HH-222: Der Wasserfallnebel

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Bildcredit: Z. Levay (STScI/AURA/NASA), T.A. Rector (U. Alaska Anchorage) und H. Schweiker (NOAO/AURA/NSF), KPNO, NOAO

Beschreibung: Was erzeugte den Wasserfallnebel? Das weiß niemand. Diese Struktur in der Region NGC 1999 im großen Orion-Molekülwolkenkomplex ist eine der geheimnisvolleren, die bisher am Himmel entdeckt wurden.

Der längliche, gasförmige Strom mit der Bezeichnung HH-222 erstreckt sich über etwa zehn Lichtjahre und emittiert eine ungewöhnliche Farbpalette. Einer Hypothese zufolge entstehen die Gasfilamente durch den Wind eines jungen Sterns, der auf eine nahe Molekülwolke trifft. Das würde jedoch nicht erklären, warum der Wasserfall und zartere Ströme in einer hellen, aber ungewöhnlich nichtthermischen Radioquelle oben links in der gekrümmten Form zusammenlaufen.

Eine andere Hypothese besagt, dass die ungewöhnliche Radioquelle von einem Binärsystem stammt, das einen heißen, weißen Zwerg, einen Neutronenstern oder ein schwarzes Loch enthält, und dass der Wasserfall ein von diesem energiereichen System ausgehender Strom ist. Solche Systeme sind jedoch üblicherweise starke Röntgenquellen, es wurden aber keine Röntgenstrahlen gemessen. Vorläufig ist der Fall ungeklärt.

Vielleicht lösen gut geplante künftige Beobachtungen und kluge Schlussfolgerungen den wahren Ursprung dieses rätselhaften Nebelstreifs.

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