovale? Es sind rotierende Sturmwolken auf Jupiter, die letzten Monat von der NASA-Raumsonde Juno aufgenommen wurden. Höhere Wolken sind allgemein heller. Die hellsten dieser Wolken sind die relativ kleinen Wolken, die das untere Oval sprenkeln. Doch mit einem Durchmesser von 50 Kilometern sind auch diese hellen Wolken nicht gerade klein. Sie schweben so hoch oben, dass sie Schatten auf das darunter liegende wirbelnde Oval werfen.

Bei diesem Bild wurden Farben und Kontrast verstärkt. Große Ovale sind meist Hochdruckgebiete mit einer Länge von mehr als 1000 Kilometern, die jahrelang bestehen bleiben können. Das größte Oval auf Jupiter ist der große Rote Fleck (nicht im Bild), der seit mindestens Hunderten Jahren besteht. Die Untersuchung der Wolkendynamik auf Jupiter anhand der Juno-Bilder führt zu einem besseren Verständnis für gefährliche Wirbelstürme auf der Erde.

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Sonnenhalo über Schweden


Videocredit und -rechte: Håkan Hammar (Vemdalen Ski Resort, SkiStar)

Beschreibung: Was ist mit der Sonne passiert? Manchmal sieht es aus, als würde man die Sonne durch einige riesige Linse betrachten. Auf diesem Video sind jedoch Millionen winziger Linsen zu sehen: Eiskristalle.

Wasser kann in der Luft zu kleinen, flachen, sechseckigen Eiskristallen frieren. Wenn diese Kristalle zu Boden flattern, sind ihre Oberflächen die meiste Zeit flach und parallel zum Boden gerichtet. Bei Sonnenaufgang oder -untergang befinden sich viele der fallenden Eiskristalle in derselben Ebene wie die Zusehenden. Während dieser Ausrichtung kann sich jeder Kristall wie eine Miniaturlinse verhalten und Sonnenlicht in unsere Sichtlinie lenken. Dabei entstehen Phänomene wie Parhelia, das ist der technische Begriff für Nebensonne.

Dieses Video wurde Ende 2017 an der Seite eines Skihügels im Skiresort Vemdalen in Zentralschweden gefilmt. Im Zentrum seht ihr das direkteste Bild der Sonne, links und rechts davon leuchten zwei markante helle Nebensonnen. Auch der helle 22-Grad-Halo und der seltenere, viel blassere 46-Grad-Halo sind zu sehen – Letzterer entsteht ebenfalls durch Sonnenlicht, das durch Eiskristalle in der Atmosphäre gebrochen wird.

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